Anno 1701 (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Keen Games
Publisher: Disney Interactive Studios
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1 (bis 4)
Genre: Strategie

Schaffe, schaffe, Häusle baue. Im PC-Sektor erfreuen sich Aufbauspiele in Deutschland seit Langem großer Beliebtheit. Dass es im Konsolenbereich weniger der Fall war, hatte unter anderem mit der Steuerung zu tun, nur schwer lässt sich eine Maussteuerung auf ein Gamepad übertragen. Dank des Stylus des DS haben Hobby-Planer nun ein Werkzeug in der Hand, das das Problem aus der Welt schafft und das erste Spiel das sich anschickt, den Thron der Strategiespiele auf dem DS zu erobern ist der deutsche Titel Anno 1701.

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Spielinhalt: 

Alles fängt ganz harmlos an - der Spieler startet mit einem Schiff vor einer leeren Insel. An Bord sind wenige Baumaterialien sowie etwas Gold. Nun gilt es ein Kontor aufzubauen, um später eine Insel voller reicher Aristokraten mitsamt florierender Wirtschaft zu haben.

Doch bis der feine Adel sich auf der Insel niederlässt ist es ein steiniger Weg. Denn anfangs wollen lediglich arme Pioniere auf eure Insel ziehen, denen ihr Bretterhütten hinstellt. Damit sich diese in Siedler verwandeln, die euch deutlich mehr Steuereinnahmen bescheren und größere Häuser haben, gilt es, die Bedürfnisse der Einwohner zu erfüllen.
Anfangs sind die Bewohner der Insel recht bescheiden, lediglich eine Kapelle und ein paar Stoffe wollen sie haben. Flugs platziert man das entsprechende Gotteshaus, in dessen Wirkungsradius sich die Wohnhäuser befinden müssen und baut eine Schafzucht auf, um Stoffe zu produzieren. Alle Gebäude müssen dabei eine Straßenanbindung zum Kontor oder später der Markthalle besitzen, durch den Matsch stapfen wollen die Arbeiter nicht.

So baut man im Verlauf des Spiels weitere soziale Einrichtungen und stapft neue Farmen aus dem Boden, bis die Bewohner die höchste Entwicklungsstufe erreicht haben. Damit dies nicht zu einfach abläuft, haben die Entwickler einige Überraschungen eingebaut, so brechen in den Wohnhäusern mitunter Brände oder Krankheiten aus, die ihr mit dem entsprechenden Gebäude bekämpfen müsst. Gegen Vulkane könnt ihr allerdings keine Vorkehrungen treffen. Befindet sich so ein Feuerspucker auf eurer Insel, müßt ihr damit rechnen, eure Gebäude immer wieder neu zu bauen.
Außerdem bedeuten konkurrierende Kolonialherren und auch Piraten regelmäßig Stress, da hilft nur eine schlagkräftige Armee auf eurer Insel. Dazu muss Eisen abgebaut werden und eine Kaserne her. Greift ein Gegner euch auf eurer eigenen Insel an, müßt ihr möglichst schnell eine Truppe Soldaten auf den Angreifer hetzen. Um sich gegnerische Inseln unter den Nagel zu reißen baut ihr ein Kriegsschiff, beladet es mit Soldaten und schickt diese zum Gegner. Dort wird ein Brückenkopf gebaut, dank dem ihr immer wieder neue Soldaten auf der fremden Insel stationiert. Das Kampfsystem ist nicht überaus kompliziert, wer die meisten Soldaten hat, gewinnt. Dank einer Akademie, die erst später im Spielverlauf verfügbar ist, könnt ihr eure Soldaten allerdings schlagkräftiger machen, was einer gut entwickelten Insel einen großen Vorteil verschafft.

Zwei Einzelspielermodi bietet Anno 1701 dem Spieler. Eine Kampagne, in der ihr in der Rolle von Victor Le-Roi die Aufgaben eurer Königin erfüllt und euch gegen Mitbewerber behauptet und ein Endlosmodus, bei dem ihr so lange spielt, bis ihr keine Lust mehr habt, eine Siegbedingung gibt es dabei nicht. Das Spielende ist dabei dann erreicht, wenn man trotz eines Kredites kein Geld mehr zur Verfügung hat oder von einem Gegner von der eigenen Insel vertrieben wurde. Die Kampagne bietet immer wieder neue Missionen, so muss man sich gegen Piratenangriffe verteidigen, Freunden in Not helfen und immer wieder Tribut an die Königin entrichten.

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Grafik: 

Die Grafik ist sehr farbenfroh und schön gestaltet. Es gibt zwei Zoomstufen, eine dient der Übersicht, die zweite ist dazu geeignet Straßen präziser zu bauen. In der nahen Ansicht sieht man auch die tollen Animationen die jedes Produktionsgebäude verfügt. Holzfäller fällen Bäume, Bauern säen Getreide, Zebras laufen auf tropischen Inseln umher und eure Bewohner spazieren durch die Straßen der Siedlung, da macht alleine schon das Zuschauen Spaß. Trotz des Lobes gibt es auch Kritik, denn trotz aller Bemühungen der Entwickler geht die Übersicht manchmal flöten, die Lösung wäre eine drehbare Kamera gewesen.

Sound: 

Die Musikuntermalung ist nett anzuhören, die Musistücke wiederholen sich allerdings recht oft. Da die Titel aber nicht aufdringlich sind, fällt das kaum auf. Interessant ist auch die Veränderung der Musik mit der Wahl der Insel, hat man eine tropische Insel ausgewählt, erklingen fröhliche karibische Rhythmen, während andere Inseln dementsprechend von anderer Musik beschallt werden.

Steuerung: 

Das Spiel steuert sich komplett mit dem Stylus, mit Ausnahme der Starttaste ist standardmäßig sonst kein anderer Knopf belegt. Dafür könnt ihr allerdings die unbenutzten Tasten mit Hotkeys belegen, was aber im Grunde nicht nötig ist, Anno 1701 steuert sich hervorragend mit dem Touchpen. Auf der rechten Seite des Touchscreens befindet sich dabei das Menü, aus dem ihr verschiedene Punkte wie das Baumenü oder die Steuerverwaltung anwählen könnt.

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Multiplayer: 

Sich mit den Freunden messen kann man sich in Anno 1701 ebenfalls, dazu muss jeder Mitspieler ein eigenes Modul des Spiels besitzen. Bis zu vier Freunde können so in einem Mehrspielermodus gegeneinander spielen. Im Gegensatz zum Endlosmodus des Einzelspielermodus' gibt es dabei einstellbare Siegbedingungen, beispielsweise eine bestimmte Goldmenge, die erreicht werden muss.
Wifi wird nicht unterstützt.

Fazit: 

Anno 1701 macht alles richtig: neben einer schönen Grafik gibt es auch eine tadellose Anpassung der PC-Steuerung an den Touchscreen der Konsole, eine spannende Kampagne und einen variablen Endlosmodus. Es sei allerdings erwähnt, dass die Komplexität der Originale auf dem kleinen Handheld ein wenig zu leiden hatte, so ist beispielsweise der Militärmodus deutlich abgespeckt und auch die Warenkreisläufe wurden entschlackt. All diejenigen, die gerne ruhigere Titel spielen oder schon die Computer-Varianten gemocht haben, können blind zugreifen. Actionfreunde lassen die nervösen Ballerfinger aber lieber weg von Anno 1701 und greifen zu anderer Kost.

An dieser Stelle geht noch ein Dank an die PR-Abteilung von Disney Interactive für die Bereitstellung eines Testmusters.

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ schöne Grafik
+ tolle Touchscreen-Steuerung
+ ausgewogener Schwierigkeitsgrad

- manchmal Übersichtlichkeitsprobleme
- kein Wifi
- nur ein Spielstand pro Modus

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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