Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (JAP)
Entwickler: CING
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 26/06/2009

Spieleranzahl: 1
Genre: Adventure

Ein weiteres Mal können wir Ashley auf ihrer Reise in die Welt der Erinnerungen begleiten. Diesesmal geht es allerdings auf Nintendos Wii weiter. Das Cover verrät uns, dass es sich um einen „Interaktiven Roman“ handelt. Was das im einzelnen bedeutet, erfahrt ihr in unserem Review.

another-code-02-10-08-(1).jpg
another-code-02-10-08-(2).jpg
another-code-02-10-08-(3).jpg
Spielinhalt: 

Die Ereignisse auf der Blood Edward Insel liegen zwei Jahre zurück. Eigentlich dachte Ashley sie hätte diese Zeit weit hinter sich gelassen, doch leider ist dem nicht so. Ihr Vater, der versprochen hatte sich mehr zu kümmern, hat einen neuen Job angenommen, welcher viel Zeit in Anspruch nimmt und Ashley deswegen wieder alleine bei ihrer Tante wohnen muss. Um alles wieder gut zu machen, lädt ihr Vater Richard sie zu einem Camping-Abenteuer am Lake Juliet ein. Noch nicht mal richtig angekommen, wird ihr  auch schon ihre Tasche geklaut und ihr Vater ist auch nicht da, um sie abzuholen - Super! Doch nicht nur der Diebstahl ist seltsam, Ashley hat plötzlich Erinnerungen an diesen Ort. Sie war schon mal mit ihrer Mutter hier als sie drei Jahre alt war. Richard weiß selbst auch nicht, was ihre Mutter damals hier wollte und hofft nun, dass Ashley sich erinnern kann, damit auch endlich die letzten Fragen des tragischen Tods der Mutter aufgeklärt werden kann.

Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung unterscheidet sich nur in einem Punkt von anderen, sagen wir „normalen Adventures“. Es ist Textlastiger, die korrekte Bezeichnung für solche Spiele lautet „Visual Novel“, salopp ausgedrückt eben ein interaktiver Roman, was uns ja schon auf dem Cover versprochen wurde. Somit gibt es bei diesem Titel einfach mehr zu lesen, was man aus anderen Spielen dieses Genres auch schon kennt, wie zum Beispiel bei der Ace Attorney Reihe. Und so führt ihr ausgiebige Gespräche mit Menschen, die euch auf eurer Suche nach der Wahrheit so begegnen. Sei es der Ranger Dan oder Matthew, der von zu Hause ausgerissen ist. Bei manchen dieser Unterhaltungen habt ihr die Wahl zwischen zwei Antworten, bei denen es sich oft nur um ein „Ja“ oder „Nein“ handelt. Einfluss auf die Story selbst nehmen diese Antworten allerdings nicht, deshalb ist es egal für welche ihr euch entscheidet.

Oft hat man bei den Gesprächen das Gefühl, dass diese durch die Fragespiele unnötig in die Länge gezogen werden. Das mag wohl auch oftmals der Fall sein,, aber im späteren Verlauf des Spiels zeigt sich, dass man aus jeder Unterhaltung eine Information erhält, die einem der Wahrheit über den Tod der Mutter näher bringen. Manche Gespräche könnt ihr unterbrechen. Jedoch müssen sie auf jeden fall weitergeführt werden, da es sonst nicht weiter geht. Demnach ist jede Unterhaltung wichtig. Gelegentlich wird der Smalltalk durch etwaige Rätsel unterbrochen. Da muss man zum Beispiel eine Tasche aus dem See fischen und um das zu erreichen, verschiedene Gegenstände einsammeln und diese kombinieren. Der Ablauf dieser Rätsel läuft meist gleich ab. Die Items die man zu lösen benötigt, findet man immer in der Nähe. Und man kann sie erst dann aufnehmen, wenn es die Situation erfordert. Das verhindert das unnötige einsammeln von Gegenständen. So weiß man eigentlich immer ganz genau, was man zu tun hat und endlose Suchaktionen rund um den Lake Juliet bleiben euch dadurch auch erspart.

Beim lösen der Rätsel steht euch natürlich auch wieder Ashleys DAS zur Seite. Ein kleines Gerät, welches dem heutigen DSi sehr ähnelt. Mit ihm könnt ihr Fotos schießen, Gegenstände verwalten oder speichern. Recht früh im Spiel bekommt ihr vom Vater das TAS überreicht. Ein Gerät das von Mrs. Robbins entwickelt wurde und nur auf Ashley reagiert. Der aufmerksame Wii-Spieler merkt natürlich sofort, dass das TAS der Wiimote sehr gleich kommt. Mit diesem Item könnt ihr beispielsweise Türen öffnen die verschlossen sind.

another-code-r-wii-15-01-09-(9).jpg
another-code-r-wii-15-01-09-(1).jpg
another-code-r-wii-15-01-09-(2).jpg
Grafik: 

Zeichnerisch gibt es hier wirklich nichts auszusetzen. Another Code: R präsentiert sich uns in einer schönen Cel-Shading Grafik und Charaktere wurden mit Liebe zum Detail gezeichnet. Kleines Manko ist lediglich die Animation der Figuren. Der Text ist schon längst fertig, gestikuliert die Figur immer noch mit den Händen, oder Lippenbewegungen sind zu sehen. Nur eine Kleinigkeit, die jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.

Sound: 

Schöne Klavier-Melodien begleiten uns das ganze Spiel über und untermalen die jeweilige Situation bestens. Schade dabei ist, dass sich diese zuoft wiederholen, wodurch man sich schon recht früh daran satt gehört hat. Bei bestimmten Aktion mit dem TAS ist auch ein Geräusch aus der Wiimote zu vernehmen. Und auch wenn es sich um einen interaktiven Roman handelt, wäre eine Sprachausgabe wünschenswert gewesen. Diese hätte den Titel noch besser in Szene gesetzt.

Steuerung: 

Die Remote eignet sich für derartige Spiele eben bestens. Einfach draufhalten – und los geht’s. Um euch von Ort A nach Ort B zu bringen, reicht es aus auf die Pfeile am unteren Bildschirmrand zu zeigen und Ashley geht in die gewünschte Richtung. Gegenstände bewegt ihr ebenso ganz intuitiv durch das draufzeigen mit der Remote. Um Türen mit dem TAS zu öffnen, benötigt ihr allerdings noch die Buttons. Diese müssen in einer bestimmten Reihenfolge gedrückt werden um den Code zu entschlüsseln. Die Einsätze der Remote wirken dabei nie aufgesetzt und lockern das Spielgeschehen etwas auf.

another-code-r-wii-15-01-09-(3).jpg
another-code-r-wii-15-01-09-(4).jpg
another-code-r-wii-15-01-09-(5).jpg
Fazit: 

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist Another Code: R nicht ist so düster und geheimnisvoll. Und Anfangs auch eher zäh, was sich allerdings im zweiten Drittel des Spiels ändert und der Titel an fahrt gewinnt. Die endlosen Gespräche können einem dennoch schon mal die Lust rauben weiter zu machen. Auch wiederholen sich manche Aussagen zu oft, was dem Spielfluss nicht wirklich gut tut. Hat man aber den etwas langweiligen Anfang überwunden, liest man sich schnell ein und will auch unbedingt wissen wie es weiter geht. Trotz innovativer Steuerung zieh ich allerdings ein Spiel wie Another Code: R auf dem Nintendo DS vor. Da sich gerade textlastige Spiele bequemer mit dem DS bestreiten lassen, als mit der Wii. Abschließend lässt sich also sagen, dass Leseratten ihre wahre Freude an Another Code: R haben werden, wer ein Genretypisches Adventures erwartet, ist hier dann leider falsch.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Test-Musters.


Pro & Contra

+ spannende Geschichte
+ sehr gute Steuerung
+ schicke Cel-Shading Grafik

- keine Sprachausgabe
- Gesprächsinhalt wiederholt zu oft

Wertung

Grafik:

nette Cel-Shading Optik
Sound:

Klavierstücke wiederholen sich zu oft
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

Teilen heißt unterstützen:

Kommentare