Asphalt: Urban GT (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Gameloft
Publisher: UbiSoft
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Rennspiel

Wie zum Start des Gameboy Advance gab es zum Launch des Nintendo DS praktisch kein Rennspiel, von dem man erwartet hätte gut zu sein. Aber ähnlich wie beim GBA sollte es sich nach eingehendem Testen herausstellen, dass es doch einen Überraschungshit gibt – Asphalt: Urban GT!

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Spielinhalt: 

Wie es vor einigen Jahren mit Advance GT zuging, es war ein überraschend gutes Rennspiel direkt zu Anfang der GBA Erfolgsstory, scheint es also auch beim DS zu sein. Asphalt: Urban GT besticht schon beim Einschalten durch ein kleines Intro, was man schon gerendert nennen könnte. Leider wird dieses nur in Briefmarkengröße auf dem oberen Bildschirm gezeigt, anders als bei z.B. der Metroid Prime Hunters: First Hunt –Demo. Im direkten Anschluss hieran wechselt das Geschehen und die Aufmerksamkeit des Spielers auf den unteren Bildschirm. Hier erscheint das Menü, im Wesentlichen aus vier anwählbaren Punkten bestehend: Arcade, Evolution, Multi-Karten-Spiel und die Optionen, selbige könnt ihr verwenden um obligatorische Einstellungen an Ton und Bild vorzunehmen, aber auch um euch die Steuerung völlig frei zu belegen, was ein klarer Pluspunkt für das Spiel ist. Das gesamte Menü ist mit dem Stylus steuerbar, wobei man doch eher zum normalen D-Pad greift.

Der Arcade-Modus teilt sich noch einmal in einige Rennvarianten auf. So könnt ihr entweder direkte Action genießen, wobei ihr Auto und Strecke einfach zufällig gestellt bekommt und drauf los fahren könnt. Dies eignet sich sehr gut für die Zwischenzeit im Bus oder beim Arzt, sodass man jederzeit aufhören kann. Des weiteren gibt es das Straßenrennen, hier fahrt ihr in einer bestimmten Wagenklasse (4x4, Klassiker, Kompaktwagen, etc.) auf vorgegebenen Kursen Rennen und könnt euch neue Wagenklassen frei spielen. Die dritte wichtige Rennart im Arcade-Modus ist noch das Verfolgungsrennen, hier riskiert ihr in einem überaus schicken Polizei-Lamborghini auf einer Strecke eurer Wahl einen heißen Reifen und versucht Verkehrssünder in bester Need for Speed -Manier zu verhaften. Alles in allem ist der Arcade-Modus also schon mal ein gekonnter Anfang und ein guter Einstieg ins Spiel sowie perfekt für zwischendurch.

Wer allerdings mehr möchte, der muss sich den Evolution-Modus mal genauer ansehen. Bei einem Klick auf Evolution seht ihr drei neue Menüpunkte vor euch: Werkstatt, Meisterschaft und Autohändler. Schaut ihr das erste Mal hier herein, so steht noch kein Wagen in eurer Werkstatt und ihr habt sage und schreibe null Euro auf eurem Bankkonto. Also könnt ihr euch zwangsläufig nichts beim Autohändler kaufen, daraus folgt für euch der Weg in die Meisterschaft, denn wie schon bei Need for Speed: Underground bekommt ihr im ersten Rennen einen schon vollständig aufgemotzten Rennboliden geliehen, mit welchem ihr praktisch nicht verlieren könnt. Das hört sich bisher nicht nur alles an, als hätten Gameloft da kräftig bei EA’s Hit abgekupfert, dem ist wirklich so. Doch nicht nur NfS: Underground stand Pate für Asphalt: Urban GT, sondern auch weitere bekannte und erfolgreiche Rennspiele mussten für den DS-Racer herhalten. So erinnern Drifts, Punkte für gefährlichiches Fahren und besonders der dichte Gegenverkehr sehr an den Arcade-König auf den aktuellen Konsolen – Burnout! Ist man nun pingelig, kann man das Shopsystem, in dem man sich neue Karossen kaufen und seine alten verkaufen kann, mit jenem von Gran Turismo vergleichen.
Habt ihr also das erste Rennen im fremden Auto bestanden, bekommt ihr Geld und könnt euch einen kleinen Wagen in der sogenannten Golfklasse leisten. Sehr zu loben ist hier, dass wirklich viele aktuelle Autos von Golf V über Audi TT bis hin zu Klassikern wie dem Ford Mustang vertreten sind und sich von Wagen zu Wagen komplett anders steuern lassen. Ebenfalls zu erwähnen, weil nicht einmal auf den großen Konsolen gängig, ist die vollständige Lokalisierung des Spiels bis ins kleinste Detail. Ihr bezahlt mit Euros anstelle von Dollars oder irgendwelchen Credits und fahrt teilweise durch europäische Städte mit deutschen oder zu dem Land passenden Schildertexten. Nun wählt ihr schrittweise neue Meisterschaften mit immer drei Rennen aus und müsst diese als Gesamtsieger abschließen um einen Goldpokal, eine dicke Siegprämie und manchmal ein neues Auto oder ein Upgrade für eueren derzeitigen Schlitten zu erhalten. Damit kommen wir zu einem weiteren Feature, dem Tuning.

Need for Speed: Underground –like könnt ihr eine Vielzahl von Teilen an eurem Wagen tunen und ihn somit schneller und besser machen. In erster Linie beschränken sich die Auswirkungen des Tunings allerdings auf Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, PS, Gewicht, Bremsverhalten und Fahrverhalten, welches entweder eher gutmütig oder driftlastig ist. Auch hier gibt es etwas zu loben, denn die Entwickler haben im Rahmen der spitzenmäßigen Lokalisation auch die käuflichen Chassis-Upgrades denen der DTM angepasst. So könnt ihr beispielsweise zwei verschiedene Chassis der DTM für den Audi TT kaufen, was schon sehr gut aussieht. So getunt lassen sich die Boliden spürbar besser über die Kurse jagen und erreichen teilweise wahnsinnige Spitzengeschwindigkeiten von 300 Km/h und mehr, schaltet ihr dann noch den N2O-Turbo hinzu, so geht es noch mal ein ganzen Stück schneller. Jedoch besitzt man von diesen Turbos viel zu viele und kann sie viel zu schnell durch gefährliches fahren und Driften wieder auffüllen. Dementsprechend ist das Spielgeschehen alles andere als langsam und die Umgebung fliegt nur so an euch vorbei. Glücklicherweise gibt es drei verschiedene Kameraperspektiven, sodass jeder irgendwie das richtige findet. Zweimal seid ihr hinter dem Auto platziert, einmal nah, einmal weiter weg. Die dritte Perspektive schleift euch knapp über dem Boden mit und vermittelt das beste Geschwindigkeitsgefühl und die größte Übersicht. Dies verhindert allerdings nicht, dass die Rennen in der Meisterschaft mit der Zeit eintönig werden, da es immer die selben Strecken sind und immer die selben beiden Varianten. So Fahrt ihr entweder Straßenrennen oder sogenannte Goldrennen, was nichts anderes als Knockout-Rennen sind. Zwar kommt hin und wieder noch ein Duell hinzu, allerdings bleibt das Bild wenig abwechslungsreich und lediglich der große Fuhrpark und die Geschwindigkeit halten euch bei der Stange.

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Grafik: 

Die Grafik ist für einen First-Generation Titel wirklich einsame Spitze. Im Vergleich mit bisher gesehenen Bilder zu Ridge Racer DS, dem wohl direkten Konkurrenten von Asphalt: Urban GT, hat dieses ganz klar die Nase vorn. Was auf Standbildern wirklich sehr pixelig aussieht, ist auf dem DS in Bewegung gebracht eine grundsolide und durchaus auf einem solchen Handheld ansehnliche 3D-Grafik. Zur Freude des Spielers gibt es keinerlei Einbrüche in der Framerate, kurz gesagt hat man selten so ein flüssiges und wahnsinnig schnelles Rennspiel gesehen und auch die Texturen wandern nicht umher, wie es oft behauptet wurde. Die Strecken strotzen vor Details, auch wenn man immer wieder betonen muss, dass es sich bei der Grafik sicher nicht um die Offenbarung schlechthin handelt. Dennoch werdet ihr mit Sprunganimationen und kleinen Sequenzen entzückt, die nur allzu gut an Burnout erinnern.

Sound: 

Was soll man sagen, auch grundsolide. Der Soundtrack nervt nicht, er fällt aber auch nicht gerade besonders auf, meistens bemerkt man nicht einmal was gerade gespielt wird und achtet man einmal darauf ist es ein nettes aber nicht übermäßig tolles Gedudel. Die Motorensounds sind dagegen recht auffällig, bei den schwächeren Wagen recht nervig, weil eintönig, mit der Zeit und einem stärkeren Wagen werden sie aber zunehmend kerniger. Alles in allem ist der Sound reiner Durchschnitt und ok.

Steuerung: 

Wie schon gesagt, könnt ihr euch die Steuerung frei einstellen, allerdings eben nur für die Tasten-Elemente des DS, dessen Touchscreen hingegen bleibt gänzlich ungenutzt, was doch sehr negativ auffällt. Der Touchscreen wird während des Rennens lediglich genutzt um die Karte des aktuellen Kurses samt der Position der Gegner und des Spielers selbst anzuzeigen. Des weiteren ist ein Teil des H.U.D.’s auf dem oberen und ein Teil auf dem unteren Bildschirm. Daraus resultiert, dass man gerne mal auf die Karte oder seine Platzierung schaut und schon in einen Laster rast. Ein etwas intelligenteres Management der Anzeigen hätte man sich dann doch gewünscht Jedoch muss man zur Ehrenrettung zugeben, dass das Spiel eine sehr gelungene Driftsteuerung besitzt, welche das Herz eines jeden jeden Arcade-Liebhabers vor Freude höher schlagen lässt.

Multiplayer: 

Ein Kritikpunkt ist eindeutig der fehlende Single-Cartridge Multiplayer, es muss jeder Spieler eine Version von Asphalt: Urban GT in seinem DS stecken haben. Dann jedoch geht es ordentlich ab. Ihr könnt ein Einzelrennen fahren, Meisterschaften zusammen, bzw. gegeneinander ausfechten oder euch im Verfolgungsmodus jagen, das alles mit bis zu 3 weiteren menschlichen Gegnern neben euch selbst natürlich.

Fazit: 

Mit einer Mischung aus NfS: Underground und Burnout ist Asphalt: Urban GT wirklich einer der Überraschungshits zum Start des Nintendo DS gewesen. Sicher darf man nicht zuviel von dem Spiel erwarten, jedoch ist es ein überaus guter Platzhalter für jemanden, der gerne mal zwischendurch zu einem Rennspiel greifen möchte.

Ein Wort in eigener Sache zum Schluss:
Es sei ein großes Dankeschön an die Presse-Abteilung von Ubisoft ausgesprochen, die uns freundlicherweise ein Presse-Exemplar dieses Spieles zukommen liesen.

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ Frei einstellbare Steuerung
+ Super Lokalisation
+ Spielgeschwindigkeit
+ Tuning
+ Umfang
+ Driftsteuerung

- Keine Touchscreen-Unterstützung
- Für manche zu pixelig
- Mit der Zeit eintönige Meisterschaft
- Kein Single-Modul Multiplayer
- Ständiger Boost

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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