Beyond Good & Evil (GCN)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
ab 12
Spieleranzahl: 1
Genre: Action-Adventure

Was entsteht, wenn Michel Ancel, der Mann hinter Rayman, versucht seine Erfahrung und seinen Stil in ein Action-Adventure zu packen, dass irgendwie zwischen Gut und Böse angesiedelt sein soll? Ganz klar: Ein kunterbuntes Action-Adventure mit einer super genialen Story und viel schweinischem Humor.

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Spielinhalt: 

In Beyond Good & Evil schlüpft ihr in die Rolle von Jade, einer jungen Frau, die zusammen mit ihrem Onkel Pey`j, einem humanoiden Schwein, auf dem wundervollen Planeten Hillys in einem Leuchtturm eine Art Waisenhaus leitet. Doch schnell wird diese Idylle unterbrochen. Denn die Welt ist mit einer Alien-Rasse namens DomZ im Krieg und die ständigen Angriffe aus der Luft terrorisieren die Bevölkerung. Zum Schutz der Einwohner gibt es deshalb die Alpha-Abteilung, die jedoch ihre Aufgaben trotz ständiger Beteuerungen nicht ganz erfüllen kann, was auch Jade am eigenen Leib erfahren muss. Zu allem Überfluss kommt auch noch eine mysteriöse Untergrundorganisation ins Spiel, die sich selbst IRIS nennt und der Alpha-Abteilung dunkle Machenschaften unterstellt. Schon früh im Spiel kommt ihr in eurem Beruf als Reporterin mit IRIS in Verbindung, welche euch Unglaubliches offenbart und ihr fort an in einer Reise über ganz Hillys (und darüber hinaus) langsam hinter die ganze Wahrheit kommt

Im Gepäck finden sich anfangs nur ein Akido-Stab und eine Kamera, weitere Waffen gibt es nicht. Nur ein Handschuh, der kleine, diskoähnliche Scheiben verschießt, lässt sich im Verlauf der Geschichte finden. Allerdings verwendet ihr diesen fast nur zum Betätigen von entfernten Schaltern oder gegen kleine Gegner. Doch Beyond Good & Evil ist auch nicht hauptsächlich auf Kämpfe ausgelegt, sondern trumpft eher mit vielen Stealth- und Geschicklichkeitseinlagen auf. So besteht eine der Hauptaufgaben darin, möglichst alle Tierarten von Hillys mit der erwähnten Kamera zu fotografieren. Für jeweils zehn abgelichtete Spezies bekommt ihr von eurem Auftraggeber eine Perle, deren es auf der ganzen Welt verstreut 88 gibt und eine von zwei Währungen darstellt. Weiter habt ihr euch oftmals an patrouillieren Wachen vorbeizuschleichen oder müsst in mit Laserschranken gespickten Räumlichkeiten mit Hechtsprüngen und Rollen den Weg hindurch finden.

Um das Gameplay aufzupeppen ist man auch in Beyond Good & Evil auf den Trend-Zug gesprungen und hat viele witzige Minigames ins Hauptprogramm integriert. So müsst ihr euch an Spielen in einer Bar oder Hovercraftrennen messen. So schwingt ihr euch schon sehr früh im Spiel in den grauen Kahn, mit dem ihr zu euren Missionszielen fahrt, Schmuggler jagt oder euch auf die Suche nach neuen Tierarten und Perlen macht. Mit letzteren lässt sich euer Hovercraft immer weiter ausbauen. Leider entpuppt sich dieses interessante Feature im Endeffekt als zu linear. So werdet ihr z.B. eine bestimmte Waffe zum Zerstören eines speziellen Roboters benötigen. Hättet ihr schon genug für ein Sprung-Kit, wäre dies aber komischerweise genau so lange ausverkauft, bis ihr es wirklich braucht, um weiterzukommen. Ein richtiges Aufrüstfieber kommt so nicht auf. Das ganze Geschehen erlebt ihr dabei aus verschiedenen Perspektiven, so dass ihr alles immer gut im Blick hat, nur selten macht die Kamera faxen.

Für die nötige Spieltiefe sorgen eingestreute Rätseleinlagen, sowie ein hoher Teamaspekt über weite Teile des Abenteuers. Meist ist Jade nicht allein unterwegs, sondern wird von einem zweiten Charakter begleitet, der euch beim Meistern schwieriger Abschnitte hilft und im Kampf selbst die Keule schwingt. Die Intelligenz eurer Weggefährten ist dabei fast durchweg auf enorm hohem Niveau. Sie machen in engen Räumen selbstständig Platz und folgen euch zielsicher durch die meist linearen Levelabschnitte. Auf Knopfdruck könnt ihr ihnen zudem kontextsensitiv Befehle erteilen. So lassen sich vernichtende Teamattacken vom Stapel brechen oder im Teamwork Schalterrätsel meistern. Leider sind die meisten Rätsel gerade im Vergleich zum Genrekonkurrenten Zelda etwas einfallslos ausgefallen und fordern nur in wenigen Ausnahmen Hirnschmalz.

Damit Jade auch bei Kräften bleibt und sie nicht allzu schnell das Zeitliche segnet, lassen sich zahlreiche Power-ups finden und kaufen. So kann der Energiebalken wieder gefüllt oder gar erweitert werden, was auch für ihren Kumpel Pey'j gilt. Pey'j ist euer treuer Begleiter auf der Suche nach der Wahrheit, ohne den ihr zahlreiche Aufgaben gar nicht lösen könnt: Während Jade kämpfend den Gegnerhorden gegenübertritt, repariert Pey'j defekte Maschinen oder hilft, schwere Gegenstände aus dem Weg zu räumen - das perfekte Team eben. Im Verlauf des Abenteuers bekommt Jade auch noch von anderer Seite Unterstützung, aber zu viel soll hier nicht verraten werden.

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Grafik: 

Beyond Good & Evil ist optisch durchaus gelungen: Die verschiedenen Locations sind nett anzusehen und lebendig gestaltet. Das liegt zum einen an den vielen verschiedenen lieben und bösen Tierchen, denen ihr im Laufe des Abenteuers über den Weg lauft, zum anderen an den herumlaufenden NPCs und dem Luftverkehr innerhalb und außerhalb der Stadt. Das Charakterdesign ist in diesem Spiel absolut erstklassig. Alleine schon Jade mit ihrem zuckersüßen Gesichtszügen schließt man bereits innerhalb der ersten paar Minuten ins Herz, aber auch die anderen Figuren wie zum Beispiel das überdimensionierte Schwein namens Pey'j sind absolut liebenswert und lassen eine ganz spezielle Stilrichtung erkennen.Geschmackssache bleibt natürlich der Comicstil des Spiels, dafür waren aber keine Clipping-Fehler auszumachen.

Sound: 

Der Sound passt zum jeweiligen Geschehen und trägt wesentlich zur gelungenen Atmosphäre bei. Schade jedoch, dass die Dialoge - abgesehen von den selbst ablaufenden Zwischensequenzen - nur in Textfenstern ablaufen und nicht gesprochen werden. Jedoch ist die deutsche Sprachausgabe außerordentlich gut gelungen - sei es der italienische Akzent eures Virtuellen Gehilfen, das wohlige Grollen von Pey'j oder die sanfte Stimme Jades.

Steuerung: 

Das gesamte Inventar kann mittels Digitalpad durchblättert werden, ein Druck auf die Itemtaste setzt den Gegenstand dann ein. Ansonsten ist eigentlich nur noch eine weitere Taste nötig um situationsabhängige Aktionen wie "Benutzen" oder "Nehmen" auszulösen. Gesteuert wird Jade aus der Third Person-Perspektive. Das geht relativ leicht von der Hand und auch die Kamera macht eigentlich nur selten Probleme, so dass ihr die Übersicht nicht so schnell verlieren solltet. Bei Bedarf könnt ihr die Sicht auch manuell zentrieren, was ab und an besonders in engen Gängen nützlich sein kann. Die hübsche Heldin wurde ordentlich animiert und meistert Sprungpassagen über klaffende Abgründe löblicherweise selbstständig.

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Fazit: 

Angefangen bei den spannenden Rätseln über die hervorragenden Zwischensequenzen bis hin zur erstklassigen Grafik. Es gibt eigentlich nichts was man an diesem Meisterwerk bemängeln könnte,denn Beyond Good & Evil ist ein Action-Adventure Highlight. Die spannende Geschichte und die hervorragende Inszenierung verweist viele Genrekollegen auf die hinteren Plätze und begeistert den Spieler bis zum Schluss. Jeder unter Euch, der sich auch nur im entferntesten für Action-Adventures interessiert, kommt um dieses Spiel nicht herum. Die Grafik ist stilvoll wie bei The Legend of Zelda, Atmosphäre, Musik und Sound sind packend, und das Gameplay ist gänzlich eigenständig und jedes kleine Spiel-Rädchen greift nahtlos in seine benachbarten über. Hier sollte jeder GameCube Spieler zugreifen.


Pro & Contra

+ wunderschönes Design
+ liebenswürdige Charaktere

- nicht alles synchronisiert

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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