Big Bang Mini (DS)

Spieleinfos
 Boxart (US)
Entwickler: Arkedo Studio
Publisher: SouthPeak Interactive
Releasedatum: 24/04/2009
ab 6
Spieleranzahl: 1-2
Genre: Action

Für ein gutes Geschichklichkeitsspiel braucht man nur eine gute Idee: Die hatte das Arkedo Studio mit „Big Bang Mini“, einer Mischung aus „Space Invaders Extreme“ und „Geometry Wars“. Ob man es wirklich krachen lässt oder der ganz große Knall ausbleibt, erfahrt ihr in unserem Review.

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Spielinhalt: 

Ein neuer psychedelischer Shooter im 2-D-Stil ist „Big Bang Mini“ und knüpft damit an einen Trend an, der mit „Geometry Wars“ begann, diversen downloadbaren Arcade-Spielen auf den gängigen Konsolen fortgesetzt wurde und mit „Space Invaders Extreme“ im vergangenen Jahr auf dem Nintendo DS einen qualitativen Höhepunkt fand. „Big Bang Mini“ kombiniert viele Ideen aus vergangenen Games und ist als Endprodukt – dies kann man schon zu Beginn dieses Tests sagen – großartig gelungen.

Zum Start erwartet den Spieler zunächst das Training, durch dessen Absolvierung die eigentlichen Spielmodi erst freigeschaltet werden. Hier wird das grundsätzliche, sehr einfache Spielprinzip erklärt: Im unteren Touch-Bildschirm befindet sich der eigene Spielball, der durch Drücken und Schieben auf dem Bildschirm in alle Richtungen bewegt werden kann. Dieser Ball darf nicht zerstört werden. Im oberen Bildschirm tauchen die Gegner auf, die in typischer Shooter-Manier natürlich früher oder später ihre Waffen auf die eigene Spielfigur feuern. Wie bekommt man die Feindeshorden aber kaputt? Ganz einfach: Mit der „Zeichnung“ eines Striches nach oben auf dem Touch-Bildschirm wird eine eigene Kanone in den Gegnerbildschirm gefeuert.

Im Training wird dieses Manöver mit dem Anzünden eines Streichholzes verglichen, das man ja auch an der Schachtel schnell nach oben ziehen muss. Doch Achtung: Verfehlt die eigene Kanone einen Gegner, explodiert sie selbst am Bildschirmrand und zerspringt in viele Einzelteile, die auch die Spielfigur wiederum zerstören können. Gutes Zielen ist also Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung des Spieles. Jeder zerstörte Gegner lässt einen Stern in den unteren Bildschirm fallen, der vom Spielball aufgefangen werden muss – so füllt sich eine Leiste. Der Level ist erfolgreich beendet, wenn diese Leiste komplett gefüllt ist.

Das gesamte Spiel ist also eine grundsätzliche Kombination aus dem zielgenauen Abfeuern der eigenen Kanonen und dem erfolgreichen Ausweichen des eigenen Spielballes vor den Gegnergeschützen und den explodierenden eigenen Waffen. Im Spielverlauf lernt man das abwechslungsreiche Spielprinzip intuitiv, sodass nach einigen Levels die Touchpen-Bewegung des Schießens und Ausweichens in Sekundenschnelle geschieht. Dies ist aber auch bitter nötig, denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels zieht sehr schnell an.

Im Haupt-Spielmodus „Arcade“ befinden sich neun Welten mit je zehn Levels. Der letzte Level jeder Welt hält einen Boss bereit, der mit verschiedenen Waffen aufwartet und oft pfeilschnelle, hundertfache Kanonensalven in bester 2-D-Shooter-Tradition abfeuert. In den gewöhnlichen Levels  gibt es, ähnlich „Space Invaders“, mehrere Angriffswellen, in denen die Gegner zerstört und ihre „Sterne“ aufgesammelt werden müssen. Ist die Sternenleiste voll, sind also genug Feinde zerstört worden, gibt es nach jedem Level noch ein Bonus-Spiel: Hier müssen mehrere Punkte miteinander verbunden werden, sodass am Ende ein Bild entsteht.

Großer Pluspunkt des Spiels ist dessen Abwechslungsreichtum: Jede der neun Welten hat ihr völlig eigenes Design, inklusive komplett neuer Gegner und Sounds. Mit jeder Welt wird es schwieriger, aber mit jeder neuen Stufe gibt es auch neue Skills: In späteren Levels kann man beispielsweise eine halbautomatische Zielsteuerung einschalten, die die eigenen Schüsse ein wenig zum nächsten Gegner lenkt. Oder es kann für kurze Zeit eine horizontale Barriere errichtet werden, die alle gegnerischen Waffen abblockt. Aber auch die Feinde werden immer besser: Manche dringen sogar in den unteren Bildschirm vor, sodass ihnen selbst ausgewichen werden muss. Andere haben ebenfalls zielgesteuerte Waffen, die nächsten sind riesig und nur mit dutzenden von Schüssen zu besiegen.

Abwechslungsreichtum gibt es wirklich überall: Wenn man im Dschungel-Level auf überdimensionierte Spinnen trifft, geht es der Welt „Luxor“ zu einem sehr abstrakten Schauplatz, der stark an „Space Invaders“ erinnert. Weiterhin führt das Spiel noch ins Eis, nach New York, Rio und Paris, in die Savanne und nach Hong Kong. Der große Abwechslungsreichtum jeder Welt motiviert den Spieler, immer weiterzumachen, denn die neue Welt ist erst betretbar, wenn alle Levels der vorhergehenden gelöst worden sind.

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Grafik: 

Grafisch ist dieser Titel eine künstlerische Meisterleistung. Wenn der Bildschirm von dutzenden, in allen Farben leuchtenden Kanonen, detailreich gestalteten Gegnermassen und schönen Neon-Hintergründen sprüht, vergisst man manchmal vor lauter Begeisterung seine eigene Spielfigur, die beim kleinsten Missgeschick getroffen wird. Die einen Welten sind grafisch besser gelungen, die anderen weniger gut, aber insgesamt hat der Entwickler für die Grafik ein großes Lob verdient.

Sound: 

Musikalisch ist der Titel bei den meisten Stücken eingängig. Jede der neun Stages hat ihre eigene, charakteristische Musik, die sich gut in das vorgegebene Thema einfügt. Soundtechnisch werden die grafischen Bildschirmfeuerwerke toll unterstützt. Auch hier wurde gute Arbeit geleistet.

Steuerung: 

Grundsätzlich ist die Steuerung für diesen Titel gut gelungen. Leider erwischt man sich zwischendurch immer wieder beim Fluchen über die vermeintliche Ungenauigkeit des eigenen Schusses, doch diese ist meist weniger auf eine schlechte Steuerung, sondern eher auf hektisches und ungenaues Zielen von sich selbst zurückzuführen. Letztendlich hätte es hier aber ein wenig präziser sein können. Die Steuerung des Spielballes funktioniert allerdings immer tadellos.

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Multiplayer: 

Im VS-Mode können zwei Spieler gegeneinander antreten. Es wird nur ein Spielmodul benötigt. Wie immer gibt es allerdings nur begrenzte Möglichkeiten: Es stehen drei Spielstufen zur Verfügung und es kann ausgewählt werden, welche Punktzahl für den Sieg benötigt wird – wer diese zuerst erreicht, gewinnt das VS-Spiel. Per Wi-Fi-Connection misst man sich per Rangliste mit Spielern aus aller Welt.

Fazit: 

„Big Bang Mini“ ist fantastische Unterhaltung für zwischendurch. Das Spiel bietet natürlich keinen Tiefgang, kann dafür aber als Geschicklichkeits- und Shootergame vollends überzeugen. Selbst wenn nur fünf Minuten Zeit sind, wird man den DS anschmeißen, um das nächste Level zu schaffen, denn motivierend ist „Big Bang Mini“ auf jeden Fall. Ein wenig knapp sind die Multiplayer-Modi ausgefallen – hier hätte es sicherlich den größten Verbesserungsspielraum gegeben, weil sich das Spielprinzip für mehrere Spieler ja geradezu anbietet. Für einen möglichen Nachfolger wäre es sicherlich auch nett, eine kleine Story um den Hauptmodus herum zu bauen, die in die verschiedenen Welten führt. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die minimal unpräzise Steuerung bei Schüssen. Letztlich sollten diese Punkte aber niemanden davon abhalten, dieses großartige Spiel zu kaufen, denn wer auch nur ansatzweise auf klassische 2-D-Shooter, Geschicklichkeitsspiele oder Retro-Games wie „Space Invaders“ steht, der wird mit „Big Bang Mini“ große Freude haben, die bei ganzen 90 Levels und dem unglaublichen Abwechslungsreichtum lange anhalten wird. Und das Beste: Das Spiel ist gerade mal für einen vergünstigten Preis von 30 Euro zu haben.

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ geniales Spielkonzept

+ hoher Abwechslungsreichtum

+ farbenfrohe Grafik

+ großer Umfang

- kleiner Multiplayer-Modus

- keine Story

Wertung

Grafik:

Wunderschöne Grafik, die manchmal vom Spielen ablenkt.
Sound:

Eingängige Stücke, die immer zum jeweiligen Thema der Welt passen.
Multiplayer:

Hätte umfangreicher sein können.
Spielspass:
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