Bleach: The Blade of Fate (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Sega
Publisher: Sega
ab 12
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Beat'em Up

Auch auf dem DS werden nun die Klingen gewetzt: In Bleach: The Blade of Fate treffen sich 28 Charaktere aus gleichnamigem Anime-Spektakel, welches mit bereits 163 Folgen eine solide Story-Basis hat, um sich gegenseitig den Garaus zu machen. Wie gut das Gameplay herübergebracht wird und ob bzw. wie genau sich das Spiel an die Serie hält, testen wir im Folgenden.

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Spielinhalt: 

Schnurstracks den Story-Mode gewählt, beginnt man mit der Geschichte aus Ichigo Kurosakis Sicht, der Hauptperson von Bleach. Der orangehaarige Jugendliche, der zunächst die Fähigkeit hat, mit Geistern zu kommunizieren, wird eines Tages mit der, wegen eines Auftrags die Welt der Sterblichen besuchende, Shinigami (Todesgott) Rukia konfrontiert, die ihm nach einigen dramatischen Situationen ihre Kräfte überträgt. Ichigo scheint unglaublich gewandt und hat viel Gewalt über jene Energie. Jedoch ereignet es sich, dass Rukia von höherrangigen Shinigamis ihrer Welt zurückgeholt wird und, scheinbar weil sie einem Sterblichen ihre Kräfte übertrug, zum Tode verurteilt. Ichigo, der Rukia durch ihre Kräfte sein Leben verlangt, sammelt einige Freunde, die den Shinigami ähnliche Kräfte haben um sich, und findet einen Weg in die Welt der Todesgötter zu gelangen. Hier steigt man ins Spielgeschehen ein, die erste Mission besteht darin, wie bereits erwähnt aus der Sicht Ichigos spielend, Rukia aus den Klauen der Todesgötter-Kommandanten zu retten.

Nach und nach entstehen immer mehr Handlungsstränge, und mehr Missionen werden freigeschaltet, die einen mit neuen Charakteren spielen lassen, um die Geschichte mit ihren Augen zu betrachten. Häufig entspricht diese Geschichte nicht jener des Animes, es kommt zu Begegnungen die eher schwammig erklärt werden. Zum Beispiel wird unter anderem ein Turnier unter den Bewohnern der Seireitei, der Shinigami-Festung, aufgeführt, bei welcher man mit der eher weniger starken Vizekommandantin Hinamori mehrere Kommandanten in die Knie zwingt. Jedoch erfüllt das Erzählen der Geschichte die hohen Anforderungen, denn jedweder Strang bis etwa Folge 65 des Animes wird relativ originalgetreu geschildert.

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Grafik: 

Obwohl die von Blade of Fate genutzte Grafik, lange nicht dem hohen Standard des Nintendo DS entspricht, sind viele Spezialattacke, so zum Beispiel sämtliche Bankais, wunderbar umgesetzt worden, und es macht am Anfang Spass einfach nur alle Spezialattacken auszuprobieren um den Effekt zu betrachten. Am Charakterdesign kann sowieso nichts ausgesetzt werden, da sich das Spiel komplett an die Serie hält. Ausserdem gibt es viele Umgebungen, die man wieder entdecken kann, und die wirklich wunderbar umgesetzt wurden. Die Zwischensequenzen werden, ebenfalls nicht mehr ganz zeitgemäß, mit Bildern abgespielt, die aber zugegeben wirklich nett anzusehen sind. Insgesamt eine solide, aber etwas verstaubte Präsentation des Spieles.

Sound: 

Schon nach dem Einschieben des Spiels, schalmeit dem bekennenden Bleach-Fan das aus der Serie bekannte Lied „Ichirin no Hana“ der Band High and Mighty Color entgegen, was unweigerlich zum Aufflammen der Bleach-Stimmung führt; auch sonst werden Kämpfe, Zwischensequenzen und einzelne Bildschirme sehr schön untermalt. Es entsteht eine wirklich angenehme und passende Atmosphäre mit den verwendeten Background-Liedern.

Steuerung: 

Ganz traditionell, so meint man anfangs, wird in einer 2-dimensionalen Ebene gekämpft, der Touchscreen wird für Specials und das Geisterkarten-Deck (Beides wird später noch näher ausgeführt) genutzt, der obere Screen zeigt die Umgebung und die kämpfenden. Nach einigem Ausprobieren und/oder Anweisungen des Spiels, findet man aber heraus, dass die Ebene in mehrer Bahnen unterteilt ist, auf die gewechselt werden kann, um Zeit zu gewinnen oder ähnliches. Dies gibt das Gefühl der Dreidimensionalität und von mehr Freiraum. Bevor man noch richtig in die Spielewelt der Zanpakutos und Shinigamis hinabtaucht, wird dem Spieler kurz das nötige Grundwissen, in einer in die Storyline eingebetteten Tutorialform mitgegeben. Hier lernt man unter anderem, das man nicht unbedingt diverse Tastenkombinationen drücken muss um eine spezielle Attacke auszuführen, es reicht nämlich auch ein Druck auf einen, der betreffenden Spezialattacke zugehörigen, Button auf dem Touchscreen. Dieser Mechanismus wirft die Frage auf, wieso es dann erstens überhaupt die Möglichkeit gibt, den Charakter mit den herkömmlichen Tasten zu bedienen, und zweitens wieso es dem Spieler so leicht gemacht wird bzw. wo eine entsprechende Lernkurve bleibt, wenn er starr einer vierteiligen Tastenkombination, nur einmal kurz auf den Bildschirm tippt. Hierzu aber später noch mehr.

Gut aufeinander abgestimmt sind die Attacken der Charaktere, so dass es sicherlich möglich ist, die ein oder andere Taktik zu ersinnen, mit dem man leichteres Spiel, bei einem besonders kniffligen Gegner hat. Mit Hilfe von Geisterkarten ist es ausserdem möglich, einen speziellen Effekt zu erzielen; zum Beispiel kann man seinen spirituellen Druck, der nötig ist besonders heftige Attacken auszuführen, drastisch erhöhen, wenn man eine dieser Karten einsetzt. Nach und nach lassen sich viele Karten freischalten und im Deckbau-Modus zu einem Deck zusammenbauen, mit welchem interessante Combos zusammengestellt werden können, die natürlich auf den Stil des entsprechenden Charakters abgepasst werden sollten. Hat man den Storymode vollends durchgespielt, das heisst, alle Missionen freigespielt, winken noch einige andere Modi, wie der Survival-Mode, oder der Zeit-Modus.

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Multiplayer: 

Leider ist der Storymode sehr schnell durchgespielt, gleichzeitig aber nicht wirklich zu kurz, da die Kämpfe gegen den harmlosen Computer schnell langweilen. Deswegen ist es sehr angenehm, dass das Spiel die Wifi-Connection nutzt und es möglich ist, sich mit Spielern weltweit zu messen. Der Multiplayer macht wirklich irrsinnigen Spass, da man nun in gewissem Maße die Möglichkeit bekommt, neue Taktiken und Routinen zu konzipieren und sich auf einen Charakte zu spezialisieren, um diesen dann gegen echte Spieler zu erproben. Jedoch kristallisiert sich schnell heraus, dass viele Spieler immer nur einen bestimmten Charakter nutzen, was an sich nicht so schlimm wäre, wenn man sich bei jedem Charakter mühen müsste ihn zu beherrschen bzw. seine Attacken zu erlernen. Dies wird aber durch die simple Bedienung und das einfache Anwählen der Spezialattacken zunichte gemacht, und nicht der Spieler, der am meisten geübt hat, oder die Tastenkombinationen am besten kennt, triumphiert am Ende, sondern der, der den stärksten Charakter mit den besten Attacken hat. Dies ist das größte Manko des Spieles, aber auch eines der wenigen.

Fazit: 

Obwohl Bleach:The Blade of Fate „nur“ ein Beat-'em-Up Game ist, eignet es sich keineswegs nur zur Kurzweil. Sicherlich fesselt das Spiel nicht nur Bleach-Fans lange Zeit an den Nintendo DS, da es mit Rasanz, Taktik und typischem Anime-Charme besticht. Sofort findet man sich in die Steuerung ein, das gesamte Spiel ist schön unkompliziert aufgebaut, und doch variiert der Schwierigkeitsgrad; besonders bei den später freispielbaren Modi kann man durchaus ins Schwitzen geraten. Jedoch entfaltet das Spiel erst im Multiplayer oder mit Freunden seine ganze Wirkung, da man erst dann sein ganzes Arsenal an Geisterkarten usw. genau auf den Feind abstimmen kann. Nur sollte man sich dann besonders vor einigen gewissen Charakteren in Acht nehmen.

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


Pro & Contra

+ Tolle Special-Moves
+ Viele spielbare Charaktere
+ Geisterkarten

- Zum Teil veraltete Grafik
- Schlechte Lernkurve
- Unausbalancierte Charaktere

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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