Boom Blox: Smash Party (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: EA Casual Studios
Publisher: Electronic Arts
Releasedatum: 28/05/2009
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Puzzle

„Boom Blox“ ist das erste Produkt, das aus der Zusammenarbeit zwischen dem Publisher EA und dem Regisseur Steven Spielberg entstanden ist. Das erste Spiel aus der Reihe muss sich im Jahr 2008 wohl gut verkauft haben, denn schon ein paar Monate später steht der Nachfolger in den Läden. Ob „Boom Blox Smash Party“ wirklich partytauglich ist, erfahrt ihr in unserem Review.

boom-blox-smash-party-10-06-09-(1).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(10).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(11).jpg
Spielinhalt: 

Worum geht es in „Boom Blox Smash Party“? Zunächst einmal wird das Spielprinzip nicht neu erfunden; es geht immer noch darum, Punkte durch Abschießen von Blöcken oder Edelsteinen zu machen. Es gibt einen Solo-Modus, einen Wettstreit, in dem man gegeneinander antritt sowie ein Koop-Spiel, in welchem zusammen Jagd auf Punkte gemacht werden muss. Für diejenigen, die das Originalspiel nicht kennen, hier kurz eine Zusammenfassung des Konzepts: In jedem Level wird eine Art Turm oder Bauwerk (Stichwort Jenga) aus vielen verschiedenen Klötzchen dargestellt. Grundsätzlich enthalten die Gebäude bestimmte Blöcke aus Edelsteinen, die der Spieler auf die Erde befördern muss, was also meist darin endet, am besten gleich den ganzen Turm zu zerstören. Um dies zu tun, muss der Spieler per Wiimote Bälle auf die Gebäude werfen – die realistische Physikengine bewirkt, dass auch alles so fällt, wie man es aus dem realen Leben erwarten würde. Das Schleudern des Balles geschieht durch das Anvisieren auf den Treffpunkt und die anschließende Bewegung der Wiimote, als wenn man einen Ball werfen würde oder eine Angel auswirft. Je fester man die Wiimote bewegt, desto härter wird auch der Wurf. Das Ziel, die Edelsteine auf den Boden zu befördern, kann auf unterschiedlichste Weise geschehen: Zunächst darf man natürlich wahllos auf die Blöcke ballern, damit irgendetwas umkippt. Aber Varianten helfen zu eleganteren Lösungen: Grüne Chemikalienblöcke lösen eine Explosion aus, wenn sie sich gegenseitig berühren; lila Blöcke verschwinden komplett, wenn man auf sie wirft und Bombenblöcke explodieren ebenfalls, wenn man eine Bombe zum Werfen zur Verfügung hat. Die neuen Virusblöcke infizieren andere Klötze in der Umgebung, die dann verschwinden.

Je weniger Würfe der Spieler benötigt, um den Level zu schaffen, desto besser wird er eingestuft: Wie im Vorgänger gibt es die Unterteilung in Bronze, Silber und Gold. Ein Kritikpunkt von „Smash Party“ ist hier schon ausgemacht, denn ähnlich des Originalspiels aus dem Jahr 2008 schafft man es fast immer ohne Mühe, den Bronzerang zu erreichen und damit den Level theoretisch abzuschließen. Gold zu gewinnen ist zwar meist schwer, allerdings nie eine Aufgabe, die man auf sich nehmen braucht und will, da man Bronze ja sowieso geschafft hat. So stellt sie im Singleplayer-Modus nie eine richtige Motivation und Herausforderung ein, den Level noch einmal zu spielen, um Gold zu erreichen. Dies führt letztendlich dazu, dass das komplette Spiel im Solo-Modus relativ leicht zu schaffen ist; ein Sucht-Faktor, der bei vielen Geschicklichkeitsspielen den Reiz ausmacht, ist hier nur latent vorhanden.

All diese Punkte konnten aber schon am Vorgänger bemängelt werden, weshalb es nun an der Zeit ist, einen Vergleich zwischen dem letztjährigen und dem diesjährigen „Boom Blox“ zu ziehen. Und hier schneidet der Nachfolger deutlich besser ab: Die Grafik wurde verbessert; besonders die Hintergründe der Levels sind nun viel abwechslungsreicher und dynamischer. Der Singleplayer-Modus wurde so gestaltet, dass erneut ein Entdeckungs-Spiel wie im Vorgänger sowie diesmal vier weitere Stufen enthalten sind: Der Spieler begibt sich in der Welt „Showtime“ auf die große Bühne, taucht bei „Piraten“ in die Tiefen des Meeres, fliegt im „Weltraum“ ins All und spielt im „Heldentum“ den großen Zerstörer. Im Solospiel ist insgesamt mehr Abwechslung als im Vorgänger geboten, um den Motivationsfaktor immerhin ein wenig nach oben zu schrauben. So haben sich die Entwickler viele innovative Modi ausgedacht, um den Spieler bei Laune zu halten – dies ist bei mehr als 400 Levels auch bitter nötig. Leider ist der Story-Modus, der im Original noch vorhanden war, weggefallen. Doch insgesamt sind viele neue Puzzle-Ideen dazugekommen, die „Smash Party“ auch im Singleplayer wirklich zu einem ordentlichen Zeitvertreib machen.

Großartig ist das Feature „Erstellen & Herunterladen“. Hier kann der experimentierfreudige Spieler komplett neue Levels oder Varianten aus Vorlagen erstellen und auf den EA-Server hochladen, sodass man seine eigenen Kreationen weltweit verfügbar machen kann. Zum Testzeitpunkt waren auch schon zahlreiche neue Levels, teils sogar von den offiziellen Entwicklern selber, vorhanden. Der Spielspaß – sollte man irgendwann an den über 400 Levels wirklich keine Lust mehr haben – geht also wirklich nicht schnell aus. Will man also ein neues Online-Level zocken, loggt man sich einfach über das Spiel auf den EA-Servern (ohne Account) ein und wählt zwischen Single- und Multiplayer-Levels, die noch einmal unterteilt sind in die neuesten, besten und am meisten gespielten. Die Bezeichnung „Herunterladen“ ist hier irrtümlich, denn der jeweils angewählte Level wird direkt online gespielt und nicht zuvor heruntergeladen.

 

boom-blox-smash-party-10-06-09-(12).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(13).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(14).jpg
Grafik: 

Grafisch ist das Spiel Wii-typisch nicht gerade herausragend, aber immerhin passend zu einem Partyspiel kunterbunt und farbenfroh gestaltet. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Grafik, besonders im Hintergrund, deutlich verbessert. Auch die Menüs – zuvor langweilig und uninspiriert – sind stark aufgewertet worden; insgesamt ist die Präsentation des Spiels in allen Belangen besser als beim „Boom Blox“ aus 2008.

Sound: 

Auch musikalisch wurde der Titel aufgewertet. Die unterschiedlichen Settings – Piraten, Weltraum, Show etc. – werden allesamt von ansprechender und passender Hintergrundmusik untermalt und fügen sich so hervorragend in das Gesamtkonzept ein. Der Sound wurde beibehalten, sodass es akustisch wieder richtig kracht, wenn die Bomben explodieren und anschließend hunderte von Klötzen in die Luft geschleudert werden und anschließend auf den Boden wie Regen herunterprasseln.

Steuerung: 

„Boom Blox“ ist nur auf der Wii möglich. Warum? Weil man wirklich wirft. Aber Achtung: Hier ist die Handgelenksschlaufe der Wiimote tatsächlich erforderlich, denn sonst könnte die Fernbedienung schnell im eigenen Fernseher landen – so, wie man es sonst nur aus diversen Youtube-Videos kennt. Die Steuerung hat sich also im Vergleich zu „Boom Blox“ nicht verändert und dies ist auch gut so, denn sie bleibt so einfach wie möglich: Mit dem A-Knopf wird der Punkt, den man treffen will, mittels Fadenkreuz auf dem Bildschirm anvisiert. Danach hebt man die Wiimote bei gehaltener A-Taste hinter die Schulter und vollführt eine Wurfbewegung. Sobald man A loslässt, wird der Ball geschleudert. Ein einfaches, aber geniales Steuerungskonzept. Mit der B-Taste kann man seine Ansicht drehen, um den besten Wurfwinkel zu erreichen.

boom-blox-smash-party-10-06-09-(15).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(16).jpg
boom-blox-smash-party-10-06-09-(17).jpg
Multiplayer: 

Hier spielt „Boom Blox Smash Party“ seine große Stärke aus. Im Singleplayer ist das Spiel zwar ganz nett und für den Zeitvertreib zwischendurch gut geeignet, aber im Mehrspieler-Modus macht die kollektive Zerstörung richtig Spaß. Zwei Varianten bieten sich hier an: Im Wettstreit kämpft jeder gegen jeden – bis zu vier Spieler können teilnehmen; nur eine Wiimote wird benötigt, weil ja nacheinander geworfen wird. Das Turnier besteht aus mehreren Levels, in denen derjenige mit den meisten Punkten gewinnt. Nach jedem Level werden die Punkte aufaddiert, sodass Spieler, die am Anfang des Turniers noch hinten lagen, sich durch gute Resultate in den letzten Levels noch ganz nach vorne spielen können. Abwechslung wird hier jedenfalls geboten: Mal müssen die eigenen Steine alle auf den Boden befördert werden, ohne dass die Steine des Gegners getroffen werden, weil dieser sonst Punkte bekommt; mal streitet man sich um den großen Punkteblock, der versteckt in der Mitte eines Klötzchenturms liegt; mal muss man in bester Tisch-Eishockey-Manier die gegnerischen Blöcke aus dem Spielfeld befördern. Im Wettstreit ist wunderbare Unterhaltung geboten – besser hätte man den Multiplayer nicht entwickeln können. Zuletzt gibt es noch den Koop-Modus, in dem man zu zweit die Levels meistern muss. Hier werden allerdings zwei Fernbedienungen benötigt, weil gleichzeitig agiert werden muss. Auch dieser Ansatz bietet viele Stunden Spielspaß.

Fazit: 

„Boom Blox Smash Party“ ist Fun pur. Besonders der Multiplayer-Modus macht eine riesige Menge Spaß und lässt einen Abend mit Freunden garantiert lustig werden. Aber auch im Singleplayer macht der Titel diesmal eine gute Figur; zwar gibt es hier weder eine anspruchsvolle Story noch Tiefgang oder Herausforderungen, aber immerhin genug Abwechslung, um das Spiel zwischendurch anzuschmeißen und eine Runde zu zocken. Gegenüber dem Vorgänger wurden zahlreiche Dinge verbessert und die neue Online-Anbindung, die das schnelle Spielen neuer und von Fans kreierter Levels erlaubt, potenziert den Spielspaß und die Levelauswahl quasi ins Unendliche, solange die ohnehin schon bombastisch vielen Levels, die im Spiel enthalten sind, nicht ausreichen. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn der Multiplayer auch Online-Anbindung gehabt hätte. Sich übers Netz gegen andere „Boom Blox“-Veteranen zu duellieren, hätte sicher seinen Reiz gehabt. Auch einen interessanter Storymodus im Singleplayer oder grundsätzlich ein herausfordernderes Konzept wären schön gewesen, allerdings lässt sich dies wohl nicht damit vereinbaren, dass solche Spiele auch für Casual-Gamer geeignet sein müssen. Diese leichten Kritikpunkte sollten letztlich aber keinen davon abhalten, sich „Boom Blox Smash Party“ bei Interesse zu kaufen, denn es ist ein wirklich gutes Spiel. Das Beste: Der günstige Preis von 30 bis 40 Euro, der einfach unschlagbar ist.


Pro & Contra

+ geniales Spielkonzept

+ intuitive Steuerung

+ riesiger Fun im Multiplayer

+ großer Umfang

- kein Storymodus

- nicht herausfordernd

- kein Online-Multiplayer

Wertung

Grafik:

Zweckmäßig, kunterbunt und für Wii-Verhältnisse in Ordnung.
Sound:

Eingängie Melodien und gute Soundeffekte.
Multiplayer:

Mit diesem Spiel wird kein Abend langweilig!
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

Teilen heißt unterstützen:

Kommentare

Na dann werd ich das mal ausprobieren. Bin sowieso gerade am Suchen von neuen Multiplayer-Spielen. Danke für das Review.
Noch weitere Vorschläge für tolle Mehrspieler-Games?


P.S. 888ster Beitrag! *ein Fass Bier aufmach und Kekse in die Mitte stell*
Passt zwar nicht zusammen, aber beschwert euch nicht, ist schließlich gratis!

The Conduit XD (aber nur online )
Boom Blox 1 (ist seehr günstig zu finden)
WiiSport Resorts dürfte auch wieder was feines für Freunde und Bekannte werden ^^

The Conduit ist wohl nicht so ganz das, was ich mir unter ner Party mit Freunden vorgestellt habe
Wii Sports Resort ist sicherlich ein tolles Spiel für Wii-Abende, allerdings ist es mir zum Anfang noch zu teuer. Und damit meine ich nicht das Spiel an sich, sondern die ganzen Motion-Addons. Außer es lässt sich auch mit einer Wiimote spielen... aber selbst dann ist es wohl nicht so ganz das richtige für nen lustigen Abend.