Call of Duty 2: Big Red One (GCN)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Treyarch
Publisher: Activision
ab 18
Spieleranzahl: 1
Genre: Ego-Shooter

Wie bereits beim ersten Teil der Serie wurde für die aktuelle Konsolen-Generation wieder eine eigene Fassung des Shooters, welche u.a. für die Controller-Steuerung angepasst wurde, pro- grammiert. Ob diese genauso gelungen ist wie die originale PC-Fassung verraten wir euch hier.

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Spielinhalt: 

Die größte Änderung direkt zu Beginn: Ihr werden nicht wie in der PC-Version in die Haut von Pvt. Martin aus der U.S. 101st Airborne Division gesteckt, der Einsätze unter anderem an der Ostfront durchlebt. Der jüngste Spross für die aktuellen Konsolen greift eine ganz andere Handlung auf und erzählt die Geschichte der US-Army-Truppe Big Red One, welche die erste Infanterie-Division der Allierten war, die Bodeneinsätze gegen die Wehrmacht durchführte, auch Fighting First genannt. Diese Gruppe kennzeichnet sich durch eine große, rote Eins auf der linken Schulter.

Die erste Mission setzt 1945 in Frankreich an, um genau zu sein in Maubeuge, welches östlich von Ohama Beach liegt. Manche von euch werden sich jetzt bestimmt denken, dass diese Thematik schon viel zu oft in Weltkriegs-Shootern abgewickelt wurde, doch der Handlungsbogen wird geschickt erzählt, denn nach einem schweren Treffer im Prolog versetzt euch das Spiel zwei Jahre in die Vergangenheit. Deshalb könnt ihr beruhigt aufatmen, denn direkt eine Mission nach dem Prolog geht es ab nach Afrika, wo ihr unter anderem mit euren Kameraden dem Wehrmacht-Wüstenfuchs einheizt. Später durchlebt ihr die Landung am Strand von Sizilien, um danach den Rest von Italien einzunehmen.

Doch bevor es soweit kommt, müsst ihr euch erst einmal gegen die intelligente K.I. zur Wehr setzen. Diese trägt durch ihre Handlungsweise ungemein zur dichten Atmosphäre des Spieles bei. So werfen die feindlichen Einheiten schonmal Tische um, damit sie dahinter in Deckung gehen können. Solltet ihr euch verschanzen und in Sicherheit wägen, kann es zudem passieren, dass plötzlich eine Granate neben euch liegt...

So schlagt ihr euch durch die abwechslungsreichen Missionen, bei denen ihr auch mal mit einem Panzer herumfahren dürft, um mit dessen Kanone alles in Schutt und Asche zu zerlegen. Auch an Board eines B24-Bombers nehmt ihr Platz und müsst mittels der eingebauten Geschützen die Sicherheit eurer Maschiene gewähren, bis ihr über dem Zielpunkt seid, damit ihr dort eure Bomben auf die Ölraffinerie des Gegners abwerfen könnt.

Damit die Missionen nicht langweilig werden, erhaltet ihr innerhalb der Einsätze immer wieder aktualisierte Ziele, die ihr erfüllen müsst. So kommt es vor, dass ihr einem verwundeten Kameraden einen Sanitäter besorgen müsst, dieser aber auf dem Weg dahin tödlich getroffen wird, weshalb ihr eurem Kumpel nun den Verband selbst anlegen müsst. Oder ihr bewundert eine der wundervoll in Szene gesetzten, gescripteten Sequenzen, bei denen in eurer Nähe schonmal Flugzeuge abstürzen.

Die Levels sind linear gestaltet und es gibt immer einen vorgeschriebenen Weg zum nächsten Missionsziel. Die Levels werden dabei meist von Bergen, Büschen und Trümmern begrenzt, an denen man sich gerade am Anfang gerne verkantet. Falls ihr mal bei einem der längeren Einsätze euren virtuellen Bildschirmtot miterleben müsst, braucht ihr nicht zu verzweifeln. Zwar könnt ihr während den Missionen nicht jederzeit speichern, dafür werden immer wieder fair gesetzte Checkpoints aktiviert, an denen ihr einen neuen Versuch starten könnt. Oder ihr beugt eurem Exodus vor, indem ihr eines der großzügig verteilten Medikits aufsammelt, soll heissen, dass eure Spielfigur nicht wieder von selbst Gesund wird, wie es in der PC-Version der Fall ist.

Wenn ihr in den höheren Schwierigkeitsgraden bei den einzelnen Missionen erfolgreich gewesen seid, erhaltet ihr nach Abschluss eine Belohnung, welche sich in Filmchen oder einer Gallerie der Schusswaffen und Fahrzeuge wiederspiegelt, die zudem mit interesanten Informationen versehen sind. Jedoch ist der Titel bereits auf dem mittleren der drei wählbaren Schwierigkeitsgraden stellenweise recht happig zu bewältigen.

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Grafik: 

Die Texturen eurer Umgebung wirken in manchen Abschnitten etwas verwaschen, zudem muss man im Eifer des Gefechtes mit einer Horde Gegnern den ein oder anderen Slowdown hinnehmen. Einige andere Effekte sind dagegen sehr gut gelungen. So bestaunt ihr fast schon real wirkende Rauch- und Nebelschwarden, wenn vor euch eine Bombe hochgeht.

Auch die Lichteffekte wissen zu gefallen, bei denen an bestimmten Stellen sogar der Eindruck eines High Dynamic Range Renderings entsteht, wie es momentan bei aktuellen PC-Titeln gerne verwendet wird. Die Animationen der einzelnen Charaktere sind den Designern ebenfalls realistisch gelungen. Jede Person bewegt sich auf seine eigene Art und Weise durch die Schlacht, egal ob im Laufschritt oder in geduckter Haltung.

Sound: 

Für die Synchronisation des Titels ist ein besonderes Lob auszusprechen. Bei den Gesprächen zwischen den Soldaten, die immer wieder von ihrem bisherigen Alltag erzählen, fühlt ihr euch wirklich wie einer von ihnen, da die Sprecher sehr motiviert klingen. In den Menüs des Titels werdet ihr von passenden Klassik-Stücken begleitet, auch während der Levels werden immer wieder Sound-Samples eingestreut, die euch motivieren, weiterzukommen.

Zudem hat man sich sehr viel Mühe gegeben, das gesamte Waffen-Arsenal originalgetreu klingen zu lassen. Die ganzen Kriegsgeräusche, die man im Hintergrund der Levels hört, vertiefen zudem die so schon vorhandene, durchaus dichte Atmosphäre. Wer will, kann für die volle Dröhnung im Hauptmenü Dolby Pro-Logic II aktivieren.

Steuerung: 

Hier und da bleibt man schonmal an diversen Ecken und Kanten hängen, was im Eifer des Gefechtes desöfteren ziemlichen Frust verursachen kann. Auch das Aufsammeln von Munition bzw. Medikits kann teilweise verwirren, denn sollte in der Nähe eine Waffe auf dem Boden liegen, kann es vorkommen, dass ihr euch nicht geheilt habt, sondern plötzlich eine andere Waffe in der Hand habt. Hier hilft nur präzises Steuern über das gewünschte Objekt.

Das Waffenverhalten hingegen zeigt sich von der realistischen Seite. Feuert ihr eine Salve ab, zieht die Waffe extrem nach oben. Profis freuen sich über einen Kimme & Korn Zielmodus. Anfänger verfehlen dadurch aber öfters ihre Ziele. Um dem entgegenzuwirken, könnt ihr in dem umfangreichen Optionsmenü eine Zielhilfe einschalten, die Sichtachse invertieren und sogar die Blick-Empfindlichkeit getrennt für horizontal und vertikal einstellen.

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Fazit: 

Mit Call of Duty 2: Big Red One erwartet euch ein solider Ego-Shooter, der zwar gewohnte Kost bietet, sich aber in den Bereichen Charakter-Entwicklung und Missionsdesign von seinen Konkurenten abhebt. Wenn ihr euch neben dem Spiel zudem noch für Hintergrundinformationen interesiert, seid ihr hier ebenfalls bestens bedient. Fehlt nur noch ein Multiplayer-Modus...

Ein Wort in eigener Sache zum Schluss:
Es sei ein großes Dankeschön an die Presse-Abteilung von Activision ausgesprochen, die uns freundlicherweise ein Presse-Exemplar dieses Spieles zukommen liesen.


Pro & Contra

+ Dichte Atmosphäre
+ Gelungene Synchronisation
+ Hübsche Animationen / Effekte

- Teils hakelige Steuerung
- Verwaschene Texturen
- Knackiger Schwierigkeitsgrad

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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