Call of Duty: Modern Warfare 3 - Defiance (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: n-space
Publisher: Activision
Releasedatum: 08/11/2011
ab 16
Spieleranzahl: 1-6
Genre: Ego-Shooter
Der Entwickler n-space zeichnet sich schon seit einiger Zeit für die Umsetzung der großen Heimkonsolen-Versionen des Call of Duty-Franchises für die Handheld-Sparte verantwortlich. So stammt auch Call of Duty: Modern Warfare 3 – Defiance von ihnen. Doch ob sich der Shooter für die Hosentasche wirklich lohnt? Erfahrt es in unserem Review!
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Spielinhalt: 
Wie der Untertitel „Defiance“ schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei nicht um eine 1:1 Umsetzung des Originals von den HD-Konsolen, vielmehr hat man dem Titel eine komplett eigenständige Story spendiert, die sich aber natürlich am Original orientiert. So muss wieder einmal Russland als Feind Nr. 1 herhalten, zudem entwickelt sich das Ganze auch hier im Laufe des Spiels zum 3. Weltkrieg. Überraschenderweise wollte es Russland mal wieder wissen und sich mit Amerika bzw. Großbritannien anlegen. Fortan kämpfen die beiden Großmächte gegen den Feind im Osten. So weit, so unspektakulär.
 
Die Geschichte ist dabei in verschiedene Missionen unterteilt, es gibt 14 Kampagnen-Missionen an der Zahl, die stets an einer anderen Örtlichkeit angesiedelt sind und andere Herausforderungen bieten. Stets begibt sich der Spieler in die Rolle eines Soldaten, der zusammen mit seinen Kameraden einen Auftrag zu erfüllen hat. Die Missionen spielen sich dabei erstaunlich abwechslungsreich. Mal gilt es, in ein besetztes Haus einzudringen und den Feind zu vernichten, mal gilt es sich in einer Schleich-Mission zu versuchen und notfalls Gegner möglichst schnell und unkompliziert zur Strecke zu bringen. Aber auch Panzermissionen, Sniper-Action oder Luftangriffe dürfen nicht fehlen, was das gesamte Geschehen doch recht auflockert.
 
Insgesamt sind die Missionen alle recht kurz gehalten, was eine insgesamt recht geringe Spieldauer bedeutet. Anderseits eignen sich die Missionen dadurch auch umso besser, um sie während einer Bus- oder Bahnfahrt zu spielen. Auch kann man Missionen getrost mittendrin unterbrechen, da zumeist genügend Checkpoints vorhanden sind. Diese verhindern auch die ein oder anderen Frustmomente und sind fair gesetzt. Dies gilt auch für den Herausforderungs-Modus, dem zweiten Modus für Einzelspieler. Hier müsst ihr euch an diversen Aufgaben versuchen, beispielsweise müsst ihr möglichst viele Feinde besiegen oder Ähnliches. Da bleibt nur zu hoffen, dass es einem hier nicht immer so leicht gemacht wird, denn stellenweise stellt sich die KI extrem dämlich an. Entweder sie reagiert gar nicht oder nur sehr ungeschickt, was natürlich die Illusion eines spannenden Matches nimmt.
 
Es dürfte dem Entwickler nicht allzu leicht gefallen sein, dass typische Call of Duty-Feeling auf den DS zu portieren. Während wir auf den Heimkonsolen bombastische Zwischensequenzen und ein regelrechtes Action-Feuerwerk mit realistischer Grafik präsentiert bekommen, ist so etwas aufgrund der Hardware hier nicht möglich. Der DS setzt dem Ganzen eine technische Grenze, doch in Anbetracht dieser Tatsache hat man viel richtig gemacht. Die verschiedenen Orte auf der Welt sind abwechslungsreich und man hat sich daran versucht, auch hier diverse Szenarien zu inszenieren. Auch wenn das einen nicht ganz in seinen Bann zieht, macht es durchaus Spaß, da so die Abwechslung nicht ganz auf der Strecke bleibt. Leider ist man an ganz anderen Sachen gescheitert.
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Grafik: 
Dazu möchte man nicht einmal zwingend die Grafik zählen. Zwar hat man auch hier nicht das Letzte aus der DS-Hardware herausgekitzelt, kann durch die Umsetzung der Waffenmodelle und der Umgebungen aber durchaus überzeugen. Die Atmosphäre kommt an vielen Stellen doch recht gut rüber, auch wenn die Grafikleistung hier natürlich in keiner Weise mehr den Maßstäben der heutigen Zeit entspricht. Insofern ist es schade, dass man nicht schon eine Version für den 3DS veröffentlicht hat.
 
Was jedoch keinesfalls vorkommen darf, sind immer mal wieder auftretende Framerate-Einbrüche. Zu diesen kommt es vor allem in jenen Momenten, die der Inszenierung dienen. Mehrere Gegner auf einem Haufen und im Hintergrund ein explodierender Panzer reichen aus, um das Spiel an dieser Stelle in die Knie zu zwingen. Es dauert eine Weile, bis wieder ein flüssiges Spielgeschehen hergestellt ist.
Sound: 
Die Musikstücke im Spiel wiederholen sich tendenziell recht häufig, dafür wissen die sonstigen Soundeffekte durchaus zu überzeugen, so wie man es von einem Handheld eben erwarten kann. Kopfhörer sind durchaus hilfreich, um den mehr oder weniger vorhandenen Genuss zu erleben. Jedenfalls kann man hinsichtlich der Waffengeräusche und Explosionen nicht meckern. Auch die deutsche Sprachausgabe kann als gelungen bezeichnet werden. Sie schafft es, recht realistisch zu vermitteln, was gerade vor sich geht. Denn immer wieder erhaltet ihr Befehle über Funk und müsst diesen Folge leisten. Dies trägt dazu bei, dass die Atmosphäre um einiges dichter wird und ein Hauch von Realismus rüberkommt, wenn die Grafik schon nicht zwingend dazu beitragen kann.
Steuerung: 
Ein Desaster ist jedenfalls die Steuerung. Bei einem Shooter wie diesem kommt es auf blitzschnelles Reagieren an, auf die Möglichkeit, gezielte Schüsse setzen zu können. Doch das wird einem hier leider nicht immer möglich gemacht. Es ist schon einmal lobenswert, dass einem zwei verschiedene Steuerungsarten zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um die klassische Variante mithilfe der Buttons und eine auf den Touchscreen fokussierte Variante. Bei der erstgenannten sehen wir uns mit dem Problem konfrontiert, dass diese viel zu träge funktioniert. Bis man hier das Fadenkreuz auf den Gegner gerichtet hat, ist dieser längst wieder verschwunden. Auch die Einstellungen zur Bewegungsgeschwindigkeit bringen hier nicht den erwünschten Nutzen.
 
Bei der Touchscreen-Variante steuert ihr das Fadenkreuz mehr oder weniger mit dem Stylus, doch auch das weiß nicht zu überzeugen, da viele andere Aktionen immer noch mithilfe der Buttons ausgeführt werden müssen. Die gleichzeitige Bedienung dieser und das Zielen mit dem Touchscreen ist nicht gerade angenehm. Auch ist das Inventar über den Touchscreen zu bedienen, was zunächst nicht weiter schlecht ist, funktioniert in hektischen Situationen weniger gut.
Multiplayer: 
Wie es sich für einen waschechten Shooter gehört, darf natürlich auch kein Multiplayer-Modus fehlen. Dieser wird euch hier sowohl lokal als auch online geboten. Lokal dürft ihr euch mit bis zu 6 Spielern (jeder mit eigenem Modul) in den beiden Modi „Capture the Flag“ und „Deathmatch“ messen, gleiches gilt für den Onlinemodus. Hier warten euch zudem Ranglisten, das Spiel läuft weitestgehend flüssig, sofern Mitspieler gefunden werden. Es gibt diverse Einstellungsmöglichkeiten, die vom Host des Spiels getroffen werden können. Das sorgt für zusätzliche Motivation und mag Fans noch eine Weile länger an den DS fesseln.
Fazit: 
Es gibt keine große Masse an Spielen dieser Art für den DS, insofern kann man hinsichtlich des Titels Call of Duty: Modern Warfare 3 – Defiance schon einmal eine Empfehlung für Genre-Fans aussprechen, die unbedingt auch unterwegs nicht auf den Adrenalin-Kick verzichten wollen. Die Frage ist nur, inwiefern dieser hier befriedigt wird. Die Grafik ist nicht zeitgemäß, Einbrüche der Framerate sorgen zudem für eine Minderung des Spielspaßes. Selbiges gilt für die verkorkste Steuerung, die einem hier so manches Mal einen Strich durch die Rechnung macht. Insofern kann und will das Spiel keinen Ersatz für die Heimkonsolen-Version darstellen, scheitert aber auch an den eigenen Ansprüchen. Nichtsdestotrotz kann man eine Weile seinen Spaß haben, wenn man über die Fehler hinwegsieht.
 
Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Pro & Contra

+ gelungener Sound und Sprachausgabe
+ Umfang i.O.
+ lokaler Multiplayer
+ Online-Modus mit versch. Modi

 

- miese Steuerung
- grafisch enttäuschend
- Framerate-Einbrüche
- belanglose Story

 

Wertung

Grafik:

unzeitgemäß, Framerate-Einbrüche
Sound:

Soundeffekte gelungen, Musikstücke wiederholen sich
Multiplayer:

bis zu 6 Spieler lokal und online
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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Kommentare

Grafisch ist das halt das größte der Gefühle, was man aus dem DS rauskitzeln kann, von daher finde ich diese unter DEM Gesichtspunkt sogar sehr gut. Framerate Einbrüche sind dann aber natürlich nicht schön.

Aber an dieser Grafik sieht man halt, dass der DS mit "echter" 2D Grafik nicht so viel am Hut hat. 2D und pseudo iso 3D Polygongrafik waren da dann doch die hübschren sachen.

Diese Shooter werden im vergleich zuuu vielen anderen DS Spielen gaaaanz schlecht altern. Also so schlecht wie alle N64 Spiele XD.

EDIT: Lustig ist auch, dass N-Space mit dem Titel scheinbar den schwächsten ihrer Geschichte hingelegt haben. Sie haben nun ja ALLE DS Teile der Call of Duty Serie abgelegt und alle diese Teile waren bei Wertungen im Gameranking-Schnitt bei ca. 70%.

Der neuste fällt allgemein deutlich ab mit etwas über 50% - komisch eigentlich, sollte man doch meinen, dass die grade zum schluß die Hardware usw. richtig unter Kontrolle haben. Zumal sie auch noch andere Shooter mit der der selben Engine für den DS gebastelt haben.

belanglose Story

Zitat:
Zitat von Kyo555 Beitrag anzeigen
belanglose Story
Er hat sie bestimmt nur nicht verstanden

Liebe Freunde des Krieges, ()

ich empfinde es mittlerweile durchaus belanglos, wieder einmal die Briten und Amerika gegen Russland auf's Schlachtfeld ziehen zu lassen. Wie geschrieben "So weit, so unspektakulär". Was ich aber vielmehr noch mit "belanglos" ausdrücken wollte ist die Tatsache, dass der Titel sie selber belanglos macht. Bis auf eine 1-Satz-Beschreibung und ein paar gewechselte Sätze der Charaktere zu Beginn der Mission bekommt man nicht allzu viel davon mit und sie spielt keine große Rolle mehr. Die Story ist nicht packend, nicht emotional involvierend, null.
Aber Hauptsache 3. Weltkrieg.

Und das Beste aus den grafischen Möglichkeiten hat man meiner Meinung nach nicht rausgeholt. Es gibt schöne "Passagen", keine Frage, aber ganz durchgezogen hat man das leider nicht.

Zitat:
Zitat von ChrisZocker Beitrag anzeigen
Und das Beste aus den grafischen Möglichkeiten hat man meiner Meinung nach nicht rausgeholt. Es gibt schöne "Passagen", keine Frage, aber ganz durchgezogen hat man das leider nicht.
Naja wie gesagt ich kann es nur für die Vorgänger Titel sagen. Und die waren technisch so ziemlich am Maximum, ähnlich wie andere 3D Shooter (Dementium). Und der Preis für die 3D "Freiheit" war halt Pixel bzw. Polygonbrei.

Call of Duty mw3 nitendo ds

ich soll denn helikopter abschiesen das mach ich auch und dann steht gescheitert kann mir wer helfen danke

Wie geschrieben "So weit, so unspektakulär". Was ich aber vielmehr noch mit "belanglos" ausdrücken wollte ist die Tatsache, dass der Titel sie selber belanglos macht. Bis auf eine 1-Satz-Beschreibung und ein paar gewechselte Sätze der Charaktere zu Beginn der Mission bekommt man nicht allzu viel davon mit und sie spielt keine große Rolle mehr. Die Story ist nicht packend, nicht emotional involvierend, null.
Aber Hauptsache 3. Weltkrieg.