Call of Duty: Modern Warfare 3 (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Infinity Ward
Publisher: Activision
Releasedatum: 08/11/2011
ab 18
Spieleranzahl: 1-10
Genre: Ego-Shooter
Wenn die Call of Duty-Reihe für eins bekannt ist, dann für gut inszenierte Action, die nicht selten Kontroversen mit sich bringt und auch das Rekorde brechen scheint der Reihe zu gelingen. Was der Vorgänger schaffte, wurde vom Nachfolger Call of Duty: Modern Warfare 3 noch einmal übertroffen. Das Spiel ist das erfolgreichste Unterhaltungsmedium überhaupt und während sich alle Welt auf die Versionen der HD-Konsolen stürzt und Vergleiche zum Konkurrenzprodukt Battlefield 3 anstellt, lauert in einer hinteren, dunkleren Ecke noch eine scheinbar unbedeutende Wii-Version des Titels. Wie sich diese spielt und ob sich eine Anschaffung lohnt, erfahrt ihr in unserem Review!
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Spielinhalt: 
Der dritte Modern Warfare-Teil setzt in Sachen Story am Vorgänger an, leider schauen Wii-Besitzer hier zunächst in die Röhre, da der zweite Teil nie für die Nintendo-Konsole umgesetzt wurde. Doch kein Problem, den Anschluss findet man schnell. Im Grunde muss man nur wissen, dass die USA und Russland, die zwei großen Weltmächte, sich bis aufs Blut bekriegen und ihr euch in Gestalt verschiedener Soldaten der Delta-Force im dritten Weltkrieg befindet. Dieser spielt sich an diversen Schauplätzen auf der Welt ab, sei es in Indien oder einigen Großstädten Europas, darunter auch Berlin und Hamburg. Hauptziel unserer Einheit: Dem Terroristenführer Makarov das Handwerk legen, der unter anderem an der Planung des Anschlages auf den Flughafen (bekannt aus Modern Warfare 2) maßgeblich beteiligt war.
 
Die ungefähr 8-9 Spielstunden umfassende Kampagne bietet gewohnt gut inszenierte Action an den verschiedensten Schauplätzen. Ganz zu Beginn kämpft ihr euch beispielsweise durch die Straßen New Yorks und stürmt die Börse, um letztlich einen von den Russen aufgestellten Funkturm niederzureißen. Dabei verfolgt ihr streng den schlauchartigen Pfaden, wie man es von der Videospielreihe gewohnt ist. Nur so gelingt es den Entwicklern die jeweiligen Situation gekonnt zu inszenieren, wobei es den Anschein hat, dass man sich in jedem Level noch einmal selbst übertreffen möchte. Hier eine Explosion, dort eine Explosion. In jeder Mission sind euch diverse Ziele vorgegeben, eure KI-Kollegen sind euch dabei behilflich, euch durch die heranstürmenden Gegner zu kämpfen.
 
Dabei habt ihr die Auswahl aus einem umfangreichen Waffenarsenal, welches noch einmal erweitert wurde. Auch auf Splitter- und Blendgranaten könnt ihr zurückgreifen, oder aber der jeweilige Spielabschnitt sieht es vor, dass ihr euch beispielsweise in einem Helikopter befindet und von dort aus eure Arbeit erledigt. Auch erledigt ihr Tauchmissionen oder bewegt euch stellenweise schleichend voran. Diese Abschnitte lockern das Spielgeschehen gekonnt auf. Euch erwartet eine rasant inszenierte Szene nach der anderen, sodass so schnell keine Langeweile aufkommen dürfte, die Story hält bei der Stange, die KI stellt sich zum Glück nur stellenweise etwas dämlich an und die Atmosphäre stimmt. Leider ist das Spielerlebnis genretypisch auch recht schnell wieder vorüber, die Kampagne werdet ihr in maximal 8-9 Stunden hinter euch gebracht haben. Doch zum Glück erwartet euch wieder ein umfangreicher Multiplayer, dazu jedoch später mehr.
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Grafik: 
Auf den allerersten Blick scheint alles zu stimmen, die Einführung in die Missionen weiß zu gefallen und die Schauplätze schaffen ebenso auf Anhieb eine passende Atmosphäre. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr euch gerade in der Wüste befindet, oder euch im x-ten Haus in den Straßen von New York von oben nach unten kämpft. Was man allerdings auf keinen Fall wagen sollte, ist es, einen zu genauen Blick auf die Details zu werfen. Es mag schöne Stellen geben, doch der Gesamteindruck ist geprägt von matschigen Texturen im Hintergrund, wenig Liebe zum Detail, was beispielsweise die Häuserfassaden angeht und insgesamt eher mauen Effekten. Die Charaktermodelle sind nicht schlecht, die Waffenmodelle können sich ebenso sehen lassen. Letztlich hat vor allem eins an der abgespeckten Grafikleistung zu leiden: Die Inszenierung. Es mag weiterhin ein Erlebnis sein, sich zu fühlen wie mitten im Krieg, umringt von Feinden, Explosionen keine 5 Meter vom eigenen Mann entfernt und Verfolgungsjagden im Hubschrauber, doch macht die Grafik dem Ganzen hier etwas den Strich durch die Rechnung.
 
Grafisch muss man als Wii-Besitzer des Öfteren eine abgespeckte Version der HD-Varianten in Kauf nehmen, das ist hier leider nicht anders. Leider kann nicht einmal behauptet werden, man hätte versucht, das Beste aus der Heimkonsole von Nintendo rauszuholen, man hat nämlich schon deutlich Schöneres gesehen. Zugute halten muss man dem Titel, dass die Maps zu gefallen wissen und man sich trotz allem daran versucht hat, ein Actionfeuerwerk hinzulegen, was zum Glück in Teilen auch gut funktioniert.
Sound: 
Was die Grafik nicht schafft, kann der Sound in Teilen wieder wettmachen, denn dieser sorgt für eine oft packende, wenn auch beklemmende Atmosphäre. Dazu tragen die durchaus gelungenen Soundeffekte der Waffen bei, die hier ordentlich reinhauen, sowie die gelungene Sprachausgabe. Eure Kollegen geben Anweisungen, flüchten mit panischen Schreien in das nächste Haus oder euch erwartet ein neues Missionsziel über Funk. All das sorgt für passendes Flair und zieht euch in das Geschehen hinein. Ihr kommt euch wirklich vor, als würdet ihr euch gerade wirklich in den Straßen New Yorks befinden, Dauerbeschallung wie bei einem Höhenfeuerwerk ist hier garantiert.
Steuerung: 
Die typische Wii-Steuerung mit dem Pointer scheint für einen Shooter dieser Art geradezu prädestiniert zu sein. Durch die Steuerung mit dem Pointer, der die meiste Zeit über flott reagiert, kann man das Fadenkreuz schnell über den Bildschirm manövrieren und somit den nächsten Gegner ins Visier nehmen. Durch das Drücken von Z bei der Wiimote und Nunchuck-Methode aktiviert man die Zielvorrichtung, die immer den nächstliegenden Feind ins Visier nimmt. Ihr ladet beispielsweise durch das Schütteln des Nunchucks nach oder werft Granaten mit dem Plus- und Minusknopf. Ihr wechselt blitzschnell die Waffen oder sprintet zur nächsten Möglichkeit der Deckung. Alles funktioniert soweit tadellos. Lediglich in einigen stressigen Passagen hat man das Gefühl, die Empfindlichkeit des Pointers könnte etwas höher sein. Doch auch das ist kein Problem, denn im umfangreichen Optionsmenü kann man sich nicht nur zwischen diversen vorgefertigten Tastenlayouts entscheiden oder ein individuelles zusammenstellen, sondern auch die Empfindlichkeit einstellen, weitere Hilfen aktivieren und vieles mehr. Das ist mehr als vorbildlich und erlaubt es jedem, die für sich passende Steuerung zu finden.
 
Möglich wird dies auch dadurch, dass nicht nur die Wiimote und Nunchuck-Variante zur Verfügung steht. Auch darf man zum Classic Controller Pro greifen, hier kommt die Steuerung der von den HD-Konsolen bekannten natürlich am nächsten. Hiermit kann man ebenso gut steuern und selbst der Wii Zapper wird unterstützt. Ein noch intensiveres Spielgefühl soll hiermit möglich werden.
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Multiplayer: 
Für viele mit an ziemliche Wahrscheinlichkeit grenzendes Herzstück des Spiels ist der Multiplayer. Zwar gibt es keinerlei Möglichkeit, lokal und offline in dessen Genuss zu kommen, online wird euch dafür umso mehr geboten. Das Angebot kann sich wirklich sehen lassen, denn man hat dem Spiel ein ganzes Online-System spendiert, in welchem ihr durch absolvierte Matches mit bis zu 10 Spielern in den diversen Modi Erfahrungspunkte sammelt, im Rang aufsteigt und dadurch neue Waffen und Klassen freischaltet und vieles mehr. Die Modi reichen vom klassischen Deathmatch und Capture the Flag bis zu einigen speziellen Modi, manche von ihnen müssen erst freigeschaltet werden. Für Abwechslung auf den verschiedenen Karten ist somit gesorgt. In unseren Tests stellte das Suchen nach Mitspielern kein großes Problem dar, vielmehr aber das Starten eines Spiels, hier wurde man des Öfteren wieder in die Lobby zurückgeworfen. War man dann aber einmal in einem Match, verlief dieses die meiste Zeit über recht flüssig, fiese Lags behinderten den Spielablauf also meist nicht.
 
Auch wenn der im Hauptmenü wählbare Modus „Spezialeinheit“ auch den Einzelspielern zur Verfügung steht, so ist er in erster Linie eher für den Multiplayer ausgelegt. Hier könnt ihr in einem privaten Spiel entweder mit einem Freund oder wahlweise auch mit einem Fremden kooperative Missionen auf verschiedensten Karten erledigen. Hier erwarten euch diverse Gegnerhorden, die es auszulöschen gilt, nach jeder gewonnenen Runde steigert sich die Anzahl der Feinde, die euer Gebiet nach einer kurzen Verschnaufspause heimsuchen werden.
 
Man sieht – der Onlinemodus ist umfangreich und die Entwickler haben hier ganze Arbeit geleistet. Nach der recht kurzen Kampagne kann man hier somit gut und gerne noch etliche Stunden damit verbringen, sich neue Auszeichnungen und Ränge zu erkämpfen und sich seine individualisierte Klasse zu kreieren, mit der man sich dann in die Multiplayer-Schlacht stürzt.
Fazit: 
Die Wii-Version von Call of Duty: Modern Warfare 3 ist eine 1:1 Umsetzung der von den HD-Konsolen bekannten Reihe, die sich vor allem durch atemberaubend in Szene gesetzte Action auszuzeichnen weiß. Leider zerstört die stark abgespeckte Grafik auf der Wii die Illusion, gerade mittendrin, statt nur dabei zu sein. Der Sound kann dies in Teilen jedoch wieder wettmachen und trotz der schwachen Grafikleistung und der recht kurzen Kampagne kommen Shooter-Fans hier durchaus auf ihre Kosten. Das liegt nicht zuletzt am sehr umfangreichen Onlinemodus, der mit einem Erfahrungspunkte-System, freischaltbaren Rängen und Auszeichnungen, sowie einigen Extras die Spieler vor die Konsole bannen sollte.
 
Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Pro & Contra

+ actiongeladene Kampagne mit Adrenalin-Garantie
+ gelungene, individualisierbare Steuerung
+ umfangreicher, motivierender Online-Multiplayer
- … die genretypisch recht kurz und linear ist
- enttäuschende Grafik schadet Inszenierung

Wertung

Grafik:

enttäuschende grafische Umsetzung
Sound:

gute Sprachausgabe und Effekte
Multiplayer:

sehr umfangreich und motivierend
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 8 (1 vote)

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Kommentare

Ich kannst ja nur von Videos sagen.. aber da fand ich die Grafik eigentlich ganz dufte, grade im Vergleich zu den HD Varianten, fand ich, dass es gar nicht so übel aussieht. Wenn man bedenkt, dass da nur eine Wii die Bilder erzeugt umso mehr ^^

http://www.youtube.com/watch?v=5QcwcXZTFGE

Zitat:
Zitat von Galactus Beitrag anzeigen
Ich kannst ja nur von Videos sagen.. aber da fand ich die Grafik eigentlich ganz dufte, grade im Vergleich zu den HD Varianten, fand ich, dass es gar nicht so übel aussieht. Wenn man bedenkt, dass da nur eine Wii die Bilder erzeugt umso mehr ^^

http://www.youtube.com/watch?v=5QcwcXZTFGE
Es gibt einige schöne Stellen, auch in deinem gezeigten Video in der Wii-Variante.
Aber auf einem relativ großen Fernseher macht sich dann oft doch eher Ernüchterung breit. Aber ich komme ja nicht umsonst dennoch auf gute 8/10 Punkten, denn Spaß bereitet der Titel, vor allem im MP, natürlich allemal. Und würde ich nicht gerade testen, würde ich beim Spielen vielleicht auch nicht auf die kleinen Details achten, während ich gerade von Feinden umzingelt bin.. Von daher sollte das den meisten Wii-Besitzern auch durchaus ausreichen.

Ich hatte es ja auczh nur grundsätzlich zur Grafik - die ich noch nicht live in action gesehen habe - das Grafik nicht primär ein Indikator für den Spielspaß ist, ist ja klar. Wie gesagt mein Eindruck anhand der Videos war halt besser.

Aber das mag auch täuschen.