Call of Duty: Modern Warfare Reflex (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Treyarch / Infinity Ward
Publisher: Activision
Releasedatum: 10/11/2009
ab 18
Spieleranzahl: 1-10
Genre: Ego-Shooter

Shooterfans haben es mit der Wii nicht leicht. The Conduit hatte kurzzeitig einen tollen Multiplayermodus, im Singleplayer wurde uns dafür ein mehr als enttäuschendes Ergebnis mit einer viel zu kurzen Spielzeit geliefert. Far Cry Vengeance kam mit einer miesen Steuerung daher. Viele andere Wiispiele können sich in die Schlange der schlechten Shooter einreihen. Einzig Medal of Honor Vanguard, Red Steel sowie die Call of Duty Titel konnten auf der Wii, zumindest in Deutschland, überzeugen. Nun kommt ein weiterer Shooter der Call of Duty Reihe aus dem Hause Activsion, allerdings mit 2 Jahren Verspätung. Bereits seit dem 1. Quartal 2008 durften sich Gamer sämtlicher anderen Plattformen dem Game widmen und haben es zum meistverkauften First-Person-Actionsspiel gemacht, was nicht zuletzt am hoch gelobten Multiplayer liegt. Doch kann das Spiel auch die gepeinigten WiiGamer überzeugen? Dies lest ihr in unserem Test.

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Spielinhalt: 

Der Entwickler Infinity Ward hat seiner Zeit erkannt: Dem Shootergamer hat sich schon jeder Winkel der Normandie, Stalingrad oder den Ardennen ins Gedächtnis gebrannt. Der zweite Weltkrieg ist von diversen Shooterreihen, oder auch vereinzelten Ausläufern einfach zu oft gemolken worden. So brachten sie ihre CoD-Reihe auf eine andere Ebene, die Neuzeit. Der Spieler schlüpft zu Spielbeginn in die Haut von Soap, eines Soldaten der britischen Spezialeinheit Special Air Services, welcher gerade erst die Grundausbildung hinter sich gebracht hat. Er wird einer neuen Einheit unter Leitung des Klischeebriten Ltd. Price zugeteilt und muss dort ein kleines Tutorial im Hauptquartier meistern. Je nachdem wie gut oder schlecht Ihr euch hier schlagt, wird euch ein entsprechender Schwierigkeitsgrad vorgeschlagen. Im Anschluss geht es mitsamt eurer neuen Einheit auf ein Frachtschiff, welches von einer Gruppe Terroristen geentert wurde. Schon jetzt macht sich bemerkbar, dass es sich nicht nur ein einfaches Metzelspiel handelt. Rücksichtsloses nach vorne Preschen wird gnadenlos mit gezielten Schüssen seitens der Gegner bestraft und diese schießen wirklich scharf. Also heißt es Deckung suchen und den Gegner überlisten. Sei es mit gezielten Schüssen aus der Deckung heraus, Sperrfeuer, damit eure Teammitglieder agieren können während der Feind die Deckung sucht, einer gekonnt geworfenen Granate oder auch indem ihr euch selbst anpirscht.

Nachdem ihr das Frachtschiff gesäubert und wichtige Information gesammelt habt, wird es von Russischen MiG‘s angegriffen und Ihr könnt in letzter Sekunde vom sinkenden Frachter fliehen. Als nächstes Folgt eine interaktive Zwischensequenz, welche Ihr aus der Perspektive von Al Fulani, dem Präsidenten eines Landes im nahen Osten erlebt. Dieser wird gerade zu seiner Hinrichtung, vor laufender Kamera, durch den Terroristenführer Al-Assad verschleppt. Die Videoaufnahme geht um die Welt und ihr erfahrt, dass die Amerikaner ihre Pläne für den Terroristen haben. Ihr allerdings müsst erst einmal gegen die Ultranationalisten, welche unter Führung von Zakahaev die Russische Führung anstreben, vor gehen. Nach einer weiteren gemeisterten Mission, welche euch diesmal auf russisches Territorium verschlägt, schlüpft Ihr in die Rolle des Amerikanischen Soldaten Sgt. Paul Jackson des United States Marines Corps welcher an der Landung des terroristisch besetzten, fiktiven Landes im nahen Osten teil nimmt, um Al-Assad dingfest zu machen.

Von nun an erlebt Ihr zwei parallele verlaufende Storylines, einmal in der Rolle des SAS Teammitglieds Soap und einmal in der Rolle des Marines Jackson, welche sich noch kreuzen werden. Unter welchen Umständen wollen wir euch nicht vorweg nehmen. In einigen Missionen spielt ihr allerdings auch einmal Charaktere abseits der Hauptfiguren. So erlebt ihr auch auf der Wii, die damals umstrittene Mission als Bordschütze, eines AC-130 Gunships, in welchem Ihr nur durch ein Nachtsichtgerät blickend, die gegnerischen Einheiten mit verschiedenen Kalibern unter Beschuss nehmt, oder spielt ein Prequel zur Hauptstory in der Rolle des Ltd. Price.

Das Leveldesign ist wie in vielen Shootern recht Linear gestaltet, durch viel drum herum und Action auch außerhalb des eigentlichen Areals, wird allerdings viel Atmosphäre geschaffen und es entsteht der Eindruck, dass Ihr in einer großen, heftig umkämpften Stadt die Straßengefechte und Häuserschlachten erleb, was nicht zuletzt durch die grandiosen Soundeffekte und den Soundtrack erreicht wird. Diese Linearität wird das ein oder andere Mal durch eben erwähnten Missionsabschnitte aufgelockert, in denen ihr ganz andere Charaktere übernehmt oder auch mal durch das außer Kraft setzen von Panzern mittels C4 oder Panzerfäusten. Außerdem sind insgesamt 30 Laptops in der Kampagne versteckt, die nach erfolgreichem Abschluss des Singleplayers, Cheats für die nächsten Durchgänge freischalten, wie ein Paintball-Modus oder unendlich Munition. Das Spiel bietet euch beim ersten Durchlauf ca. 6-7 Stunden Spielzeit, was bei heutigen Spielen schon recht lang ist. Es gilt aber noch die beim ersten Lauf nicht gefundenen Laptops zu finden und die Cheats bringen wieder ein bisschen mehr Pepp in den zweiten Lauf.

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Grafik: 

Die Wii-Umsetzung muss hier ein paar Einschnitte erleiden. Mit den HD-Versionen für PS3, XBOX 360 oder PC kann die Version zwar nicht mit halten, bietet aber dennoch, selten zuvor auf Wii gesehenes Grafikerlebnis. Die prachtvollen Grafikeffekte wie die Sonneneffekte in der Hitze der arabischen Länder, oder der Nebel einer Rauchgranate, treiben unsere kleine Lieblingskonsole allerdings auch vollends an ihre Grenzen. Dadurch kommt es leider, jedoch selten, zu kleinen Rucklern, wenn sich viele Gegner und dadurch ein heißes Gefecht auf dem Bildschirm stattfindet. Da die Ruckler aber sehr selten vorkommen und den Spielfluss nicht behindern, kann man über dieses kleine Manko getrost hinweg sehen.

Sound: 

Die Soundkulisse lässt sich am besten als ein Feuerwerk für die Ohren beschreiben. Einschlagende Projektile, feuernde Waffen, Befehle die sich Soldaten endgegenbrüllen, sterbende Soldaten und explodierende Granaten oder ein sich situationsbedingt ändernder Soundtrack schaffen eine packende dramaturgische Atmosphäre wie kein zweiter Wii-Shooter.

Steuerung: 

Hier hat Infinity Ward ordentlich vom überbewerteten Genrebruder The Conduit abgeschaut, was nichts schlechtes heißen will. Der qualitativ schlechte Shooter hatte seinerzeit die optimale Anpassung der Steuerung ins Leben gerufen. Diese Anpassungsmöglichkeiten wurden jetzt in die Reflex Edition von Call of Duty Modern Warfare übernommen. Es gibt unzählige Möglichkeiten die Steuerung bis ins kleinste Detail auf dem Spieler an zu passen. So könnt ihr z.B. die toten Bereiche auf dem Bildschirm auswählen, welche angeben, wie weit ihr das Fadenkreuz an den Rand bewegen müsst, um die Kamera zu drehen, Geschwindigkeit der Drehung oder die Empfindlichkeit einstellen. Könnt unter verschiedenen Zielstilen wählen und verschiedene Tastenbelegung wählen. Euch sind nahezu keine Grenzen gesetzt und wer gerne einmal den angestaubten Wii-Zapper aus dem Regal holen möchte, kein Problem: auch an ein speziellen Steuerungsmodi für die Plastikwumme wurde gedacht.

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Multiplayer: 

Hier ist natürlich das Hauptaugenmerk von Call Of Duty Modern Warfare. Wenn der Singleplayer erst einmal hinter sich gebracht ist und die Steuerung komplett auf seine Bedürfnisse eingestellt, geht es an den Multiplayer. Einen Mehrspieler für die Kampagne gibt es nur lokal und abgespeckt: Der erste Spieler spielt auf der vollen Größe des Bildschirms, einen Splitscreenmodus der die Sicht einschränkt wurde weg gelassen. Für den zweiten Spieler wird das Spiel zu einem Lightgunshooter, er zielt direkt im Sichtfeld des ersten Spielers, ähnlich wie es in Super Mario Galaxy der Fall war.

Der Online-Multiplayer ist das Herzstück dieses Shooters, mit Belohnungssystem und vielen Spielmodi in denen bis zu 10 Spieler gleichzeitig gegeneinander, bzw. 2 Teams zu je 5 Spielern antreten. Für getötete Gegner und gespielte Multiplayermatches gibt es Erfahrungspunkte. Wurden genügend gesammelt steigt der Spieler einen militärischen Rang auf. Dadurch werden neue Waffen, Spielmodi und Extras frei geschaltet. Ausserdem könnt ihr 5 eigene Ausrüstungsprofile anlegen um je nach Map immer optimal ausgestattet zu sein. In den Profilen können je eine Primär- und eine Sekundärwaffe, Art der Granaten sowie die verwendeten Extras ausgewählt werden. 

Die Extras sind Eigenschaften, wie mehr Explosionsschaden oder höhere Sprintausdauer. Zusätzlich können für die einzelnen Waffen noch die verschiedensten Aufsätze durch Herausforderungen frei geschaltet werden. Wenn ihr z.B. mit dem Sturmgewehr M4 Karabiner 25 Abschüsse erreicht, steht ein Laservisier, ab 75 Abschüssen ein Schalldämpfer für diese Waffe zur Verfügung. Es lohnt also, sich auf eine Waffe ein zu schießen um Ihre Erweiterungen zu erhalten, anstelle öfter die Waffen zu wechseln. Falls das Maximal Level 55 erreicht wurde, kann der Prestige-Modus aktiviert werden, dadurch wird das Profil wieder auf Lvl. 1 zurück gesetzt und somit alle freigeschalteten Waffen und Extras wieder blockiert. Für andere ist der Spieler durch andere Rangsymbole als Prestige-Modus erkennbar.

Wenn in einem Multiplayermatch eine Trefferserie erlangt wird ohne dabei selbst zu fallen, wird eine Luftunterstützung zur Verfügung gestellt. Für 3 aufeinander Folgende Abschüsse kann eine Aufklärungsdrohne beordert werden, die 30 Sekunden lang die Position der Gegnerischen Spieler auf der Karte Markiert, für 5 einen vernichtenden Luftschlag und zu guter Letzt für eine 7er Serie einen Schwer bewaffneten Helikopter der einige Sekunden über dem Schlachtfeld kreist und die Gegner unter Beschuss nimmt.

Fazit: 

Es hat zwar ein Weilchen gedauert bis der hoch gelobte Shooter seinen Weg auf unsere kleine Heimkonsole gefunden hat, doch das Warten hat sich gelohnt. Zwar sind einige zu erwartende Einschnitte in der Grafik vorgenommen worden, das Spiel wirkt im direkten Vergleich zu den HD-Versionen insgesamt ein wenig Pixliger, kitzelt aus der Wii aber auch alles Mögliche heraus. Dies hat zwar hin und wieder, wenn die Technik an Ihre Grenzen stößt, ein paar kleine Ruckler zur Folge, das tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch und bietet dennoch eine bombastische Grafik und eine gekonnte Soundtechnische Inszenierung. Der Singleplayer bietet ein atmosphärisches Feuerwerk und als wäre das nicht schon genug, verspricht der Multiplayer durchaus Langzeitmotivation und hat das Zeug, sich zu einem, in unserem Test vor allem lagfreien Dauerbrenner, wie bereits auf den vorgehenden Plattformen, zu entwickeln. Schade das die Einbindung von WiiSpeak verpasst wurde.

Für diejenigen unter uns, die es nicht schon für eine andere Konsole besitzen eine klare Kaufempfehlung!

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters!


Pro & Contra

+ Für moderneShooter umfangreiche Kampagne

+ Bombastische Grafik- und Soundkulisse

+ Umfangreicher, lagfreier Multiplayer mit Dauerbrennerqualitäten

- Keine Untestützung von Wii-Speak

- Manchmal kleine Ruckler

 

Wertung

Grafik:

Kitzelt alles machbare aus der Wii, dadurch leider kleine Ruckler
Sound:

Musikalische Untermalung und Soundkulisse setzen die Gefechte optimal in Szene und schaffen eine grandiose Atmosphäre
Multiplayer:

Umfangreicher und vor allem Lagfreier Multiplayer mit Erfahrungssystem und Langzeitqualitäten
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 9 (1 vote)

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Kommentare

Wow, so gut? Hätte ich nicht erwartet, habe nämlich bisher eher Negatives gelesen.
Schön, dass das Game auch mal Anklang findet^^

Zitat:
Zitat von ChrisZocker Beitrag anzeigen
Wow, so gut? Hätte ich nicht erwartet, habe nämlich bisher eher Negatives gelesen.
Schön, dass das Game auch mal Anklang findet^^
Meinung, Schmeinung. GTA 4 ist nach wie vor der beste Titel bei Metacritic, auch wenn es total stinkt. 98 sagen die "Kritiker", 79 die User.

Bei Modern Earfare Reflex ist es andersrum: Kritiker 76, User 86.

Zitat:
Zitat von Kyo555 Beitrag anzeigen
Meinung, Schmeinung. GTA 4 ist nach wie vor der beste Titel bei Metacritic, auch wenn es total stinkt. 98 sagen die "Kritiker", 79 die User.

Bei Modern Earfare Reflex ist es andersrum: Kritiker 76, User 86.
Och ich finde GTA 4 besser als seine 3D Vorgänger. Fand die aber auch nur mäßig.