Cars 2 (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Avalanche Software
Publisher: Disney Interactive
Releasedatum: 14/07/2011
ab 6
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Rennspiel
Mittlerweile wird zu nahezu jedem Kinofilm auch ein passendes Videospiel für alle gängigen Konsolen veröffentlicht. Das ist auch bei Pixar’s Kinostreifen Cars 2 nicht anders. Da es schon im Film um fahrende und zeitgleich sprechende Autos und waghalsige Rennen geht, kann man vom Spiel wohl Gleiches erwarten. Ob wir es hier mit einer lieblosen Filmumsetzung zu tun haben, oder das Spiel aus der Reihe der schlechten Umsetzungen heraussticht, erfahrt ihr in unserem Review!
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Spielinhalt: 
Im Film reisen das Rennauto Lightning McQueen und sein Freund Hook, der Abschleppwagen, nach Japan und Europa, um am World Grand Prix teilzunehmen –immerhin will McQueen sich den Titel des schnellsten Rennwagens der Welt schnappen. Doch die beiden werden von der internationalen Spionage abgelenkt und geraten Hals über Kopf in ein Agentenabenteuer rund um den Feind Professor Z. Diese Geschichte spielt im Videospiel nur eine nebengeordnete Rolle, stellt aber die Ausgangssituation und das Szenario dar. In einigen Zwischensequenzen wird die Story vorangetrieben, allerdings kann man diese genauso gut vernachlässigen, da sich nicht gerade vor Informationen strotzen. Nichtsdestotrotz gilt es im Spiel, sich zu einem Agenten von C.H.R.O.M, der Agenten-Organisation, ausbilden zu lassen. Damit dies möglich wird, müssen so einige Missionen bewältigt werden.
 
Vom Hauptquartier aus könnt ihr diese Missionen, unterteilt in 6 verschiedene Abschnitte, auswählen. Im Gegensatz zum Vorgänger setzt man hier also nicht mehr auf eine frei befahrbare Welt, vielmehr wählt ihr eine Mission nach der anderen. Die Missionen haben allesamt eine erstaunliche Vielfalt zu bieten, da sie sich in verschiedene Kategorien, sprich Spielmodi, unterteilen. Wie für das Rennszenario üblich, wird natürlich der Renn-Modus geboten, in welchem es darauf ankommt, möglichst vor allen anderen ins Ziel zu gelangen. Mit Spionageausrüstung ausgestattet seid ihr hingegen in den Kampfrennen, in welchen ihr euren Gegnern das Leben mit Items zur Hölle machen könnt.  Zu den Items gelten beispielsweise Raketen, Schutzschilder für das eigene Auto oder Ölpfützen. Während ihr die Items in diesem Modus dazu verwendet, Plätze gut zu machen, gilt es im Angriffs-Modus, fliehende Gegner zu eliminieren, bevor die Zeit abläuft. Auch hier befindet ihr euch auf einem Rundkurs, im Gegensatz zum Jäger-Modus. Hier stellt die Umgebung eine Art Arena dar, die von mehreren Wellen angreifender Gegner heimgesucht wird. Pro Welle habt ihr nur wenig Zeit, um alle gegnerischen Fahrzeuge mit euren Waffen zu vernichten. Im Überlebensmodus müsst ihr hingegen Batterien einsammeln, um die Zeit zu verlängern, in der euch ein Schutzschild vor einem Satellitenstrahl schützt.
 
Die Waffen findet ihr übrigens in Boxen auf der Strecke, wenn ihr durch diese hindurchfahrt. Hier hat man sich also stark an Mario Kart orientiert, was nicht weiter schlimm ist, sofern man das Ganze gut umsetzt. Zwar ist die Vielfalt an Items nicht ganz so überragend wie im Vorbild von Nintendo, allerdings hat man durchaus eine Weile daran Spaß, seine Gegner zu ärgern. Nicht nur in Sachen Spielmodi hat das Spiel einiges zu bieten, auch kann man aus 32 verschiedenen Fahrzeugen, einige müssen erst freigespielt werden,  und einigen Strecken wählen. Die Fahrzeuge unterscheiden sich natürlich in ihren Eigenschaften, die sich manchmal mehr, manchmal weniger stark bemerkbar machen. Alle Fahrzeuge kommen mit den Originalstimmen aus dem Film daher, leider handelt es sich bei manchen Fahrzeugen aber auch nur um Variationen.
 
Erwähnenswert sei noch, dass man, für Fun-Racer typisch, auch einen Boost einsetzen kann, sofern dieser aufgeladen ist. In Cars 2 lädt man die Boost-Anzeige unter anderem durch Drifts in der Kurve, waghalsige Sprünge über Sprungschanzen, oder aber auch durch Rückwärtsfahren oder das Fahren auf zwei Rädern auf. All dies ist möglich und sorgt für Abwechslung auf den Rundkursen. Diese verschiedenen Tricks auszuführen, ist manchmal gar nicht so einfach wie gedacht, vor allem, wenn es heiß hergeht auf den Strecken. Im Ganzen gesehen ist der Schwierigkeitsgrad aber nicht gerade hoch angesetzt, auch wenn dieser sich von Mission zu Mission durchaus steigert, dazu trägt vor allem die doch recht schwache KI bei. Anbetracht der eigentlichen Zielgruppe des Spiels kann man damit aber sicherlich leben. Weniger gut leben kann man mit der fehlenden Karte, zwar bekommt man seine derzeitige Position im Rennen immer angezeigt, seinen Abstand zu den Kollegen kann man aber nur schwer abschätzen.
 
Neben den eigentlichen Missionen kann man sich auch einige Missionen im Freien Spiel zusammenstellen, sowie in der Garage die Sammlung freigeschalteter Wagen ansehen und die Freischaltbedingungen für weitere ansehen. Auch ein Achievement-System, hier als Abzeichen und Embleme bezeichnet, darf natürlich nicht fehlen und sorgt für zusätzliche Motivation.
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Grafik: 
Grafisch gesehen hätte man hier sicherlich mehr rausholen können. Man merkt deutlich, dass der Fokus der Grafiker hier ganz eindeutig an der Darstellung der Fahrzeuge selbst lag. Diese sehen nämlich wirklich ganz hübsch aus – stechen sie vor allem stark hervor, wenn man auf den eher weniger grafisch glänzenden Strecken unterwegs ist. Die Kulissen fallen hier negativ auf, durch einige Abkürzungen und andere kreative Ideen rettet man sich aber gerade noch so ans Ufer. Hier wäre etwas mehr Liebe zum Detail aber sicherlich wünschenswert gewesen, wenigstens hat man es geschafft, etwas Abwechslung in die sonst doch eher durchschnittliche Präsentation zu bringen.
Sound: 
Der Sound ist mit Sicherheit als ein zweischneidiges Schwert zu betrachten. Auf der einen Seite begeistert der Titel mit den Originalstimmen aus dem Film, immerhin hat jeder der vorhandenen Wagen eine Stimme erhalten. Zwar wiederholen sich die Aussagen dieser das ein oder andere Mal, darüber lässt sich jedoch hinwegsehen, schließlich haben wir es hier immer noch mit einem Rennspiel zu tun. Die Hintergrund-Musik bleibt angenehm im Hintergrund und weist nur in einigen actionreichen Szenen Akzente auf. Weniger gelungen ist allerdings die Abmischung der Sounds, hier hört man beispielsweise den Einsatz der Waffen überaus deutlicher als die Reifen bei den Drifts o. Ä., selbst die Sprachausgabe nimmt hier einen höheren Stellenwert ein.
Steuerung: 
Erstaunlicherweise bietet Cars 2 alle möglichen Varianten einer Wii-Steuerung an. Ihr könnt sowohl mit der Wii Remote allein, als auch mit der Wiimote+Nunchuck-Methode spielen. Diese erweisen sich im Spielverlauf allerdings zumeist als etwas zu unpräzise, weshalb man, sofern vorhanden, zum Classic Controller oder dem GameCube-Controller greifen sollte. Hier fällt zwar das obligatorische Schütteln der Wiimote in einigen Situationen weg, man kommt allerdings deutlich genauer um die Kurven. Das angesprochene Schütteln bzw. Bewegen der Wiimote ist zum Beispiel nötig, um einen Gegner von der Strecke zu rammen, oder einen Sprung auszuführen. Diese Anwendung ist sicherlich Geschmackssache, allerdings ist die Verwendung dieser Elemente nicht allzu häufig notwendig. Die Tastenbelegung der Steuerungsvarianten geht in Ordnung, teilweise, vor allem bei den Varianten mit der Wii Remote, fühlt es sich etwas überladen an, was aber auf die Vielfalt an Aktionsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz spielt es sich eingängig und ist schnell erlernt, vor allem dank des auführlichen Tutorials zu Beginn.
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Multiplayer: 
Der Multiplayer steigert den Spielspaß bei Rennspielen allgemein enorm, auch hier ist dies nicht anders. Besonders schön ist die Tatsache, dass ihr fast alle Spielmodi mit bis zu drei Freunden erleben könnt. Auch das Einspringen eines Freundes ist zu jeder Zeit möglich, in dem man den A-Knopf drückt. Im Mehrspielermodus macht das Jagen der feindlichen Autos in den Arenen oder auf der Rennstrecke, oder auch die gewöhnlichen Rennen, gleich doppelt so viel Spaß. Somit bietet das Spiel, dass sich ohnehin sowohl an eine recht junge Zielgruppe, als auch an eine ganze Familie richtet, Spielspaß für alle Familienmitglieder.
Fazit: 
Ohne die Lizenz im Hintergrund würde man Cars 2 wohl kaum Beachtung schenken, schließlich würde das Spiel einfach im Mittelmaß versinken. Auch so bleibt es noch Mittelmaß, kann im Vergleich zu anderen Filmumsetzungen allerdings durchaus eine Weile Spaß bereiten. Es gibt eine große Vielfalt an Fahrzeugen, Strecken und vor allem Spielmodi, die besonders im Multiplayer zu überzeugen wissen. Technisch gesehen ist das Spiel gutes Mittelmaß, leider kommt die Liebe zum Detail nur bei den Fahrzeugen zum Vorschein. Fans werden die Originalstimmen aus dem Film freuen und sowohl sie, als auch andere Käufer, werden ihren Spaß mit diesem Racer haben, auch wenn man sicherlich bessere Rennspiele finden kann - aber welches bietet schon sprechende Autos?
Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ großer Umfang (Fahrzeuge, Strecken, Spielmodi)
+ gelungenes Fahrzeugdesign
+ akzeptable Steuerung, Unterstützung klassischer Methoden
+ Originale Synchronstimmen
- Grafik/Sound nur Durchschnitt
- Für erfahrene Spieler zu leicht

Wertung

Grafik:

nettes Design der Fahrzeuge, durchschnittliche Kulisse
Sound:

angenehme Hintergrundmusik, Abmischung könnte besser sein
Multiplayer:

Das Herzstück des Spiels - mit bis zu drei Freunden alle Modi spielbar.
Spielspass:
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