Cloudberry Kingdom (Wii U Download)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Pwnee Studios
Publisher: Ubisoft
Releasedatum: 01/08/2013
ab 6 Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Jump'n'Run
Es begann mit einem entwickelten Algorithmus, der es ermöglicht, Level nach bestimmten Parametern zu erstellen – mit unterschiedlicher Anzahl an Plattformen verschiedenster Art, diversen Gegnern, Laserstrahlen, Feuerwalzen und vielem mehr, sodass sich der Schwierigkeitsgrad ins Unermessliche steigern lässt. Aus dieser Idee wurde ein Crowdfunding-Projekt, dessen Ursprünge und Wurzeln sich auch noch erkennen lassen, nachdem die Pwnee Studios das Projekt mit Ubisoft zusammen zu Ende führten und letztlich veröffentlichten. Doch wird Cloudberry Kingdom dem gerecht, mit dem für es geworben wird? Von unmenschlichen Schwierigkeitsgraden ist die Rede, masochistische Veranlagung bei den Spielern sei von Nöten – doch stimmt das? Wir haben uns den Titel einmal genauer angeschaut.
 
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Spielinhalt: 
Im Grunde handelt es sich bei dem Titel natürlich um ein Jump `n Run, bei dem es darum geht, einen Level – von links nach rechts laufend – zu absolvieren und das Ziel auf der anderen Seite zu erreichen. Das wird einem natürlich nicht gerade leicht gemacht, stellen sich dem Spieler in diesem Falle doch gefährliche Abgründe, Gegner wie Moskitos, aus dem Nichts kommende Laserstrahlen, Feuerwalzen, Stacheln auf dem Boden oder herumkreisende Morgensterne in den Weg. Doch anders als in Mario-Spielern oder weiteren Vertretern dieser Art von Jump `n Runs ist Cloudberry Kingdom auf die wesentliche Elemente dieses Genres ausgelegt. Bis auf im Level auffindbare Kristalle, deren Nutzen sich erst in späteren Level so richtig bezahlt macht, gibt es nichts zu sammeln, nichts zu entdecken.
 
Im Story-Modus reihen sich 300 Levels aneinander, unterteilt in diverse Kapitel, an dessen Ende jeweils eine Zwischensequenz steht, welche die Story vorantreibt. Wobei die eigentliche Geschichte – Held und Protagonist Bob will entführte Prinzessin retten – nicht wirklich der Rede wert ist. Wohl aber der verwendete Grafikstil mit leichter Papieroptik und der Ironie, die an vielen Stellen zu erkennen ist. Die Entwickler spielen hier also mit dem Genre-Klischee des Prinzessinnen-Retten. Unser Held steht eigentlich schon vor der Rente und beklagt sich über sein Heldendasein, während die Prinzessin, so gar nicht Lady-like, erst einmal auf der Toilette beschäftigt ist und mit einem lockeren Spruch aus ihr heraustritt, um dann mit dem Entführer die Reise fortzusetzen. Die Story ist also auf der einen Seite nicht wirklich zu beachten, aber ein nettes Extra, das man gerne verfolgt, während man sich durch die Level quält.
 
Wobei sich dies zu Beginn doch noch recht im Rahmen zu halten weiß, die echte Schwierigkeit des Spiels wird einem erst nach über hundert Level so richtig gewahr. Doch bevor es zu diesem Punkt kommt, müsst ihr euch – stets mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet – durch die Level kämpfen. Mal verbringt ihr einige Level damit, dass Bob nur springen kann, ein anderes Mal ist es ihm sogar gegönnt, einen Doppelsprung zu vollführen. Doch damit das Spiel sich auch zurecht das Adjektiv „abgefahren“ verdient, greift es auch auf Springstöcke, Jetpacks oder Räder zurück, mit denen Bob sich durch Level manövriert. Es warten sogar noch ein paar Highlights mehr, doch die gilt es besser selber zu entdecken. Gerade wenn sich die Art der Fähigkeit nach jedem Level ändert, gilt es, sich auf die neue Situation einzustellen – es sind also nicht nur die Level, wobei keins dem anderen so richtig gleicht, sondern auch die Fähigkeiten, welche das Spielen so schnell nicht langweilig werden lassen.
 
 
Wenn es dann an die so richtig harten Nüsse geht, kann das Spiel natürlich schon einmal recht frustrierend sein, gerade, wenn man keine zwei Schritte im Level voranschreiten kann, ohne direkt zu sterben – und das locker 10 Mal hintereinander, weil man einfach noch nicht raus hat, wie das Level tickt. Sterben ist im Übrigen nicht schlimm, denn es gibt keine Leben, sondern man startet lediglich am Anfang des Levels oder am erreichten Checkpoint, der sich in der Mitte der etwas längeren Levels befindet. Es ist ein nahezu unbeschreibliches, aber in jedem Falle befriedigendes und antreibendes Gefühl, ein schier unschaffbares Level am Ende doch hinter sich zu lassen. Ein Level, bei dem man die ersten 10 Versuche kein Licht sieht, die nächsten 10 Versuche knapp vor dem Checkpoint scheitert und dann bei Versuch Nummer 21 plötzlich durch das Level schreitet, wie ein junger Gott. Oft weiß man gar nicht, wie einem gerade geschieht, vorangetrieben durch die mitreißende und motivierende, elektronische Techno-Musik, spielt man gerade zu wie in Trance.
 
Diese Levels machen Spaß und sie geben dem anfangs verzweifelnden Spieler das Gefühl von Stärke und Macht. Die Macht, auch den schwierigsten Level zu meistern. Es ist erstaunlich, dass diese zufallsgenerierten Levels wirklich darauf ausgelegt sind, gemeistert zu werden. Bei vielen Levels ist es so, dass man sie ohne einmal anzuhalten durchqueren kann, indem man seine Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt einsetzt, weiß, wann man schneller und wann man langsamer vorzugehen hat. Selten, aber auch vorhanden, sind Situationen, in denen man durchaus einmal Inne halten muss, um den richtigen Moment abzupassen, an dem es weitergehen kann.
 
Das Spiel läuft zu jeder Zeit flüssig, es entstehen nahezu keine Ladezeiten und die Steuerung funktioniert tadellos, sodass man wenigstens nicht auf sie schimpfen kann, sollte mal etwas nicht passen. Gerade wenn es in den sogenannten Minispielen um mehr geht, als das Level lediglich zu schaffen. Neben dem Story-Modus gibt es nämlich auch noch diverse Minispiel-Modi, die man wohl besser als eine Art Arcade-Modus verstehen sollte. Hier absolviert man so viele Stages hintereinander, wie man schafft – zum Ende gezwungen wird man immer unter anderen Umständen. Einmal beispielsweise hat man ein Zeitlimit vor Augen und kann nur Zeit gewinnen, in dem man die Kristalle aufsammelt, ein anderes Mal hat man nur eine gewisse Anzahl an Leben und gewinnt eher selten neue hinzu, während es in einem anderen Modus nach jedem Level einen Fähigkeitenwechsel gibt oder aber, das nennt sich zurecht „Helden-Hetzjagd“, diverse Fähigkeiten werden kombiniert. Plötzlich also befindet man sich auf seinem Springpferd, während man gleichzeitig auch das Jetpack nutzen kann und zudem als riesig großer Bob durch das Level stampft. In den meisten Fällen wählt man aber zuvor, mit welcher Fähigkeit man startet und behält diese dann bei und versucht, so weit wie möglich zu gelangen. Erreicht man die Stufe 50, 100 oder 150 Level, kann man beim nächsten Mal gleich auch an einem dieser Punkte starten und muss nicht bei Level 1 beginnen.
 
 
Das Spiel kann gut als Einzelspieler-Erfahrung funktionieren, doch es macht doch auch sicherlich Spaß, sich gemeinsam zu quälen, oder? Richtig, deshalb bietet das Spiel in jedem seiner Modi auch einen Multiplayer-Modus für bis zu 4 Spieler.  Es stehen diverse Charaktermodelle zur Verfügung, die man in einigen Punkten individualisieren kann, sodass jeder Spieler sich seinen Charakter aussucht und losstartet. Abgesehen davon, dass sich das Chaos auf dem Bildschirm im Multiplayer natürlich noch einmal verstärkt, da man seinen Charakter ganz genau im Auge behalten muss und vieles mehr, funktioniert es an sich einwandfrei. Einziger Kritikpunkt in dieser Hinsicht wäre, dass der Multiplayer mit 2 Spielern noch mehr oder weniger ohne Probleme spielbar ist, ab 3 Spielern wird es in einigen Levels dann doch anstrengend. Ein einfaches Beispiel: Man kann auf die Feinde, die Moskitos, springen, um dann noch höher zu gelangen, doch nach einmaligem Springen verschwinden diese. Für weitere Spieler steht zwar noch die Möglichkeit zur Verfügung, auch höher zu gelangen, in dem sie die Stelle abpassen, an dem die Fliege zu finden war, doch das ist natürlich nicht mehr das Gelbe vom Ei, da sie faktisch nicht mehr zu sehen ist. Da man es selten schafft, hundertprozentig simultan zu springen, kann das für die nachkommenden Spieler also leicht frustrierend werden. Immerhin ist es der größte Wettstreit im Multiplayer, wer zuerst das Ende des Levels erreicht. Stirbt man im Multiplayer-Match im Übrigen, ist man erst einmal aus der Partie, bis entweder der Checkpoint erreicht wird und alle Spieler wiederbelebt werden oder alle sterben und man von vorne startet. Natürlich lassen sich Taktiken und Tipps absprechen und weitergeben, aber auch die Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu gehen und damit hoffentlich Erfolge zu feiern, ist hier eine Möglichkeit. Besonders lustig, aber auch richtig schwierig, wird es im Bungee-Modus, denn hier sind alle Spieler aneinander befestigt, sodass ein Sprung eines Einzelnen Auswirkungen auf alle anderen hat. Wer das meistert, der darf sich wirklich Champion nennen.
 
Sollte man dennoch einmal nicht wissen, wie es weitergeht, darf man die gesammelten Kristalle für Hilfsoptionen verwenden. Man kann sich anschauen, wie der Computer das Level spielt, alles einmal in Zeitlupe abspielen lassen, um so einen besseren Eindruck zu gewinnen oder sich mithilfe einer gestrichelten Linie den perfekten Weg durch das Level aufzeigen lassen. Das alles kann helfen, oftmals ist man aber zu sehr motiviert, es alleine zu schaffen. Gerade wenn man sich mithilfe des Leveleditors im Freien Spiel seinen eigenen, individuellen Level geschaffen hat. Hier stehen einem Optionen wie die Anzahl der verschiedenen Hindernisse und Gegner, der Länge des Levels, die Anzahl der Checkpoints und vieles mehr zur Verfügung. Man wählt, mit welcher Fähigkeit man in den Level startet, wie schwer das Ganze überhaupt sein soll und versucht sein Bestes. Sein volles Potential entfaltet der Editor natürlich, wenn man sich an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten begibt oder aber einfach nur lustige, kuriose und spaßige Level kreiert.
 
 
Das alle möglichen Controller unterstützt werden und man alleine auch nur auf dem GamePad spielen kann, ist löblich, weniger löblich ist hingegen die Tatsache, dass der Wii U-Version bislang die Online-Features in Form von Bestenlisten oder der Möglichkeit, gespeicherte Level weiterzugeben, fehlen. Diese sollen mit einem Patch aber noch nachgereicht werden. Nachreichen könnte man auch ein paar mehr Musikstücke. Zwar ist die elektronische Musik mitreißend und hat über weite Stellen gut unterhalten, auch wenn sie natürlich letztlich Geschmackssache bleibt, mit der Zeit wiederholen sich die Stücke dann aber doch auch zu oft. Auch die schön designten Feinde und Hindernisse wiederholen sich, aber in den unterschiedlich gestalteten Welten, sei es der Wald, die Schnee- oder Lavalandschaft, warten auch immer wieder einige neue Elemente, die sich sehen lassen können. Da man dem Spiel seine Ursprünge als kleines Indie-Projekt noch anmerkt, ist die Grafik, sei sie noch so hochpoliert, dennoch noch auf einem recht minimalistischen Niveau ohne zu viel Schnickschnack gehalten – doch gerade das steht dem Spiel wunderbar.
 
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Fazit: 
Cloudberry Kingdom ist ein einzigartiges Spiel mit einem ganz besonderen Spielerlebnis, wenn man nämlich ein vorher scheinbar unmöglich zu schaffendes Level dann doch hinter sich lässt, werden Gefühle im Spieler geweckt, die es in sich haben. Der funktionierende und spaßige Zufallsgenerator zusammen mit den diversen Spielmodi, die teils mit coolen Ideen daher kommen, wissen auf längere Zeit gut zu unterhalten, der – erst mit der Zeit abwechslungsarme – Soundtrack tut dabei sein Übriges. Nichtsdestotrotz lässt sich kaum abstreiten, dass das Prinzip der zufälligen Level mit der Zeit durchaus an Reiz verliert, doch anschauen sollten Fans herausfordernder Jump `n Runs sich den Titel allemal, da auch der Multiplayer-Modus zusätzlichen Ehrgeiz weckt und nur ab 3 Spielern etwas zu unübersichtlich und frustrierend wird.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes!
 

Pro & Contra

+ diverse Spielmodi mit coolen Ideen
+ herausforderndes, motivierendes Spielprinzip
+ funktionierender Zufallsgenerator & Individualisierungsmöglichkeiten
- Multiplayer ab 3 Spielern zu unübersichtlich/frustrierend
- Reiz der zufallsgenerierten Level kann schnell verfliegen

Wertung

Grafik:

Papieroptik in den Zwischensequenzen, stimmiges Design
Sound:

elektronische (Techno)-Musik
Multiplayer:

spaßige Angelegenheit, die ab 3 Spielern zu unübersichtlich/frustrierend wird
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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Kommentare

Ich finde das Teil sieht optisch einfach total grausig aus. Wirkt alles wie ein unglaublich billiges Jambaspiel. Besonders in Bewegung siehts mies aus.

Zitat:
Zitat von Nahkampfnase Beitrag anzeigen
Ich finde das Teil sieht optisch einfach total grausig aus. Wirkt alles wie ein unglaublich billiges Jambaspiel. Besonders in Bewegung siehts mies aus.
Hm, wenn das dein Eindruck ist, kann man da natürlich nichts machen. Aber ich kann für mich nur sagen, dass mir die Optik recht gut gefällt, das Design ist stimmig. Die größten Details etc. gibt es natürlich nicht, genretypisch spielt das aber sowieso nicht die größte Rolle. Mit hat's vor allem spielerisch echt Laune gemacht. Hab schon viel Kritik gelesen, aber ich kann es nicht anders sagen.

Zitat:
Zitat von ChrisZocker Beitrag anzeigen
Hm, wenn das dein Eindruck ist, kann man da natürlich nichts machen. Aber ich kann für mich nur sagen, dass mir die Optik recht gut gefällt, das Design ist stimmig. Die größten Details etc. gibt es natürlich nicht, genretypisch spielt das aber sowieso nicht die größte Rolle. Mit hat's vor allem spielerisch echt Laune gemacht. Hab schon viel Kritik gelesen, aber ich kann es nicht anders sagen.
Ja Details in der Optik brauchen 2D Platformer nicht. Da gibts genug heutzutage die da nicht mehr bieten, aber mit ihrem Stil einfach gut aussehen. Cloudberry sieht irgendwie einfach so .. naja hingeklatscht aus. Eben wie gesagt son billiges Jamba Handyspiel.
Dazu dann noch die Spielfiguren animationstechnisch total demotiviert wirken. Da war selbst der erste Super Mario ästhetischer.
Wie es sich spielerisch anfühlt kann ich nicht sagen, aber wenn der Stil schon so abkackt dann machts mir sowieso schon direkt weniger spaß :/