Contact (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Marvelous/Grasshopper
Publisher: Atlus
ab 6
Spieleranzahl: 1
Genre: Rollenspiel

Mit etwas Verspätung erreichte uns vor Kurzem eine Testversion des skurrilen Nintendo DS Rollenspiels Contact von Rising Star Games, welches wir uns natürlich sofort vorgeknöpft haben. Wie sich das Spiel im Vergleich zur US-Version, zu der es Ende Dezember bereits einen Test gab, schlägt, lest ihr im Folgenden.

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Spielinhalt: 

Wem ist das nicht schon einmal passiert: da döst man fröhlich vor sich hin auf einer Parkbank und träumt - mir nichts, dir nichts - von hübschen Mädels, bis plötzlich ein außerirdischen 8-bit Professor mit seinem Raumschiff abstürzt. Na gut, so alltäglich ist das Ganze nun doch nicht. Der dösende Junge ist die Hauptfigur von Contact und hört auf den Namen Terry. Wie bereits erwähnt, wird Terry von dem alten Professor, oder besser gesagt von einem seiner Energiekristalle, aufgeweckt. Der Professor, dessen Namen man im Übrigen auch nicht erfährt, wird nämlich von anfangs unbekannten Feinden attackiert und beschossen. Da die Zeit eilt - die Schurken sind ihm schließlich immernoch auf den Fersen - wird Terry kurzerhand in das spartanisch eingerichtete Raumschiff des alten Mannes verfrachtet und ab geht die Reise.
Weil das Gefährt während der Fluch den einen oder anderen Treffer abbekommen hat, muss das Schiff notlanden und wird kurzerhand in einem alten Piratenschiff versteckt, mit dem Terry nun für den Professor Energiekristalle des abgeschossenen Raumschiffantriebs auf diversen Inseln suchen darf. Diese werden im Laufe des Spiels freigeschaltet, sei es durch den Storyverlauf oder durch einige besondere Items, die erst gefunden werden müssen. So findet sich auf einer der freischaltbaren Inseln ein Kochkostüm, das man bereits während der ersten Spielstunden ergattern kann, wozu dieses genutzt wird, erfahrt ihr etwas später.

Zuerst gilt es nämlich ein Paar Monster zu verkloppen. Denn so einsam wie es zuerst den Anschein hat, ist die Insel, auf der das Trio - der Alte hat noch einen Hund - notgestrandet ist, nicht unbedingt. Neben harmlosen Schafen wimmelt es auch von Krabben, Fledermäusen und seltsamen Würmern, die Terry ans Leder wollen. Anfangs noch mit seinen bloßen Fäusten bewaffnet, stürzt sich der Held in den Kampf, indem man einfach auf den Gegner klickt und das Kampfsymbol aktiviert. Wahlweise kann auch die B-Taste betätigt werden, die den gleichen Effekt hervorruft. Ist Terry ersteinmal im Kampfmodus, schlägt er auf alles ein, was in seiner Nähe ist und bewegt sich recht langsam vorwärts, ist der Gegner also zu stark, kann man nur weglaufen, indem man aus dem Kampfmodus herausgeht. Ist der Widersacher allerdings erledgit, erhält Terry ab und zu Punkte, mit denen er im nächsten Kampf Zusatzattacken ausführen kann. Leider lernt man diese erst sehr langsam und kann sie auch nur sehr selten einsetzen, da nur etwa jeder dritte Gegner einen solchen Punkt gibt und man höchstens fünf Punkte auf einmal speichern kann.
Der Echtzeitkampf verliert dabei einiges an Reiz, meistens geht man in den Kampfmodus und wartet ab, bis Terry seinen Gegner vernichtet hat. Seine Attribute werden übrigens mit jedem Einsatz einer Fertigkeit gesteigert. Benutzt man oft eine Stichwaffe, kann man besser damit umgehen, wird man oft getroffen, so steigen auch die Trefferpunkte. Hier haben sich die Entwickler anscheinend von westlichen Rollenspielen, wie Morrowind oder Oblivion, inspirieren lassen. Nach dem gleichen System lernt man auch Zusatzfähigkeiten, wie besonders starke Schläge oder heilende Zauber.

Der Einsatz dieser Zusatzfähigkeiten hängt dabei von einigen Faktoren ab. Zum einen hat man mit unterschiedlichen Waffen - es gibt drei Gruppen, Stich-, Hieb- und Faustwaffen - auch unterschiedliche Zusatzattacken. Zum anderen hängt es auch vom jeweiligen Kostüm ab, welche Fertigkeiten eingesetzt werden können. Tja eigentlich ist man es ja von Mädels gewohnt, dass diese andauernd in unterschiedliche Fummel schlüpfen, aber Terry scheint das auch zu mögen. Im Spielverlauf findet man mehrere verschiedene Kostüme, mit deren Hilfe unser Held auch unterschiedliche Fähigkeiten hat. So kann der mit den Elemt-Kostümen die Kraft des jeweiligen Elements benutzen. Mit dem Feuerkostüm Feuerbälle verschießen, mit dem Wasserkostüm Blubberblasen und so weiter.
Besonders interessant sind hier die Kostüme, die nicht vorwiegend für den Kampf gedacht sind - hier kommt das bereits erwähnte Chefkoch-Kostüm ins Spiel. Hat man dieses an, kann man an Kochstellen leckere Speisen zubereitet werden, die Terrys Gesundheit steigern. Die Ingredienzien werden dabei von den erledigten Gegnern gedroppt, können gekauft werden oder auch geangelt werden. Hat man nämlich ein Angler-Kostüm gefunden, kann man Fische an Land ziehen und diese zu Sushi verarbeiten. Die so zubereiteten Gerichte sind ziemlich vielfältig und es gibt dutzende Rezepte, die es zu entdecken gilt. Leider sind die meisten Speisen relativ nutzlos, denn hat man ersteinmal herausgefunden, wie man Heiltränke herstellen kann, geht die Abwechslung flöten. Die Heiltränke sind viel effizienter als normale Speisen, da man sie kurz hintereinander benutzen kann, während bei normalem Essen ersteinmal gewartet werden muss, bis dieses verdaut ist. So verkommt das Kochen und Angeln eher zu einem netten Gimmick, denn zu einem bereicherndem Spielelement.

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Grafik: 

Zum Start des Spiels ist man etwas von der minimalistischen Grafik überrascht, das Spiel startet im Raumschiff des 8bit-Professors, welches komplett im Stil eines alten NES-Klassikers gestaltet ist. Dieser Grafikstil herrscht dann auf dem oberen Bildschirm vor, auf dem der alte Mann immer herumläuft, seine Kommentare zu Gegnern abgibt oder Tipps zur Vorgehensweise von sich gibt. Auf dem unteren Screen spielt sich das eigentliche Spiel ab. In bunt und sehr hübsch gestalteten Gebieten, die den Eindruck vermitteln in Ölfarbe gemalt zu sein, durchstreift man Wüsten, tropische Inseln und Nadelwälder. Abwechslung wird also groß geschrieben.
Alles in Allem ist die Präsentation also sehr gelungen, wobei der krasse Kontrast zwischen den beiden Grafikstilen besonders hervorsticht. Sicherlich eine Frage des Geschmacks, ob man das gut findet oder nicht, etwas Neues ist es allemal.

Sound: 

Musikalisch ist der Titel durchaus gelungen, viele schöne Melodien werden geboten, besonders die Schlafmusik, die gespielt wird, nachdem das Spiel gespeichert wurde, ist sehr schön.
Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten: so nervt die Kampfmusik bereits nach wenigen Stunden, da sie immer gleich bleibt und sich auch nie abwechselt. Es gibt lediglich eine Musik für den Zustand des Angegriffen werdens und eine Musik für die Zeit, in der man sich wehrt. Darüberhinaus sind einige der Sprachsamples äußerst nervtötend. Die Laute die Terry von sich gibt, sind dabei noch gelungen. Was allerdings stört, sind die Sounds, die einige weibliche Figuren von sich geben. Das Gekicher ist besonders in längeren Dialogen störend und lässt an dem guten Geschmack des Sounddesigners zweifeln.

Steuerung: 

Steuern lässt sich der Held entweder mit dem Steuerkreuz und den Buttons oder unter Einsatz des Touchscreens. Beides geht sehr gut von der Hand, wobei man sich im Kampf manchmal mit dem Stylus verklickt. Der Nachteil der Tastenvariante sei auch erwähnt: an einigen Stellen ist es sehr schwierig vorbeizulaufen, weil der Protagonist an einigen Ecken hängen bleibt. Bis auf die sehr seltenen Mankos ist die Steuerung gut gelungen, sehr löblich ist es, dass beide Varianten geboten werden und beide gleich gut gelungen sind.

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Fazit: 

Wenn der Titel eines hat, dann ist es Charme. Angefangen bei der hübschen Grafik, über die skurrilen Charaktere, bis zum auf Konsolen ungewöhnlichen Kampfsystem bietet Contact viele interessante Ansätze. Leider wurden einige dieser Ansätze nicht zu Ende durchgeführt. So verkommen die Kämpfe, ähnlich wie bei aktuellen Online-Rollenspielen, zu sich immer wiederholenden monotonen Dauergekloppe. Auch das Angeln und das Fischen motiviert nicht durchweg, bereichert das Spiel allerdings zumindest am Anfang.
Storymäßig wird leider nicht viel geboten. Zwar haben sich die Übersetzer große Mühe gegeben eine gute Lokalisierung auf die Beine zu stellen, die Story bleibt allerdings genauso, wie schon bei der US-Fassung eher schwach. Oft fehlen auch Hinweise, wohin man denn nun genau gehen sollte. Insgesamt bietet das Spiel etwa 15 Stunden Spielzeit, wobei man sich noch viel länger damit beschäftigen kann, da es mehrere Dutzend unterschiedliche Waffen, Kochrezepte und Kampffähigkeiten gibt, die man suchen und steigern kann. Ein Anspielen ist Contact definitiv wert, lasst euch also vom Charme des Titels fesseln.


An dieser Stelle sei noch ein besonderer Dank an die Presseabteilung der dtp Entertainment AG ausgesprochen, die uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zukommen liess.

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ Charme
+ Gelungene Übersetzung
+ Hübsche Grafikstile

- Schwache Sound-Effekte
- Mäßige Story

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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