Deadly Creatures (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Rainbow Studios
Publisher: THQ
Releasedatum: 13/02/2009
ab 12
Genre: Action

Mit Deadly Creatures erreicht die Wii genau so eine Art Spiel, wie wir Zocker uns die Spiele für Wii immer wünschten: Eine innovative Spielidee, im Verbund mit der innovativen und neuartigen Spielsteuerung. Dass viele Hersteller diese Erwartungen bisher nicht erfüllten, ist unlängst kein Geheimnis mehr. Aus der erhofften Innovation, sind mit Masse die sogenannten "Casual" Games geworden und die "sensationelle" Spielsteuerung ist allzu oft, zu einer "Fuchtelsteuerung" verkommen. Ob THQ mit Deadly Creatures den hohen Erwartungen gerecht werden kann werden wir in unserem Test erläutern. Allen Zockern die an Arachnophobie leiden, sei an dieser Stelle jedoch vor dem Genuss dieses Review gewarnt.

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Spielinhalt: 

Beginnen wir diesen Test doch ganz klassisch mit der Erläuterung der Story. Ja, auch Deadly Creatures ist im Besitz einer netten kleinen Geschichte. Aber keine Panik, ihr müsst nicht befürchten, dass ihr im Laufe des Spiels auf sprechende Insekten, Spinnen oder sonstige Tierchen trefft. Vielmehr kreuzt ihr im Verlauf des Spiels an vielen Orten zwei zwielichtigen Gesellen. Diese sind auf der Suche nach einem Schatz. Ihr spielt also Level für Level abwechselnd Tarantel und Skorpion. An bestimmten Punkten begegnet ihr den beiden Schatzsuchern und ihr erfahrt, wie diese ihrem Ziel immer näher kommen, indem ihr sie heimlich belauscht.

Diese Erzählweise ist ein kluger Schachzug der Entwickler, auf der einen Seite hat man eine sich entwickelnde Geschichte, die zudem aus einer nicht alltäglichen Sicht erzählt wird. So wird gewährleistet dass der Spieler einen leichten roten Faden hat, an dem er sich orientieren kann. Einzig als Arachnid durch die Gegend zu krabbeln und andere Tiere zu vertilgen, wäre einfach für viele Zocker zu sinnlos, als dass sie das Spiel auch bis zum Ende spielten. Denn im Grunde geht es um nichts anderes: Ihr seid abwechselnd Tarantel und Skorpion und schlagt euch von Levelanfang in bester Hack and Slay Manier durch die Gegend, erlebt viele Gefahren und erreicht irgendwann das Levelende. Oft erwartet euch an einem solchen Ende eine besondere Herausforderung, seien es große Echsen, oder eine Klapperschlange, die sich im Spielverlauf zum Erznemesis der Tarantel entwickelt.

Um das ganze nicht zu eintönig zu gestalten, entwickeln sich die Fähigkeiten des Skorpions, sowie der Tarantel laufend weiter. Könnt ihr anfänglich gerade mal schlagen und an Wänden herum-krabbeln, werden alle eure Fähigkeiten gezielt verbessert. So kommt es, dass die Tarantel im Laufe des Spiels lernt, klebrige Fäden zu verschießen, einen durschlagsstarken Giftangriff  und natürlich viele Schlagkombinationen zu starten. Gleiches gilt für den Skorpion, auch dieser entwickelt sich stetig weiter. Im allgemeinen liegt der Hauptunterschied der beiden Spinnentiere in ihrer Art zu kämpfen. Die Tarantel entwickelt sich im Laufe des Abenteuers zum flinken Killer, während der Skorpion zur schwerfälligeren, aber dafür Waffen besetzten Tötungsmaschine mutiert. Und so seid ihr Level für Level damit beschäftigt euren Weg zu finden, Fressfeinden zu entkommen, Energie zu tanken, indem ihr Maden und Grashüpfer verspeist und euch gegen allerhand Ungeziefer, oder Artgenossen zur Wehr setzen müsst.

Diese riesige Welt, voller Feinde und Gefahren, erzeugt eine extrem Gänsehaut anregende Atmosphäre, die ihres gleichen sucht. Auch wenn vielerorts geschimpft wird, dass Deadly Creatures für Wii nur ein simples Hack'n'Slay sei, welches mit ein paar Spinnen daherkommt, so muss man doch anerkennen, dass genau diese Verpackung einfach enorm viel von dem erzeugt, was einem Spieler wichtig sein sollte. Spielspaß, tolle Atmosphäre, ja einfach ein aufregendes Erlebnis. Da sei gerne vergeben, dass es „nur“ ein Hack'n'Slay Spiel ist.

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Grafik: 

Optisch lässt Deadly Creatures das geneigte Spielerherz höher schlagen. Zumindest aus dem Gesichtspunkt gefrusteter Wii Anhänger, welche allmählich zu zweifeln beginnen, ob ihre Wii denn nicht bessere Grafiken als eine Dreamcast auf dem TV-Schirm darstellen kann. Genau diese Leute können wir beruhigen. Deadly Creatures sieht richtig gut aus! Wunder solltet ihr zwar auch keine erwarten, dennoch ist die Grafik absolut stimmig und die gesamte Umwelt sieht einfach herrlich aus. Besonders spätere Level, in denen ihr außer Flora und Fauna auch noch vermehrt menschliche Gegenstände zu Gesicht bekommt. Besonders die Level in einer verlassenen Tankstelle, sind auf ihre Art beeindruckend – unter dem Gesichtspunkt, dass ihr als kleines Krabbelvieh auf eine riesige Welt schaut. Wer Filme wie „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“ kennt, weiß wovon ich rede.

Natürlich tragen auch die gut und ziemlich realistisch wirkenden Tierchen zum besonderen Charme des Titels bei. Aber auch wenn diese wirklich gut getroffen sind, scheint es dem ein oder anderen Gegner an Animationsphasen zu fehlen. Besonders auffällig in unserem Test haben sich die ein oder anderen Eidechsen gezeigt, welche zwar auf geschmeidigen Sohlen versuchen uns zu fressen. Wenn man diese jedoch aus der Ferne beobachtet, sieht wie sich diese Echsen ohne jegliche Beinarbeit gerne mal um die eigene Achse drehen. Dies sind zwar nur Kleinigkeiten, sorgen allerdings für einen schlechten Nachgeschmack, besonders, ob des guten Ersteindrucks. Natürlich bietet euch Deadly Creatures einen 16 : 9 Modus sowie 480p (Progressive Scan) Auflösung.
 

Sound: 

Den heimliche Star von Deadly Creatures stellt der Sound bzw. vielmehr die Musikuntermalung dar. Durch ruhige, beinahe unscheinbare Musikstücke, wird ein extrem beklemmende Stimmung geschaffen. Diese dadurch erzeugte Atmosphäre fügt sich perfekt ins restliche Spiel, sowie in die sowieso schon beklemmende Stimmung ein. Auch die übrige Soundkulisse, sowie die deutsche Synchronisation, wissen zu überzeugen.
 

Steuerung: 

Auch bei der Steuerung wird aus dem vollem geschöpft. Gelenkt werden unsere Arachniden Freunde mit dem Nunchuk bzw. mit dem Controllstick. Die Kämpfe werden durch eine Kombination aus Knöpfchen drücken und verschiedenen Gesten der WiiMote bzw. dem Nunchuk aktiviert. Dabei gestaltet sich das ganze simpel und Komplex zugleich. Wer nur ohne Sinn und Verstand auf Knöpfchen drückt und mit der WiiMote fuchtelt, wird zumindest am Anfang noch Erfolge feiern können. Wer jedoch gezielt Angriffe auslösen will und diese auch taktisch klug einsetzen möchte, für den heißt es Techniken einstudieren. Die „Gesten-Steuerung“ funktioniert in den meisten Fällen wirklich gut, kann allerdings gerade in hektischen Momenten doch mal zu Frust führen. Denn in stressigen Gefechten auf Leben und Tod, kann euch die Bewegungserkennung schonmal im Stich lassen. In aller Regel funktioniert die Bewegungserkennung aber Wunderbar und andere Spiele können sich gerne ein Beispiel an der Nutzung nehmen. Ein Problem welches Deadly Creatures aber nicht verleugnen kann ist,  die Komplexität der Angriffe.

Wie gesagt, muss man nicht zwangsweise jeden neu erlernten Angriff auch anwenden. Will man dies, hat man recht schnell eine große Angriffspallette welche man auswendig lernen muss. Gerade bei dem Skorpion verliert man schnell den Überblick, wann man wie die WiiMote schwingen muss, um eine spezielle Technik zu aktivieren. Aber auch der Skorpion beherrscht simple Gesten-Steuerung, welche einem schnell in Fleisch und Blut übergehen werden. Als besonders einprägsam hat sich dabei die Technik des „Einbuddelns“ erwiesen. Wenn Gefahr im Verzug ist, oder man einen Überraschungsangriff starten will, dreht man die WiiMote einfach um 180 Grad auf den Kopf – daraufhin verbuddelt der Skorpion sich im Dreck. Nach einem Ruck mit der WiiMote Richtung Himmel, fällt der Giftstachel besetzte Skorpion über seine Opfer her. Eine weitere Besonderheit des Skorpions ist sein „Finishing Move“, hat man Gegner genügend geschwächt, könnt ihr diese durch bestimmte Bewegungen, welche durch Quicktime Events eingeblendet werden, auf besonders brutale Weise erledigen!
 
 

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Fazit: 

Deadly Creatures ist so erfrischend anders, geht andere Wege und ist dennoch so klassisch. Ein Hack'n'Slay bzw. Action Adventure mit Mut zur Lücke und in Zeiten der absoluten Casual Game Dominanz auf der Wii, spielt sich Deadly Creatures wahrlich erquickend. Auch die Garnitur passt und untermauert die Güte von Deadly Creatures. Mit tollem Soundtrack und herrlich „ekliger“ Optik die jedem Menschen mit Arachnophobie die Tränen in die Augen treiben würde, erklettert sich Deadly Creatures einen ganz besonderen Platz an mein Zocker und Rezensenten Herz. Bei all den positiven Aspekten sollen jedoch auch die Schattenseiten nicht unter den Tisch gekehrt werden. Der viel zu geringe Spielumfang lässt mein Spielerherz bluten. Wie kann man so ein interessantes Spiel so extrem kurz ausfallen lassen? Nach 6-8 Stunden dürften die meisten Zocker bereits den Abspann über den Screen krabbeln sehen. Und auch die nicht immer optimale Steuerung und die auf Dauer etwas zu eintönige Spielewelt, hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack. Dennoch sei allen Wii Spielern denen es endlich wieder nach einem „echten“ Spiel dürstet, Deadly Creatures ganz besonders empfohlen. Ich für meinen Teil, freue mich schon jetzt über einen zweiten (hoffentlich umfangreicheren) Teil.

Vielen Dank an die Presseabteilung von THQ, für die freundliche Bereitstellung des Testmusters

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ tolles Leveldesign
+ gute Grafik
+ Stimmungsvoller Soundtrack
+ innovative Spielidee
+ gute Integration der Bewegungssteuerung...

- teilweise ruckelnde Grafik
- schwerfälliges Justieren der Kamera
- teils ungenaue Kämpfe
- viel zu geringer Spielumfang

Wertung

Grafik:

Schick präsentierte Flora und Fauna!
Sound:

Extrem atmosphärischer Soundtrack!
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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Kommentare

Passend zum Review findet ihr an dieser Stelle noch die passenden Wallpaper zu Deadly Creatures! -> Deadly Creatures Wallpaper

Hier gibt es natürlich noch vielmehr Wallpaper...

Na sowas... Und ich dachte, Deadly Creatures wäre ein hauptsächlich auf Multiplayer ausgelegtes Beat'em'Up, wo man aus einer Vielzahl spielbarer Tiere wählen kann um seinen Freund fertig zu machen o.O

Sind die Screenshots denn tatsächlich Ingame-Bilder? Insbesondere die ersten fünf wirken aufgrund der kameraeinstellung mehr nach Videos als nach tatsächlichen Kampf-Szenen.

Und korrigiert doch bitte mal den zweiten Satz im Bereich Steuerung ("Gelenkt werden unsere Arachniden Freunde mit dem Nunchuk bzw. mit dem Nunchuk."), da hat sich ein Fehler eingeschlichen.

naja es sind ingame bilder, da die zwischensequenzen in ingame Grafik gehalten sind. Einzig die Kameraperspektive wir etwas anders dargestellt.

Das mit dem Beat´em Up ist lustig, bist schon der zweite der mir sagt, dass er dachte das wäre ein Prügelspiel ^^

danke @ Fehler ganz merkwürdig wie der da reingerutscht ist...

Naja, natürlich sind Zwischensequenzen auch "Ingame"
Aber die Kamera ist dann im eigentlichen Spielverlauf schon anders, alles klar.