Dillon's Rolling Western (3DSWare)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Vanpool
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 22/02/2012
ab 6 Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1
Genre: Action
Das Genre der Tower Defense-Spiele, was eigentlich eher ein Subgenre der Echtzeit-Strategiespiele ist, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, auch wenn man recht selten einen wirklich großen Titel zu Gesicht bekommt, der sich dieser Thematik annimmt. In letzter Zeit sind es vielmehr die kleinen, meist kostenlosen Flashgames im Internet o.Ä., die den Spieler für einen kurzen oder aber auch recht langen Zeitraum an den PC fesseln. Nun hat Nintendo den Versuch gewagt, das Genre mit einem Titel aus dem eShop für alle 3DS-Besitzer interessant zu machen und das zudem mit einem ganz besonderen Kniff – mehr verrät unser Review zu Dillon’s Rolling Western.
 
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Spielinhalt: 
Dabei verrät der Titel des Spiels auch schon die wichtigsten Fakten: Es geht um unseren Protagonisten Dillon, einem selbsternannten Ranger, der in Not geratenen Dörfern in mitten des Wilden Westens zu Hilfe eilen will und dabei – aus Gründen die uns unbekannt bleiben – stets 3 Tage und 3 Nächte verweilt. Wahrscheinlich, weil er es sonst kaum schaffen würde, innerhalb einer angemessenen Zeit allen 10 hilferufenden Dörfern unter die Arme zu greifen, wenn es darum geht, die bösartigen Felsmonster, welche die Dörfer Abend für Abend attackieren und die geliebten Manjus reißen, zu besiegen. Vor allem durch Dillons Fähigkeit, sich stundenlang durch die heißen Steppen und Sandlandschaften zu rollen und damit gleichzeitig die Feinde zu attackieren, macht ihn zu einem nützlichen Helfer für die Bürgermeister.
 
Hier sind wir gleich zu Beginn des Reviews auch schon an dem Punkt angelangt, an dem es gilt, zu klären, was Dillon’s Rolling Western von allen anderen Tower Defence-Spielen abhebt: der Echtzeit-Action-Anteil des Spiels. Denn ihr steuert im Spiel Dillon selbst aus einer Third-Person-Sicht durch die Welt, die euch auf dem unteren Touchscreen als Karte angezeigt wird. Dort könnt ihr auch erkennen, welche Wege die Feinde gehen können, an den Wegesrändern stehen großzügig verteilt Wach- und Geschütztürme, wie man es von den „normalen“ Tower Defence-Spielen gewohnt ist. Sie erledigen, einmal gebaut und ausgerüstet, ihre Arbeit von selber und erleichtern wiederum den Job von Dillon, der aber immer noch das meiste selbst in die Hand nehmen muss.
 
Doch eins nach dem anderen, denn bevor es in die Monster-Metzelei geht, gilt es natürlich, gut vorbereitet zu sein. Die Entwickler haben sich hier etwas ganz nettes einfallen lassen: Der Tag ist in drei Abschnitte eingeteilt – den sonnigen Tag, den Abend und die Nacht. Während die Sonne noch draußen scheint, ist das Dorf von keiner akuten Gefahr bedroht, denn die Monster kriechen erst in der Abenddämmerung aus ihrer Höhle. Das gibt euch mehr oder weniger genug Zeit, beispielsweise Manjugras für die Schaf-ähnlichen Manjus zu sammeln, umso mehr ihr dem Dorf gegen Abend zur Verfügung stellt, desto mehr können gezüchtet werden. Das ist wichtig, denn erreicht ein Feind das Dorf, wird er einige der Tiere fressen und wenn alle aufgefressen wurden, ist das Spiel vorbei. Eine ausreichend große Herde der für die Dörfer so wichtigen Tiere ist also entscheidend. Das Gras sammelt ihr ein, indem ihr es – durch die Gegend rollend – einfach umnietet.
 
 
 
Dillon rollt im Übrigen, in dem ihr den Touchpen von der Mitte des Touchscreens in eure Richtung bewegt, je öfter ihr dies vollbringt, desto schneller wird er. Schnell stoppen kann er durch das gedrückt halten des Touchpens auf dem unteren Bildschirm, oder aber er klammert sich durch das Drücken der R- bzw. L-Taste mit seinen Klauen am Boden fest und vollführt eine Vollbremsung. Immerhin ist er ein bewegliches und mutiges Gürteltier, das so einiges auf dem Kasten zu haben scheint. Er macht auch vor den mysteriösen Minen nicht halt, die sich jeden Tag auf einer anderen Position der Karte verstecken. Sie beherbergen nicht nur einige kleinere Kreaturen, sondern vor allem wichtige Gesteine und Mineralien – manchmal sogar Edelsteine und Kristalle. Diese könnt ihr nach gewonnener Schlacht nicht nur in bares Geld umwandeln oder damit die Schutzwände des Dorfes verstärken, sondern auch schon während des Tages verprassen. Das sei euch auch dringend geraten, denn sie werden nicht für irgendeinen Unfug ausgegeben, sondern zum Aufbau neuer Wach- und Geschütztürme bzw. zur Verbesserung dieser.
 
Grundsätzlich habt ihr hier die Auswahl zwischen Holz-, Stein- und Stahltürmen, welche sich vor allem in ihrer Widerstandsfähigkeit bei Angriffen unterscheiden und natürlich auch hinsichtlich des Geldes, das ihr für sie hinlegen müsst. Sind sie gebaut, könnt ihr die Geschütztürme auch mit Waffen ausrüsten, sei es die einfache Flinte oder die mächtige Kanone. Auch hier gilt zu beachten, in welcher Reichweite und mit welcher Stärke die Waffen die Feinde attackieren werden. Eine gut überlegte Taktik ist das Maß aller Dinge, nicht selten wird es vorkommen, dass ihr einen Level mehr als einmal spielt, da ihr die falsche Taktik gewählt habt. Doch mit jedem Versuch werdet ihr schlauer und wisst eher, an welcher Position sich ein mächtiger Turm am meisten lohnt und ob es für euch mehr Sinn macht, mehrere kleine Türme oder nur wenige, aber dafür starke Türme zu bauen. Das hängt ganz vom eigenen Spielstil ab, im Allgemeinen kann aber davon ausgegangen werden, dass man mit Dillon ohnehin die meiste Arbeit verrichten muss und die Türme lediglich dazu dienen, die Monster etwas in Schacht zu halten.
 
Vernichten müsst ihr sie schon selber und zwar indem ihr auf sie zurollt. Tut ihr dies, findet ihr euch im nächsten Moment in einem abgegrenzten Schlachtfeld wieder. Hier gilt es nun, die Felsmonster, große wie kleine, schnellstmöglich förmlich zerspringen zu lassen. Dazu rammt ihr sie mit mächtigen Rollattacken und vollführt durch das Ausführen der richtigen Kommandos, meist ein Berühren des Touchscreens, vielfältige Kombo-Angriffe. Auch Klauenangriffe sind möglich – im Spielverlauf werdet ihr mehrere von ihnen kennenlernen. Die Angriffe selbst und das gilt im Übrigen auch für die gesamte Steuerung, sei es auch nur das Bewegen durch die Welt am Tage, ist zu Beginn recht gewöhnungsbedürftig, nach etwas Training geht sie aber in Fleisch und Blut über und funktioniert soweit tadellos.
 
 
Zurück zum Kampfgeschehen: Sobald ihr die gewisse Anzahl an Feinden, denn es sind stets mehrere, wenn auf der Karte im Spiel auch nur einen Riesenkoloss angezeigt wird, mit mehreren kleinen oder einer starken aufgeladenen Attacke besiegt habt, gilt es, sich zu beeilen, denn während ihr in den Kampf verwickelt wart, stand die Welt um euch nicht still. Andere Monster haben sich an den Türmen weiter zu schaffen gemacht und sind dem Dorfeingang ggf. näher gekommen. Die Karte, die gar nicht einmal so groß scheint, scheint in diesen Situationen endlos groß. Denn von einem Ende zum anderen zu kommen, braucht ganz schön viel Zeit, die man einkalkulieren muss. Ist auch das letzte Monster, ggf. gar ein Endgegner, der besonders stark daher kommt, besiegt, ist das Dorf für diesen Tag gerettet und die Nacht bricht herein.
 
Diese gibt euch Gelegenheit, dem örtlichen Saloon einen Besuch abzustatten. Dort könnt ihr euch nicht nur für eure Heldentaten loben lassen, sondern beispielsweise auch einen Snack zu euch nehmen, um eure Herzen wieder aufzufüllen. Durch die Kämpfe beschädigte Ausrüstungsteile könnt ihr hier reparieren oder gegen neue austauschen, beispielsweise eure Stiefel. Mit der Zeit könnt ihr euch neue leisten -  mit neuen Fähigkeiten und besserer Stärke -  das alles für das Geld, das ihr durch euren großartigen Einsatz im Dorf erhaltet. Doch nicht nur der Bürgermeister zeigt sich spendabel, auch die Dorbewohner, sofern ihr Quests von ihnen absolviert. Im Saloon könnt ihr vor Anbruch des neuen Tages nämlich stets wählen, welche Quests ihr angehen wollt. Dabei gilt es z.B. eine gewisse Anzahl eines bestimmten Monstertyps zu zerstören oder eine gewisse Anzahl an Edelsteinen zu sammeln. Erledigt ihr die Aufgabe, erhaltet ihr die Belohnung, ansonsten müsst ihr Strafe zahlen. Habt ihr anschließend im Außenbereich des Saloons noch etwas eure bestehenden, sowie neu erlernten Attacken geübt, könnt ihr auch schon in den neuen Tag starten, der ebenfalls, wie schon der vorherige, nach erfolgreichem Durchlaufen bewertet und demnach mit einer Punktzahl, bewertet wird. Alle drei Tage zusammen werden z um Schluss mit einer Anzahl an Sternen (maximal 5) bewertet.
 
 
Da ihr auch später wieder zu den Dörfern zurückreisen könnt und dabei sogar euer Startkapital anpassen könnt, habt ihr die Möglichkeit, eure persönlichen Highscores zu schlagen und möglichst die 5-Sterne-Wertung zu ergattern. Die verschiedenen Dörfer präsentieren sich mit leicht veränderter Karte, neuen Monstern und unterschiedlichen Türmen. Das sorgt zwar für Abwechslung, doch das Spielprinzip an sich ist doch arg monoton. Im Grunde verläuft jeder Tag gleich, hier geht dem Spiel mit der Zeit etwas die Puste aus, zudem ist der ständige Zeitdruck am Tag recht anstrengend. Der Abend nämlich kann zu jeder Zeit hereinbrechen, da es keinen dynamischen Tag- und Nachtwechsel gibt, bricht er plötzlich herein, auch wenn ihr noch gar nicht soweit seid. Dann gilt es, die Beine in die Hand zu nehmen und beispielsweise das Manjugras im Dorf abzuliefern. Der Zeitdruck hält zwar die (An-)Spannung des Spielers aufrecht, kann aber gleichzeitig auch frustrierend wirken. Frustrierend ist auch, dass ihr beim Start eines neuen Dorfes kaum die Möglichkeit habt, eure Türme ordentlich zu rüsten, da euch nur wenig Geld zur Verfügung steht. Das ganze Spiel über ist das Geld Mangelware, sodass gut geplant werden muss, doch in den handelsüblichen Tower Defence-Spielen hat man mit der Zeit das Gefühl, etwas Mächtiges aufgebaut zu haben, was sich sowohl optisch, als auch in den voranschreitenden Leveln verdeutlicht. Da ihr aber nur drei Tage an einem Ort verbleibt, lässt einem das Spiel kaum die Chance, dieses Feeling zu verspüren. Sobald ihr genug Geld habt, um die Verteidigungsanlagen richtig auszubauen, müsst ihr auch schon weiter ziehen.
 
Hier kränkelt das Spiel leider etwas und verschenkt zusätzliches Potential. Durch die Monotonie des Spielverlaufs wird ohnehin recht viel verschenkt, auch ist es ärgerlich, dass man keinen dynamischen Tag- und Nachtwechsel implementiert hat. Das wäre nicht nur ein optisches Highlight gewesen, sondern hätte auch das Spielgefühl verbessert. Insgesamt präsentiert sich das Spiel grafisch ansehnlich. Auch wenn nicht alles auf Hochglanz poliert wurde, so stimmt dennoch das Design und der Style des Titels, der einen gewissen Charme nicht abstreiten lässt. Das Westernsetting wurde gut eingefangen, die Charaktere und Monster putzig gestaltet. Die Soundkulisse ist in Ordnung, die Westernklänge wiederholen sich zwar mit der Zeit, sind aber nett anzuhören – die Soundeffekte können sich hören lassen und lassen einen in den richtigen Momenten den passenden „Impact“ erfahren.
 
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Fazit: 
Dillon’s Rolling Western für Nintendo 3DS mag nicht der hochangepriesene Superhit geworden sein, dennoch aber ein gelungener Mix aus klassischem Tower Defence und Action in Echtzeit. Kann man erstgenanntem Genre im Allgemeinen etwas abgewinnen und ist offen für Neues, ist man hier wohl genau richtig. Doch auch alle anderen werden ihren Spaß haben, wenn sie nach einer kleinen Eingewöhnungszeit mit Dillon durch die Gegend rollen. Viel Potential wurde durch die fehlende Abwechslung im weiteren Spielverlauf verschenkt, die immer gleichen Aufgaben unter oft enormen Zeitdruck ausführen zu müssen, zerrt eher an den Nerven der Spieler, als dass es Spielspaß erzeugt. Insgesamt jedoch ist das Spiel sicherlich eines der besseren eShop-Titel und ist somit einen genaueren Blick eines jeden wert.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung der erforderlichen Nintendo Points!
 

Pro & Contra

+ gelungener, innovativer Genre-Mix
+ 10 Dörfer mit individuellen Gegebenheiten
+ neue Ausrüstungsteile und Fähigkeiten
+ Westernsetting wurde gut eingefangen
- starke Monotonie im Spielverlauf
- zu schneller Dorfwechsel

Wertung

Grafik:

gut eingefangenes Westernsetting
Sound:

Western-Melodien, die sich wiederholen
Spielspass:
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