Driver Renegade 3D (3DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Releasedatum: 01/09/2011
ab 16
Spieleranzahl: 1
Genre: Action
Eins ist klar: Ubisoft lässt die Driver-Spieleserie mit Driver: Renegade 3D auf dem Nintendo 3DS wieder zurück zu den Wurzeln kehren. Während man nämlich in den ersten beiden Teilen der Hauptreihe zum größten Teil in seinem Auto saß und von einem Punkt zum anderen fuhr, gab es ab dem dritten Teil sogar Third-Person-Shooter-Elemente im Spiel. Diese wurden im fünften Teil, Driver San Francisco, für die beiden HD-Konsolen und die Wii, wieder entfernt – gleiches gilt für die 3DS-Version des Spiels, die jedoch in New York spielt. Doch hat Ubisoft damit den richtigen Weg eingeschlagen, um die Spielereihe wieder auf Erfolgskurs zu führen? Erfahrt es in unserem Review!
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Spielinhalt: 
Fans der Reihe dürfte bekannt sein, dass es sich bei Driver in seinen Grundzügen zwar um ein Rennspiel handelt, dieses zumeist aber anders umgesetzt wird, als man es vielleicht gewohnt ist. In Driver: Renegade 3D gibt es zwei grundlegende Spielmodi zu entdecken, auf denen das Spiel basiert. Auch wenn sich die Stadt sehr nach Open World anfühlt, seid ihr doch an Missionen bzw. Herausforderungen gebunden, die euch größtenteils keinen großen Spielraum bei der Erkundung der Stadt lassen.
 
Einer der Modi ist der sogenannte Abenteuer-Modus, man könnte ihn auch als Story-Modus bezeichnen, da sich hier die Geschichte des Spiels binnen 20 Missionen entfaltet. Diese sei an dieser Stelle kurz angerissen: John Tanner hat seinen Job als Undercover-Ermittler geschmissen, nachdem er feststellte, dass man der Justiz nicht länger trauen kann. Er erklärt sich bereit, Senator Ballard dabei behilflich zu sein, die Stadt von fünf Gangsterbossen zu befreien. Jede Mission muss im Versteck zunächst ausgewählt werden, es folgt eine kurze Zwischensequenz, welche die Story vorantreibt und die Grundlage für die zu absolvierende Mission legt. Die 20 „verschiedenen“ Missionen im Abenteuer-Modus zeichnen sich dabei nicht gerade durch das Adjektiv „abwechslungsreich“ aus.
 
Immer und immer wieder gilt es, seine Feinde zu verfolgen, vor ihnen zu fliehen oder sie zu eliminieren. Bei Letzterem müsst ihr die gegnerischen Fahrzeuge rammen, um ihnen Schaden zuzufügen. Ihr könnt ihnen einfach in die Seite fahren oder aber die Autoangriffe benutzen, um Seitenangriffe zu starten. Dabei springt das eigene Fahrzeug regelrecht, je nach Wahl, nach links oder rechts und drängt den Gegner damit ab.  Der sich verschlechternde Zustand der Fahrzeuge wird durch ein zwar nicht zwingend realistisches und detailreiches Schadensmodell dargestellt, weiß im Grunde jedoch dennoch zu gefallen. Bei den diversen Unfällen, die ihr verursachen werdet, bleibt es nicht aus, dass auch euer Fahrzeug Schaden nimmt, spätestens, wenn Feuer aus dem Motorraum steigt, solltet ihr aber dringend eine Werkstatt aussuchen.
 
Hier hat man sich ein recht überzeugendes Feature ausgedacht, denn während ihr mit Vollgas unterwegs seid, müsst ihr die Werkstatt lediglich passieren und das Auto ist wieder wie neu. Das hört sich wenig spektakulär und arg unrealistisch an, im Spielgeschehen aber, wenn ihr gerade einem Gangsterboss auf den Fersen seid, euer Fahrzeug bisweilen aber schon stark gelitten hat und droht, jeden Augenblick in seine Einzelteile zu zerfallen, kann die Suche nach einer Werkstatt schon einmal richtigen Nervenkitzel ausüben. Hilfreich zur Seite steht euch dabei die auf dem unteren Bildschirm dauerhaft angezeigte und gelungene Karte. Somit findet ihr leicht zu euren Gegnern, einer Werkstatt oder Verstecken der Kriminellen. Aber nicht immer ist es einfach, gleichzeitig einen Blick auf die Karte zu werfen und das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten.
 
Für genau jenes, angesprochene Nervenkitzel-Gefühl sollte doch eigentlich auch der RAGE-Modus sorgen, oder, liebe Entwickler? Ich denke schon, denn immerhin soll dieser für mehr Tempo, Kraft und Widerstandsfähigkeit sorgen, wenn man ihn einsetzt. Dafür muss die RAGE-Anzeige zunächst gefüllt werden, was durch das Zerstören von Gegnern und Straßenelementen, Driften oder Sprünge geschieht. Entdeckt ihr speziell gekennzeichnete Verstecke der Kriminellen und zertrümmert diese, wird die RAGE-Anzeige umgehend komplett aufgefüllt. Hat man Tanners Spezialfähigkeit dann aber erst einmal aktiviert, wird sich schnell Ernüchterung breit machen. Ein Geschwindigkeitsvorteil ist kaum zu spüren, das eigene Fahrzeug nimmt lediglich weniger schnell Schaden. Insgesamt also ein eher enttäuschendes Feature.
 
Im Karriere-Modus könnt ihr mit durch den Abenteuer-Modus freigespielten Autos vergleichbare und neue Rennmodi absolvieren. Autos könnt ihr im angesprochenen Story-Modus aber nur freispielen, wenn ihr die Missionen auf dem Schwierigkeitsgrad „schwer“ erledigt, leider wird dieser sich in den meisten Fällen aber nicht wirklich gerecht und stellt einen nur selten vor eine Herausforderung. Im Karriere-Modus finden wir die Modi Zeitfahren, Straßenkrieg, Demolition-Derby oder auch Afterburner wieder. Auch hier wiederholt sich das Spielprinzip: Gewinnt ein Rennen, zerstört Gegner und richtet Schäden an oder haltet euch möglichst lange im Fahrerfeld. Sieben Modi erwarten euch hier ingesammt, jede mit 12 Herausforderungen, was zusammen mit den 20 Story-Missionen satten 104 Herausforderungen entspricht.
 
Das hört sich natürlich nach einem enormen Umfang an, doch letztlich ist festzuhalten, dass es sich bei diesen Herausforderungen zu 90% um keine allzu umfangreichen handelt. Viele der Missionen können innerhalb einer Minute erledigt werden, manche dauern auch etwas länger, was oft der Tatsache geschuldet ist, dass die sonst eher weniger intelligente Gegner-KI ihre Schnelligkeit ausspielt oder zu unfairen Mitteln greift und sich von einer Sekunde auf die andere plötzlich wieder hinter euch befindet, obwohl ihr sie eigentlich schon abgehängt hattet. Das Spiel hat aber nicht nur mit den zu schnell erledigten Herausforderungen zu kämpfen, sondern auch mit der Abwechslung. Wie bereits angesprochen, wiederholen sich die 7 Rennmodi, die sich schlichtweg auch zu sehr ähneln, mit der Zeit zu stark, sodass die Motivation auf der Strecke bleibt.
 
Beim Story-Modus wird diese noch dadurch nach oben getrieben, dass man die doch recht interessante Geschichte weiter verfolgen möchte oder die schönen Zwischensequenzen einen positiven Eindruck hinterlassen haben. Desweiteren unterstützt das Spiel die StreetPass-Funktion – hier kann man aber lediglich Statistiken vergleichen und auch die Werkstatt ist nicht der Rede wert, immerhin kann man hier nur die Farbe der Vehikel verändern, kein Tuning, kein Garnichts.
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Grafik: 
Grafisch stellt Driver: Renegade 3D keine Augenweide dar, kann grundsätzlich jedoch durchaus überzeugen. Die recht große Stadt kann mit gelungenen Texturen und durch verschiedene Gebäudetypen, sowie zerstörbare Objekte punkten. Das Spielgeschehen verläuft zu jeder Zeit flüssig, allerdings muss man dafür auch in Kauf nehmen, dass manche Objekte erst recht spät vor den Augen des Fahrers aufploppen, auch lässt die Weitsicht zu wünschen übrig. Das Schadensmodell der Fahrzeuge ist, wie bereits angesprochen, nicht sonderlich detailreich, allerdings können austretender Qualm, sowie aus dem Motorraum schlagende Flammen besonders mit eingeschaltetem 3D-Effekt zu überzeugen wissen. Das Spiel profitiert ganz und gar vom 3D-Effekt, seien es die Fahrzeuge, die Stadt-Kulisse oder einige nette, zusätzliche Grafik-Effekte.  Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die im Comic-Look gehaltenen Zwischensequenzen, die durch ihre außergewöhnliche Präsentation für einen ganz besonderen Charme sorgen. Es erwartet einen zusammenfassend kein Grafik-Feuerwerk, im Grunde aber eine solide Darstellung.
Sound: 
Der Sound ist ein zweischneidiges Schwert. Die Synchronsprecher in den Zwischensequenzen punkten durch überzeugendes Auftreten, indem sie das Geschehen gut vermitteln können. Auch die Musikuntermalung, die im Karriere-Modus frei gewählt werden darf, indem man sich für einen Radio-Sender je nach Lieblingsgenre entscheidet, ist als gelungen zu bezeichnen. Das Geschehen auf den zwei Bildschirmen wird passend untermalt, dem gegenläufig sind jedoch die wenigen Sätze, die Tanner während seiner Verfolgungsjagden von sich gibt.
 
An nahezu jeder Straßenkreuzung erwartet den Spieler einen, so scheint es, zufällig ausgewählten Spruch. Hierbei scheint man nicht gerade die Auswahl aus einem großen Fundus zu haben. Somit kommt neben der Tatsache, dass die Sprüche die meiste Zeit über gar nicht zur Situation passen, auch noch dazu, dass man sich mit der Zeit von den immer selben Sprüchen, wie „Jetzt wird richtig gerockt!“ oder „Jetzt gibt’s auf die Fresse!“, richtig genervt fühlt. Tanner ist ein Ex-Cop, dem Verbrechen auf der Spur, der auf höflichen und gesitetten Umgang verzichtet, nichtsdestotrotz hätte man ihm ein wenig mehr sprachliche Vielfältigkeit durchaus zugetraut. Auch die Soundkulisse, also beispielsweise die Motorengeräusche, sorgen nicht gerade für Begeisterung.
Steuerung: 
Wir haben es hier mit einer weitgehend klassischen Rennspiel-Steuerung zu tun, wobei die Möglichkeit einer individuellen Anpassung wünschenswert gewesen wäre. Aber auch so gewöhnt man sich schnell an die vorgegebene Tastensteuerung. Mit dem B-Knopf gibt man Gas, während man mit dem A-Knopf, sofern die Anzeige gefühlt ist, die RAGE-Fähigkeit aktiviert. X und Y stellen die Bremse bzw. Handbremse dar, die vor allem beim Driften um die Kurven hilfreich sind. Die Schultertasten, sprich der R- und L-Button, dienen dem reichlich komisch aussehenden „Hüpfen“ der Autos, um Gegner zu rammen. Die eigentliche Kontrolle über das jeweilige Fahrzeug übernimmt man wahlweise mit dem Steuerkreuz oder dem Slide-Pad. Hier ist anzumerken, dass sich die Fahrzeuge im Allgemeinen schon recht schwammig steuern, woran man sich mit der Zeit zwar gewöhnt, allerdings wird einem die Steuerung mit dem Slide-Pad noch länger störend auffallen. Mit dem klassischen Steuerkreuz ist eine etwas kontrolliertere Steuerung möglich.
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Fazit: 
John Tanner is back! Die Frage ist nur, in welcher Verfassung. Der geneigte 3DS-Besitzer bekommt mit Driver: Renegade 3D grundsolide Kost geboten, denn die durch Comic-Sequenzen erzählte, allerdings zu kurze Story, weiß zu gefallen. Grafik und Sound sind sicherlich keine Meisterwerke, aber annehmbar. Die über 100 Missionen gaukeln einem einen enormen Umfang vor, doch diesem Anspruch kann das Spiel nicht gerecht werden. Das Hauptproblem dieses Spieles ist, dass ihm das „gewisse Etwas“ fehlt. Die Grundlagen wurden gelegt, doch wissen sie den Spieler abseits der Story nicht länger zu fesseln. Gründe gibt es viele, sei es die Monotonie und der Schwierigkeitsgrad der Missionen, der fehlende Multiplayer oder schlichtweg der fehlende Anreiz weiterzuspielen, denn bis auf ein paar nicht-lizenzierte Fahrzeuge erwartet einen nicht mehr viel.
 
Fans der Driver-Reihe dürften eher enttäuscht sein, dennoch mag sich ein kurzer Ausflug nach New York lohnen, denn die Jagd nach den Gangsterbossen ist zumindest zweitweise unterhaltsam.
 
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Pro & Contra

+ über 100 Missionen

+ weitgehend offene Stadt

+ nette Zwischensequenzen
 
+ netter 3D-Effekt
 
+ gute Synchronisation

 

 - … die zu kurz und eintönig sind

- zu kurzer Story-Modus

- z.T. auftauchende Pop-Ups

Karriere-Modus nicht motivierend

- kein Multiplayer

 

Wertung

Grafik:

schöne 3D-Kulisse der Stadt, leider aufploppende Elemente
Sound:

Gute Synchronisation und Musik, Soundkulisse schwach
3D Faktor:

macht Kulisse, Fahrzeuge und Effekte schöner
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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