Enclave: Shadows of Twilight (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Starbreeze
Publisher: Topware Interactive
Releasedatum: 22/05/2012
ab 16
Spieleranzahl: 1
Genre: Hack'n'Slay

Die Geschichte von Enclave: Shadows of Twilight für Wii ist eine lange, vor allem war es ein langer langer Weg bis zum nun endlich vollzogenen Release. Ursprünglich sollte der Titel bereits für den Gamecube erscheinen, dann wurde der Titel für die Wii gelistet und sollte bereits vor knapp zwei Jahren den Weg in den Handel schaffen. Nun ist er endlich da! Warum wir uns freuen, aber auch einiges zu meckern haben, erfahrt ihr in unserem Test zu Enclave: Shadows of Twilight.

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Spielinhalt: 

Enclave erschien erstmals im Jahre 2002, damals noch für die erste Xbox, wurde dann aber auch recht schnell für den PC veröffentlicht und wie bereits erwähnt, werkelte man damals wohl zumindest versuchsweise an einer Gamecube Version, die nie erscheinen sollte. Anno dazumal zeichnete sich der Titel auch für seine herausragende Technik aus. Doch was ist Enclave für ein Spiel? Auf den ersten Blick mutet es wie ein klassisches westliches Rollenspiel, wie etwa „Dragon Age“ oder "Gothic" an. Zumindest rein optisch begeht man die verschiedenen Level doch in der damals noch recht frischen „Third-Person“ Ansicht. Doch der erste Schein trügt, denn gleichwohl das Spielgeschehen auch Rollenspiel-Attribute vorweisen kann, erinnert uns Enclave: Schadows of Twilight am Ende eher an ein Hack and Slay/ Action-Adventure-Mix mit eben besagten leichten RPG-Einschlag. Vom Gameplay also mehr „Gaunlet“ oder „Diablo“ als „Final Fantasy“ oder „Dragon Age“.

Doch worum geht es? Es geht um die titelgebende „Enklave“ in der von Magie beherrschten Fantasy-Welt. Nach vielen Jahrtausenden der Gewalt zwischen den Völkern des Lichts und der Finsternis konnte sich das Land Celenheim als letzte Enklave der Lichtvölker behaupten. Das Land gedeiht, bietet Schutz und Sicherheit. Enclave: Shadows of Twilight zeigt nun die Abenteuer des wieder aufkeimenden Konflikts zwischen den Licht- und Schattenvölkern. Ihr als Spieler könnt sodann eine Seite wählen - wollt ihr für die Kräfte des Lichts oder für die Finsternis auf den Plan treten? Habt ihr euch für eine Seite entschieden, steht natürlich auch noch die Wahl des Helden oder Schurken im Vordergrund, wollt ihr im Namen des Lichts als Ritter, Jägerin (Elfen), Druidin, Halblinge, Ingenieur (Gnom), oder als Zauberer in die Schlacht ziehen? Jede Klasse bzw. Rasse hat individuelle Stärken und Schwächen. Der Ritter ist eine Wucht im Nahkampf aber ein lausiger Bogenschütze. Der Zauberer von unschätzbaren Wert, wenn es um magische Fernangriffe geht, aber im Nahkampf wegen seiner körperlichen Unterlegenheit ein schnelles Opfer.

Aber ihr könnt natürlich auch einen finsteren Gesellen wählen, diese bieten auf jeden Recken der Helden ein böses Äquivalent. So könnt ihr als Assassine, Zauberin, Berserker, Goblin, Ork Bombardier, oder als Lich in die Haut des Bösen schlüpfen. Ähnlich wie auf der Seite des Guten hat jede Klasse wieder seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. Die verschiedenen Charakterklassen sind allerdings nicht von Beginn an wählbar, ihr gabelt sie sozusagen im Spielverlauf auf. Seid ihr dann im Spiel, schnetzelt ihr entweder die Horden der Finsternis oder natürlich die guten Lichtvölker. Dabei ist Obacht geboten, sammelt möglichst viel Geld, um eure Ausrüstung stetig zu verbessern, wer seine Waffen, Schilde und Rüstungen nicht ordentlich upgradet, wird schneller als ihm lieb ist der Bildschirmtod ereilen. Denn Enclave ist hart, richtig hart. Spielt ihr nicht gerade auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad, ereilt euch der Bildschirm-Tod anfänglich alle paar Minuten. Was zu Beginn noch frustrierend oft passiert, legt sich zumindest mit der Zeit ein wenig. Hat man erst einmal die Steuerung verinnerlicht und auf die verschiedenen Gegner eingestellt, zeigt sich, dass das Spiel zwar zu jederzeit fordernd, nie jedoch unfair ist.

Neben allerhand Gemetzel muss der Spieler aber auch ab und an seine Rübe anstrengen. Kleine Schalter- und Suchrätsel lockern das allgegenwärtige Metzeln auf, bietet im Vergleich mit anderen Spielen jedoch nur gewohnte Standardkost. Suche einen Schlüssel hier, betätige den richtigen Schalter dort drüben und beschütze auch mal einen wehrlosen Händler. Dabei ist jedoch immer recht viel auf dem Bildschirm los. Zahlreiche gescriptete Ereignisse lassen die Action nie abreißen. Ob dies nun auf euch zurasende Rammen sind, oder Gebäude einstürzen. So ist immer jede Menge los und lässt das Spiel lebendig werden. Beim Speichersystem liegt Freud und Leid dicht beieinander. Schade ist, dass man nicht zu jederzeit frei speichern kann. Ihr müsst euch stets zu vorgegebenen Speicherpunkten durchschlagen und startet ansonsten stets am Levelanfang neu, oder eben an den besagten Speicherpunkten. Nett ist jedoch, dass sich das Spiel trotzdem zu jederzeit merkt, welche Gegner ihr bereits besiegt habt. Speichert ihr etwa, kurz bevor ein dicker Brocken euch zu Leibe rücken will, so merkt sich das Spiel nach eurem Ableben, dass ihr ihm auch schon mal ordentlich eines über die Rübe gezogen habt. Insgesamt kann man sagen, dass es in Enclave: Shadows of Twilight eine ganze Menge zu entdecken gibt, dies fängt schon bei den vielen verschiedenen Charakterklassen an, die man mit der Zeit spielen kann, aber natürlich strahlt das Spiel auch seinen Reiz dadurch aus, dass man nicht nur auf der Seite des Guten spielen kann, sondern ebenfalls die Kampagne auf der Seite des Bösen begehen kann. 

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Grafik: 

Wie in unserem Preview bereits bemerkt, waren wir etwas skeptisch, was die Grafik angeht. Wir können zumindest ein Stück weit Entwarnung geben. Wie schon vermutet war der riesige HD-Fernseher einfach nicht das optimale Ausgabegerät für die SD-Grafik der Wii. Wenn dann nichtmal ein Komponenten Kabel an einen solch riesigen TV angeschlossen ist, sieht das Spiel einfach sehr bescheiden aus. Unser Test basiert auf einem 42 Zoll Toshiba Regza. Die Wii ist mit Komponenten Kabel an den TV angeschlossen und zudem besitzt der TV die Möglichkeit leichter Hochskalierung. Wir haben natürlich auch ohne Hochskalierung getestet. Insgesamt zeigt sich ein Bild, welches trotzdem noch enttäuscht. Besonders, wenn man sich mit dem 10 Jahre alten Original vergleicht. Die Xbox-Version hatte für damalig Zeit tolle Technik und strotzte vor Grafik-Features. Bumpmapping hier, verschiedenste Lichteffekte dort.

Diese Techniken sind so ohne Weiteres nicht auf die Wii übertragbar, die Wii bietet aber ihre ganz eigenen Möglichkeiten, wie die sogenannten „Pseudo Shader“. Eine solche Anpassung wurde jedoch nicht vollbracht. Man hat quasi nur alles, was nicht geht, rausgeschmissen und das Spiel dann zum Laufen gebracht. So ergibt sich ein vom Prinzip ordentliches und stimmiges Bild, sobald man Wänden und Gegenständen jedoch zu nahe kommt, fallen die extrem hässlichen und groben Texturen ins Auge als auch die vielen wegrationalisierten Lichteffekte, welche nun eben nicht mehr ins Auge stechen. 

Zudem zeigt das Spiel einfach auch optische Unzulänglichkeiten, die vor 10 Jahren keine waren. Wenn Sträucher, Bäume und Co. nur Textur-Tapeten sind, dann versetzte einem das eben in die noch in die Anfangszeiten der 3D-Spiele. Dafür bietet Enclave: Shadows of Twilight große Levels mit vielen verschiedenen Bauten und dadurch eine große optische Abwechslung. Sehr ärgerlich ist auch die schlampige Anpassung an den aktuellen Breitbild-Standard. Hier hat der Entwickler einfach das Bild auseinandergezogen. Das kann aber jeder 16:9 TV selbst, dafür brauch ich die Entwickler nicht. Aber eigentlich will man ja keine auf einmal extra breitschultrigen Hünen. Ein Kreis mag auch gerne ein Kreis bleiben…

Für ein nur knapp 30 Euro teures, dafür verdammt weitläufiges Spiel ist die Optik in Ordnung, dass man jedoch nicht einmal die Qualität der Xbox-Vorlage erreicht, enttäuscht jedoch massiv. 
Sound: 

Geboten wird eine überdurschnittliche Soundkulisse als auch stimmungsvolle Musik, die aber eher hintergründig seine Arbeit tut, dies aber sehr gut. Ohrwürmer oder dergleichen sind aber eher nicht unter den Musikstücken zu finden. Die deutsche Sprachausgabe ist die meiste Zeit sehr hochwertig und hat uns gut gefallen!

Steuerung: 

Gesteuert wird entweder mit der Kombination Wii Remote und Nunchuk, oder mit dem Classic-Controller Pro. Insgesamt gefällt uns die Steuerung per Classic Controller um ein vielfaches besser, da man die Kamera einfach besser im Griff hat. Nutzt man allerdings gerne und viel Magier und Fernwaffen-Charas, so empfehlen wir zumindest einen Blick in die Wii Remote Steuerung zu riskieren. Denn dank Wii Pointer Funktion geht das Zielen mit Fernwaffen natürlich zumindest theoretisch gleich in Fleisch und Blut über. Allerdings gibt es hier oft massive Kamera-Probleme, und man schaut schon mal unfreiwillig die Decke, anstelle des Gegners an. Schade, hier hat man Potenzial verschenkt, denn wie schon erwähnt, rein vom Prinzip hätte hier grade im Bezug auf Fernwaffen eine Steuerung vorfinden lassen, die ähnlich präzise hätte sein können wie auf dem PC.

Fazit: 

Enclave: Shadows of Twilight ist knapp 10 Jahre alt. Dies merkt man dem Spiel deutlich an, ob nun im Leveldesign, an der Härte oder der mittelprächtigen Grafik. Grade im Grafik-Bereich enttäuscht uns das Spiel doch sehr, denn hier hat man einfach viel Potenzial verschenk. Grafisch hatten wir uns dann doch Xbox- Niveau erwünscht. Doch Grafik ist nicht alles, und wenn man darüber hinwegsehen kann, erwartet Wii Spieler mit Enclave ein motivierender Mix aus Action-Adventure, Hack & Slay und Rollenspiel. Der hohe Schwierigkeitsgrad dürfte einige Spieler zwar etwas schocken, doch zumindest auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad sollte man vor allzu vielen Tobsuchtsanfällen verschont bleiben. Und trotzdem, im Zuge der allgemeinen Verweichlichung der Spieler und Spielkultur, in Zeiten in denen Spiele immer kürzer und einfacher werden und in denen sogar „Spieleassistenten“ dafür sorgen, dass man im Spiel weiter kommt, ja zu dieser Zeit kommt Enclave: Shadows of Twilight und haut dem verweichlichten Wii-Spieler mit schallerndem Lachen einmal mehr die digitale Axt ins Genick. Mit Enclave bekommt die Wii so ihr eigenes „Dark Souls“ spendiert.  Bedenkt man den günstigen Preis, wird Wii Spielern so ein Spiel präsentiert, welches auf der weißen Fuchtelkonsole absolute Mangeware ist, deswegen finden wir es sehr gut, dass das Spiel dann doch noch seinen Weg auf die Konsole gefunden hat. Wer also mal wieder gefordert werden will, und neben den üblichen Helden auch die Steuerung der Fieslinge übernehmen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren!


Pro & Contra

+ Story des Guten und des Bösen spielbar

+  Viele Charaktere

+ Umfangreiches Spiel

+ Gute Synchro und Sound

- Grafik mehr schlecht als Recht 

- WiiMote-Steuerung sehr schwach

- Insgesamt etwas altbacken

Wertung

Grafik:

Sehr schwache Texturen aber weitläufige Level
Sound:

Guter Soundtrack und deutsche Sprachausgabe
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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