F1 2009 (Wii)
Die Spieleschmiede Codemaster hat sich bereits auf der PSX mit dem Funracer Micro Machines, oder TOCA Touring Cars welches später von der Rennserie DTM Race Driver abgelöst wurde einen Namen in dem Bereich der Rennspiele gemacht. Nun haben sie die Formel 1 Lizenz von Sony übernommen und bringen unter dieser prompt mit F1 2009 einen Titel auf den Markt. Der Deal hat nur einen Haken: Sumo Digital ist mit der Entwicklung beauftragt, welche auch sich auch für die miserable Umsetzung von Colin McRae2: Dirt 2 für unsere geliebte Heimkonsole aus dem Hause Nintendo verantwortlich zeichnen. Kann ihr neuestes Werk für die Wii überzeugen? Dies erfahrt ihr in unserem Test.
Codemasters konnte bei F1 2009 auf die gesamte Lizenz der F1 2009 Saison zurückgreifen, so dürfen sich Rennspielfreunde mit Benzin im Blut auf die kompletten 17 Strecken, 10 Teams und natürlich alle 20 Fahrer freuen. Auch die neue Strecke in Abu Dhabi darf dabei im Sortiment natürlich nicht fehlen. Sogar an das KERS-System welches für einen kurzen Moment zusätzliche Pferdestärken, für einen kleinen Geschwindigkeitsschub, frei gibt und erst für die Saison 2009 in der Formel 1 zugelassen wurde, ist gedacht. Auch an einer satten Palette Spielmodi darf sich der geneigte Raser erfreuen: Zeitrennen, ein Rennwochenende, eine komplette Weltmeisterschaft oder gar Herausforderung in denen ihr im Windschatten fahren, Checkpoints passieren oder möglichst schnelle Rundenzeiten hin legen müsst.
Der Hauptmodus wird natürlich von der Karriere dar gestellt. Hier erstellt ihr euren eigenen Fahrer und wählt ein Helmdesign aus. Nun habt ihr Einladungen von 2 Rennställen bei denen ihr Anfangen könnt. Die Anforderungen seitens des Managements an euch sind zu Beginn noch nicht sehr hoch gesteckt. So müsst ihr in der ersten Weltmeisterschaft lediglich 30 Punkte einfahren um die Vertragsauflagen zu erfüllen. Die Karriere verläuft dabei wie im Großen Vorbild. Ein Rennwochenende besteht aus dem Trainingsrennen, um die Strecke kennen zu lernen und letzte Feinabstimmungen wie Bodenfreiheit, Winkel der Spoiler, Reifenmischung, und und und vor zu nehmen. Dem folgen die drei je 20, 15 und 10 Minuten andauernden Qualifyings und schlussendlich das eigentliche Rennen. Doch keine Angst, Ihr müsst nicht eine gute Stunde Vorbereitungszeit pro Rennen einplanen, ihr könnt auch direkt, erst am Renntag einspringen, werdet dann allerdings auf eine der hinteren Startpositionen verwiesen.
Falls der Sieg in weite Ferne rückt, können unzählige Fahrhilfen zur Rate gezogen werden: Ideallinie einblenden, das Schadensmodell kann ausgeschaltet werden, Bremshilfen, Benzinverbrauch und Reifenverschleiß deaktiviert. Netter Nebeneffekt, das lästige Boxenstopps dadurch Geschichte werden. Nun ist es ein Klacks den ersten Platz nach Hause zu bringen. Mit all den Modi, Einstellungsmöglichkeiten und Hilfestellungen kann doch eigentlich nichts mehr Schief gehen, oder?
Ein paar gravierende Mängel sind uns dann doch aufgefallen, die uns sehr sauer aufgestoßen sind. Das Schadensmodell ist optisch an den Fahrzeugen kaum aus zu machen. Wenn man mit 200km/h frontal mit einer massiven Mauer zusammenstößt (was springt die mir auch vor die Karre?!) lässt man unter Umständen mal seinen Spoiler auf der Strecke. Der Formel 1 Bolide verzieht danach vielleicht auch ein bisschen die Spur. Der minimalistische Realismus kann allerdings nicht davon ablenken, dass man wie ein Fußball von der Bande ab prallt. Ähnlich enttäuschend sind die Einstellungsmöglichkeiten an dem Wagen. Sie sind zwar insgesamt umfangreich, haben allerdings kaum Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Die KI der Konkurrenten ist ähnlich beschränkt wie das Schadensmodell. Sie fahren wie an einer Schnur gezogen, brav hintereinander. Wenn man den Schwierigkeitsgrad erhöht, zeigen sie zwar hin und wieder ein Überholmanöver, fahren dabei aber gerne in euer Heck.
Die Boliden sind echt hübsch an zu schauen. Grafisch haben die Entwickler einiges geleistet. Die Strecken und der Horizont sehen wirklich gut aus. Lediglich bei nahen Kamerafahrten wirken die Fahrzeuge ein wenig pixelig. Der Rückspiegel hingegen wurde unverständlicherweise lediglich als sich bewegender Punkt am oberen Bildschirmrand dar gestellt welcher angibt, an welcher Stelle sich ein Konkurrent unmittelbar hinter euch befindet. Die Cockpitansicht ist sehr minimalistisch animiert.
Was der Spieler zu hören bekommt, ist zwar keine Glanzleistung aber auch nicht wirklich schlecht. Musik während der Rennen ist nicht präsent, okay, dass in einem Formel-1 Wagen kein Autoradio verbaut ist, ist einleuchtend, aber zu schaltbare treibende Musik würde den Rennalltag doch ein wenig versüßen. Der Sprecher, welcher die Postionen durch gibt, klingt mit seinen aneinander gereihten Sprachsamples ein wenig fehl am Platz. Die Motorensounds sind zwar allesamt gut gewählt, auf die Dauer werden sie allerdings nervig, aber so ist das in der F1 halt.
An Steuerungsmodi soll es wirklich nicht mangeln. Da wäre einmal die Wiimote in Verbindung mit dem Nunchuck, wobei mit dem Ministick des Nunchucks gelenkt wird. Ihr könnt die Wiimote auch in Verbindung mit dem Wii-Lenkrad benutzen, welches zusammen mit dem Spiel F1 2009 auch im Bundle in einer Formel 1 Ausführung erhältlich ist. Ausserdem habt ihr die Möglichkeit mit dem Classic Controller zu steuern. Zu guter Letzt bleibt euch noch die Steuerung mittels Logitechlenkrad. Die Steuerung geht recht leicht von der Hand, nach leichten Anfangsschwierigkeiten lenkt man den Boliden souverän ins Ziel, vom Fahrverhalten erinnert es dabei allerdings mehr an ein Arcadegame.
Ihr dürft gegen eure Freunde nur im Splitscreen antreten, wo ihr die verschiedenen Herausforderungen gemeinsam bestreiten bzw. gegeneinander antretet. Das Potential eines Onlinemodus wurde wieder einmal seitens der Entwickler vollkommen ausser acht gelassen.
Die Formel 1 Simulation ist ein gelungenes Rennspiel, wenn man die Simulation streicht und Arcade draus macht. Grafisch macht es eine wirklich gute Figur, es hält es mit aktuellen Wiititeln allemal mit und einige Entwickler könnten sich hier sogar ein Beispiel an F1 2009 nehmen. Was man vom Gameplay leider nicht behaupten kann. Unzählige Einstellmöglichkeiten des Wagens versuchen den Eindruck einer Simulation zu vermitteln, dies scheitert aber kläglich daran, dass sie kaum, bis keine Einflüsse auf das arcadelastige Fahrverhalten haben. An Spielmodi und verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten soll es allerdings mangeln. Die Lizenz wurde hier gut umgesetzt und das Spiel bietet alles was die F1 her gibt. Das Spiel ist für den F1 Fan sicherlich ein Muss, Simulationsspieler sollten allerdings einen drum Bogen machen.
Pro & Contra:
+ Alle Strecken, Fahrer und Teams der Saison 09
+ Viele Steuerungsmöglichkeiten
+ Karrieremodus
+ Großer Umfang
- Zu Arcadelastig für eine Simulation
- Schreckliche KI
- Einstellungen kaum Einfluss aufs Fahrverhalten
- Nicht onlinefähig
Wertung:







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