Harvest Moon: Der Großbasar (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Marvelous Entertainment
Publisher: dtp Entertainment
Releasedatum: 23/09/2011
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Simulation
Die Harvest Moon-Reihe erfreut sich seit dem ersten Teil für das SNES großer Beliebtheit und spaltet gleichzeitig die Spielergemeinde. Die einen können mit der Materie nicht viel anfangen, andere wiederum freuen sich auf jeden neuen Teil und genießen das Leben auf dem Land. Wie schlägt sich der wohl letzte Teil der Reihe für den Nintendo DS, in dessen Mittelpunkt der wöchentliche Markt bzw. Basar steht? Erfahrt dies in unserem Review zu Harvest Moon: Der Großbasar!
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Spielinhalt: 
Wer wünscht sich manchmal nicht etwas Abstand vom stressigen Stadtleben? Viele verbringen ihren Urlaub auf dem Land oder gar auf einem Ferienbauernhof, aber wie wäre es, einmal selbst in die Rolle eines Bauern zu schlüpfen? In Harvest Moon ist dies ohne Probleme möglich und das gesamte Spielgeschehen kommt der Realität in vielen Dingen ziemlich nahe, es gilt nämlich die alltäglichen Aufgaben eines Landwirtes zu bewerkstelligen.
 
Als junger Farmer erhaltet ihr die Gelegenheit, einen schon länger nicht mehr bewirtschafteten Bauernhof zu übernehmen, wobei die Einladung des Bürgermeisters von Brisendorf nicht ohne Grund den Spieler erreicht. Das Dorf war früher weltbekannt für seinen erfolgreichen und berühmten Großbasar, den wöchentlich Menschen aus aller Welt besuchten, um dort einzukaufen. Nachdem der angesprochene Bauernhof als Hauptlieferant für den Basar praktisch nicht mehr existierte, konnte man die Fülle an Waren und den Anforderungen der Besucher nicht mehr gerecht werden. Nach und nach strömten immer weniger Besucher ins Dorf, das heutige Dorfleben hat mit dem von damals also nicht mehr viel gemein. Höchste Zeit, sowohl dem Hof, als auch dem gesamten Dorf neues Leben einzuhauchen!
 
Nach einer kurzen Einführung durch den Bürgermeister und die Bekanntmachung mit den übrigen Dorfbewohnern und den verschiedenen Orten im Dorf geht es auch gleich an die Arbeit. Euer Grundstück ist groß, sehr groß, sodass euch unter anderem ein Ackerland zur Verfügung steht. Hier pflanzt ihr Feldfrüchte, nachdem ihr im Dorfladen Samen erworben hat, gießt diese und gebt zum schnelleren Wachstum evt. Dünger hinzu. Nach einigen Tagen erntet ihr die reifen Feldfrüchte und der Kreislauf beginnt von vorne. Doch nicht nur mit Pflanzen verdient ihr euer Geld, selbstverständlich könnt ihr auch Tiere beherbergen, seien es Hühner, Schafe oder Kühe. Während die Hühner in ihrem eigenen Stall unterkommen und euch bei guter Pflege mit Eiern versorgen, stehen die anderen Tiere in einem weiteren Stall und versorgen euch ebenso mit verwertbaren Produkten.
 
Eure Tiere gedeihen am besten, wenn sie das grüne Gras der großen Weide hinter dem Bauernhof fressen dürfen, sodass ihr sie bei gutem Wetter am besten ins Freie bringt. Das Spiel besitzt also auch ein Wettersystem, wenn es also regnet, gehören die Tiere in den Stall, der Vorteil wiederum ist, dass ihr euer Ackerland nicht mehr bewässern müsst. Aber wie das Leben nun einmal ist, steht euch natürlich nicht gleich alles zur Verfügung, doch es ist gut zu wissen, dass einem praktisch alle Möglichkeiten offen stehen. Tiere spielen beispielsweise erst im späteren Spielverlauf eine Rolle, zunächst müsst ihr euch mit einigen Feldfrüchten zufrieden geben und durch den Verkauf dieser oder weiterverarbeiteter Produkte Geld verdienen.
 
Hat man dann erst genug Geld gespart, um sich ein Tier zu gönnen, bedarf es täglicher Pflege, nicht nur in Form von Futter, auch mögen Kühe und Schafe es, gebürstet zu werden. Man sollte darauf bedacht sein, seine Tiere glücklich zu machen. Glücklichere Kühe geben beispielsweise mehr Milch als andere. Zu jedem guten Bauernhof gehören natürlich auch Haustiere in Form von Hunden oder Katzen. Auch diese könnt ihr euch mit der Zeit anschaffen und sie werden euch fortan bei der Verrichtung der Arbeit behilflich sein, beispielsweise kann ein Hund die Schafe automatisch aus oder in den Stall treiben, sofern er darauf abgerichtet wurde.
 
Nun hat man mit der Zeit also genügend Feldfrüchte und Erzeugnisse der Tiere angesammelt und diese evt. mithilfe verschiedener Rezepte oder Eigenkreationen zu anderen Produkten weiterverarbeitet. Höchste Zeit, dem Markt am Wochenende einen Besuch abzustatten, er beginnt stets pünktlich um 10 Uhr. Natürlich stellt dieser Basar die größte Neuerung in diesem Harvest Moon-Teil dar und sollte Fans am meisten interessieren. Früher musste man seine Produkte zum Verkauf einfach nur in eine Kiste werfen und sobald diese abgeholt wurde, erhielt man sein Geld. Nun ist echte Marktwirtschaft gefragt und ihr müsst einen Teil eurer Produkte, zu Beginn ist die Kapazität eures Standes auf dem Basar begrenzt, den Besuchern anbieten. Ihr legt diese also in eure Auslage und spielt den Marktschreier, bis Kunden auf euch aufmerksam werden.
 
Oft kaufen diese die Produkte sofort, ein andermal verlangen sie einen Rabatt oder ihr müsst sie in einem individuellen Gespräch zum Kauf bewegen. Durch den freundlichen Umgang mit den Kunden verbessert sich der Ruf des eigenen Standes, habt ihr dem Basar eine Zeit lang geholfen, durch eure Angebote berühmter zu werden, erweitert sich dieser und auch euer Stand wächst. Dieser Basar ist aber nicht die einzige Neuerung in Harvest Moon: Der Großbasar.
 
Denn selbstverständlich könnt ihr die Erträge euer Pflanzen und Tiere weiterverarbeiten. In anderen Teilen der Spielereihe dienten dazu meist spezielle Maschinen, in Brisendorf sind es drei Windmühlen, die ihr mit der Zeit freischaltet und euch die Möglichkeit geben, Dinge zu erschaffen, die euch noch mehr Geld auf dem Markt einbringen. Stellt aus Milch also beispielsweise Käse oder Butter her. Aus Metallen könnt ihr Schmuck und bessere Werkzeuge schmieden oder aber ihr gewinnt hochwertige Samen durch das Zermahlen eurer besten Früchte.
 
Tag für Tag läuft die Zeit gegen euch, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang seid ihr mit der Arbeit beschäftigt, doch sollte auch Zeit für etwas Entspannung sein. Neben Unterhaltungen mit den Dorbewohnern, die einen mit der Zeit anöden können, da sie nicht immer unglaublich viel Neues zu berichten haben, könnt ihr euch auch auf die Jagd nach Insekten machen oder euer Haus einrichten. Selbstverständlich geht es aber auch hier wieder um die große Liebe. Je nachdem, ob ihr euch am Anfang des Spiels für einen männlichen oder weiblichen Protagonisten entschieden habt, könnt ihr euch im Verlauf des Spiels aus einer Reihe Junggessellen/-innen einen Freund/in anlachen und in Zukunft gar eine Familie gründen. Der Beziehungsstatus wird in Harvest Moon durch Herzen symbolisiert, wobei jeder Charakter seine individuellen Vorlieben hat. Während ihr als Junge dem einen Mädchen also mit einem neuen Accessoire eine Freude machen könnt, steht die andere mehr auf einen leckeren Nachtisch. Wenn ihr dann auch noch zu speziellen Zeiten aufkreuzt, euch mit dem jeweiligen Gegenüber unterhaltet und Geschenke unterbreitet, könnt ihr euch der Zuneigung des Wunschpartners ganz schnell gewiss sein. Es kann eine Hochzeit und gar Nachwuchs folgen – eine spannende Angelegenheit.
 
Letzteres kann man vom Spiel im Allgemeinen zumindest nicht durchgehend behaupten. Es dürfte klar sein, dass sich dieses Spiel an jene richten, die erstens an der Thematik interessiert sind und zweitens die notwendige Motivation, Zeit und Geduld mit sich bringen, das geschilderte Landleben zu meistern. Das Spiel ist insofern realitätsnah, als das euch nicht zu Beginn direkt alles auf dem Silbertablett präsentiert wird, jede Anschaffung ist mit viel harter Arbeit verbunden. Dabei kommt einem die Arbeit im virtuellen Sinne manchmal auch wie echte Arbeit vor – die Spielabläufe wiederholen sich stark und man muss gewillt sein, die Sache durchzuziehen. Man könnte dem Spiel also Abwechslungslosigkeit vorwerfen, doch auch dies wäre nicht ganz richtig, denn beispielsweise dienen die immer mal wieder anstehenden Events dazu, einen weiter bei der Stange zu halten.
 
Man will ein Pferderennen absolvieren und das Weinfest miterleben, man bemüht sich Tag für Tag, das Herz des Traumpartners zu erobern, den Basar, sowie den eigenen Hof immer weiter zu vergrößern und somit neue Dinge zu entdecken. Es ist Planung und Organisation gefragt, um gut wirtschaften zu können, wobei an dieser Stelle auch die Ausdauerleiste erwähnt werden sollte. Viele Aktionen im Spiel kosten einen Teil der Ausdauer und sie darf nicht zu Neige gehen, ansonsten werdet ihr ohnmächtig. Füllen könnt ihr die Leiste durch Entspannung und Erfrischung im Bad oder ausgiebigen Schlaf, womit der nächste Tag ansteht. Oberste Prämisse ist, dass man den Ehrgeiz hat, seine Ziele zu erreichen und sich dafür begeistern zu können, nur so wird man mit dem Spiel warm und hat garantiert seinen Spaß.
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Grafik: 
Es erwartet einen hier kein Grafik-Wunder, doch die Atmosphäre kann durch die Grafik gut vermittelt werden, auch die Animationen reichen durchaus aus. Die Charaktermodelle wissen zu überzeugen und kommen vor allem während der Dialoge gut zur Geltung. Zwar muss einem hier die niedliche Darstellungsart gefallen, technisch gesehen gibt es hier aber wenig zu bemängeln. Auffallend sind auch die stimmigen Tag- und Nachtwechsel und die Umsetzung des Wettersystems.
Sound: 
Während des Spielgeschehens wird euch eine eher ruhige, gelassene Hintergrundmusik begleiten. Es erwarten einen also keine epischen Musikstücke, die kann und sollte allerdings auch niemand erwarten. Der Sound fängt die Stimmung gut ein und fällt in keiner Weise negativ auf.
Steuerung: 
Das Spiel verzichtet zum größten Teil auf die Einbeziehung der Touchscreen-Möglichkeiten. Ihr steuert euren Charakter mit dem Steuerkreuz und führt mit den Buttons diverse Aktionen aus, sei es das Pflanzen und Ernten, das Führen von Unterhaltungen oder das Springen, um Wege schneller hinter sich lassen zu können. Den Touchscreen nutzt ihr beispielsweise, aber nicht zwingend, im Inventar, um Sachen zu verschieben, abzulegen oder ins Lager zu packen. Alles in allem also eine gelungene Umsetzung.
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Multiplayer: 
Erstaunlicherweise besitzt dieses Spiel auch einen Mehrspieler-Modus, sei es im lokalen Modus oder über die Nintendo Wi-Fi Connection. Mit bis zu drei Freunden könnt ihr den Hof dann gemeinsam bewirtschaften, Rekorde und Statistiken vergleichen oder auch gemeinsam Angeln gehen. Auch könnt ihr eure Waren auf dem Basar zum Kauf anbieten, im Winter ist gar eine Schneeballschlacht möglich. Selbst eine Chatfunktion ist am Start und lädt zu Unterhaltungen ein.
Fazit: 
Harvest Moon: Der Großbasar wird wohl sowohl Neueinsteiger, als auch eingefleischte Harvest Moon-Fans zu überzeugen wissen. Das Spiel bietet im Vergleich zu den Vorgängern einige Neuerungen, im Fokus steht dabei sicherlich der Basar zum Verkauf der Waren. Ankreiden könnte man dem Spiel, am Anfang nur schwerlich in Fahrt zu kommen und auch auf Dauer dem Spieler einiges an Motivation und Geduld abzuverlangen. Wenn man mit der Thematik jedoch etwas anfangen kann und mit der Spielmechanik warm geworden ist, wird man definitiv eine Menge Spaß haben. Richtige Fans können auf die Wertung sicherlich noch etwas draufschlagen.
 
Vielen Dank an dtp Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Pro & Contra

+ Großbasar als nette Neuerung
+ endloser Spielspaß
+ Abwechslung durch Events
-  Beginn schwerfällig
-  stellenweise stark monotoner Verlauf

Wertung

Grafik:

nette Charaktermodelle, ansonsten eher einfach und simpel gehalten, aber passend
Sound:

nicht störende Melodien im Hintergrund
Multiplayer:

gemeinsam arbeiten, verkaufen und entspannen
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 10 (1 vote)

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Kommentare

Ich hatte das Spiel damals von Freak fuer den Cube fuer nen 5er bekommen und glaub, mich ein Spiel, neben Sims, noch nie so gelangweilt.

also aufm GB(C?) wars super

Ich hab auch schon einige HM Titel gespielt. Ich liebe dieses Genre. Bin auch schon fleißig am aufbauen der Farm und dem Basar.

Aber es ist wirklich etwas schwerer als anders, da man sein zeug auf dem Markt vekaufen muss. Naja wobei mann kanns auch dem samenhändler im dorf geben, aber da kriegt man weniger für, als wenn man es am markt verkauft.

was ich aber blöd finde ist, dass man keine tiere züchten und verkaufen kann...

Zitat:
Zitat von Peewee Beitrag anzeigen
Ich hatte das Spiel damals von Freak fuer den Cube fuer nen 5er bekommen und glaub, mich ein Spiel, neben Sims, noch nie so gelangweilt.
der Cubeteil war auch wohl der absolute Tiefpunkt der Serie. Der war ja so unglaublich schlecht gemacht und dazu auch noch verbugt. Wenn du mal anständiges Harvest Moon ausprobieren willst, dann den SNES Teil oder PSone (glaub den gabs auch als remake fürn GBA).

Zitat:
Zitat von Nahkampfnase Beitrag anzeigen
Wenn du mal anständiges Harvest Moon ausprobieren willst, dann den SNES Teil oder PSone (glaub den gabs auch als remake fürn GBA).
Ja, das sind auch meiner Meinung nach die besten.
Der PSOne-Titel hieß "Back to Nature", das dazugehörige GBA-Remake "Friends of Mineraltown".
Die PSOne-Version hatte auch kleinere Bugs. z.B. sind einige Textpassagen unlesbar und um das Futter in die Futterluken zu packen musst du wirklich pixelgenau davorstehen. Meine Empfehlung ist daher eindeutig die GBA-Version. Das ist übrigens das einzige GBA-Spiel, das ich noch regelmäßig auf meinem DSlite spiele.

Zitat:
Zitat von Nahkampfnase Beitrag anzeigen
der Cubeteil war auch wohl der absolute Tiefpunkt der Serie. Der war ja so unglaublich schlecht gemacht und dazu auch noch verbugt. Wenn du mal anständiges Harvest Moon ausprobieren willst, dann den SNES Teil oder PSone (glaub den gabs auch als remake fürn GBA).
ich bin beim cube teil eingestiegen XD habe aber auch unter einem bug leiden müssen:

hatte nachmittags gespeichert, stall war voll, konnte kein tier verkaufen da schon zu spät, anderes schwanger, am nächsten morgen wurde das baby geboren und ich hing in dem bildschirm fest, wo man aussuchen kann wo der neue futtertrog hinkommt. aber da alle plätze blegt waren ging es nicht. kein vor und kein zurück, man habe ich mich da geärgert. war schon recht weit im 6. jahr oder so

Zitat:
Zitat von sandtigerhai Beitrag anzeigen
ich bin beim cube teil eingestiegen XD habe aber auch unter einem bug leiden müssen:

hatte nachmittags gespeichert, stall war voll, konnte kein tier verkaufen da schon zu spät, anderes schwanger, am nächsten morgen wurde das baby geboren und ich hing in dem bildschirm fest, wo man aussuchen kann wo der neue futtertrog hinkommt. aber da alle plätze blegt waren ging es nicht. kein vor und kein zurück, man habe ich mich da geärgert. war schon recht weit im 6. jahr oder so
das Spiel war aber auch ein einziger Witz. Das Dorf war total leblos, langweilig designed und unsympatisch. Am meisten Geld hastte ich verdient in dem ich einfach jeden tag 99 mal Stroh verkauft hab. Dazu kam die blöde Tatsache, dass man storytechnisch gezwungen wurde nach ner bestimmten Zeit zu heiraten. Das war ja keine freiheit die man sich irgendwann aussuchen konnte, sondern eben Vorgabe. Sowas macht sowieso alles kaputt.
Oh mann was hatte ich mich damals geärgert das Teil so teuer gekauft zu haben -.- ...
(zum Glück kam fast zeitgleich Metal Gear Solid Twin Snakes raus und ich war wieder abgelenkt)