Knytt Underground (Wii U Download)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Ripstone
Publisher: Ripstone
Releasedatum: 19/12/2013
ab 12 Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1
Genre: Jump'n'Run
Indie-Spiele erhalten immer mehr und mehr Einzug auf den Plattformen von Nintendo und gerade der eShop auf Wii U kann sich glücklich schätzen, immer mal wieder eine Indie-Perle beherbergen zu dürfen. Einige von ihnen haben wir euch bereits vorgestellt, viele davon haben uns gefallen. Doch kann das Entwicklerstudio Ripstone mit dem zweiten Ausflug in die Welt von Knytt überzeugen? Der erste Teil noch für den PC erschienen, haben wir es bei Knytt Underground mit einem Multiplattformer zu tun. Doch lohnt sich die Anschaffung? Wir verraten es euch in unserem Review und geben uns auf eine Reise mit Mi.
 
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Spielinhalt: 
Mi ist die stumme Protagonistin des Spiels, eine außergewöhnliche sogenannte Wichtelin, die sich im Spiel zunächst zur Feenquelle aufmacht, um sich dort den Wunsch zu erfüllen, endlich eine Stimme zu erhalten. Doch dort angekommen stellt sich das Ganze als Betrug heraus und wäre das schon nicht ärgerlich genug, ist Mi auch noch mehr oder weniger dafür verantwortlich, dass die Erde kurz vor eine Apokalypse steht. Fortan soll es ihre Aufgabe sein, die sechs Glocken des Schicksals zu läuten, die alle 600 Jahre erklingen müssen, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Vor 500 Jahren bereits hat die Menschheit sich selbst und die Erde durch einen Krieg ausgelöscht, die letzten Bewohner, die Wichtel, leben daher nun in unterirdischen Tunnelsystemen.
 
In diesen werdet ihr euch die meiste Zeit im Spiel auch aufhalten, immer auf der Suche nach neuen Wegen voran, ihr werdet teils netten und sympathischen, teils bösen und hinterlistigen Charakteren begegnen, manche werden euch helfen, andere stellen sich euch in den Weg und sind meist nur durch Erfüllen einer Quest zur Umkehr bereit. Quests stellen sich meist recht simpel dar, geht es meist darum, Gegenstände für den Questgeber zu finden und zu ihm zu bringen. Auf dem GamePad habt ihr stets euer Inventar, viel wichtiger jedoch die Karte im Blick. Diese deckt sich erst nach und nach auf und zwar mit jedem Raum, den ihr zum ersten Mal betretet – ein mysteriöses Artefakt erlaubt es, die Karte dynamisch festzuhalten. In der 2D-Umgebung unterwegs hat man sich das Ganze wie eine Art Sidescroller vorzustellen, verlasst ihr einen Bildschirm, gelangt ihr in einen weiteren bzw. in einen weiteren Raum, der auf der Karte markiert wird. Dort sind auch aktuell wichtige Orte, Questgeber und Speicherpunkte hinterlegt.
 
 
Grundsätzlich ist unsere Protagonistin mit außerordentlich guten Kletterfähigkeiten ausgestattet und kann auch vergleichsweise hoch springen, sodass ihr euch damit, zumindest zu Beginn, durch die Räume bewegt. Immer wieder gelangt ihr in Räume, in denen sich der Weg verzweigt und ihr euch für einen Pfad entscheiden müsst, doch keine Bange, jederzeit kann man natürlich auch wieder zurück, sollte sich der Weg nicht gerade versperren oder Ähnliches. Da die Karte aber so gigantisch groß erscheint, werdet ihr sicherlich nicht alle Orte entdecken. Dabei kann sich das doch so sehr lohnen. Grafisch kann das Spiel nämlich voll punkten, die Atmosphäre, die hier durch die eher düstere und unheimliche, teils mysteriöse Darstellung gewonnen wird, sucht seines gleichen. Gepaart wird das Ganze mit realistisch aussehenden Bäumen, Pilzen und anderen Pflanzen unserer Welt, in Szene gesetzt mit fantastischen Licht- und Schatteneffekten. Während wir über den Tunnelsystemen meist mehr eine hellere, farbenfrohere Umgebung erkunden, wird diese immer dunkler, je mehr wir uns in die Tiefe begeben.
 
Hier begegnen wir Räumen voller Technik, teils nahezu schwarz – aber auch gefährlichen Robotern, die unserer Protagonistin an den Kragen wollen, sowie gefährlichen Laserstrahlen und sonstigen Heimtücken. Gut, dass wir im Laufe der ersten beiden Kapitel von insgesamt dreien immer mehr Fähigkeiten erlernen, die es dann spätestens im dritten Kapitel sinnvoll und geschickt anzuwenden gilt. Relativ früh im Spiel begegnen wir kuriosen Lichtansammlungen, berühren wir sie, haben wir für kurze Zeit eine Fähigkeit inne. Rotes Licht lässt uns z.B. explosionsartig nach oben springen, gelbes Licht katapultiert uns so lange nach oben, bis wir auf ein Hindernis stoßen, wieder andere Farben lassen uns schweben bzw. durch die Lüfte fliegen – alle so platziert, dass man sie an den jeweiligen Orten benötigt, um weiterzukommen, z.B. um einen großen Abgrund zu überwinden. Nicht zu vergessen natürlich auch die Fähigkeit, sich in einen Ball zu verwandeln und damit durch die Gegend zu kullern und zu springen.
 
 
Zwar machen die verschiedenen Fähigkeiten Spaß und auch auf Dauer Laune, natürlich trägt sich das Spielprinzip aber nicht in allen Teilen des Spiels. Gerade wenn man aufgrund einer Quest manche Wege mehrmals geht, sich verläuft oder Ähnliches, schwindet die Begeisterung für diese Art der Spielmechanik, doch was in diesen Momenten bleibt ist die grafisch und musikalische Untermalung des Spielgeschehens. Die Objekte, an denen ihr euch entlanghangelt, springt oder gleitet, sind meist tief schwarz und befinden sich im Vordergrund, während die eben vorgestellten Objekte wie Bäume und Pflanzen, aber auch Uhrwerke und Co. im Hintergrund auftreten, meist schön detailliert und immer faszinierend. Ein ganz eigner Charme, der einem hier begegnet und der Sound passt sich der derzeitigen Situation jederzeit gut an, teils verschwindet er ganz und man hört nur Mi, welche durch Wasser läuft. Teils sehr bedrückende Stimmung, die im nächsten Moment wieder durch eine farbenfrohe Naturaufnahme ausgeglichen wird. Man könnte den Entwicklern hier in vielen Momenten mehr künstlerisch angehauchtes Erlebnis und Schauspiel als Spiel unterstellen.
 
Man muss sich auf dieses Spiel und seine Art und Weise einlassen können, entdeckt dann aber eine wundervolle Welt mit einer zumindest netten Spielmechanik und einer durchaus interessanten Story, die auch Fragen unseres Lebens, gar der Religion aufwirft und uns mit verschiedenen Charakteren konfrontiert, die uns mal gut, mal weniger gut gesonnen sind. Was die Spielimmersion aber leider hemmt ist die grafische Umsetzung der Charaktere und die Darstellung der Dialoge, die uns in Textboxen präsentiert werden, die nicht ganz in die Umgebung passen. Die Charaktere wirken detailarm und wenig passend, abgesehen von Mi, die wir während des Spielens aus der Ferne und aufgrund ihrer geringen Größe in dieser riesigen Welt, ohnehin nicht im Detail erkennen – was in diesem Fall aber auch schon wieder passt. Aus den Charaktermodellen während der Dialogsequenzen wurde aber wirklich nicht das Beste gemacht. Das GamePad wird nicht sonderlich innovativ genutzt, ihr könnt das gesamte Spiel jedoch auch allein darauf spielen und die Karte dort zu platzieren, hat sich inzwischen bereits etabliert.
 
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Fazit: 
Das Spiel besticht sicherlich vor allem durch seine einzigartige Präsentation samt stimmungsvoller, atmosphärischer Umgebungen mit faszinierenden Bildern der Natur, tollen Licht- und Schatteneffekten und teils düsteren Abschnitten mit stets passender musikalischer Untermalung. Doch auch die Spielmechanik mit den verschiedenen Fähigkeiten macht Spaß, die Story wirkt interessant und wirft Fragen auf. Wer sich bereits lediglich beim Betrachten der Screenshots zu diesem Titel hingezogen fühlt, muss ihn spielen, alle anderen sollten diesem teils wirklich künstlerisch angehauchten Titel zumindest im Auge behalten.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes!
 

Pro & Contra

+ stimmungsvolle, atmosphärische Umgebungen
+ faszinierende Naturaufnahmen, tolle Licht- und Schatteneffekte
+ stimmige Sounds
+ verschiedene Fähigkeiten
+ interessante Story
- Spielmechanik nicht dauernd motivierend
- Quests meist einfallslos
- detailarme Charaktermodelle

Wertung

Grafik:

stimmige, atmosphärische, faszinierende Umgebungen
Sound:

passende Sounduntermalung
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 6 (2 Stimmen)

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Kommentare

HAbs mir auch gesaugt - allerdings wegen den Feiertagen noch nicht viel gespielt. - ist aufjedenfall mal was anderes. Und ein Spiel, welches trotz toller Optik eben so ein Spiel ist, welches man auch gerne nur auf dem Gamepad spielen kann. ISt sowas was man gut mal in der Werbepause zocken kann. Oder wenn eine Serie läuft die man zwar schauen will, aber trotzdem noch was nebenher machen kann XD

Zitat:
Zitat von Galactus Beitrag anzeigen
HAbs mir auch gesaugt - allerdings wegen den Feiertagen noch nicht viel gespielt. - ist aufjedenfall mal was anderes. Und ein Spiel, welches trotz toller Optik eben so ein Spiel ist, welches man auch gerne nur auf dem Gamepad spielen kann. ISt sowas was man gut mal in der Werbepause zocken kann. Oder wenn eine Serie läuft die man zwar schauen will, aber trotzdem noch was nebenher machen kann XD
Hm, klar, an sich kann man das Game gut "nebenbei" spielen, würde ich aber, so wie du es schilderst, nie tun. Dann kann man nämlich nicht so gut in diese Welt eintauchen. Ich genieße es echt gerne einfach für sich alleine, samt seiner tollen Bilder (auf dem Fernseher!) und den schönen Sounds

Sämtliche Jump´n´Runs erinnern mich immer an RayMan.. oder die Odysee->mit dem blauen Wichtelmann der -> auf der Playse rumgeistert.

Mario ist für mich KEIN Jump´n´Run. Auf dem SNES gab es schon PaperMario (Zeichenprogramm mit SNES- Maus und "Malbrett") und auf der Wii das seltsam anmutende 2d-Mario.

Zitat:
Zitat von ChrisZocker Beitrag anzeigen
Hm, klar, an sich kann man das Game gut "nebenbei" spielen, würde ich aber, so wie du es schilderst, nie tun. Dann kann man nämlich nicht so gut in diese Welt eintauchen. Ich genieße es echt gerne einfach für sich alleine, samt seiner tollen Bilder (auf dem Fernseher!) und den schönen Sounds
Typisch IndieSparte°