The Legend of Zelda: Skyward Sword (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 18/11/2011
ab 12
Spieleranzahl: 1
Bildformat: 480i, 576i, EDTV 480p
Genre: Action-Adventure
Nun ist die neueste Generation der Nintendo-Heimkonsole, die Wii, beinahe 5 Jahre auf dem Markt, höchste Zeit also, vor allem aufgrund der im nächsten Jahr bevorstehenden Veröffentlichung der Wii U, einen exklusiven Teil der Zelda-Reihe für die Konsole auf den Markt zu bringen. Immerhin war Twilight Princess ein GameCube-Spiel und erschien nur zusätzlich für die Nintendo Wii. Mit The Legend of Zelda: Skyward Sword ist nun also der neueste Teil erhältlich, der den vergangenen Teilen spielerisch in nichts nach stehen soll. Im Gegenteil, besonders durch die erstmalig zwingende Verwendung der Wii Motion Plus-Peripherie soll ein noch intensiveres Spielerlebnis geschaffen werden. Doch wie gut schlägt sich Zelda bei der Rettung seiner Pinzessin Zelda diesmal? Erfahrt es in unserem Review!
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Spielinhalt: 
„Halt, stopp!“ werden nun viele sagen, spielt dieser Zelda-Teil denn nicht geschichtlich vor allen anderen Teilen und lässt somit Zelda vorerst keine Prinzessin sein? Richtig, kann man da nur sagen, in diesem Spiel ist unsere Zelda noch keine Prinzessin, sie wohnt mit unserem jungen Link lediglich im selben Dorf – die beiden sind Kindheitsfreunde. Aber wir haben es hier natürlich nicht mit irgendeinem Dorf zu tun, vielmehr spielt sich das Leben der Bewohner in Wolkenhort, so der Name des beschaulichen Lebensraums, wie der Name bereits vermuten lässt, hoch oben über den Wolken ab. Der Grund hierfür ist recht einfach: Einst bedrohte das Böse die Welt und wollte alles vernichten, eine Göttin schaffte es, ein Stück Land in den Himmel zu schicken, wo fortan die Menschen weiterlebten. Unter den Wolken und für die Bewohner von Wolkenhort bis dato noch nicht weiter bekannten „Erdland“, welches sich später als Hyrule herausstellen wird, existiert kein menschliches Leben mehr.
 
Das interessiert unsere Bewohner zunächst jedoch überhaupt gar nicht, sie fragen sich zwar, was sich dort unten befinden mag, wirklich neugierig sind sie nicht. Erstmalig als Spieler von Link tätig werdet ihr, nachdem dieser verspätet aufgestanden ist, obwohl an diesem sehr bedeutenden Tag doch die Vogelreiter-Zeremonie ansteht. In Wolkenhort besitzt nämlich nahezu jeder einen eigenen Flugvogel, um sich so auch von der großen Hauptinsel entfernen zu können. Gelehrt wird man das Fliegen, aber auch den Umgang mit Schwert und Schild in der Ritterschule, dessen Direktor der Vater von Zelda ist. Zelda, so viel ist bekannt, scheint eine Außerwählte der Göttin zu sein, zu deren Ehrung sich ein Tempel in Wolkenhort befindet.
 
Nachdem ihr euren zunächst verloren gegangenen Vogel wiedergefunden habt und euch in der Vogelreiter-Zeremonie gegen eure Widersache durchsetzen konntet, will Link zum krönenden Abschluss des Tages einen kleinen Ausflug mit Zelda unternehmen. Doch bei diesem geraten sie in einen Wirbelsturm, der Zelda mit in die Tiefe und somit ins Erdland reißt. Alle sind verzweifelt, doch scheint es Link zu sein, welcher dem Schwert im Tempel würdig zu sein scheint. Er zieht das Himmelsschwert aus dem Stein und sogleich erscheint der Geist, der dem Schwert innewohnt – es ist die im weiteren Spielverlauf treue Begleiterin Phai. Sie weiß um die Mission: Rettung von Zelda.
 
Wir bemühen uns im Folgenden nicht weiter auf die Geschichte einzugehen und verzichten auch ansonsten auf große Spoiler. Nichtsdestotrotz bleibt es natürlich nicht aus, dass einige elementare Features des Spiels nun näher beleuchtet werden.
 
Wer kennt sie nicht, die nervige Navi aus Ocarina of Time oder die freche Midna aus Twilight Princess? Phai schneidet hier im Vergleich etwas schlechter ab, zwar hat sie durchaus ihre eigene Persönlichkeit aufzuweisen, wirkt sympathisch und ist stets hilfreich, allerdings kann man weniger schnell eine persönliche Beziehung zu ihr aufbauen.  Das mag zum einen daran liegen, dass sie sich ihrem „Gebieter“, das seid ihr in Gestalt von Link, zu sehr unterwirft und nur wie eine Art Roboter zu agieren scheint. Sie kann des Öfteren genauso sehr nerven wie Navi, war es bei ihr aber eine Art ihres Charakters, ist es hier das ständige Wiederholen der einfachsten Dinge, das Vorwegnehmen und Lösen von Rätseln oder sonstige meist unwichtige Tipps. Das mag für Neueinsteiger nützlich sein, da man aber ihren Monologen kaum entgehen kann, ist sei für alte Hasen oft schlichtweg nervig. Aber sei’s drum – sie mag nicht ohne Grund sein, wie sie ist und man gewöhnt sich an sie.
 
Die Geschichte kommt zu Beginn nur schwerlich in Fahrt. Bis es dann mal so richtig losgeht, vergeht schon die ein oder andere ganze Stunde – zu lang dauert der Einstieg. Man hat das Gefühl, sich mit Belanglosigkeiten aufzuhalten, die das Spiel bis zum Punkt des eigentlichen actionreichen Beginns strecken. Eine Einführung in die Welt ist aber nett und die liebevolle Präsentation lässt einen am Ball bleiben. Später reist ihr dann durch Lichtsäulen in der Wolkendecke ins Erdland, hier warten die drei grundsätzlichen Areale Wald, Vulkan und Wüste. Diese großen Areale warten nur drauf, von euch erkundet zu werden. Schade, dass es keine zusammenhängende, einheitliche und riesengroße Welt mehr gibt, auf der ihr euch relativ frei bewegen könnt. So müsst ihr euch stets für das Areal entscheiden und bewegt euch dann in diesem. Stets gilt es hier, sich den Weg zum großen Dungeon zu bahnen. Auf eurer Erkundungstour untersucht ihr die Bereiche eures Areals ab, oft nach bestimmten Gegenständen, seien es z.B. Teile eines Schlüssels, auch müsst kleinere Rätsel lösen oder ihr legt euch mit Gegnern an. Ihr sammelt die Rubinen in unterschiedlichen Farben und somit Wertigkeiten, entdeckt die ein oder anderen Schatzkisten mit Belohnungen und vieles mehr. Die Wege bis hin zum Dungeon sind dabei meist recht linear, was nicht bedeutet, dass es abseits der Wege nicht einiges zu entdecken gilt, im Vergleich mit anderen Zelda-Spielen fällt dieser Teil aber etwas geringer aus. Zu rechnen ist auch mit einigen Backtracking-Passagen, meist im Zusammenhang mit den typischen Sammelquests. Man hätte dies sicherlich besser lösen können, verbringt man so doch noch mehr Zeit in den kleineren Außenarealen.
 
Das Herz des Spiels sind und bleiben natürlich die Dungeons, hier hat Nintendo mal wieder ganze Arbeit geleistet und nichts dem Zufall überlassen. Selten sieht man in einem Spiel solch kreative, abwechslungsreiche, bis ins letzte Detail designte und atmosphärische Dungeons. Die Anordnung der Räume passt, doch in sie zu gelangen, ist oft gar nicht einmal so einfach. Ihr lasst das Wasser steigen, um höher gelegene Ebenen zu erreichen, schwingt euch an Lianen über einen Abgrund oder nutzt eins der vielen hilfreichen Items, um einen Schalter zu betätigen oder sonstige Rätsel zu lösen. Altbekannte Items gehören dabei ebenso zur Tagesordnung, wie brandneue. Natürlich dürft ihr wieder auf Pfeil und Bogen oder die Steinschleuder zurückgreifen. Neu ist hingegen ein fliegender Käfer, den ihr abfeuern könnt und dann für eine kurze Zeit selber steuern könnt, um somit an sonst nicht zu erreichende Stellen zu gelangen, oder aber auch einen Level auszuspähen, um zu wissen, was euch im nächsten Raum erwartet. Den Rest der Items, müsst ihr schon selber entdecken. Euch sei aber gewiss: Sie fügen sich, wie schon die traditionellen Items, wundervoll ins Spielgeschehen ein, sodass ihr keins von ihnen mehr missen wollt.
 
Oft führen verschiedene Wege zum Ziel, manchmal müsst ihr aber auch ein bestimmtes Item an einer gewissen Stelle einsetzen, um weiterzukommen. Dabei sind viele Rätsel zumeist einfacher, als man zunächst gedacht hätte. Doch genau das macht die Sache so spannend, es wird nicht selten vorkommen, dass man den Wald vor lauter Bäume nicht sieht. Irgendwann jedoch hat man jedes Rätsel gelöst – ein schönes Glücksgefühl. Ein solches Gefühl werdet ihr auch verspüren, wenn ihr einen gesuchten Gegenstand endlich gefunden habt. Hilfreich hierbei ist die Fähigkeit der Aurasuche. Durch das Drücken des C-Knopfes wechselt ihr nämlich in die Ego-Perspektive und habt die Wahl zwischen verschiedenen Zielen. Immer ein Ziel ist Zelda, variable Ziele sind bestimmte Gegenstände, auch immer dabei die Suche nach Herzen. Habt ihr euch für ein Ziel entschieden, erscheint ein Kreis auf dem Bildschirm und ihr steuert jenen mit der Wiimote. Bewegt ihr diesen nun in bestimmte Richtungen, wird er euch anzeigen, in welcher Richtung sich das gesuchte Objekt befindet. Man kann sich darüber streiten, ob dieses Feature die Suche zu leicht macht, oder ein willkommenes Navigationsgerät darstellt. In einigen Fällen ist es jedenfalls mehr als nützlich.
 
Das Ziel wählt ihr übrigens in einem Kreismenü aus, so verhält es sich auch bei den Items und eurer Ausrüstung. Es ist damit nicht der Fall, dass eine Taste für mehrere Items o.Ä. herhalten müsst, es liegt an euch, diese immer wieder neu individuell zu belegen. Durch das Drücken von B öffnet ihr das Item-Menü, hier befindet sich dann die Schleuder oder auch der fliegende Käfer. Mit der Minus-Taste öffnet ihr eurer Ausrüstungsmenü, in welchem ihr eure Tränke, Schilder und weitere Dinge findet. Zu Beginn stehen euch nicht alle Plätze für Gegenstände zur Verfügung, durch das Kaufen von Erweiterungen könnt ihr diese jedoch freischalten, sodass ihr im späteren Spielverlauf durchaus gut ausgestattet ins Abenteuer startet. Wirklich alles bei euch tragen könnt ihr allerdings nicht. Da trifft es sich gut, dem Basar in Wolkenhort einen Besuch abzustatten.
 
Dieser ist nämlich Dreh und Angelpunkt des Ortes Wolkenhort. Hier könnt ihr euch nicht nur für euer Abenteuer ausstatten, in dem ihr euch ein neues Schild oder Deku-Kerne für eure Schleuder zulegt, oder aber euch einen Trank brauen lasst – auch könnt ihr bei einer netten Dame derzeit nicht benötigte Gegenstände verstauen. Auch muss man sich immer fragen, was man in nächster Zeit wohl am meisten benötigen könnte – will man sich lieber mit jeder Menge Herztränke versorgen, da ein schwieriger Endkampf bevorsteht, oder wäre ein Ersatzschild angebracht, falls eines kaputt geht? Denn auch letzteres kann geschehen, ihr könnt jedoch verhindern, dass es ganz zerbricht, wenn ihr vorher den Schmied im Basar aufsucht.
 
Ihr könnt eure gekauften Gegenstände, in unserem Beispiel das Schild, auch reparieren bzw. verbessern lassen. Neben einem kleinen Obolus in Form von Rubinen, benötigt ihr dafür auch Materialien. Diese findet ihr überall verstreut auf der Welt. Sie liegen gerne einmal irgendwo herum, oder aber Gegner lassen sie fallen. So besorgt ihr euch Glibber oder Erz, mit der richtigen Menge steht der Verbesserung nichts mehr im Wege. Selbst Tränke könnt ihr verbessern lassen, während ein normaler Herztrank beispielsweise nur 8 Herzen wiederherstellt, könnt ihr jenen verbessern, um mehr Herzen auffüllen zu lassen. Dafür benötigt ihr Insekten. Auch diese findet ihr nahezu überall, oft jedoch an den immer gleichen Orten. Schmetterlinge halten sich gerne bei schönen, blauen Blumen auf, manche Käfer lieben es, am Baumstamm herumzukrabbeln, andere lassen sich nur in finsteren Höhlen finden. Wo auch immer ihr ihnen begegnet, zückt den Kescher und fangt sie euch. Sie landen in eurem Inventar und stehen zur späteren Nutzung bereit. Dabei seid ihr die meiste Zeit jedoch nicht darauf angewiesen, euch gezielt auf die Suche zu machen. Die meisten Objekte findet ihr, sofern ihr stets die Augen offen haltet, auf eurem normalen Weg. Es handelt sich hierbei um kein hochkomplexes Crafting-System, in seiner einfachen Umsetzung sorgt es jedoch für frischen Wind.
 
Das Upgrade-System ist neu und stellt ein erfrischendes Spielelement dar. Nicht bei allen Items macht sich eine Verbesserung deutlich spürbar, selbst ohne jegliche Verbesserung könnt ihr das Spiel meistern. Aber man ist durchaus gewillt und wägt stets ab, welches Item man sich als nächstes vornimmt. Auch in Sachen Tränke hat sich etwas getan. Neben dem Herztrank, der einen Teil eurer Herzen wiederherstellt, wartet auch ein Trank auf euch, der euer Schild auch unterwegs wieder repariert (der Schaden des Schildes wird euch stets im oberen linken Teil des Bildschirms angezeigt). Ebenso neu und der Tatsache geschuldet, dass Link nun nur noch eine gewisse Ausdauer zur Verfügung hat, ist ein Trank, der eben diese für eine Zeit lang nicht sinken lässt. Sobald ihr eine etwas anstrengendere Tätigkeit ausführt, sei es das Klettern oder neuerdings das Sprinten, zeigt euch ein zu Beginn voll grüner Kreis eure Ausdauer an. Dieser nimmt nach und nach ab, ist er leer, ist Link eine Zeit sehr erschöpft und kann sich kaum fortbewegen.
 
Man kann sich denken, warum Nintendo die Ausdauer ins Spiel integrierte: Man wollte eine weitere Möglichkeit schaffen, taktisch vorzugehen. Das ist nur in Teilen gelungen. Zwar gibt es durchaus Abschnitte, in denen man auf seine Ausdauer achten muss und an den geeigneten Stellen eine Pause einlegen sollte, um das Feature aber voll und ganz auszunutzen, hätte es ein paar mehr solcher gebraucht. Umso taktischer geht es da schon bei den Bosskämpfen zum Ende eines jedes Dungeons zu. Während der verschiedenen Phasen eines Kampfes gegen euren Gegner müsst ihr jedes Mal erneut herausfinden, wo die Schwachstelle liegt. Aufgrund der neuen 1:1 Bewegungssteuerung ist das dieses Mal auch des Öfteren von Nöten, um gezielte Schläge landen zu können. Das Blocken der Gegner bekommt eine ganz andere Note. So segnet ihr vielleicht auch bei einem vermeintlich schwachen Gegner mal das Zeitliche. Nicht weiter schlimm: Ihr werdet am zuletzt besuchten Speicherpunkt wieder erwachen. Richtig gehört, Skyward Sword bietet erstmals konkrete Speicherpunkte in Form von Statuen. Nur hier könnt ihr euer Abenteuer speichern, daran gewöhnt man sich recht schnell und zum Glück sind sie immer an den richtigen Ecken platziert.
 
Die Bosskämpfe sind bombastisch inszeniert und stellen somit mit Sicherheit ein Highlight im Spiel dar. Doch auch abseits der großen Schlachtfelder gibt es einiges zu erledigen. In eurem Ort Wolkenhort beispielsweise warten viele Bewohner auf eure Hilfe. Hier mal die verloren gegangene Schwester oder das Kind suchen, ein anderes Mal eine heiße Kürbissuppe zum Kunden bringen oder aber sich die Zeit bei Minispielen vertreiben. Die Mühe ist nie umsonst, immer erwartet euch eine mehr oder weniger satte Belohnung, einige können sich auf jeden Fall sehen lassen. In den Minispielen, bei einem müsst ihr einen Bambusstab beispielsweise möglichst schnell in so viele Teile wie möglich zerteilen, kommt durchaus Spaß auf. Man ist motiviert, immer besser zu werden, um Belohnungen abzusahnen. Um die Hauptinsel des Wolkenhorts herum sind viele kleinere Inseln verteilt, hier findet ihr besagte Minispiele oder die Kürbisbar, aber auch einige Schatztruhen. Leider bieten die kleineren Inseln ansonsten kaum Anreize, sie öfter einmal anzufliegen. Somit geht leider auch hier etwas der Erkundungsreiz verloren.
 
Viele der Kisten sind zunächst nicht zu öffnen, erst durch das Aktivieren von quadratischen Kisten im Erdland treten Veränderungen hoch oben im Himmel auf, von denen unter anderem die Kisten betroffen sind, die sich folglich öffnen lassen. Die angesprochenen Kisten im Erdland aktiviert ihr übrigens, in dem ihr euer Schwert zunächst gen Himmel streckt, um es aufzuladen, um dann einen noch kräftigeren Schlag ausführen zu können. Diese Fähigkeit kann euch häufig von Nutzen sein, selbst eine Fernattacke lässt sich damit ausführen, obwohl ihr mit dem Schwert doch meist nicht aus der Ferne agieren könnt.
 
In Sachen Gameplay präsentiert sich Skyward Sword also als eine Mischung von klassischen und neuen Elementen. Letztere fügen sich in das Gesamtbild der Serie ein und dürften auch Zelda-Veteranen gefallen. Leider muss man als Spieler auch einige Rückschritte im Vergleich zu den anderen Titeln hinnehmen. Insgesamt jedoch haben wir es hier mit einem spielerisch nahezu einwandfreien Wii-Titel zu tun.
 
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Grafik: 
Schon früh sorgte Skyward Sword aufgrund des außergewöhnlichen Grafikstils für Aufsehen. Für viele gilt die aus Aquarell- und Pastellfarben bestehende Welt als eine Mischung aus Wind Waker und Twilight Princess. Ob es sich hierbei nun wirklich um eine Mischung handelt, oder um eine völlig neuartige und innovative Idee seitens Nintendo, man kann die Grafik jedenfalls als sehr gelungen bezeichnen, wenn auch nicht frei von Fehlern. Viele Fans waren angetan vom sehr düster wirkenden Konzept in Twilight Princess, genauso schnell gewöhnt man sich jedoch an das farbenfrohe und mit Details gespickte Antlitz des neuesten Abenteuers. Bei näherem Hinsehen kommt man nicht drum rum, auf auftauchendes Kantenflimmern und bei aus nächster Nähe betrachtenden Objekten verwaschene Texturen hinzuweisen. Man kann die Pixel nicht zählen, gerne würde man die Details jedoch auch aus nächster Nähe gut und scharf erkennen können. Selbst mit Treppchenbildung muss man leben, die Weitsicht hält sich in Grenzen, da man in der Ferne nur ein verschwommen bzw. verwaschenes Bild zu Gesicht bekommt. Dies wiederum muss nicht zwingend negativ aufgefasst werden, ist es doch sicherlich auch eine Ausprägung und Folge des unvergleichlichen Stils.
 
Dieses Stilmittel trägt dann dazu bei, dass das Spiel an jeder Stelle absolut stimmig wirkt. Von den Dungeons muss man hier gar nicht erst anfangen, sie erzeugen, wie aber auch die Außenareale, eine atemberaubenden Atmosphäre. In der Wüstenwelt liegt der Staub in der Luft, man kann ihn fast selber nachempfinden, während euch in der Vulkanwelt die Hitze des Feuers und der Lava entgegenschlägt. Zur Beruhigung am besten gleich in den immergrünen und farbenfrohen Wald, vielleicht begegnet ihr hier einem Charakter, der euch ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Die Charaktermodelle sind gewöhnungsbedürftig und strotzen sicherlich nicht vor Details, sind gar eher weniger ausgearbeitet, als man es sich wünschen würde, kommen jedoch durchaus sympathisch und ihrem Wesen entsprechend rüber.
 
The Legend of Zelda: Skyward Sword beweist, dass es keiner HD-Optik mit der höchsten Schärfe, den besten Texturen und realistischem Aussehen bedarf, um den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Die genannten Negativpunkte fallen auf, aber nicht insoweit, dass sie das Spielerlebnis trüben würden. Viel zu sehr fasziniert ist man von der ansonsten tadellosen Optik und alles was zählt ist das in sich stimmige und überzeugende Gesamtbild.
Sound: 
Es gibt anlässlich des 25. Jubiläums von Zelda nicht umsonst Zelda Symphony-Konzerte überall auf der Welt. Der Soundtrack begeisterte die Spieler schon vor Jahrzehnten und noch heute können Jung und Alt daran Gefallen finden. Auch Skyward Sword steht den anderen Teilen soundtechnisch in nichts nach und verwöhnt die Ohren gleichermaßen mit neuen, wie klassischen Musikstücken des Orchesters. Die klassischen Musikstücke wurden zum Teil neuinterpretiert und leicht verändert, haben ihren unvergesslichen uns sofort ins Ohr gehenden Charakter aber nicht verloren. Auch wenn ihr die Wii längst abgeschaltet habt, werdet ihr euch dabei erwischen, wie ihr einen der vielen Titel des Soundtracks pfeift, summt oder einfach nur im Ohr habt. Wie wichtig Sound sein kann, beweist der Titel allemal. Zu jeder Zeit erwartet euch der passende Sound, seien es ruhige Melodien in Wolkenhort oder hektische Klänge bei einem schweißtreibenden Kampf.
 
Immer wieder ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden: Die Sprachausgabe. Auch in diesem Zelda-Teil hat man seitens Nintendo wieder darauf verzichtet, Link, Zelda & Co eine Stimme zu geben, um ihren Gefühlen Ausdruck verleihen zu können. Auf der einen Seite wäre eine solche Umsetzung sicherlich damit verbunden, dass man sich stärker mit den Charakteren identifizieren könnte, ihre Handlungen besser nachvollziehen könnte und die Beziehungen zwischen ihnen noch deutlicher wahrnehmen könnte. Doch ist damit immer auch ein Risiko verbunden, dessen sich Nintendo wohl bewusst ist. Natürlich findet auch eine Identifikation mit dem stummen Link statt, die Frage jedoch ist, ob Textboxen in der heutigen Zeit noch der richtige Weg sind.
 
Wir haben es geschafft uns durch die Textboxen zu klicken und haben es nicht bereut, es bleibt abzuwarten, welchen Weg Nintendo in Zukunft einschlagen wird, noch aber können wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass alles bleibt, wie es ist. Besitzer der Limited Edition dürfen sich übrigens über eine Soundtrack-CD mit den beliebtesten Stücken der letzten Jahre freuen.
Steuerung: 
Man kann sich darüber streiten, ob man die Steuerung der Wii als einziges „Gefuchtel“ betrachten kann. Nintendo versprach mit der Einführung der Wii Motion Plus-Peripherie Abhilfe, da so noch genaueres steuern möglich gemacht werden sollte. Vorweg: Die Steuerung in Skyward Sword ist sicherlich die beste, die mit Wii Motion Plus jemals erreicht wurde und funktioniert im Grunde einwandfrei. Ob vertikale oder horizontale Schläge, selbst diagonale und ein kräftiger Stich sind möglich. Die Wiimote erkennt jede Bewegung und Drehung eurer Hand und setzt diese meist akkurat im Spiel um. Somit sind spannende Schwertkämpfe möglich, ihr müsst die Deckung eures Gegners durch gezielte Schläge überwinden. Einfaches, wildes und unkontrolliertes Um-Sich-Schlagen führt, im Gegensatz zu früher, nicht immer zum Ziel. Man muss jedoch sagen, dass die Steuerung zwar unheimlich genau, aber nicht so zwingend von Nöten ist, wie erhofft. Denn viele Gegner lassen sich sehr wohl durch planloses Draufschlagen besiegen.
 
Schön gelöst wurde das Bekämpfen einer ganzen Horde von Feinden. Ihr habt es immer nur mit demjenigen zu tun, den ihr durch Drücken von Z anvisiert. Die anderen versammeln sich zwar um euch herum, werden euch aber zunächst nicht gefährlich, sodass ihr einen nach dem anderen ausschalten könnt. Mit einer kräftigen Drehattacke durch Schütteln von Wiimote und Nunchuck trefft ihr mit etwas Glück auch mehrere Feinde gleichzeitig. Viele Gegner sind schlau und blocken geschickt, sodass ihr den Moment abwarten müsst, indem ihr eine freie Stelle zum Zuschlagen erwischt. Damit ihr Angriffen nicht völlig schutzlos ausgeliefert seid, steht auch euch ein Schild zur Verfügung, welches ihr durch einen Stoß des Nunchucks nach vorne zückt.
 
Wie erläutert, funktioniert die Steuerung recht genau und zuverlässig. Es kommt jedoch leider vor, dass man nicht nur zu Beginn einer jeden Spielsession kalibrieren muss, sondern auch während des laufenden Spielgeschehens. Lästigerweise müsst ihr dann ins Menü wechseln und die Option des Neu-Kalibrierens auswählen. Danach funktioniert wieder alles wunderbar, zuvor macht sich aber eine deutliche Ungenauigkeit bemerkbar. Es ist schön zu sehen, dass die genauere Steuerung nicht nur dazu dient, ein authentischeres Kämpfen zu ermöglichen, sondern auch bei Rätseln zum Einsatz kommt. So müsst ihr ein Auge an einer verschlossenen Tür beispielsweise dadurch Verwirren, indem ihr euer Schwert im Kreis bewegt. Das Auge folgt dem Schwert und wird nach einer Weile verwirrt, fällt ab und öffnet die Tür. Beim Balancieren auf einem Seil müsst ihr das Gleichgewicht mithilfe der Wiimote halten, Gegenstände, beispielsweise Bomben, dürfen nun auch gerollt werden, geworfen wird natürlich ebenfalls mit einer passenden Bewegung. Auch gut funktioniert die Steuerung eures Flugvogels oder des fliegenden Käfers.
 
Wie bereits angesprochen fällt eine lästige Tastenbelegung aller möglichen Buttons weg. Jeder Button steht für einen gewissen Bereich an Items und Ausrüstung, übersichtliche und leicht bedienbare Menüs erleichtern die Auswahl. Schnell kann, selbst während eines Kampfes oder einer anderen stressigen Situation, reagiert werden, nur ab und an wechselt man ins wirkliche Menü, was eine Pause des Spiels zur Folge hat.
 
Die Steuerung mit Wii Motion Plus hat in jedem Fall einen spielerischen Mehrwert und bereichert das Spiel ungemein. An einigen Stellen wünscht man sich dennoch eine klassische Steuerungsmethode, da man nicht immer jeden Grashalm mit einem gezielten Schlag vernichten möchte. Die Steuerung verlangt zwar Taktik, nutzt aber bei weitem nicht alle gegebenen Möglichkeiten aus.
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Fazit: 
Es ist ein schmaler Grat zwischen Innovation und Tradition, dem Nintendo hier ausgesetzt war. Abschließend lässt sich jedoch festhalten, dass man es durchaus geschafft hat, das typische und liebenswerte Zelda-Spielprinzip weitestgehend unberührt zu lassen, aber einige Neuerungen einführen konnte. Dazu gehört die im Grunde gelungene Steuerung, die vielen neuen Items, die sich nahtlos in das bestehende Repertoire eingliedern, sowie das neuartige Upgrade-System. Diese Ideen bringen frischen Wind in die Serie, die weiterhin durch ihr geniales Leveldesign, besonders in den Dungeons, zu begeistern weiß. Auch wenn man es in Skyward Sword mit einer ungewohnten Linearität zu tun bekommt. Die Bosskämpfe stellen wieder einmal ein Highlight dar, ebenso der orchestrale und epische Soundtrack des Spiels. Die Grafik weiß zu gefallen, wenn sie auch mit ein paar Schwächen zu kämpfen hat, der Stil ist in jedem Fall einzigartig.
 
Jeder Held hat seinen Ursprung – auch Link. Seine epischen Anfänge erleben sowohl Fans der Reihe als auch unerfahrene Neueinsteiger in The Legend of Zelda: Skyward Sword, das vielleicht letzte große Spiel und Must-Have für Nintendo Wii.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Pro & Contra

+ klasse Grafik-Stil + Sound
+ gelungene WM+-Steuerung
+ neue Items / Upgrade-System
+ geniales Dungeondesign
+ bombastische Bosskämpfe
- zäher Einstieg
- … die ab und an zickt
- ungewohnte Linearität
- unnötiges Backtracking

Wertung

Grafik:

schöner Grafikstil mit Aquarell- und Pastelfarben
Sound:

orchestraler, epischer Soundtrack
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 10 (4 Stimmen)

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Kommentare

wirklich super das review.