LEGO City: Undercover (Wii U)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: TT Games
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 28/03/2013
ab 6 Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1
Genre: Action-Adventure
Auf einem Spiel der LEGO-Reihe exklusiv für Wii U ruhen die Hoffnungen vieler Nintendo-Anhänger, die sich daraus einen echten Blockbuster erhoffen, welcher die eher mauen Verkaufszahlen der Hardware aufgrund eines nur schleppend in Gang kommenden Softwareangebotes wieder in die Höhe schießen lassen kann. Doch ob das Spiel diesem Druck standhalten kann und die Entwickler bei TT Games es geschafft haben, ein LEGO-Spiel ganz ohne Lizenz zu einem ebenso lustigen, wie auch spaßigen und umfangreichen Spiel zu machen, verrät euch unser Review zu LEGO City Undercover!
 
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Spielinhalt: 
Denn anders als in bisherigen Videospielen der LEGO-Reihe hat man hier keine Lizenz im Rücken, wie das zuletzt beispielsweise bei LEGO Herr der Ringe der Fall war. Viele weitere Beispiele lassen sich aufzählen, zu denen bereits ein Spiel von TT Games entstand, das neue Spiel für Wii U wird sich hier nicht einreihen können, denn es kommt ganz ohne Vorlage daher. Wobei auch das wahrscheinlich nicht ganz stimmt, denn eine große Open-World-Stadt und gleichzeitiges Abtauchen in das kriminelle Milieu, um einen gefürchteten Gangster dingfest zu machen, kommt einem auch nicht vollkommen neu vor. Des Öfteren werden hier Vergleiche zur Grand Theft Auto-Reihe herangezogen, doch kann LEGO in diesem Duell mithalten – was passiert, wenn LEGO-Steine, abgedrehter Humor und kinderfreundliches Spielerlebnis auf einen Blockbuster wie GTA treffen? Finden wir es heraus…
 
In LEGO City Undercover schlüpft der geneigte Spieler, das Spiel richtet sich da vor allem an Kinder und Jugendliche sowie im Herzen Kind gebliebene Erwachsene, in die Rolle des legendären Cops Chase McCain, der nach längerer Abwesenheit wieder nach LEGO City zurückkehrt, um den gefürchteten Schurken Rex Fury, der wohl hinter dem Ausbruch einer neuen Verbrechenswelle stecken soll, wieder hinter Schloss und Riegel zu bringen. Dabei sind sich Protagonist und Antagonist in dieser Geschichte keine Fremden mehr, denn schon einmal brachte McCain Fury hinter Gitter, doch ausgebrochen sorgt er nun wieder für jede Menge Chaos im schönen Legoland. Außerdem wäre da noch Natalia Kowalski anzusprechen, eine Person, die damals unabsichtlich den entscheidenden Hinweis für Rex Fury’s Verhaftung lieferte und sich seitdem in einem Zeugenschutzprogramm befindet und nun wieder um ihre Sicherheit bangen muss. Auch wenn es Polizeichef Marion Dunby nicht wahr haben will und Chase stets mit Argwohn gegenübertritt, ist er auf seine Hilfe angewiesen, um dem kriminellen Untergrund auf die Schliche zu kommen.
 
In der Polizeiwache begrüßt und in den Fall eingewiesen, sowie mit einem dem Wii U GamePad nicht unähnlich sehenden Computer für unterwegs ausgestattet, darf unsere Mission auch schon beginnen, stets dem Verbrechen auf der Spur. Spur ist dabei auch genau das richtige Stichwort, denn natürlich könnte man sich nun völlig frei in der großen weiten Welt bewegen und den Fall so lösen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn die Hauptstory selbst wird in diversen Missionen erzählt, viele darunter sind abgeschlossene Missionsareale, die ihr nacheinander abarbeiten könnt, dadurch neue Fähigkeiten und Gegenden freischaltet und vieles mehr. In der frei begehbaren Welt hingegen warten diverse Geheimnisse und Extras auf euch, die es zu entdecken gilt, ganz nach Lust und Laune, wann, wo und wie auch immer es euch passt.
 
 
Hier muss man also grundsätzlich zwischen den zwei Phasen des Spiels unterscheiden: Dem Folgen des linearen Verlaufs der Geschichte samt der recht linear gehaltenen Missionen, in denen Chase seine Fähigkeiten in der Spurensuche, Verfolgen und Abhören von Verdächtigen oder auch der handfesten Auseinandersetzungen im Kampf zum Ausdruck bringt und dem freien Erkunden der offenen Open World. In den Story-Abschnitten wollen alle polizeilichen Kenntnisse von Chase auf die Probe gestellt werden, zudem beweist ihr euch im Kampf mit diversen Handlangern. Kleinere Rätsel, dessen Lösung euch auf dem Präsentierteller bereit gelegt wird, gehören ebenso dazu. Das mehr oder weniger übliche Action-Adventure-Gameplay mit LEGO-Setting ist also an der Tagesordnung. In letzterer Phase seid ihr aber wiederum auch auf eure Fortschritte in der Geschichte angewiesen, vor allem was neue Tarnungen bzw. Kostüme angeht, die euch spezielle Fähigkeiten verleihen. Während ihr als Polizeibeamter mit eurem Scanner auf Spurensuche geht und die Gegend nach Verdächtigen untersucht, als Räuber mit der Brechstange versperrte Türen zugänglich macht und Tresore knackt oder als Bergarbeiter der zerstörbaren Gegend mit euer Spitzhacke zeigt, wo der Hammer hängt und zusätzlich das eingekaufte Dynamit zu eurem Vorteil nutzt, liegt dann ganz bei euch. In der Welt findet ihr an den meisten Stellen Symbole mit der passenden Fähigkeit, die es an Ort und Stelle zu benutzen gilt, um ein Geheimnis freizulegen.
 
Dabei kann es sich um jede Menge Münzen aus LEGO, sogenannte Studs, handeln, die ihr für das Freischalten der Extras benötigt, oder aber auch um in der Polizeiwache zu erwerbende, neue Kostüme oder Fahrzeuge. Über 100 Fahrzeuge und bis zu 300 Kostüme lassen sich freischalten und nach dem Kauf nach Belieben verwenden. Von Polizeiautos, Motorrädern und Geländewagen bis hin zu Rennautos, Feuerwehrautos, Mülllaster oder auch Hubschraubern ist hier alles dabei. Genauso könnt ihr auch als Popstar, Fußballspieler, Metzger oder Ninja durch die Gegend laufen, Auswirkung auf eure Fähigkeiten haben diese optionalen Kostüme nicht – sie sind nur nettes Beiwerk. Wirklich benötigen werdet ihr nur 8 unterschiedlichen Tarnungen, auswählbar in einem Ringmenü im Spiel, von denen wir euch an dieser Stelle aber nicht alle verraten werden.
 
Seid ihr in der Story, die euch die neuen Tarnungen nach und nach zugänglich macht, noch nicht weit genug vorangeschritten, wird euch beim Erkunden der Welt eines negativ auffallen: Überall findet ihr noch gesperrte Objekte und Bereiche, weil euch die passende Fähigkeit fehlt. Entweder ihr wartet also, bis ihr alle oder zumindest einen Großteil der Fähigkeiten freigeschaltet habt, oder aber ihr merkt euch die unzugänglichen Stellen für später. Das könnte nach einer Zeit aber schwierig werden, denn nicht nur, dass es an wirklich jeder noch so kleinen und versteckten Ecke etwas zu entdecken gilt, nein, die Stadt ist zudem auch noch einfach gigantisch groß. Von der großen Metropole mit Hochhäusern bis zur ruhig gelegenen Waldhütte in den Bergen, einer Hafenstadt, bis hin zu riesigen Brücken, die euch eine geniale Aussicht versprechen, ist alles dabei. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
 
 
Die Welt ist stimmig designt und Erforscherdrang wird hier belohnt. Ihr seht die riesige Brücke vor euch, die euch ohnehin schon beeindruckt? Während ihr in anderen Spielen nicht viel mehr machen könnt, als sie zu überqueren, könnt ihr euch hier die richtige Stelle zum Klettern suchen und die Brücke nach und nach erklimmen – bis ganz nach oben, um hier ein neues Kostüm oder Ähnliches zu finden und dann aber vielleicht doch noch festzustellen, dass euch eine freizuschaltende Fähigkeit fehlt, um von hier aus weiter zu machen. Dennoch hat sich das Abenteuer gelohnt, dennoch habt ihr enorme Freude daran gehabt, zu erleben, welche Möglichkeiten euch dieses Spiel bereitstellt. Dies war kein erfundenes Beispiel , sondern in meiner Testphase erlebtes Abenteuer. Nahezu die gesamte Spielsession eines Nachmittages lang habe ich mich bei, um und auf dieser riesigen Brücke herumgetrieben und meine Sammlung an Münzen, LEGO-Steinen, Kostümen und Fahrzeugen erweitert.
 
Doch die Liste sammelbarer Objekte geht ja noch weiter – so weit, dass einem hier fast der Überblick fehlt. Nicht nur, dass ihr für das Absolvieren mancher Aufgaben oder dem Entdecken bestimmter Objekte goldene Legosteine erhaltet, von denen es im Spiel sagenhafte 450 gibt – ihr könnt euch auch daran machen, ganz absurd, „spezielle Steine“ zu finden, die ihr mit der Spitzhacke zerstören müsst oder aber – und auch sie sind ein Highlight des Spiels -  ihr versucht, neue Superbauten zu entdecken. Diese 65 Objekte, es kann ein storyrelevantes Gebäude sein oder ein einfacher Springbrunnen im Park, lassen sich auf vorgefertigten, roten Legoplatten bauen, sofern ihr genügend LEGO-Steine beisammen habt. Studs liegen in der Welt verteilt herum und warten nur darauf, eingesammelt zu werden. An LEGO-Steine hingegen gelangt ihr durch das Zerkleinern zerstörbarer Objekte oder dem finden sogenannter Supersteine im Wert von 1000 oder auch 10.000 LEGO-Steine. Ausfindig macht ihr diese entweder ganz zufällig oder gezielt mit eurem polizeilichen Scanner. Diese überall in der Welt ausfindig zu machen ist spaßig, erfordert aber auch die geschickte Kombination mehrerer Fähigkeiten/Tarnungen, speziell bei den höherwertigen Steinen.
 
Um an sie zu gelangen, klettert ihr Gebäude an den dafür vorgesehenen blau-weiß gefärbten Stellen empor, lauft Wände entlang, hangelt euch von Stange zu Stange und überwindet so riesige Abgründe, rutscht Seile herunter, benutzt Sprungschanzen, um dann, ganz in Matrix-Manier, in Zeitlupe durch die Luft katapultiert zu werden oder rast mit einem Fahrzeug eurer Wahl über einen Abgrund auf die andere Seite. Die Möglichkeiten sind scheinbar grenzenlos. Klettert ihr beispielsweise die zuvor angesprochene, riesige Brücke empor, schaltet ihr dieses Objekt darauf hin auch im Parcour-Modus frei. Hier gilt es dann, sie noch einmal, unter Zeitdruck, hochzuklettern, um damit weitere Extras freizuschalten.
 
 
Spezialmissionen aus der Story, das kann das Erkunden eines Bergwerks oder das Verfolgen einer Gaunertruppe über den Dächern der Stadt sein, aber auch angesprochene Parcours und einige Events mehr, können, nachdem sie das erste Mal abgeschlossen wurden, über die Karte auch im „Freien Spiel“ noch einmal angegangen werden, was zwingend erforderlich ist, wenn ihr sie zu 100% abschließen wollt. Denn alle Missionen legen es darauf an, euch Wege vorzusetzen, die ihr zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht betreten könnt, weil euch dafür eine Fähigkeit fehlt. Das kann man kritisieren, wird durch mehrmaliges Betreten der Events doch nur die Spielzeit gestreckt, oder aber begrüßen, weil man so noch einmal seinen Spaß damit haben kann. Sei’s drum – früher oder später werdet ihr alle Kostüme und Fahrzeuge, sowie alle goldenen und roten LEGO-Steine im Level gefunden haben und zudem genügend LEGO-Steine gefunden haben, um eine spezielle Leiste weit genug gefüllt zu haben, um dann letztlich behaupten zu können, die Mission zu 100% durchgespielt zu haben. Das Spiel legt es also an jeder nur denkbaren Stelle darauf an, dass ihr etliche Stunden, auch nach Abschluss der Geschichte, in der Spielwelt verbringen werdet. Die Stadt ist dabei in diverse Gebiete und Umgebungen unterteilt – über die Karte könnt ihr in Erfahrung bringen, wie weit ihr in einem jeweiligen Gebiet der 100%-Marke noch entfernt seid. Euch wird also angezeigt, was noch fehlt – nur finden müsst ihr es selber.
 
Man sieht, der eigentliche Star des Spiels ist nicht der in der Stadt umstrittene, aber dennoch so legendäre Cop Chase McCain und auch nicht die Story, die anfangs vor sich hinplätschert und erst später etwas Fahrt aufnimmt, sondern die Spielwelt, „LEGO City“, an sich. Lange nicht habe ich einen so großen Spaß daran gehabt, für einen „Moment“, manchmal wurden daraus Stunden, nicht länger der Geschichte zu folgen, sondern meine eigene Geschichte zu schreiben, in dem ich neue Gegenden der Welt erkunde. Dass dies hier möglich ist, macht dieses Spiel zu etwas ganz Besonderem. Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass dieses Spiel auch ganz ohne Story funktionieren würde.
 
Man setze dem Spieler einfach diese Welt mit all den Möglichkeiten vor und reiche ihm von Anfang an alle Fähigkeiten von Chase McCain und lasse ihn erleben, was er erleben möchte. Durch das Freischalten bzw. Bauen von Bahnstationen oder Fähren sowie Rufsäulen für Fahrzeuge könnt ihr euch schneller über die Insel bewegen, doch selbst dann dauert das Durchqueren aller Gebiete noch eine Weile und ihr werdet wie oft aussteigen, weil ihr etwas gesichtet habt, was ihr zuvor noch gar nicht in Augenschein genommen habt. Und sei es nur ein Basketball-Platz, der zu einer kleinen Runde Ballwurf einlädt oder ein Spielplatz, der euch noch einmal Kind sein lässt, in dem ihr die Schaukel oder Rutsche verwendet und dafür Studs erhaltet. Wie cool wäre es aber eigentlich gewesen, wenn es zusätzlich noch zu zufällig generierten Events in der Stadt gekommen wäre? Ein plötzlich auftretender Handtaschendieb oder der Überfall einer nahegelegenen Bank hätten sicherlich noch für zusätzliche Abwechslung gesorgt und für mehr Adrenalin und ständige Wachsamkeit im Körper des Cops und Spielers. Das fehlt leider, stattdessen wiederholt sich das Muster beim Erkunden: Objekte zerstören, neue aufbauen, Fähigkeiten kombiniert einsetzen, um gewisse Orte und damit Objekte zu erreichen und Sammelaufgaben zu erfüllen. Doch müde macht einen das auch nach Stunden noch nicht.
 
 
Allerdings gelten trotz aller Lobeshymnen zwei Dinge, die an dieser Stelle anzusprechen sind und einen ansatzweise wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren lassen: Zum einen hätten wir da die eklatant langen Ladezeiten, die es so nur selten in einem Spiel zu erleben gibt. Wenn ein Spiel nach Start, allein um das Hauptmenü anzeigen zu können, schon eine 45sekündige Ladezeit benötigt, ist etwas faul. Leider durchziehen diese Ladezeiten auch Teile des restlichen Spiels. Vom Menü aus ins Spiel, von der Open World in die angesprochenen Sonder- bzw. Spezialmissionen, vor einer Zwischensequenz oder bei Rückkehr in das Polizeipräsidium, stets erwarten euch derartig lange Ladezeiten. Diese sind ohne Frage nervig und trüben das Spielgefühl unabstreitbar. Hängt man sich jedoch nicht daran auf und freut sich stattdessen darauf, „gleich“ weiter machen zu können, tröstet einen dies das Gamerherz – und auch das Herz eines Reviewschreibers. Immerhin ist nach einer Ladezeit der Stadt diese auch komplett ohne weiteres Zwischenladen begehbar. Weniger trösten kann man all die Leute, die keinen Spaß daran haben, sich mit eigentlich nur einer Mission in der Welt frei zu bewegen: Sammeln, sammeln und nochmal sammeln. Wer kein Faible fürs Sammeln hat und wen auf keinen Fall die Sammelleidenschaft packt und stattdessen voll und ganz auf Story und einen roten Faden setzt – für den dürfte das Spiel nur bedingt geeignet sein.
 
Wenn in Zwischensequenzen allerdings Humor vom Feinsten abgeliefert wird – mal sehr trocken und plump, mal höchst sarkastisch und mal einfach nur exzellenter Slapstick, dürften Jung und Alt sowie Core- und Casualgamer wieder zusammenfinden und sich lachend in den Armen liegen. An jeder Ecke entdeckt man derartige Eastereggs und Anspielungen. Sei es ein mit dem Luftballon aus dem Gefängnis fliehender Insasse, den ihr im Hintergrund einer Sequenz entdeckt, in welcher euch der Wachmeister von dem doch so abgeriegelten Ort berichtet. Anspielungen aus bekannten Filmen, darunter Matrix oder Mission Impossible aber auch an Figuren wie Sherlock Holmes angelegte Referenzen wird ein jüngeres Publikum nicht immer verstehen können, dafür kommen hier wieder die Älteren auf ihre Kosten. Diese wiederum können sich dann über den zu niedrigen Schwierigkeitsgrad, den wohl selbst die Beschreibung „kinderleicht“ nicht ganz umfasst, beschweren, der aber angemessen für die jüngere Zielgruppe ist. Doch im Endeffekt haben wir es hier auch mit keinem Spiel der Herausforderung zu tun, sodass dies nur bedingt als Kritikpunkt durchgeht. Es geht vielmehr um das Erlebnis und nicht um die Beweiserbringung der eigenen Gamingskills, nicht zuletzt spielt ein Bildschirmtod hier bewusst so gut wie keine Rolle.
 
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Grafik: 
Auch hochauflösende HD-Grafik par excellence spielt hier nicht die größte Rolle in Sachen Grafik. Denn auch wenn die Spielwelt stimmig designt daher kommt und allein aufgrund ihrer Größe schon aus technischer Sicht zu beeindrucken weiß, ist sie trotz ihrer Vielfältigkeit, abwechslungsreicher Umgebungen und manch imposanter, ideenreicher oder auch irrwitziger Objekte nicht immer bis zur letzten Ecke hochpoliert. Wie in vielen Spielen mit großer Open World leidet auch dieses Spiel unter den bekannten Problemen wie ab und an weniger geglätteten Kanten oder dem Pop-Up-Effekt – wenn also ein Objekt erst relativ spät und plötzlich auftaucht. Abgesehen von diesen Standard-Problemen und den langen Ladezeiten gibt es technisch ansonsten aber wenig auszusetzen. Besondere Freude bereiten, wenn man schon so viel Zeit damit verbringt, in jeder noch so kleinen Ecke nach etwas Verstecktem zu suchen, die abwechslungsreichen Areale – sei es die Stadt, der grüne Wald, der Strand mit Sonnenuntergang oder die Hafencity mit den herumschwirrenden Möwen und riesigen Tankerschiffen, die des Öfteren mit vielen kleinen Details gespickt sind.
Sound: 
Zunächst einmal zu loben ist die vollständig deutsche Synchronisation in LEGO City Undercover mit zum größten Teil hörbar professionellen Sprechern, zumeist passend gewählt zu ihren jeweiligen Charakteren. Der ein oder andere Witz mag im englischen Original zwar noch besser rüberkommen, insgesamt jedoch kann man mit der Umsetzung mehr als zufrieden sein. Ohnehin ist Sprachausgabe in LEGO-Spielen bislang nicht Gang und Gebe gewesen und insofern eine gute Neuerung. Musikalisch gestaltet sich das Spiel nicht derart abwechslungsreich und beeindruckend wie die Spielwelt, einige Ohrwürmer können sich zwar breit machen und die Stücke, die an typische Krimifilme erinnern, kommen gut rüber, insgesamt bewegt man sich hier jedoch nur im Mittelfeld.
 
Steuerung: 
An dieser Stelle wollen wir nicht auf die Tastenbelegung des Controllers eingehen, denn die ist nicht sonderlich der Rede wert. Nur so viel: Die Steuerung an sich funktioniert problemlos, die Knöpfe sind passend und intuitiv belegt. Doch wenn bei der Wii U natürlich eins zählt, dann der Einsatz des innovativen Wii U GamePads. Macht das Spiel hiervon sinnvollen Gebrauch oder ist er nur nettes Beiwerk und das Spiel hätte auch genauso gut auf jeder anderen Plattform funktioniert? Nun, die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten – doch zunächst zu den Features. Als allererstes eingeführt wird euer Polizei-Computer, der dem GamePad wie gesagt nicht unähnlich sieht, als interaktive Karte. Hier wird euch nicht nur das nächste Missionsziel angezeigt und mit entsprechend eingerichteter Navigation auch der schnellste Weg dahin, sondern auch einige besondere Orte wie der Platz eines Superbaus oder nach erfolgreichem Scanvorgang auch das Versteck eines Supersteins. Nicht zuletzt könnt ihr euch einen generellen Überblick über die verschiedenen Stadtteile verschaffen, den Fortschritt in ihnen prüfen und weitere Kleinigkeiten mehr.
 
Gleichzeit dient er euch auch als wichtiger Kommunikator mit der Polizeistelle und eurer dort sitzenden helfenden Hand Ellie. Einen Anruf nehmt ihr euch einen einfachen Klick auf die entsprechende Stelle an, der Ton kommt dann direkt aus dem GamePad. Eine weitere Kleinigkeit, doch sie sorgt für ein besseres „mittendrin“-Gefühl. Genutzt wird die Technik der neuesten Generation auch als Scanner, haltet das GamePad im entsprechenden Modus vor den Fernseher und dreht euch, um Verdächtige zu orten oder Supersteine ausfindig zu machen. Besondere Momente könnt ihr zudem mit der Kamerafunktion auf Bildern festhalten und diese dann im Miiverse teilen.
 
Sind das nun die super überzeugenden Wii U-Exklusivfeatures dieses Spiels? Teils, teils. Eine Umsetzung ohne diese Features wäre sicherlich denkbar, doch allein die Auslagerung der Karte und die vielen weiteren Details machen das Spiel mit GamePad durchaus spielenswert, sodass das GamePad hier letztlich sinnvoll genutzt wurde, sicherlich aber auch nicht das gesamte Potential dieser Technik ausgereizt wurde. Nett gewesen wäre ein zusätzlicher Off-TV-Modus aber allemal und auch ein Multiplayer-Modus fehlt leider komplett.
 
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Fazit: 
Es war für TT Games zunächst sicherlich kein einfaches Unterfangen, ein Spiel für Nintendo mit derartigem Umfang zu entwickeln, wenn man sich bislang immer auf Lizenzen berufen konnte. Doch man merkt dem Spiel an, dass man sich mit dem befasst hat, was einem selbst Spaß macht und sich ausleben konnte, ganz wie man wollte. Das lässt sich nicht nur hinsichtlich der Entwickler festhalten, sondern auch aus Sicht des Spielers: Sich in LEGO City Undercover einfach dem, zumindest bei den meisten, von Natur aus gegebenen Entdecker- und Sammlertrieb sowie dem Spaß hingeben, jede Menge Unsinn anzustellen, das ist hier die Devise. Der Spaß in und mit der Spielwelt steht hier im Vordergrund, weniger die Geschichte und noch weniger die Herausforderung, sondern einfach nur der Spaß. Das muss und kann nicht jedem gefallen, doch wer mit einem oder in bestem Falle mit mehreren der angesprochenen Elemente etwas anfangen kann, sollte die Jagd nach Rex Fury auf keinen Fall scheuen. Auch wenn noch viel Potential, in vielerlei Hinsicht, hätte genutzt werden können, so ist die Wii U auf jeden Fall um einen spielenswerten Exklusivtitel reicher.
 
 
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!
 

Pro & Contra

+ riesige, beeindruckende Spielwelt
+ viele verschiedene Fähigkeiten
+ mehr Sammelobjekte, als einem lieb sind
+ klasse Humor + Anspielungen, schöne Synchronisation
+ jede Menge Freischaltbares
- … aber entsprechend lange Ladezeiten
- noch gesperrte Fähigkeiten hemmen Erkundungsdrang
- Sammelleidenschaft packt nicht jeden

Wertung

Grafik:

große Spielwelt mit vielen Details
Sound:

schöne Synchronisation
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 8 (6 Stimmen)

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Kommentare

Schaue mir das Lets Play davon an und finde es ist echt witzig. Zum selber spielen reichts mir glaub ich nicht vom Gameplay her, aber der Lego Humor übertrifft hier seine Vorgänger wie ich finde.