Lego Rock Band (DS)
Normalerweise schauen die Handheld-Besitzer bei Musikspielen eher in die Röhre, denn oft trauen sich die Publisher nicht wirklich, ihre Musikspiele, die oft mit eigenen Controllern in Instrumentenform daherkommen, auf den Handhelds bzw. dem DS umzusetzen. Bislang wagte lediglich Activision einen Versuch mit Guitar Hero und man sah: Es klappte mit extra angefertigtem Controller für den GBA-Slot. Jetzt, mit dem Nintendo DSi, der ohne GBA-Slot auskommen muss, wird es für die Publisher wohl noch schwerer, doch Warner Bros Interactive wagte den Versuch und spendierte auch dem DS eine Version von LEGO Rock Band – und das ohne angefertigten Controller. Doch wie spielt sich das Spiel mit den handelsüblichen Tasten? Finden wir es heraus!
Wie bereits erwähnt kommt LEGO Rock Band für DS mit den gewöhnlichen Tasten auf dem DS, sowie den Schultertasten aus. Wie bereits aus vielen Musikspielen, wie z.B. den großen Vorbildern auf den Heimkonsolen Guitar Hero oder Rock Band, bekannt, muss in diesem Spiel zur richtigen Zeit die Taste der richtigen Note gedrückt werden, um diese zu spielen. Ihr müsst insgesamt 4 Notenlinien im Auge behalten. Auf zwei davon spielt ihr die Noten mit zwei Tasten des Steuerkreuzes und die anderen beiden Notenlinien werden mit X und A gespielt. Nun gilt es, die Taste im richtigen Moment zu drücken, damit die Note gespielt wird.
Ist das im Schwierigkeitsgrad „Sehr leicht“ und „leicht“ noch kein Problem, kommt man in „Schwer“ und „Experte“ manchmal richtig ins Schwitzen, hier ist also Fingerfertigkeit gefragt. Man sollte zunächst einen niedrigen Schwierigkeitsgrad wählen, um den Rhythmus zu finden und sich nach und nach an schwierigere Herausforderungen herantasten.
LEGO Rock Band auf dem DS ist keine einfache Portierung, sondern bietet auch Features, die die Heimkonsolen nicht zu bieten haben. So gibt es in der DS-Version z.B. lila Noten, die erscheinen, wenn ihr eine Reihe von Noten richtig gespielt habt und die Leiste am unteren Bildschirm gänzlich lila gefärbt ist. Nun erscheint auch eine lila Note in Form eines Legosteins und will gespielt werden. Spielt ihr sie, wird euer derzeit ausgewählter Charakter glücklich und euer Multiplikator klettert auf 2x und ihr bekommt somit doppelt so viele Punkte für eure gespielten Noten. Nun solltet ihr, wenn ihr geübt genug seid, mit den Schultertasten zu einem anderen Charaktere springen und hier genauso vorgehen. Keine Angst – beim Wechseln des Charakters gehen euch keine Noten verloren, denn wenn eine lila Note gespielt wird, können ein paar durchsichtige Noten ausgelassen werden, ohne ,dass diese euch schaden. Spielt ihr hier wiederum die lila Note, erreicht ihr den Multiplikator 3x etc. Macht ihr dies mit jedem Charakter könnt ihr einen maximalen Multiplikator von 6x erreichen. Doch Vorsicht: Dieser Multiplikator bleibt nicht ewig ohne euer Zutun erhalten, denn blinkt ein Avatar eines Charakters, solltet ihr schnell wieder zu diesem springen, um eine lila Note zu spielen, denn das Blinken ist ein Zeichen dafür, dass der Charakter langsam aber sicher nicht mehr allzu glücklich scheint. Das Wechseln des Charakters geschieht im Übrigen durch das Drücken der Schultertasten L oder R. Natürlich spielt ihr mit jedem Charakter auch ein anderes Instrument. Zu Beginn jedes Songs spielt ihr mit dem Charakter, den ihr zu Beginn ausgewählt habt.
Dieses Vorgehen klingt auf den ersten Blick recht kompliziert, geht nach einer Zeit aber gut von der Hand und hilft einem natürlich dabei, massig Punkte zu sammeln, die notwendig sind, um einen neuen Highscore aufzustellen.
Natürlich bietet euch das Spiel verschiedene Modi. Während ihr im „Schnellspiel“ einfach nur einen Song und den Schwierigkeitsgrad auswählt und dann direkt abrocken könnt, müsst ihr euch im Karriere-Modus von einer unbekannten Band zu einer ganz Großen heranarbeiten. Im Karriere-Modus spielt ihr Songs auf diversen Events und verdient euch damit Geld, um im Shop neue Klamotten, Instrumente und vieles mehr für eure Charaktere zu kaufen oder euch neue Vehikels zu zulegen, um weitere Events freizuschalten. Außerdem von Nöten um weitere Events und andere Gegenstände freizuschalten, sind Fans, die ihr euch nach jedem Auftritt dazugewinnt. Nach und nach schaltet ihr unter anderem Mitarbeiter frei, die ihr einstellen könnt, und welche euch dann einige Boni verleihen. Wollt ihr euch von den Strapazen eines Events erholen, könnt ihr es euch in eurem Lager gemütlich machen, dass ihr nach und nach mit immer besseren und cooleren Gegenständen ausrüsten könnt.
Leider bietet das Spiel euch nur eine Tracklist von insgesamt 25 Songs, wodurch man auch im Karriere-Modus auf diversen Events dieselben Lieder spielen muss, was nach der Zeit eintönig werden kann, doch durch die angesprochenen Schwierigkeitsgrade und die freischaltbaren Extras ist man dann doch immer wieder motiviert, einen Song ein weiteres Mal und vor allem immer besser zu spielen.
Euch werden hier keine prachtvollen Effekte und High-End Grafik geboten, aber dessen bedarf dieses Spiel auch nicht. Die Lego-Figuren sind schön animiert und die Menüs ansehnlich gestaltet. Der Charme der Lego-Figuren spielt bei der Grafik natürlich eine ganz zentrale Rolle, entweder man mag es, oder man mag es nicht.
Schon beim ersten Start des Spiels war ich positiv überrascht, welche doch recht ordentliche Soundqualität aus den kleinen Handheld-Lautsprechern zu hören war. Alle Songs sind gut anzuhören und man kann hiermit richtig gut abrocken. Ein besseres Feeling erhält man zudem, in dem man sich Kopfhörer aufsetzt, um somit noch bessere Soundqualität zu erleben.
LEGO Rock Band pfeift auf den aus der Handheld-Version von Guitar Hero bekannten Controller für den GBA-Slot, nicht zuletzt, weil die Möglichkeit durch den nicht vorhandenen Slot im DSi nicht gegeben war. Doch dieser Verzicht wirkt sich nur positiv aus. Ist man zu Beginn vielleicht noch etwas skeptisch, wie man seine Finger denn bitteschön unter Kontrolle haben soll, um die Knöpfe im richtigen Moment zu erwischen, merkt man schon nach den ersten paar gespielten Songs, dass dies recht gut funktioniert. Anzumerken sei hier, dass man wahlweise auch mit dem Touchpen und mit Hilfe von Berühren der Noten spielen kann, dies ist in fortgeschrittenen Schwierigkeitsgraden aber nicht zu empfehlen.
Na, wer hätte das gedacht? Auch ein Multiplayer-Part wird euch in LEGO Rock Band für DS geboten. Ihr könnt entweder ein Spiel hosten, oder einem vorhandenen beitreten, leider aber nur lokal und mit euren Freunden, sofern auch diese das Spiel besitzen.
LEGO Rock Band ist zweifelsohne eines der besten Musikspiele, welche auf dem Handheld von Nintendo zu haben sind. Nicht nur, dass die Steuerung ausgezeichnet funktioniert, der Sound für einen Handheld nahezu ausgezeichnet ist und auch die Grafik durch ihren LEGO-Charme an Sympathie gewinnt, sind es auch die verschiedenen Modi, wie z.B. der recht durchdachte Karriere-Modus, die zu punkten wissen. Die Songliste ist mit 25 Songs im Vergleich zu den großen Brüdern und Schwestern auf den Heimkonsolen zwar recht klein, für eine Handheld-Version aber ganz in Ordnung. Zudem ist die Auswahl der Songs meiner Meinung nach recht gut gelungen, sodass jeder etwas in der Trackliste finden wird, was ihm zusagt.
Pro & Contra:
+ gelungene Steuerung
+ gute Trackliste
+ LEGO-Charme
+ Abrocken auch unterwegs
- ab und an wenig Abwechslung
- ... mit nur 25 Songs
Wertung:







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