Luigi's Mansion 2 (3DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 28/03/2013
ab 6 Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Action-Adventure
Es ist bisweilen über 10 Jahre her, dass Nintendo dem grüngefärbten Bruder von Videospielheld Mario ein eigenes Spiel spendierte und ihn dabei ausgerechnet dem Spuk und Schrecken einer großen Geistervilla aussetzte. Es ist schon beachtlich, dass sich Nintendo nach so langer Zeit wieder daran gemacht hat, dem Spiel von dazumal eine Fortsetzung zu spendieren und damit zugleich das Jahr des Luigi einzuläuten. Doch ob Luigi’s Mansion 2 ein gut gewählter Starttitel für dieses Ereignis ist oder uns im negativen Sinne die Haare vor Schreck zu Berge stehen lässt, erfahrt ihr in unserem Review.
 
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Spielinhalt: 
Auch in der heutigen Zeit hat Luigis alter Freund Professor I. Gidd nicht genug von der Forschung und treibt sich in seiner Villa im Nachtschattental umher, zusammen mit seinen friedlichen Geisterfreunden, die ihn bei Aufdeckung mysteriöser Ereignisse oder der Erfindung neuer, nützlicher Gegenstände unterstützen. Doch plötzlich setzt der bösartige König Buu-Huu-Geist dem Frieden ein jähes Ende, indem er den Finstermond zersplittern lässt, der das Böse in den Geistern bislang zu kontrollieren wusste. Nun kehren die Geister wieder zur ihrer eigentlichen, von Natur aus gegebenen Lieblingsbeschäftigung zurück: Sie verbreiten das reinste Chaos, spielen Streiche und sorgen für Angst und Schrecken, sodass dem Professor nichts anderes übrig bleibt, als in seinen Unterschlupf zu flüchten. In seiner Not bittet er Luigi um Hilfe, der mehr oder weniger freiwillig dem Hilferuf folgt und vom Professor in den Unterschlupf teleportiert – oder besser gesagt mit dem Voxelporter „gevoxelt“ – wird.
 
Nachdem Luigi Voxel für Voxel angekommen zu sein scheint, steht ihm auch zugleich die große Aufgabe bevor, die verschiedenen Teile des Finstermondes, verstreut in insgesamt 5 gespenstischen Villen, wieder zu beschaffen, damit sie vom Professor wieder zusammengesetzt werden können. Vom Unterschlupf aus voxelt der Professor ihn zu den verschiedenen Villen und an den jeweilig passenden Standort für die jeweilige Mission – denn jede Villa, die wir besuchen, hält 5 Missionen, sowie einen Endboss und eine Bonusmission für uns bereit, die wir nacheinander auswählen uns und daran machen, die eingetragenen Ziele zu erfüllen.
 
 
Grundsätzlich ist es natürlich das Ziel, wer hätte das gedacht, das verborgene Finstermond-Stück wiederzufinden, doch – und auch das ist sicherlich keine Überraschung - machen es uns die Geister und andere mysteriöse Gegebenheiten dies nicht immer ganz einfach. So müsst ihr in den Räumen der Villen versteckte Schlüssel in Objekten finden, um voran zu kommen, Zahnräder für einen Mechanismus zusammensuchen, Spinnennetze aufsaugen und verbrennen, die euch den Weg versperren und vieles mehr. Dabei waren dies nur Beispiele aus der ersten der insgesamt fünf Villen. Das Lösen der Rätsel macht eine Menge Spaß und auch wenn sich der Schwierigkeitsgrad hier oft in Grenzen hält, strotzen manche Ideen der Entwickler wirklich vor Kreativität. Kreativ betätigt haben sich die Entwickler auch bei der Erstellung der verschiedenen Geistertypen, die uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen wollen, sodass uns nichts anderes übrig bleibt, als sie mit dem verbesserten Schreckweg 09/15 aufzusaugen und ihrem Dasein in der Villa damit vorerst ein Ende zu setzen. Das Jagen und Einfangen der Geister ist natürlich weiterhin ein zentrales Spielelement, das Sammeln von Objekten und Lösen von Rätseln passiert nebenbei und lockert das Spielgeschehen auf, denn auch wenn die Auseinandersetzung mit den fiesen Geistern spaßig ist, möchte man dies nicht am laufenden Band tun, was zum Glück auch nicht der Fall ist.
 
Dennoch bleiben wir noch kurz bei den Geistern: Im Gegensatz zum ersten Luigi’s Mansion reicht es nicht länger, die Taschenlampe auf sie zu richten und sie dann einzusaugen, vielmehr müsst ihr sie erst schocken, indem ihr euren am Staubsauger montierten Stroboblitz aktiviert – eine Art Blitzlicht, welches die Geister kurzzeitig in Schockstarre verfallen lässt – je nach Aufladung des Blitzes ist euer Radius größer, in welchem ihr Geister erwischen könnt. Das Einsaugen funktioniert dann wie eh und je, ein Geist verschwindet im Beutel des für Hausfrauen (und –Männer) so wichtigen Instruments, wenn seine Lebensenergie auf 0 gesenkt werden konnte. Schneller geht es, wenn die A-Ruck-Leiste aufgeladen wird (durch Bewegen des Schiebebads in die entgegengesetzte Ausweichrichtung des Geistes) und ihr diese aktiviert, denn dann könnt ihr kurzzeitig noch stärker saugen.
 
Die Geistertypen halten sich gar in Grenzen, auch wenn es wirklich eine Vielzahl an ihnen gibt, dennoch werdet ihr nicht andauernd auf völlig neue treffen, sondern auf in veränderter Form auftretende paranormale Wesen. So bewaffnen sich die verspielt-lustigen, grünen Geister, die euch in der ersten Mission begegnen, beispielsweise mit Objekten aus der Küche oder dem Garten, also z.B. Nudelholz und Schaufel und schützen sich damit vor euren Blitzen. Hiermüsst ihr sie beispielsweise erst angreifen lassen, sodass sie einen Moment ohne Deckung sind, um sie dann zu schocken. Anderen Geistern müsst ihr die Schutzobjekte aus den Händen saugen, um sie ohne dastehen zu lassen. Diese kleinen Finessen bringen Abwechslung in die Kämpfe und lassen sie nicht zu monoton werden. Genauso wichtig sind aber natürlich auch die andersartigen Geistertypen – z.B. der Hauer, der zwar nichts in der Birne, dafür aber umso mehr Kraft in den Fäusten stecken hat oder den Geistertyp, der sich in Objekten versteckt, die ihr ausfindig machen müsst und durchsucht, damit sie sich vor euch zeigen.
 
 
Die Kämpfe stecken voller Dynamik, vor allem wenn gleich mehrere Geistertypen auf einmal aus Objekten oder den Wänden auftauchen oder sich von hinten heranschleichen. Dann seid ihr derart mit gutem Timing und richtigen Knöpfchendrücken beschäftigt, dass es eine wahre Freude ist. Eine Freude ist es auch, sich mit den Bossen auseinanderzusetzen und gleich der ersten von ihnen, eine Riesenspinne, ist ein Highlight. Hier stimmt einfach alles, was man von einem guten Bosskampf erwartet – Inszenierung und die Spielmechanik. Ein Bosskampf mit mehreren Phasen ist nichts neues, genauso auch nicht die Erforderlichkeit einer neuen Herangehensweise in jeder Phase – doch wie klug hier das Gameplay-Element des Schreckweg 09/15 mit dem Stroboblitz zusammen mit der Umgebung kombiniert wurde, das ist zauberhaft. Nicht alle Endgegner erreichen dieses Niveau, bereiten aber auch ihren Spaß.
 
Auf eurem Weg durch die Räume der Villen, im Grunde ist jeder von ihnen ein eigenes Erlebnis, weil sich stets etwas tut, bewegt oder auf sonstige Art und Weise eure Aufmerksamkeit auf sich lenkt, werdet ihr auf verschiedene Sammelobjekte stoßen. Heiß begehrt ist natürlich das Geld, wie soll es auch anders sein. Durch das Besiegen von Geistern, dem Durchsuchen von herumstehenden Vasen, Schränken und Co. findet ihr Goldmünzen, Scheine und sogar Goldbarren. Gesammeltes Geld fließt in einen Topf und dadurch schaltet ihr euch nach und nach Verbesserungen für euren Schreckweg 09/15 oder seine Aufsätze, z.B. den Stroboblitz frei. Ebenfalls suchen solltet ihr nach Juwelen, die jede Villa beinhaltet – sammelt ihr diese, könnt ihr später etwas ganz besonderes mit ihnen anstellen, doch mehr verraten wir dazu nicht. Was wir verraten können ist, dass, wenn ihr in jedem der 5 Missionen/Level einer Villa einen versteckten Buu-Huu aufsucht und auch einfangt, euch ein spezielles Bonus-Level erwartet. Gerade die Buu-Huu-Geister verstecken sich an den unmöglichsten Orten, doch wie immer ist euch auf hier der Staubsauger der größte Freund. Denn er dient nicht nur dem Einsaugen der Geister, sondern auch zur Untersuchung der Umgebung. Rollt mit seiner Saugkraft einen Teppich zusammen und findet darunter eine geheime Plattform, saugt die Vorhänge von den Fenstern und die Tapeten von den Wänden oder lasst einen Deckenventilator an der Decke drehen, damit sich eine geheime Hintertür offenbart.
 
Vieles ist möglich, sodass ihr, gerade wenn ihr wirklich alles entdecken wollt, eine Menge zu tun haben werdet, auch nach Abschluss der Hauptstory. Um es nicht unerwähnt zu lassen, sei gesagt, dass ihr mithilfe des Staubsaugers auch Früchte aufblasen könnt, um diese als fliegenden Ballon zu nutzen oder aber einen Eimer ansaugt, um ihn an bestimmten Stellen zu füllen und später bspw. auf eine Plattform zu stellen uvm. Doch der Staubsauger wäre im Endeffekt nichts ohne einen weiteren Aufsatz, nämlich die Düsterlampe – ihr regenbogenfarbener Strahl nämlich besitzt die Macht, die Phantomwesen aus unsichtbar gewordenen Gegenständen oder auch Türen zu vertreiben, die ihr dann nur noch aufsaugen müsst, damit das Objekt wieder sichtbar wird. Gerade in solchen Objekten findet ihr die großen Schätze, müsst dafür aber auch ganze Räume Meter für  Meter mit euer Düsterlampe untersuchen, des Öfteren zum Einsatz kommt sie auch, wenn ihr zwar wisst, dass es einen Durchgang gibt, aber noch keine Tür. Denn die Tür zaubert ihr mit der Lampe im Nu wieder hervor. Durch eure Sammlerleidenschaft habt ihr gute Chancen, bei der Bewertung nach Abschluss einer Mission gut da zu stehen, denn hier könnt ihr Ränge von einem bis zu insgesamt drei Sternen ergattern – abhängig von der Masse gefundenen Geldes, der benötigten Zeit, den verbrauchten Leben und einigen Punkten mehr.
 
 
Ihr werdet in den seltensten Fällen alles in einem Level im ersten Versuch finden, was auch daran liegt, dass euch der Professor nach Abschluss des letzten Missionsziels eines Levels direkt wieder zurückteleportiert und euch keine Chance lässt, euch noch weiter umzusehen, wenn ihr das nicht vorher schon zu Genüge getan habt. Somit bleibt euch dann später nichts anderes über, als noch einmal in den Level zurückzureisen, da es keine Checkpoints oder Ähnliches gibt, müsst ihr stets wieder die komplette Mission meistern, die auch gut und gerne einmal 30 Minuten dauern kann. Das ist besonders ärgerlich, wenn ihr Game Over geht, Luigi also all seine Herzen verbraucht habt, denn ihr könnt die Mission dann nur von vorne starten, egal wie weit ihr vorangedrungen seid. Außer ihr habt in der Zwischenzeit einen goldenen Hundeknochen der Polterpinscher-Geister gefunden, denn einer von ihnen steht für ein Extraleben. Doch allzu sehr ärgern wir uns nicht über die fehlenden Speicherpunkte, denn somit bleibt wenigstens eine gewisse Herausforderung erhalten. Die Missions-Struktur des Spiels ist insofern nett, als dass man das Spiel somit auch mal für „eine kleine Runde“ oder „zwischendurch“ anwerfen kann, wenn die Missionen manchmal auch gar nicht so kurz sind, wie man meinen könnte. Auf der anderen Seite wird hierdurch aber auch das Gefühl für die große Villa gehemmt, da ihr euch in den meisten Fällen bevorzugt nur in den Räumen bewegt, die mit der aktuellen Mission zu tun haben. Es wäre vielleicht durchaus schöner gewesen, wenn die Villa von Beginn an frei zu erkunden gewesen wäre und „on the fly“ die Missionsziele übermittelt worden wären.
 
Letztlich hat man sich für ein anderes Level- und Missionsdesign entschieden, hierüber kann man streiten und für beide Arten gibt es Vor- und Nachteile. Ein entschiedener Nachteil des gewählten Prinzips ist, dass es dadurch vermehrt zu Backtracking-Passagen kommt. Nicht nur, dass unterschiedliche Missionen euch durch gleiche Räume manövrieren, die ihr schon zu Genüge gesehen habt. Wenn ihr alles zu 100% entdecken wollt und wieder in den Level müsst, erwartet euch das Ganze natürlich gleich noch einmal. Es ist ein Kritikpunkt, doch letztlich kein besonders Großer, denn lange nicht hat man beim Erkunden eines einzelnen Raumes so viel Spaß gehabt, wie hier. Man muss kein großer Sammlerfan sein, um sich hier am Untersuchen eines jeden Objektes durch Sauger, Stroboblitz oder Düsterlampe zu ertappen. Jedes Objekt, das einen Fund aufzuweisen hat, lässt einen innerlich kurz jubeln, selbst wenn es nicht der erhoffte große Fang war.
 
Jubel und Trauer aber auch Schrecken und Witz sind Bestandteile von Luigi’s Mansion 2. Es dürfte inzwischen klar sein, dass wir es hier mit keinem Horrorspiel im eigentlichen Sinne zu tun haben, dafür eignet sich die Präsentation im Grunde gar nicht. Dennoch ist es aber natürlich so, dass die Atmosphäre und Stimmung passt und zusammen mit einigen kleinen Schreckmomenten, z.B. mit Treppen, die keine sind, zuschlagende Statuen oder einfach nur das Licht eines fatalen Blitzes von draußen, ein wirklich dichtes Spielgefühl geschaffen wird. Gleichzeitig haben wir es hier mit einem 3DS-Titel zu tun, der einen unglaublich oft zum Lachen oder doch zumindest zum Schmunzeln bringt. Das liegt an Luigis Slapstick-Einlagen oder seinen Animationen, wenn er sich im Dunkeln zitternd umschaut, sich durch laute Geräusche plötzlich erschrickt oder einfach nur an seiner Mimik und Gestik in Gesprächen mit Professor I. Gidd, der eigentlich versucht, ihm seine Angst zu nehmen, im Grunde aber alles schlimmer macht. Charme, Witz und Humor ist also etwas, was Entwickler Next Level Games genauso gut kann wie kreative und atmosphärisch dichte Level zu schaffen, sowie ein immer noch frisch wirkendes Spielprinzip und großen Umfang gerade für Fans sammelbarer Objekte zu bieten.
 
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Grafik: 
Die eben angesprochene, dichte Atmosphäre in den verschiedenen Villen kommt natürlich nicht von ungefähr und zu einem großen Teil trägt auch eine sowohl optisch überzeugende, als auch stilistisch passende Grafik dazu bei. Da ihr die Location nach einigen Missionen stets wechselt und dabei sowohl einen von Pflanzen bewucherten Efeuturm, als auch das Schneetreiben auf dem Schneebergwerk zu sehen bekommt, kommt keine Langeweile auf – im Gegenteil, die Augen strahlen, wenn ihr die liebevoll gestalteten Häuser und Umgebungen zu sehen bekommt. Der Look passt, die Animationen laufen rund, gerade auch, was die Charaktere angeht. Allen voran natürlich Luigi, der stets eine gute Figur macht und durch seine Bewegungen, als auch Mimik und Gestik, den ängstlichen Klempner perfekt verkörpert und das ganze beim Spieler auch noch für Lacher zu sorgen weiß. Doch auch die Geister in ihren Formen wissen zu entzücken, wie sie sich gegenseitig Streiche spielen, sich die Zähne an der nicht funktionierenden Wasserpumpe ausbeißen oder in den Kämpfen dynamisch reagieren. Der 3D-Effekt sorgt für einen netten Tiefeneffekt, der sich in den Räumen besonders gut entfaltet und man so einen noch besseren Eindruck der Umgebung gewinnt.
Sound: 
Nicht nur Luigi wird die Melodien im Spiel mitsummen, sondern auch ihr, wenn ihr nicht gerade beim Lösen eines kniffligen Rätsels oder dem Bekämpfen einer Geistertruppe zu Gange seid. Das schaurig-schöne Spiel wird untermalt von stimmungsvoller Musik, hinzu gesellen sich Soundeffekte wie aus echten Gruselabenteuern, mit knirschenden Dielen, klappernden Metalltoren und durch das Fenster hereinstürzende Fledermäuse. Selbst die wenigen Wörter oder sonstigen Sounds von Luigi spiegeln die Stimmung perfekt wieder.
 
Steuerung: 
In manchen Situationen hätte man sich die unabhängige Steuerung von Protagonist Luigi und dem Schreckweg 09/15 gewünscht, doch ohne zweites Schiebepad gestaltet sich das Ganze schwierig, sodass die Entwickler einen Kompromiss eingehen mussten, der schlussendlich zufriedenstellend funktioniert. Mit den Schultertasten aktiviert ihr den Sauger, je nachdem, ob ihr ansaugen oder wegpusten wollt, könnt euch aber währenddessen mit Luigi, das gleiche gilt auch bei Benutzung des Stroboblitzes (A-Knopf) und der Düsterlampe (Y-Knopf), nicht mehr ganz frei bewegen, sondern nur auf einer horizontalen bzw. senkrechten Linie. Das Problem an der Sache wird deutlich, wenn man sich im Kampf befindet. Man muss nun nämlich stets bedenken, im richtigen Winkel zu den Geistern zu stehen, um sie auch zu erwischen und nicht daneben zu schießen bzw. zu saugen. Hört sich nach einem simplen Problem an, kann in manch einer hektischen Situation aber schon einmal extrem wichtig sein. Eine Circle Pad Pro-Unterstützung hätte also jedenfalls nicht geschadet.
 
Beim Untersuchen von Objekten mit euren Geräten fällt es weniger stark auf. Nichtsdestotrotz kann man nach ein wenig Eingewöhnungszeit gut damit leben und gewöhnt sich auch daran, mit X bzw. B nach oben und unten zu schauen, um selbst an der Decke Verborgenes zu erspähen. Das sich der 3D-Effekt nicht mit einigen Gyrosensor-Einlagen verträgt, versteht sich von allein, denn sobald ihr den Handheld in eurer Hand bewegt und die perfekte Position zu euren Augen verliert, macht das Ganze nicht mehr wirklich viel Sinn. Diese Einlagen kommen aber selten vor und sind optional, da man sie zumeist auch mit den Buttons steuern kann. 
 
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Multiplayer: 
Im Vorhinein hätte ich nicht gedacht, dass ein Multiplayer-Aspekt bei einem Titel wie Luigi’s Mansion 2 in irgendeiner Art und Weise zum einen Sinn, zum anderen aber vor allem auch Spaß machen könnte. Den Sinn eines solchen Modus herauszufinden, gestaltete sich dann einfacher als gedacht, wenn man sich vorstellt, dass man es mit bis zu 4 Spielern lokal oder online sicherlich einfacher hat, einer ganzen Armee böswilliger Geister im Jäger-Modus Herr zu werden, unter  Zeitdruck den Ausgang einer Etage des WirrWarr-Turms zu finden (Tempo-Modus) oder aber den Polterpinschern auf die Schliche zu kommen.
 
Das alles spielt sich im erwähnten WirrWarr-Turm ab, der von 5 bis 25 Etagen alles bereithält und auch in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu spielen ist. Sich unabhängig voneinander auf einer Etage des Turms aufzuhalten, Geister zu bekämpfen, Schlüssel zu finden und die entsprechenden Aufgaben zu erfüllen, macht eine ganze Menge Spaß, sicherlich vor allem mit echten Mitspielern im lokalen Multiplayer. Denn online hält sich die Kommunikation in Grenzen, viel mehr als ein „Hilfe!“ oder „He!“ könnt ihr über das Steuerkreuz nicht auswählen und den anderen Spielern zurufen, aber allein das kann schon hilfreich sein, wenn einer beispielsweise umher irrt, während andere schon vor der noch verschlossenen Tür mit dem Schlüssel auf ihn warten. Da ihr nicht zwingend zu viert spielen müsst, kann man sich auch selber eine Herausforderung stellen, in dem man mit weniger Spielern auf die Jagd geht – die Matches verlaufen soweit ohne größere Probleme wie z.B. Laggs und bereiten einem so einige vergnügliche Runden. Das Spiel hätte einen solchen Multiplayer-Aspekt sicherlich nicht gebraucht, auch erleben wir hier keine Mehrspieler-Revolution, doch dass es derart spaßig werden würde, war im Vorfeld kaum zu erahnen. Jetzt noch ein paar mehr einstellbare Optionen und einen Voice-Chat und die Mehrspielerwelt wäre nahezu perfekt – zumindest was die Dreingabe zu einem solchen Spiel angeht, selbst wenn man es hier schon nicht mehr nur als Dreingabe abstempeln sollte.
 
Fazit: 
Luigi ist für euch immer noch kein echter Held? Sicherlich hat es der im Schatten seines weltberühmten Bruders stehende Klempner nicht einfach, wird er von Nintendo in Luigi’s Mansion 2 doch auch schon wieder mit seinen größten Ängsten konfrontiert. Auch wenn er sich mit seiner Situation nicht so recht anfreunden will und sich zitternd in den dunklen Räumen umsieht und sich bei jeder „Kleinigkeit“ erschreckt – letztlich ist er ein wahrer Held, der auch dieses Abenteuer meistert und dabei stets eine gute Figur macht. Egal ob beim Bekämpfen der zahlreichen Geister in ihren verschiedensten Formen, dem Lösen der mal mehr, mal weniger hirnschmalzfordernden Rätsel, dem Sammeln von Geld und Juwelen und dem Entdecken großer Geheimnisse. Unser grüngefärbter Held unterhält euch in seinem stimmungsvollen, atmosphärisch dichten Gruselabenteuer nicht zuletzt auch mit Charme und Witz über einen längeren Zeitraum und darf sich auch zu viert die Etagen des WirrWarr-Turms empor kämpfen. Führt man sich all dies vor Augen, so kann man mit Fug und Recht behaupten, einen der besten 3DS-Titel vor sich zu sehen.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Luigi’s Mansion 2-Downloadcodes!
 

Pro & Contra

+ vielseitiges, umfangreiches Abenteuer mit Wiederspielwert
+ charmant-witzige, gespenstische Inszenierung
+ weiterhin frisches Spiel- bzw. Kampfsystem
+ ausbalancierter Rätsel- und Actionanteil
+ stimmungsvolle Grafik & Sound
- Missionseinteilung hemmt Erkundung und sorgt für Backtracking
- Steuerung mit Verbesserungspotential (Circle Pad Pro)

Wertung

Grafik:

detailverliebt und schaurig-schön
Sound:

stimmungsvolle Untermalung
3D Faktor:

Vermittelt ein gutes Mittendrin-Gefühl
Multiplayer:

Überraschend gut!
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 9.3 (3 Stimmen)

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Kommentare

Also ich spiele es auch bereits seit ein paar Stunden und bin schwer begeistert. Und ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber manche Raetsel sind schon ganz schoen knifflig. Den 1. Teil fand ich kinderleicht, aber nett.

Bei diesem muss man schon mehr den Krips anstellen, dafuer sind die Kaempfe immer noch leicht.

Auch gibts ja soviel zu entdecken. Von mir haette der Titel die gleiche Punktzahl an Spielspaß erhalten ^^

Schade is nur dass man zwei Module brauch um online zu spielen.