Mario Tennis Open (3DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US) Boxart (JAP)
Entwickler: Camelot
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 25/05/2012
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Sport
Was hat unser Lieblingsklempner Mario nicht schon alles erlebt, welche Abenteuer hat er schon bestanden, wie oft rettete er bereits Prinzessin Peach. Doch trotz alledem bleibt Zeit für diverse Freizeitaktivitäten. Mario wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich sportlich, ist aber des Öfteren auf Sportplätzen anzutreffen, sei es beim Fußball, Golf oder beim Tennis. Entwickler Camelot schickt ihn mit Mario Tennis Open für 3DS erneut auf den Tennisplatz. Doch wie überzeugend ist die sportliche Leistung diesmal? Erfahrt es in unserem Review!
 
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Spielinhalt: 
Bei Mario Tennis Open handelt es sich um ein mehr oder weniger klassisches Tennisspiel mit allerhand Modi. Nach einem kurzen Tutorial nach erstmaligem Starten des Spiels ist die Steuerung schnell verinnerlicht und es kann gleich losgehen. Natürlich stürzt man sich zunächst in das erste Turnier der noch jungen Tennisstar-Karriere, entweder mit Mario, oder aber auch Bowser, Luigi, Peach oder dem eigenen Mii, sowie vielen weiteren. Die Charaktere unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, sei es nach Schnelligkeit, Kraft, Präzision, Defensive oder ihrer Vielseitigkeit.
 
Ist der passende Lieblingscharakter gefunden, kann es auch schon losgehen. Gespielt wird auf einem klassischen Hartplatz im Mario-Stadion, auf einer riesigen Pilzplattform im Pilztal, in der Wüste, mitten im Donkey Kong-Dschungel, wahlweise aber auch in Bowsers Schloss oder in einer Schneelandschaft. All diese Plätze sind natürlich angelehnt an bekannte Szenarien aus den diversen Mario-Spielen und unterscheiden sich hinsichtlich des Balltempos und dem Abprall. Während auf einem Rasenplatz der Abprall also beispielsweise recht gering, das Tempo dafür aber umso schneller ist, verhält es sich auf dem Pilzplatz genau anders herum. Man kann kaum davon sprechen, dass diese Eigenschaften die Matches maßgeblich beeinflussen würden und es somit stets zu einem anderen Spielgefühl kommt, leichte Veränderungen sind aber zu erkennen und somit muss man sich in seiner Spielweise auch durchaus anpassen.
 
Die anfänglich zu absolvierenden Cups sind allesamt im Nu gewonnen, da die Gegner überhaupt keine Herausforderung darstellen. Erst mit späteren Cups ist ein Hauch von Schwierigkeit zu erkennen und erst gegen Ende hin wird es durchaus happig und es Bedarf mehrere Versuche, um die Sätze und Spiele zu gewinnen. Hat man keine Lust darauf, sich einem Turnier zu stellen, kann man zwischendurch auch immer mal wieder zu einem klassischen Match greifen. Es steht sowohl die Einzel-, als auch die Doppelvariante zur Verfügung und die Anzahl der Sätze und Spiele liegt ganz bei euch.
 
 
Sowohl im Turnier-, als auch im Match-Modus schaltet ihr Items frei, die zur Ausrüstung eures Mii’s dienen. Die freigeschalteten Items findet ihr im Item-Shop eurer Mii-Kabine. Hier findet ihr sowohl neue Tennisschläger, als auch T-Shirts, Schweißbänder und Schuhe, die sich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Attribute Kraft, Spin und Beweglichkeit des Mii’s unterscheiden. Somit ist es euch erlaubt, euren Mii nach und nach zu verbessern und zu einem wahrlich starken Tennismeister zu formen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn letztlich braucht ihr für eine Shopping-Tour vor allem eins: Goldmünzen.
 
Diese verdient ihr euch im letzten Einzelspielermodus, den Minispielen, die natürlich allesamt auf Tennis basieren. Eins vorweg: Spaßig sind letztlich alle Minispiele, wobei jeder Spieler seinen individuelles Lieblingsspiel schon recht schnell ausgemacht haben wird. Im Ringeschießen ist der Name Programm. Eure Aufgabe ist es, den Ball durch auftauchende, unterschiedlich große Ringe zu befördern, je mehr ihr gleichzeitig erwischt, desto mehr Punkte und später auch Goldmünzen gibt es zur Belohnung. Die Level unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Schwierigkeit und auch auf das Zeitlimit gilt es zu achten. Mit diesem habt ihr beim Galaktischen Ballwechsel mit dem niedlichen Luma aus Super Mario Galaxy nicht zu kämpfen. Dafür ist es hier umso anstrengender, eine bestimmte Anzahl an Ballwechseln über die Bühne zu bekommen. Da der Tennisplatz hier verschwindenden Plattformen entspricht, muss jeder Schlag gut überlegt sein und gleichzeitig sollte man Sternenteile einsammeln, um Münzen zu ergattern.
 
Das Tinten-Piranha-Training versprühte im Test am wenigsten Spielfreude, was wohl daran liegen dürfte, dass dieses Spiel seinem Namen voll und ganz gerecht wird. Es ist nämlich nichts anderes als ein Training zur Verbesserung eurer Schlagfertigkeiten. Piranha-Pflanzen spucken Bälle aus, die es zurückzuschlagen gilt, allerdings so, dass euer Gegenüber diese nicht mehr erwischt. Das ist nicht immer einfach. Wirklich einfach ist auch Super Mario Tennis zu Beginn nicht, da man sich an die neue Umgebung erst noch gewöhnen muss. Dafür macht es letztlich umso mehr Spaß. Hier spielt ihr nämlich die Level des Original Super Mario Bros. nach, allerdings steuert ihr nicht direkt Mario im Level, sondern zerstört mit gezielten Schlägen Blöcke, sammelt Münzen ein, betretet Geheimröhren und spielt letztlich möglichst hoch an die Levelausgangs-Fahne. Eine erfrischende und überaus witzige Idee der Entwickler, die einen oft zum Münzensammeln einlädt.
 
Es gibt so viele freischaltbare Objekte, dass man einen ganz schön langen Atem braucht, um diese alle freizuspielen. Sollte euch das nicht allzu sehr liegen, keine Sorge, denn spätestens, wenn ihr eine gewisse Grundausrüstung für euren Mii gefunden habt, machen kleinere Änderungen und Schwankungen der Attribute sich nicht mehr bemerkbar. Spätestens jetzt könnt ihr das Ändern des Outfits ganz sein lassen, oder nach dem optischen Geschmack vorgehen und müsst keine Werte mehr vergleichen. An dieser Stelle wäre ohnehin ein direkter Vergleich des bereits angelegten, sowie neu erworbenen Objektes wünschenswert gewesen.
 
Die Minispiele außer Acht gelassen, hört sich Mario Tennis Open bislang nach einem mehr als klassischen Sportspiel von Mario an. Doch ein Mario-Spiel wäre kein Mario-Spiel ohne gewisse Finessen. So auch hier. Zwar hat man vollkommen auf den Einsatz von Items etc. verzichtet, die das Spiel in früheren Teilen der Reihe ohnehin schon reichlich unfair gemacht haben, setzt dafür aber auf sogenannte Glücksschläge. Zum Glück ist das Vollführen dieser besonders schnellen, kräftigen oder trickreichen Schläge eben keine Glückssache. Vielmehr gilt es, verschiedenfarbige Kreise auf dem Spielwelt zu betreten, bevor ihr einen Ball zurückschlagt. Befindet ihr euch in einem solchen Farbkreis, gilt es, den richtigen Button zu drücken. Denn alle Schläge, sei es ein klassischer Topspin, ein Slice, Lob oder Stoppball, haben eine bestimmte Farbe.
Taucht vor dem Return also beispielsweise ein roter Farbkreis auf eurer Hälfte des Spielfeldes auf, bewegt euch darauf zu und drückt den A-Knopf (wahlweise auch Auswahl auf dem unteren Touchscreen), um einen besonders kräftigen Topspin auszuführen. Auch ohne Glücksschläge habt ihr Einfluss auf bspw. die Geschwindigkeit des Balles. Ihr könnt nämlich, schon bevor der Ball den Spieler erreicht, euch in Position bringen und den Schlag aufladen.
 
 
Da wir es hier somit mit keinem wirklich realistischen Tennispiel zu tun haben, sollte man keine allzu großartig tiefgehenden taktischen Möglichkeiten erwarten. Es sind aber durchaus mehr möglich, als man das von einem solchen an das Casual-Publikum angepassten Spiel erwarten könnte. Vor allem im Multiplayer-Modus mit Freunden oder online. Hier kann man beispielsweise zu einem Stoppball greifen, während der Gegenspieler mit einem hohen Lob rechnen würde. Verzichtet man auf den Glücksschlag, den der Gegner auf jeden Fall erwarten würde und vollführt das genaue Gegenteil, hat man den Punkt sicher. Dabei kommt es natürlich auch auf den Gegnertyp an. Ein schneller Yoshi beispielsweise kann zwar recht gut noch einen Stoppball erreichen, seine Schläge gestalten sich aber weniger kraftvoll. Der träge Bowser mit seinen kräftigen Schlägen hingegen, schafft es kaum, an schnelle Bälle heranzureichen. Ein roter Glücksschlag (Topspin) beispielsweise führt auch dazu, dass der Schlag den Gegenspieler beim Rückschlag arg nach hinten rutschen lässt, nun wäre der richtige Return wohl ein Stoppball. Solche Überlegungen sollten beim Spielen stets eine Rolle spielen.
 
Begegnet ihr mit eurem 3DS oft anderen Besitzern des Handhelds, dürfte auch das StreetPass-Feature etwas für euch ein. Diese nette Neuerung erlaubt es euch, gegen getroffene Mii-Charaktere anzutreten und somit weitere Goldmünzen einzuheimsen. Einzelspieler haben also einiges vor, auch wenn die Langzeitmotivation doch irgendwann auf der Strecke bleibt, wenn man nicht gerade jedes einzelne Item freischalten möchte. Doch da bietet sich dann zum Glück der Multiplayer an.
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Grafik: 
Wie man es von einem Spiel mit Super Mario erwarten kann, präsentiert es sich hier kunterbunt und stimmig wie eh und je. Camelot hat ganze Arbeit geleistet, die Animationen und Modelle der Charaktere wissen zu gefallen und das Spielgeschehen verläuft offline zu jeder Zeit flüssig. Die verschiedenen Tennisplätze erinnern an bekannte Nintendo-Szenarien und versprühen den gewohnten Charme. Zwar hat man nicht überall an den Details gefeilt, das optische Gesamtbild jedoch überzeugt in jedem Fall.
Der 3D-Effekt ist ein nettes Feature, beeindruckt aber auch nicht sonderlich. Der Fokus liegt auf dem Gameplay und das kann sicherlich nicht schaden. Der 3D-Effekt lässt das Spiel hübsch aussehen, zu mehr ist er an dieser Stelle nicht in der Lage.
Sound: 
Der Soundtrack des Spiels zeichnet sich sowohl durch Abwechslung, als auch durch Eingängigkeit aus. Viele Melodien werden euch dabei sogar bekannt vorkommen, andere präsentieren sich als neuer Remix. Alle aber haben eins gemeinsam, sie verbreiten gute Laune und sorgen für eine stimmungsvolle und passende Untermalung des Spielgeschehens. Epische Musikstücke und Orchesterklänge wären hier fehl am Platz, sodass es hier nur wenig zu kritisieren gibt. 
 
Steuerung: 
Vor allem bei der Steuerung merkt man, dass das Spiel auf ein sehr breites Publikum ausgelegt ist. Standard-Steuerung zu Beginn des Spielens ist die Variante mit Gyrosensor. Hierbei haltet ihr den 3DS senkrecht vor euch, das Spiel wechselt in eine Ego-Perspektive. Von nun an wird das Bewegen des Charakters für euch übernommen, ihr müsst nur im richtigen Moment schlagen. Dadurch wird das Spiel sehr einfach, erst recht, wenn noch dazu kommt, dass man mit der X-Taste stets den passendsten Schlag ausführt und beispielsweise nicht mehr zur Tastenkombination A->B greifen muss, um einen Lob auszuführen.
 
Wer ernsthaft spielen möchte, sollte die Gyrosensor-Option sofort deaktivieren und stattdessen auf die Buttons A, B, X und Y zurückgreifen. Zwar ist auch das Steuern mithilfe des Touchscreens möglich, wobei man hier auf die richtigen Schaltflächen für die Schläge drückt, angenehmer ist aber die Button-Variante. Damit alle Schlagtechniken auf diese Buttons passen, musste man zu Tastenkombinationen greifen, bei denen man, nachdem man den ersten Button gedrückt hat, sogleich den zweiten drückt. Der Fall ist dies beim Lob (A->B) und Stoppball (B->A). Die Steuerung ist sehr eingängig und nach kurzer Zeit hat man auch die Farben der Schläge verinnerlicht, um ohne groß nachzudenken auch die Glücksschläge zu erwischen.
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Multiplayer: 
Mario Tennis Open lässt sich sowohl im lokalen Multiplayer-Modus mit den Freunden spielen, als auch online. Offline stehen einem aber erheblich mehr Funktionen zur Verfügung. Für das Spielen mit bis zu 4 Freunden reicht ein Modul des Spiels aus. Ihr könnt sowohl Einzelmatches, als auch Doppel austragen oder euch in den Minispielen Ringschießen (bis 4 Spieler) und Super Mario Tennis (2 Spieler) austoben.
 
Das funktioniert online leider nicht, auch sind hier keine Doppel möglich. Während man gegen Freunde zudem direkt ein Re-Match starten kann, ist diese Option online nicht verfügbar. Wie gern aber würde man nach einer bitteren Niederlage gleich einen neuen Versuch gegen denselben Gegner wagen? Schmerzlich vermisst haben wir auch das Community-Feature, bekannt aus Mario Kart 7. So bleibt letztlich neben dem Onlinespiel mit Freunden nur noch das Offene Match gegen fremde Spieler. Die Auswahlmöglichkeiten halten sich hier stark in Grenzen. Ihr könnt entweder das lockere Spiel wählen, hierbei handelt es sich um ein Tiebreak-Match bis zur 7-Punkte-Marke oder das intensive Spiel, einem 2-Spiel bzw. 1-Satz-Spiel. Das Suchen eines passenden Gegnern geschieht sehr schnell, sodass viele Matches hintereinander ohne lange Wartezeiten möglich sind.
 
Leider verliefen nicht alle ausgetragenen Onlinematches zu unterschiedlichen Tageszeiten ohne Lags. Einige Spielabbrüche wegen der Datenübertragung mussten wir hinnehmen, ebenso starke Lags, die das Spiel zu einem Glücksspiel machten. Die meisten Matches jedoch verliefen sehr flüssig und luden zum fleißigen Punktesammeln ein. Ziel Nr. 1 ist es nämlich, durch gewonnene Spiele Punkte für das Monatsranking zu sammeln, desweiteren könnt ihr eure persönliche Bewertung aufbessern, beginnend bei 2000 Punkten. Im Gegensatz zu den Punkten, könnt ihr euch bei der Bewertung aber auch verschlechtern. In den Statistiken des Spiels könnt ihr die Position eurer Freunde einsehen, sowie die Punkteanzahl des Führenden. Es fehlt leider die Option, zu filtern, gegen welche Spieler man in Sachen Steuerung antreten will, denn natürlich haben es die Spieler, die nicht selber den Charakter steuern, es in manchen Augenblicken einfacher, den Ball zu erreichen, während ihr beispielsweise alles manuell steuert. Hat man sich damit jedoch angefreundet, wird man sich etliche Stunden im Onlinemodus vergnügen.
 
Fazit: 
Mario Tennis Open hat viele Facetten und wird Fans der Mario-Sportreihen sicherlich zu überzeugen wissen. Die Turniere laden, wenn auch erst gegen Ende, zu spannenden und adrenalingeladenen Matches ein, die Minispiele bereiten Spaß und freischaltbare Items sorgen für das zusätzliche Etwas an Motivation. Dennoch dürfte bei Einzelspielern nach einiger Zeit die Luft raus sein, sodass auf den Onlinemodus zurückgegriffen wird. Wenn auch nicht immer ohne nerviges Ruckeln, hat man hier sicherlich seinen Spaß und liefert sich knallharte Partien mit den Gegnern. Wir vermissen allerdings die Online-Communitys, Doppel-Partien und mehr Einstellungsmöglichkeiten. Vor allem mit Freunden ist das Spiel aber ein Spaßgarant.
 

Pro & Contra

+ tolle Spielmechaniken
+ hübsche Präsentation
+ Onlinemodus
+ Steuerungsvielfalt
+ Freischaltbares
- Turniere meist zu leicht
- Umfang ausbaufähig
- … nicht immer ohne Lags
- keine Online-Communitys und Optionen

Wertung

Grafik:

verschiedene Szenarien, flüssige Animationen + Mario-Charme
Sound:

Klassiker und neue Mixes
3D Faktor:

nett, aber nicht beeindruckend
Multiplayer:

lokal und online ein Spaß!
Spielspass:
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