Medieval Games (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: N-Fusion Interactive
ab 6
Publisher: Vir2L Studios
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Minispielsammlung

Medieval Games ist eine waschechte Minispielsammlung im Mittelalter-Stil und das bedeutet, dass ihr euch in diesem Spiel in ein Abenteuer des Mittelalters begebt und mittelalterliche Minispiele mit euren Freunden absolviert. Doch eigentlich kennen Wii-Besitzer Minispielsammlungen ja nur zu gut – brauchen wir da noch eine Sammlung? Finden wir es heraus!

Spielinhalt: 

Zu Beginn des Spiels stehen euch im Menü drei verschiedene Modi zur Verfügung. Ihr habt die Wahl zwischen dem Geschichts-Modus, dem Turnier-Modus oder dem Freien Spiel. Den Fokus haben die Entwickler hier ganz klar auf den Geschichts-Modus gelegt, bei dem ihr eine mittelalterliche Geschichte erzählt bekommt, die in drei verschiedene Kapitel unterteilt ist. Zu Beginn des Modus ist nur eine von den drei Kapiteln freigeschaltet, das Kapitel „Harvest Festival“. Die beiden anderen Kapitel hören auf die Namen „Feuding Kingdoms“ und „Dragon Mountain“. Neben der Tatsache, dass die drei Kapitel jeweils eine eigenständige Geschichte beinhalten, die euch von der englischen Stimme mit deutschem Untertitel erzählt werden, ist es zudem so, dass die drei Kapitel auch drei unterschiedliche Spielbretter darstellen. Denn in diesem Spiel wählt ihr nicht einfach nur die Minispiele aus, auf die ihr gerade Lust habt, sondern spielt eine Art Brettspiel, wie man es schon aus der „Mario Party“-Reihe kennt.

Das Spiel ist mit bis zu 4 Spielern spielbar, jeder hat zunächst eine Spielfigur zu wählen, darunter Ritter, Bogenschütze oder auch Zauberer. Nun wird nacheinander gewürfelt und gehofft, dass das Ergebnis positiv für euch ausfällt. Die Spielbretter beinhalten unterschiedliche Felder, auf die ihr mit eurer Spielfigur gelangt, je nachdem wie ihr gewürfelt habt. Gelangt ihr auf ein Münzfeld, bekommt ihr ein paar Münzen, die ihr dann beispielsweise beim Händler ausgeben könnt, wenn ihr auf eben dieses Spielfeld gelangt. Der Händler bietet euch einige Items gegen Zahlung an, die manchmal nützlich sein können, z.B. erlauben sie euch, die gewürfelte Zahl zu verdoppeln, oder euren Gegnern etwas zu stibitzen. Zudem gibt es noch das Duell-Feld, bei dem sich jeweils zwei Charaktere duellieren und der Sieger dem Verlierer Münzen oder andere Gegenstände stehlen kann. Außerdem bringen Ereignisfelder die Story voran und bergen so manche Überraschung.
Bei bestimmten Ereignissen oder Ortsfeldern findet jeweils ein Minispiel von insgesamt 30 statt. Auf euch warten Minispiele in den Kategorien „Kampf“, „Duell“ und „Herausforderung“.
 
In „Kampf“ treten alle 4 Spieler gegeneinander an, wobei es z.B. gilt mit Pfeil und Bogen die meisten Ziele abzuschießen. In „Duell“ treten wie bereits oben beschrieben zwei Charaktere gegeneinander an und in „Herausforderung“ ist es meist der Fall, dass der Spieler, der auf dem Feld landete, welches das Minispiel startete, gegen die 3 übrigen Spieler antritt. Zum Beispiel müsst ihr als der Spieler versuchen einen Tanz auf dem Parkett auszuführen, doch dies ist nicht ganz so leicht, denn die anderen Spieler werfen euch Bananenschalen vor die Füße. Gewinnt ihr das Minispiel, bekommt ihr einen Schatz.
 
Die Minispiele fallen durchaus unterschiedlich aus, und damit meine ich nicht nur die Art der Minispiele, sondern auch die Qualität. Kann man sich mit manchen Minispielen noch gerade so anfreunden, lassen viele doch arg zu wünschen übrig, besonders was die oft misslungene Steuerung angeht. Außerdem fällt negativ auf, dass man auch, wenn man als Spieler gar nicht dran ist, sich öfters die Duelle zwei anderer Charaktere anschauen muss, die vom Computer gesteuert werden. Dies ist also nicht gerade spannend und zieht sich manchmal viel zu lange hin.
Die drei Geschichten sind recht nett erzählt, wobei diese sich für Spieler, die nicht so gut Englisch können, recht kompliziert anhören könnten, da der deutsche Untertitel manchmal so schnell durchläuft, dass man gar nicht mitlesen kann. Positiv zu erwähnen ist allerdings, dass die drei Geschichten und somit auch die Spielbretter sich nicht nur durch ihre Story, sondern auch durch ihre Darstellung und ihre Ausgangs-Bedingungen unterscheiden.
 
Im „Freien Spiel“ könnt ihr aus bereits freigespielten Minispielen aus dem Geschichts-Modus wählen und diese dann gegen menschliche Gegner oder gegen die KI absolvieren. Im Turnier-Modus wählt ihr ebenso eine Reihe von Minispielen, die nacheinander absolviert werden. Es gewinnt, wer am Ende die meisten Münzen für sich beanspruchen kann.
Grafik: 

Man könnte meinen, hier würde einem ansprechende mittelalterlich schön gestaltete Spielgrafik geboten, doch dies trifft nur bedingt zu. Während die unterschiedlichen Spielbretter noch ganz okay sind, fallen einem besonders die manchmal vorkommenden Ruckler auf, die vor allem dann vorkommen, wenn man beispielsweise eine Option auswählt; auch wirkt die Grafik oft kantig.

 

Sound: 

Wie es der Stil des Spieles vermuten lässt, bietet euch das Spiel soundtechnisch mittelalterliche Klänge, über die sich natürlich streiten lässt, doch auch wenn man nicht auf eben solche Sounds steht, fallen sie weniger negativ auf.

 

Steuerung: 

Neben der manchmal nicht schön anzusehenden Grafik kommen wir mit dem Punkt Steuerung schon zum nächsten und größtem Problem des Spiels, denn gerade bei einem Spiel, welches einem Minispiele bietet, die ausschließlich mit der Wiimote und mit Hilfe von Bewegungssteuerung gespielt werden, erwartet man dann doch schon eine funktionierende Steuerung. Doch leider bekommt man die bei vielen Minispielen einfach nicht geboten, denn viel zu oft kommt es vor, dass beispielsweise der Pointer nicht ordnungsgemäß reagiert oder die Steuerung einfach nur hakelig wirkt, wenn man z.B. ein Schwein steuern soll, in dem man die Wiimote neigt – daran gewöhnt man sich wohl nie.

Multiplayer: 

Natürlich ist der Multiplayer einer der wichtigsten Aspekte eines Spiels, welches sich Minispielsammlung nennt, denn diese Art von Spielen will man wohl vor allem mit Freunden spielen, wobei einem natürlich auch die Möglichkeit geboten wird, gegen Computergegner anzutreten. Es ist im Übrigen nicht so, dass ihr zwingend zu viert spielen müsst, denn ihr habt auch die Möglichkeit mit zwei Freunden und zwei Computergegnern zu spielen. Die fehlende Anzahl an menschlichen Mitspielern wird stets mit Computergegnern aufgefüllt, sodass ihr immer zu viert unterwegs seid.

 

Fazit: 

Das Fazit zu diesem Spiel kann nur dahingehend ausfallen, dass man, wenn man auf der Suche nach einer Minispielsammlung für die nächste Party ist, eher auf andere Spiele zurückgreifen sollte. Hier fällt einem bei dieser Art von Minispielsammlung in Medieval Games wohl zunächst Mario Party ein, das an sich dasselbe Spielprinzip bietet, allerdings in allen Punkten deutlich besser abschneidet, sei es in Grafik, Sound und vor allem die Steuerung. Dieses Spiel kann man demjenigen nur ans Herz legen, der ein totaler Mittelalter-Freak ist und schon immer einmal in die Rolle eines Ritters schlüpfen wollte, der Gegner schön mit der Lanze vom Pferd schlägt und dabei über die angesprochenen Missstände hinweg sehen kann.

Pro & Contra:

+ für Fans des Mittelalters

+ immerhin drei Spielbretter/Geschichten

+ 30 verschiedene Minispiele

 

- sehr schlechte Grafik

- schlechte Steuerung

- durchwachsende Minispiele

Wertung:

Grafik:

hier grüßt nicht einmal der N64
Sound:

Mittelalterliche Klänge
Multiplayer:

Auch der Multiplayer reißt nichts raus
Spielspass:

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