Mighty Switch Force! (3DSWare)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: WayForward
Publisher: WayForward
Releasedatum: 22/12/2011
ab 6
Spieleranzahl: 1
Genre: Action
 
Die Spieleschmiede WayForward verwöhnt uns bereits seit einiger Zeit mit von der Presse hochgelobten Titeln, darunter Retail-Spiele wie A Boy And His Blob für Wii und Download-Titel wie LIT oder Shantae:  Risky’s Revenge. Auch präsentierte man uns den dritten Teil der Mighty-Reihe, der auf den Namen Mighty Switch Force! hört und exklusiv auf dem Nintendo 3DS erschien. Hier schlüpft der Spieler in die Rolle von Polizistin Patricia Wagon. Ob das futuristische Abenteuer als gelungen bezeichnet werden kann, erfahrt ihr in unserem Review!
 
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Spielinhalt: 
Patricia ist dabei nicht irgendeine Polizistin, sondern vielmehr eine kybernetische Polizistin auf einer ganz bestimmten Mission: Die geflüchteten Hooligan Sisters wieder zurück hinter Gitter bringen. Dabei stehen ihr zwei ganz besondere Helfer zur Seite, zum einen ihre Pellet Gun, mit welchem sie feindlich gesinnten Wesen den Gar aus machen kann und zum anderen ihr Sirenenhelm, der es ihr erlaubt, so manche Rätsel zu lösen, indem sie beispielsweise Plattformen verschwinden oder erscheinen lässt. Im Grunde sorgt der Helm dafür, dass bestimmte Gegenstände in den Vordergrund gerückt werden oder eben transparent bleiben bzw. im Hintergrund verschwinden.
 
In jedem der 21 Level (5 als kostenloser DLC) gilt es, insgesamt 5 der Schwerverbrecherinnen zu fangen, welche sich im gesamten Level verteilt und versteckt haben. Einmal gefunden, ist das Einfangen aber gar nicht schwer, denn es reicht, sie zu berühren, ein Radar auf dem unteren Bildschirm gibt Aufschluss darüber, in welcher Richtung sie sich befinden. Der Clou am Erscheinen- und Verschwindenlassen von Plattformen und anderen Objekten ist, dass, wenn ihr bspw. eine Plattform, die im Hintergrund war, hervor treten lasst, die anderen in den Hintergrund geraten. So ist also ständig gefordert, den A-Knopf (oder Schulterbuttons) zu drücken und sich so seinen Weg zu bahnen. Nicht fehlen darf da der Sprungbutton B, geschossen wird mit Y. Auch gibt es eine Art Schleuderblöcke, in die man sich hineinstellen kann, wenn sie transparent sind, switcht man dann um, wird man in eine gewisse Richtung geschleudert. Lässt man hingegen einen Block erscheinen, während man davor steht, wird Patricia regelrecht zerquetscht, im Übrigen schön animiert mit einer kleinen Sequenz, in welcher der Bildschirm zersplittert.
 
Die zur Verfügung stehenden Objekte, die Patricia „manipulieren“ kann, werden sinnvoll und geschickt in diverse Rätsel eingebaut. So muss man einen Feind beispielsweise vor einen transparenten Block laufen lassen und dann umswitchen, um ihn zu zerquetschen, oder ihn mithilfe der Schleuder-Blocks gegen Felsen rammen, um diese aus dem Weg zu räumen. Die Gegner verhalten sich auch immer anders, neben den fliegenden, aber eher harmloseren Wesen, kann man andere wiederum mit Schüssen überhaupt nicht verletzen, sondern sie nur zur Seite schieben, während manche durch Schüsse gereizt werden und dann zu einem Sprint ansetzen.
 
Geschicklichkeit ist ohne Frage etwas, was man sich auf die Fahnen geschrieben haben sollte, um hier zu bestehen. In dem ein oder anderen Level sind z.B. Schleuder-Blöcke nacheinander geschaltet, sodass man im Flug einen anderen Block erwischen muss, um weitergeschleudert zu werden und vieles mehr. Ohnehin ist Mighty Switch Force! ein actionorientiertes Spiel, das die grauen Zellen des Kopfes ordentlich auf Touren bringt. Präzision ist gefragt, ohne die geht es keineswegs.
 
 
Die Polizistin mag durch ihren Roboter-Anzug geschützt sein, doch kann ihr auch Schaden hinzugefügt werden. Durch das Berühren eines Gegners etc. verliert man jeweils ein Herz und muss am Checkpoint neu starten. Insgesamt stehen einem 3 Herzen pro Level zur Verfügung, manche Gegner droppen aber auch wieder neue Herzen. Im Grunde ist diese Spielmechanik aber gar nicht so wichtig, denn wenn einem ein Fehler unterläuft, beginnt man das Level meist ohnehin von vorne. Der Grund ist ein ganz einfacher:  Es gilt nicht nur, das Level zu beenden, indem man alle 5 Hooligan Sisters wieder einfängt und sie zum Commander bringt, der dann im Level erscheint, sondern dies auch noch innerhalb einer bestimmten Zeit zu tun. Erst wenn einen der Commander wieder zur Basis zurückfliegt, wird die Zeit gestoppt und das Level ist beendet – höchste Konzentration ist also bis zum Schluss gefordert.
 
Schlägt man die von den Entwicklern vorgegebene Bestzeit ist nicht nur die Freude groß, sondern wird das jeweilige Level auch mit einem Stern versehen. Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg. Bei einem Level, dass eine Bestzeit von 1:30min verlangt, bedarf es – zumindest beim ersten Versuch – ohne Probleme locker 4-5 Minuten, bis man das Ende erreicht. Es scheint zunächst unmöglich, doch man lernt das Level Stück für Stück kennen und achtet auf seine eigenen Fehler. Nicht selten ist auch ein wenig auswendig lernen oder zumindest das Berücksichtigen des kürzesten Weges von Nöten, um ein Level zu meistern. Das Spiel motiviert dabei derart, dass man es nicht weglegt, bis man im aktuellen Level die Bestzeit hingelegt hat. Bestimmte Kombinationen von Schüssen, Sprüngen und gleichzeitiges Umswitchen gehen in Fleisch und Blut über. Hat man den Dreh erst einmal raus, ist das kein Problem und man fragt sich, worin das Problem eigentlich zu Beginn lag. Leider hält sich dadurch der Wiederspielwert der Level in Grenzen – einmal die Bestzeit und Stern errungen, packt man sie wohl nicht noch einmal an. Und auch wenn die Level allesamt sehr fordernd sind und die Spielzeit demnach durchaus zufriedenstellend ist, bietet das Spiel auf lange Sicht vielleicht doch nicht ganz so viel Inhalt. Ranglisten oder gar die Möglichkeit, sich online zu messen, fehlen nämlich komplett.
 
 
 
Der Reiz des Spiels liegt also darin, sich stetig zu verbessern und die Bestzeit zu knacken, hat man dies geschafft, wird man mit einem tollen Glücksgefühl belohnt. Gerne jedoch hätte ich noch mehr dieser Erlebnisse gehabt.
 
Auf technischer Ebene hat WayForward ganze Arbeit geleistet. Die Grafik mit futuristisch angehauchtem Stil weiß zu gefallen und der 3D-Effekt kommt gerade durch die Spielmechanik des Sirenenhelms wunderbar zur Geltung. Die Animationen sind stimmig, das Gegnerdesign passt – insgesamt gibt es hier nichts zu kritisieren. Das gilt größtenteils auch für den Sound, hier begeistern vor allem die Effekte, sei es der Schrei der Protagonistin beim Ableben oder das Zerspringen der virtuellen Scheibe. Selbst die Schüsse mit der Pellet Gun machen Laune, im Hintergrund läuft passende Musik – sehr schön!
 
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Fazit: 
Bei Mighty Switch Force! haben wir es mit einer echten Perle aus Nintendos eShop zu tun, dessen Umfang gemessen an den Leveln zwar nicht erstklassig ist, doch dafür weiß das Gameplay zu begeistern. Das Switchen von Plattformen und anderen Objekten ist eine innovative Spielidee und die Level anspruchsvoll. Hier ist nicht nur jede Menge Geschick, sondern auch das richtige Timing, sowie ein wenig Frustrationstoleranz gefragt, um eine Menge Spaß zu haben. Denn hat man den Bogen erst einmal raus, kann man kaum noch die Finger vom 3DSWare-Titel von WayForward lassen.
 

Pro & Contra

+ Mix aus Action und Rätseleinlagen

+ innovative Spielmechanik

+ unheimlich motivierend

+ gute Grafik & Sound

- Wiederspielwert hält sich in Grenzen

- Anzahl der Level könnte größer sein

Wertung

Grafik:

futuristischer Stil mit schönen Effekten
Sound:

gelungener Sound
Spielspass:
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