Moorhuhn - Das verbotene Schloss (Wii)
Bereits vor 10 Jahren hat das unschuldig dreinschauende Moorhuhn die PC-Bildschirme bevölkert, wenn auch nur in einem als Werbung angedachten Minispiel für Johnnie Walker-Whiskey. Ging es damals noch darum, ein Flattermann nach dem anderen mit seinem Fadenkreuz vom Himmel zu holen, schlüpft ihr nun in Moorhuhns Wii-Debüt in dessen Federn und versucht euch in einem klassischen 3D-Jump&Run. Ob der Titel etwas taugt, verraten wir euch in unserem Test.
Die Geschichte des Titels ist wie zu erwarten nicht besonders prickelnd: Eines Tages findet Moorhuhn eine Karte für ein verbotenes Schloss und begibt sich mitsamt seinen Freunden Kröt und dem Moorfrosch selbstverständlich direkt auf den Weg dorthin. Der Spielablauf erinnert direkt nach den ersten Schritten an den PlayStation-Klassiker Crash Bandicoot, bei dem ihr euch auf vorgegebenem Wege durch dreidimensionale Levels bewegt. Da Moorhuhn aber nicht wie Mario seine Gegner durch einen beherzten Sprung auf den Kopf besiegen mag, haben die Entwickler dem Federvieh einen Holzhammer sowie eine Kürbiskanone in die Hand gedrückt, mit denen ihr nervige Gegnerhorden im Nah- und Fernkampf erledigen könnt. Fortan rennt und hüpft ihr durch eintönig gestaltete Levels und sammelt unterwegs Münzen ein, die euch Extraleben bescheeren, was auch dringend nötig ist. Solltet ihr zufälligerweise unbeabsichtigt einen Gegner berühren, seid ihr übrigens instant tot und beginnt an einem der zahlreich in den Levels verteilten Checkpoints. Gleiches gilt bei den vielen Sprüngpassagen über bodenlose Abgründe. Für zusätzliche Abwechslung sollen die Levels mit Moorhuhns Freunden sorgen, was Ihnen aber nicht wirklich gelingt, denn der grüne Quäker ist beim springen über Seerosenblätter so wendig wie ein LKW - auch die Rennen auf dem Rücken eines Steinbocks wissen den Spieler mit schwer einsehbaren Bergkappen und direkt dahinter platzierten Hindernissen zu missfallen.
Die optische Pracht hält sich in Grenzen, da die Levels selbst für Wii-Verhältnisse häufig recht detailarm aussehen und sich zudem mit einer dicken Nebelwand in der Ferne verschleiern. Auch die wenigen Gegnertypen wie die tollwütigen Eulen, hungrigen Füchsen und aggressiven Schlagen wiederholen sich viel zu oft. Außerdem ist die Kameraführung zu bemängeln, da diese stets aus einem festen Winkel das Geschehen einfängt und einen Tick zu hoch eingestellt ist, weswegen präzise Sprungeinlagen auf schmalen Plattformen zum Glückspiel werden.
Auch die akkustische Untermalung weiß, wie man im unteren Durchschnitt untergeht. Belangloses Gedudel dringt aus euren Boxen, während ihr euch durch die inspirationslose Geschichte und ihren Levels schlägt. Auf Sprachausgabe hat man außerdem verzichtet, was bei einem Spiel mit Tieren noch nachvollziehbar scheint.
Während ihr mit Moorhuhn auf Knopfdruck durch die Levels springt, durch Wiimote-Geschüttel einen Gegner nach dem anderen vermöbelt und mittels Pointer mit eurer im hitzigen Gefecht untauglichen Kürbiskanone umherballert, wundert ihr euch anhand des fehlenden Doppelsprungs (konnte das Moorhuhn nicht sogar mal fliegen!?) - auch die Handhabung des Moorfroschs bringt euch wie bereits erwähnt recht häufig zur Weißglut.
Dem Titel wurde zudem ein Mehrspieler-Modus spendiert, bei dem ihr zu zweit auf dem Rücken von Kröt oder dem Rambock gegeneinander antreten dürft - insgesamt stehen dabei vier Rennbahnen zur Verfügung und wer die meisten Münzen dabei einsammelt, gewinnt das Duell.
Die Rückseite des Spiels suggeriert einen urkomischen Jump&Run-Spaß für die ganze Familie - das ist wohl ganz offenbar Auslegungssache ist, denn Moorhuhn: Das verbotene Schloss für Wii macht so ziemlich alles falsch, was man von einem Spiel dieses Genres heutzutage erwartet. Daher können wir euch nur raten, die Finger von diesem Stück Software zu lassen und auf ein anderen Titel zurückzugreifen.
Vielen Dank an dtp entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.
Pro & Contra:
+ 4 spielbare Charaktere
+ 12 Gegnerarten
+ 2 Waffentypen
- Spielprinzip von vorgestern
- detailarme Grafik
- belanglose Musikuntermalung
- Misslungene Steuerung
- Schlechter Kamerawinkel
- überflüssiger Multiplayer-Modus
Wertung:







»Kommentare
Was das Spiel vom unteren Mittelfeld zum richtig schlechten Spiel macht, wird mir allerdings noch nicht so ganz klar. Aber das ist vielleicht auch Haarspalterei meinerseits
Danke für den Tipp.
P.S. Ich bin "Die schlechtesten Spiele aller Zeiten-Sammler"
Danke für den Tipp.
P.S. Ich bin "Die schlechtesten Spiele aller Zeiten-Sammler"