Need for Speed: Nitro (Wii)
Nachdem die aktuelle Inkarnation von Need for Speed mit dem Namenszusatz Shift nur für die Next-Gen-Konsolen erschienen ist, bringt man nun ein paar Wochen später einen Arcade-Raser exklusiv für die beiden aktuellen Nintendo-Konsolen, der mit dem Untertitel Nitro bereits von seinem Schwerpunkt ahnen lässt. Wir haben für euch die Wii-Version unter die Lupe genommen und verraten euch, ob es der Temporausch wert ist, in eure Sammlung aufgenommen zu werden.
In einem Gespräch mit den Entwicklern ließen diese vor einiger Zeit verlauten, dass der Grundgedanke hinter Need for Speed: Nitro die einfache Zugänglichkeit für alle Altersgruppen war - und direkt vorweg lässt sich sagen, dass dieses Ziel erreicht wurde. Folglich rast ihr mit einem von über 30 lizenzierten Autos, die je nach Geschwindigkeit in drei Kategorien aufgeteilt sind (unter anderem Porsche, Audi, Ford oder VW), über zehn verschiedenen Strecken in fünf unterschiedlichen Städten, welche Rio de Janeiro, Kairo, Madrid, Singapur und Dubai wären.
Der namensgebende Nitro ist dementsprechend auch der Schlüssel zum Erfolg während der Rennen. Durch flottes Rasen über die Piste füllen sich eure beiden am unteren Bildschirmrand eingeblendeten Nitro-Tanks immer weiter auf - durch leicht durchführbare Drifts in den Kurven oder Fahren im Windschatten geht dies übrigens noch einen Tick schneller. Wenn beide gefüllt sind, dürft ihr auf Tastendruck zum gewünschten Zeitpunkt den ultimativen Geschwindigkeitsrausch erleben und im optimalen Fall an euren sieben Kontrahenten auf der Strecke vorbeirauschen, um euch so an die Spitze des Fahrerfeldes setzen. Seid ihr als Erstplatzierter unterwegs, "taggt" ihr außerdem die Streckenumgebung mit eurem Fahrerlogo, was ihr nach belieben ändern dürft - einen tieferen Nutzen hat dies jedoch nicht, sieht aber dennoch stylisch aus.
Beim schnellen Fahren ist aber doppelte Vorsicht geboten: Zum einen finden es die Gesetzeshüter nicht besonders prickelnd, wenn ihr im Affenzahn durch ihre Stadt heizt, zum anderen beschädigt ihr euer Auto, wenn ihr ausversehen in die Leitplanke am Streckenrand brettert, was zur Folge hat, dass sich eure Nitro-Tanks mit der Zeit verabschieden. Für beide Fälle gibt es jedoch Abhilfe, denn auf den Strecken sind verschiedene Symbole verteilt - der Schraubenschlüssel repariert euren Wagen und die Polizeimarke lässt entweder euren Fahndungslevel senken oder ihr hetzt die Cops damit direkt auf einen Konkurrenten, der daraufhin das Leben schwer gemacht bekommt.
Nach einem erfolgreichen Rennen erhaltet ihr ein Preisgeld, mit dem ihr ein neues Auto oder diverse Tuningteile kaufen könnt, die das optische Äußere eures Boliden aufmotzen - die inneren Werte eures Autos lassen sich hingegen nicht verbessern. Zusätzlich staubt ihr je nach Platzierung und Fahrstil bis zu fünf Sterne ab, mit denen ihr neue Strecken freischalten könnt. Neben den Rundkurs-Rennen dürft ihr auch mit Hochgeschwindigkeit durch Radarfallen rauschen oder euer Können in Drift- und Drag-Events unter Beweis stellen.
Optisch bleibt der Titel verständlicherweise hinter seinem Next-Gen-Kollegen zurück, dennoch weiß Need for Speed Nitro mit seinem Comic-Look zu überzeugen. Zusätzlich gibt es gelungene Lichteffekte aufs Auge, was die für ein Rennspiel wichtige und stets stabile Framerate nicht zum einbrechen bringt. Auch die Charaktere wissen durch ihren witzigen überzeichneten Stil zu überzeugen.
Während ihr eure Runden dreht, gibt es fetzige Lizenz-Musik (z.B. Placebo) auf die Ohren, die sich bunt gemischt präsentiert - von Rock über Hip-Hop bis House ist alles vertreten. In den Zwischensequenzen gibts zusätzlich deutsche Sprachausgabe auf die Lauscher der eifrigen Spieler.
Hier dürfte jedem Rennspiel-Fan das Herz aufgehen, denn die Entwickler lassen dem Spieler die freie Wahl, welche Steuerungsmöglichkeit er nutzt: Neben dem Classic- und dem Gamecube-Controller wird auch das Wii-Wheel und die Nunchuk-Methode sowie das Benutzen einer einzelnen Wiimote unterstützt. Die Wiimote-Variante unterstützt dabei eine zusätzliche Feinheit - zeigt auf den Bildschirm und neigt diese dabei nach links oder rechts um zu lenken. Das Wii-Wheel hingegen wirkt am ungenausten, die maximale Präzision erhaltet ihr durch einen Analog-Stick.
In Need for Speed: Nitro dürft ihr mit bis zu vier Spielern gleichzeitig im Splitscreen in Einzelkämpfen sowie dem Karriere-Modus um die Bestplatzierung fahren, auch eine Aufteilung in zwei Teams ist möglich. Schade hingegen, dass ein Team dabei nicht in die Rolle der Polizei schlüpfen darf, um die Temposünder auf der Strecke zu verfolgen. Einen Online-Modus haben wir ebenfalls vermisst, so müsst ihr euch mit der lokalen Splitscreen-Raserei zufrieden geben.
Mit Need for Speed: Nitro liefert EA Montreal ein Rennspiel ab, dass zu begeistern weiss. Die Karriere fesselt den geneigten Raser einige Stunden und auch der Splitscreen-Multiplayer gefällt. Schade hingegen, dass man nicht zusätzliche Missionen auf Seiten der Polizei eingebaut hat, in denen man Jagd auf Raser macht. Wer unkomplizierten Rennspiel-Spaß für seine Wii sucht, kann trotzdem gerne zugreifen.
Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.
Pro & Contra:
+ Gutes Geschwindigkeitsgefühl
+ Stabile Framerate
+ Wählbare Steuerung-Methode
+ Autos mit Schadensmodell
- nur Außen-Perspektive
- Polizei nicht spielbar
- keine Replay-Funktion
Wertung:







»Kommentare
Positiv ist mir das recht augenschonende Bild aufgefallen, auf meinem LCD ist mir bisher kein nerviges Aliasing flirren z.B. durch Gitter/Muster oder harte Kontraste aufgefallen.
Ich habe momentan keinen Bock hier eine Rezension oder Test zu schreiben, aber ich muss sagen, so langsam ist die Need for Speed Geschichte ausgelutscht. Viele haben das ja schon bei Undercover gesagt und da wollte ich das noch nicht einsehen. Nitro ist schon anders, aber wirklich neu erfunden wurde es nicht.
Für mich wird es auf absehbare Zeit der letzte Teil der Need for Speed Reihe sein.
Mir ist es immer beim pimpen der Schleuder passiert, wo genau weiß ich nicht mehr, entweder bei den Hutzen oder bei den Spoilern. Kann auch bei den Karosserie-Kits gewesen sein. Auf jeden Fall da.
Hättest mal was gesagt, ich hätte es dir für nen Zehner vertickt.
Und NEIN ich habe es nicht freiwillig gespielt!^^
Kannst du den Absturz reproduzieren oder passiert das sporadisch? Was heißt denn genau Absturz? Kompletter Freez oder Reboot der Wii?