Pandoras Tower (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (JAP)
Entwickler: Studio Ganbarion
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 13/04/2012
ab 12
Genre: Action-Adventure

Es ist vollbracht, die drei großen Rollenspiele, welche so sehnsüchtig erwartet wurden, sind mit dem Release von Pandoras Tower nun endlich vollzählig in Europa erschienen. Dabei galt Pandoras Tower stets als der Underdog, von dem kaum jemand wirklich Gutes erwartete, zumindest im Vergleich mit The Last Story und Xenoblade Chronicles. In unserem Test zu Pandoras Tower klären wir, ob sich das Spiel hinter den anderen Rollenspielen verstecken muss, oder ob es seinen Platz als eines der großen Drei wirklich verdient hat.

pandoras-tower-wii-18-04-2011-(1).jpg
pandoras-tower-wii-18-04-2011-(2).jpg
pandoras-tower-wii-18-04-2011-(3).jpg
Spielinhalt: 

Zu Anfang müssen wir gleich etwas relativieren. Wer von Pandoras Tower ein typisches JRPG erwartet, wird enttäuscht werden. Pandoras Tower ist kein Rollenspiel. Es hat ein paar Rollenspiel-Einschläge, das war es aber auch schon. Selbst als ARPG oder Hack and Slay geht es nicht mehr wirklich durch. Es ist im Grunde seines Spieleherzens ein Action Adventure, mit einem Hauch von Rollenspiel. Die Optik, ja die erinnert mit dem androgynen Äußeren des Helden Aeron an typische JRPGs, aber dann hört es auch schon wieder auf.

Doch worum geht es eigentlich. Es geht um entstehende Liebe, der Liebe von Aeron dem Söldner und Helena seiner Angebeteten. Doch der Liebe steht ein großes und abscheuliches Problem im Wege. Denn Helena wurde verflucht, dieser Fluch bewirkt, dass sich die gerade noch bildschöne Frau langsam aber sich in ein widerliches, wabbeliges, krakenähnliches Ungeheuer verwandelt.

Helena und Aeron fliehen zusammen mit einer zwielichtigen Hexe vor den Herrschern der Armee, die die Verlfuchte töten wollen, zu den 13 Türmen. Denn in diesen Türmen, so spricht die alte Frau, liegt die Heilung der schönen Helena „begraben“. Um Helena zu heilen, benötigt Aeron sogenanntes Meister-Fleisch. Und dieses gibt es nur in den dreizehn Türmen. Jeder Turm beherbergt seine ganz eigene kleine Welt, voller Gefahren und Monster. Nach einem ersten Besuch im Turm und dem ersten Aufeinandertreffen mit einem Monster, schleppt Aeron ein Monster-Herz zu Helena. Dieses muss die Vegetarierin verspeisen, um geheilt zu werden. Nachdem sich das arme Mädchen dazu überwinden konnte, wird jedoch schnell klar: Monster Fleisch ist gut, doch bringt es nur vorübergehende Heilung.

Helena benötigt Meister-Fleisch! In jedem der dreizehn Türme wartet ein solcher Meister. Nun ist es Aerons Aufgabe, diese Meister zu besiegen, ihnen das Herz herauszuschneiden und dieses seiner geliebten als Mahl vorzusetzen. Denn die Zeit drängt und sitzt euch stets im Genick! Zwar kommt der Spieler im Normalfall mit der zur Verfügung stehenden Zeit gut aus, doch tut ihr euch dann doch mal schwer und kommt nicht weiter, ist das Spiel schneller vorbei, als man denkt. Wer mal nicht weiter kommt, aber nicht sehen will, wie die geliebte Helena zu einem Tentakel-Monster wird, kann sie zwischendurch besuchen und ihr normales Monster Fleisch vorsetzen, um das Schlimmste zu verhindern.

Während des Spiels müsst ihr nun also die besagten 13 Türme besiegen, neben verschiedenen Waffen, wie einem riesigen Schwert, hat Aeron auch eine große Kette bei sich, welches er als waschechtes Multitool einsetzt. Gegner fangen, bekämpfen oder um ansonsten unerreichbare Gegenstände zu sich zu holen, aber auch als „Liane“ taugt die mächtige Kette. Mit der Zeit kann Aeron sich einige Kampftechniken aneignen, aber auch seine Waffen aufrüsten. Allgemein gibt es allerhand zu erbeuten, zu kaufen und zu verbessern. Denn zwischen den Besuchen in den Türmen könnt ihr immer wieder zu Helena und der alten Hexe zurückkehren, um erbeutete Dinge in eine Truhe zu geben oder um den Shop der Hexe zu nutzen.

Auch gilt das Sprichwort: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Denn beschenkt ihr Helena zwischen den Abenteuern, oder redet immer mal wieder mit ihr, festigt sich eure Beziehung, was direkten Einfluss auf das Ende des Spiels hat. Denn Enden hat es satte sechs Stück! In den verschiedenen Türmen geht es sogleich relativ klassisch zur Sache. Auf der Suche nach den Meistern erforscht ihr die abwechslungsreichen Türme, löst kleine Schalterrätsel und beseitigt haufenweise Monster. Dabei erinnert das Gameplay ein Stück weit an Devil May Cry. Feste Bildabschnitte und haufenweise Kämpfe, das ist es, was man die meiste Zeit zu tun hat. Seine große Faszination erzeugt Pandoras Tower durch die dichte Atmosphäre, die Beziehung zwischen Aeron und Helena wird immer intensiver und der Ekelfaktor ist konstant hoch, wenn Helena mal wieder zum Monster mutiert oder einen Happen Monsterfleisch zu sich nehmen muss.

Zusätzlich stellt man sich als Spieler die Frage „Ist es wirklich das Richtige, was ich hier tue“, denn spätestens, wenn man den ersten Meister vor sich sieht, der als friedliches riesenhaftes Baummonster daherkommt, welches euch kein Leid zufügt und erst zum Angriff über geht, nachdem ihr ihn angegriffen habt, kommt die Frage auf, wer hier das echte Monster ist. Parallelen zum hervorragenden „Shadow of the Collosus“ sind zu diesem Zeitpunkt aufjedenfall vorhanden. Diese Geschichte, die so endlos traurig, aber dennoch voller Liebe ist, macht den Unterschied zu tausend anderen Spielen. Zusätzlich ist diese Geschichte eben nicht nur eine Geschichte, die erzählt wird, der Spieler nimmt nicht nur Kenntnis, er ist aktiv dabei. Er kann in Gestalt von Aeron die Geschicke leiten, er kann Helena Geschenke machen, um sie aufzumuntern, er kann aber auch nur das nötigste zwischenmenschliche für sie und ihre Beziehung tun. Schade ist, dass dieser Gedanke nicht vollkommen zu Ende getragen werden kann, auch wenn der Reiz und die tolle Atmosphäre von diesen Grundgedanken herkommen, doch letztlich hat man natürlich nicht die Wahl. Ihr könnt die Monstren nicht schonen, nagut theoretisch könntet ihr das, aber dann wäre das Spiel eben auch nach den ersten 30 Minuten schon wieder vorbei ;-).

 

pandoras-tower-wii-18-04-2011-(4).jpg
pandoras-tower-wii-18-04-2011-(5).jpg
pandoras-tower-wii-22-04-2011-(1).jpg
Grafik: 

Pandoras Tower sieht gut aus, hat aber so seine kleinen Probleme. Schön sind die sehr abwechslungsreich gestalteten Level (Die Türme) und Gegner, hier zeigen die Entwickler, was sie drauf haben. Scheinbar hatte man aber mit der alternden Wii-Technik zu kämpfen. Denn die schönen Kulissen fallen mit teils extrem groben und matschigen Texturen auf, dass hat man auf der Wii schon deutlich besser gesehen. Auch die starre Kamera wurde nicht immer bestens integriert, sodass man stellenweise Probleme bekommt, bestimmte Dinge zu sehen. Insgesamt kann uns die Gesamtoptik des Spiels aber überzeugen!

Sound: 

Die Soundkulisse gibt kaum Anlass zur Kritik, die sehr ordentliche englische Sprachausgabe überzeugt, auch wenn eine deutsche Sprachausgabe natürlich trotzdem eine nette Sache gewesen wäre. Die Effekte und Geräusche sind passend und unterstreichen die Geschehnisse bestens. Der Soundtrack ist sehr hochwertig produziert und bietet Stücke aus der Feder von Verdi und Tschaikowski. Die Musik unterstreicht die düstere Atmosphäre perfekt und hat uns schnell in seinen Bann gezogen.

Steuerung: 

Gesteuert wird wahlweise mit Classic Controller oder WiiMote + Nunchuk, wir empfehlen – anders als bei Xenoblade – die Kombination aus WiiMote und Nunchuk. Denn das Spiel basiert zum Großteil aus der Steuerung der Kette, welche als Waffe und Hilfsmittel für alle möglichen Dinge zur Verfügung steht. Nur mit der Pointer Funktion der WiiMote ist schnelles und effizientes spielen wirklich möglich. Da zieht die klassische Steuerung eindeutig den kürzeren. Lässt man die Pointer-Steuerung ausser acht, steuert sich Pandoras Tower wie viele andere Action-Adventure. Laufen, Action-Tasten, nichts besonders, wenn da nicht die besagte Pointer-Steuerung der Kette wäre. Visiert Gegner und Gegenstände an, zieht die Kette mit einem Ruck zurück, fesselt so ein Monster und greift es darauf an. Netterweise kann man verschiedene Bereiche von Gegnern anvisieren. Hände, damit ein Gegner seine Waffe nicht nutzen kann, die Füße um es zu Fall zu bringen usw.

pandoras-tower-wii-22-04-2011-(2).jpg
pandoras-tower-wii-22-04-2011-(3).jpg
pandoras-tower-wii-22-04-2011-(4).jpg
Fazit: 

Es gibt nicht viele Wii-Spiele, die es so gut verstehen, den Spieler in die Geschichte mit einzubinden, ohne dass er es wirklich merkt. Pandoras Tower schafft dies spielend, sobald ihr euch auf die Reise begebt, um Helena zu retten, sie vor der Dunkelheit, dem Grauen zu bewahren, werdet ihr Teil der Geschichte und könnt aktiv zur Beziehung zwischen Held Aeron und Opfer Helena beitragen. Und selten war ein Spiel so herzlich und gleichzeitig so eklig. Da ist den Entwicklern wirklich eine interessante Thematik der „Herzensrettung“ eingefallen. Verpackt wird diese zauberhaft tragische Geschichte in ein gut ausbalanciertes Action-Adventure mit leichtem Rollenspiel-Einschlag, abwechslungsreichen Kulissen, tollen Endgegner-Kämpfen und sehr gut integrierter Wii-Steuerung. Zu meckern gibt es eher wenig, die teilweise grobschlächtige Optik zerstört ein wenig das ansonsten gute optische Gesamtbild, und auch das allgemeine Gameplay kommt am Ende nicht unbedingt den Innovationspreis. Dafür ist es am Ende nicht einfallsreich genug, der Einsatz der Kette als Waffe ist zwar vielseitig, aber im Grunde hat man das alles schon mal gesehen und bietet nicht viel Neues. Doch im Verbund mit dem einfallsreichen Setting, Geschichte und der Präsentation kann man von Pandoras Tower eins ohne Zweifel behaupten - Das Spiel macht eine Menge Spaß!

Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ Abwechslungsreiche Kulissen

+ Guter Einsatz der Wii Steuerung

+ Stimmungsvolle Musik

+ Mehrere Story-Endings

- Teilweise grobe Texturen

- Der letzte Funke zum Hit fehlt

Wertung

Grafik:

Abwechslungsreich mit groben Texturen
Sound:

Toller Soundtrack, gute englische Synchro
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 9 (1 vote)

Teilen heißt unterstützen:

Kommentare