Rabbids Land (Wii U)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Releasedatum: 30/11/2012
ohne Altersbeschränkung Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Casual
Die Wii wurde, kaum hatte sie den recht neuen Casual-Markt für sich erschlossen, nahezu überschwemmt mit Minispielsammlungen aller Arten. Die Wii U blieb zum Launch und bisher davon einigermaßen verschont, doch auch hier müssen Fans des Genres, die es zu recht sicherlich gibt, nicht auf dem Trockenen sitzen. Denn Ubisoft schickt die verrückten weißen Hasen, die Rabbids, ins Rennen – doch überzeugt der virtuelle Freizeitpark Rabbids Land? Wir verraten es euch in unserem Review!
 
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Spielinhalt: 
Warum Freizeitpark? Ganz einfach: Damit man den ganzen Minispielen und dem virtuellen Brettspiel, auf dem das allgemeine Spielgeschehen abläuft, am besten vergleichbar mit der Mario Party-Reihe, eine Umgebung spendieren kann, liegt das Spiel inmitten eines Freizeitparks und auch die Minispiele haben damit im weitesten Sinne zu tun. Auch das zu Beginn angesprochene „Rennen“ kann man wörtlich nehmen, denn der Hauptmodus des Spiels, den ihr mit bis zu 4 Spielern erleben könnt, nennt sich Trophäenrennen. Ziel ist es hier wahlweise 10 bzw. 20 Trophäen zu sammeln, die ihr durch die verschiedensten Ereignisse ergattern könnt.
 
Um ein Ereignis auszulösen, müsst ihr auf dem entsprechenden Feld auf dem Spielbrett, bestehend aus zwei äußeren Ringen und einer inneren, runden Plattform, landen. Die Spielfigur bewegen könnt ihr je nach Augenzahl des Würfelwurfs. Hauptattraktion für die teilnehmenden Spieler sind dabei natürlich immer die Minispiele, die durch das Landen auf dem entsprechenden Feld ausgelöst werden. Von der Plattform aus werdet ihr regelrecht zur Attraktion geschleudert und absolviert das Minispiel dann zu zweit, was eine ärgerliche Kleinigkeit darstellt, wenn man beispielsweise zu viert unterwegs ist. Dann schaut der Rest nämlich nur zu, was man zum Glück nicht tun muss, wenn sich zwei KI-Gegner duellieren, denn auch das kommt vor. Da man das Spiel nur zu viert spielen kann, werden fehlende Plätze nämlich einfach durch KI-Gegner aufgefüllt, die manchmal auch gegeneinander antreten, wahlweise auch gegen einen menschlichen Spieler, wobei dann wieder der Rest der Couch zusehen muss. So bleibt man nicht wirklich im Spiel und Partystimmung kommt daher nicht so recht auf. Entschädigen können dafür nur wirklich sehr gute Minispiele.
 
Doch diese kann man leider an einer Hand abzählen. Überhaupt ist die Auswahl der Minispiele, vergleicht man die Anzahl mit Raving Rabbids-Spielen für Wii aus der Vergangenheit, recht gering. Gerade einmal 20 Stück stehen zur Auswahl, darunter – wie so oft – ein paar echte Highlights, aber auch einige echte Enttäuschungen. Passend zum Freizeitpark muss man bei einer Attraktion beispielsweise dafür sorgen, dass alle Passagiere angeschnallt sind – hierbei handelt es sich sogar um ein kooperatives Minispiel, denn während der Spieler auf dem GamePad sieht, welche Passagiere nicht angeschnallt sind, wissen dies die anderen nicht und müssen sich auf Beschreibungen des GamePad-Spielers verlassen. Gegeneinander spielt ihr hingegen im Piratenschiff, während der GamePad-Spieler durch Pusten ins Mikrofon versucht, Pinguine über die Eisfläche zum Schiff zu katapultieren, um ein paar Blanken zu lösen und der jeweils andere versucht, auszuweichen oder Schneebälle zu werfen.
 
 
Klingt alles verrückt? Ist es auch und genau das erwartet man von einem Rabbids-Spiel auch, wobei sich der Wahnsinn im Vergleich zu früheren Teilen wirklich noch in Grenzen hält. Egal, ob ihr in mitten eines Schwimmbeckens mit Rabbids bombadiert werdet, in der Wüste Zeichnungen nachmalen müsst, in einem Labyrinth mit Kugeln Kristalle einsammeln oder aus einem Laden Dinge stehlen müsst – immer will euch der jeweils andere daran hindern. Das asymmetrische Gameplay, nur möglich mit der Wii U, kommt hier perfekt zum Tragen und da man mal der am GamePad und mal der an der Wiimote ist, erlebt man auch stets beide Seiten. Leider stimmt die Balance zwischen beiden Seiten nicht immer, oftmals ist es zum Beispiel weitaus einfacher, den Part mit Wiimote zu übernehmen oder anders herum und man gewinnt deshalb das gesamte Spiel und heimst sich die dafür angesetzten 3 Trophäen ein. Das liegt mal an der Steuerung, die nicht immer perfekt funktioniert und mal schlichtweg an der Gameplay-Idee des Minispiels. Aber da der Spaß ist, was zählt, kann man das noch verschmerzen.
 
Weniger verschmerzen kann man die Tatsache, dass sich die Minispiele zu oft wiederholen –immer wieder tauchen ein und dieselben Minispiele auf, während man andere kaum zu sehen bekommt. Leider muss man sie auch erst im Trophäenrennen freispielen, bevor man sie im Freien Spiel auch zu jeder Zeit anwerfen darf. Doch man muss die Zeit nicht nur mit Minispielen überbrücken, man kann beispielsweise auch sein Wissen unter Beweis stellen, indem man sich den mal mehr, mal weniger schweren Wissensfragen im Spiel stellt. Jeweils einer aus der Runde muss dabei eine Antwort wählen die anderen können wetten, ob er richtig oder daneben liegt und entsprechend Trophäen absahnen.
 
Auch mit von der Partie sind Glücksfelder, hier erhaltet ihr zufallsgeneriert entweder Trophäen, ihr verliert welche oder aber eure Bilanz fällt neutral aus. Auch könnt ihr Geschenke-Felder betreten, die euch ein Item spendieren, welches ihr in einem eurer nächsten Züge verwenden könnt. Ändert die Richtung eurer Fortbewegung, würfelt erneut, haut den Gegnern eine mit dem Baseballschläger um die Ohren, um ihnen Trophäen zu entlocken und ein paar verrückte Dinge mehr. Sie bringen durchaus auch ein wenig Taktik mit ins Spielgeschehen, aber auch keinen beachtlichen Mehrwert. Gleiches gilt für die Ereignisfelder, hier kann praktisch jede der zuvor beschriebenen Aktionen auftreten, es ist bspw. aber auch möglich, dass sich ein unerwünschter Charakter auf dem Spielfeld niederlässt, dem ihr euch besser nicht nähert, wenn euch eure Trophäen hoch und heilig sind.
 
 
Habt ihr erst einmal 10 oder 20 Trophäen beisammen, müsst ihr zusehen, sie auch zu behalten und euch schleunigst auf Richtung Mitte machen, dort angekommen, habt ihr gewonnen. Leider hat man es nicht geschafft, unterschiedliche Arten von Brettern zu kreieren, die mehr Abwechslung garantieren. Auch leidet das Spiel unter seiner trägen Geschwindigkeit. Durch das ständige Würfeln und den nur anfangs lustigen Animationen der Rabbids, den Minispielen, die man nur zu zweit angehen darf, den mehr oder weniger interessanten Quizfragen und weiteren Punkten kommt keine richtige Geschwindigkeit und damit auch kein Spielrausch auf. Damit fehlt auch der Spielspaß, den eine solche Minispielsammlung eigentlich ausmachen sollte. Alleine kann man das Spiel natürlich fast vergessen, auch wenn man sich seitens Ubisoft Mühe gegeben hat, auch für Einzelspieler etwas zu bieten.
 
Seid ihr alleine unterwegs, könnt ihr das komplette Spiel auf das GamePad streamen und allein damit spielen. Nun könnt ihr im Schatzsuche-Modus ein Minispiel auswählen und müsst, während ihr dieses spielt, insgesamt 3 Schätze finden. Mit diesen könnt ihr unter Extras Boni freischalten, darunter einige witzige Rabbids-Videos, der auch von Beginn an schon so einige zur Verfügung stehen. Allein kommt aber – wer hätte es gedacht- nur wenig Spaß auf, was man dem Spiel aber auch nicht zum Vorwurf machen kann, dafür aber einige andere Sachen.
 
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Grafik: 
Grafisch gibt es nicht viel zu kritisieren, für das Genre der Minispielsammlung bekommt man hier ausreichende und zufriedenstellende Kost geboten. Vor allem die Figuren, sprich die Rabbids, sind hübsch und abgedreht animiert wie je zuvor und sorgen mit einigen Slapstick-Einlagen, dem regelrechten Verschlucken und Ausspucken der Trophäen und einigem mehr durchaus für Schmunzeln, wenn man mit dem Humor etwas anfangen kann. Die Minispiele präsentieren sich auf gutem Niveau, was auszureichen weiß. Auf die Ohren hingegen bekommen wir die verrückte Geräuschkulisse unserer weißen Hasen und einige nette Melodien, doch nichts weltbewegendes.
Steuerung: 
Wie bereits kurz angedeutet, hat man es geschafft, das GamePad sinnvoll zu integrieren. Jedes Minispiel legt es darauf an, etwas Besonderes mit dem neuen Eingabegerät vor zu haben. Das asymmetrische Gameplay kommt daher besonders gut zu tragen. Mit dem GamePad stellt ihr zudem alles mögliche an, ihr haltet es wie ein Lenkrad, verwendet es als Tablett, bewegt euch damit um euch herum oder pustet ins Mikrofon – die gesamte Bandbreite wird genutzt und präsentiert. Die Steuerung an sich funktioniert größtenteils recht gut, nur in einigen Minispielen ist die Steuerung etwas zu schwammig bzw. ungenau, doch hält sich dieses zum Glück in Grenzen. Für das perfekte Spielerlebnis benötigt ihr neben dem GamePad, welches ihr ohnehin euer Eigen nennt, auch unbedingt eine Wiimote  und ein Nunchuck, um auch wirklich alle Minispiele im Multiplayer angehen zu können. Da die Minispiele immer nur zu zweit zu spielen sind, spart man sich wenigstens die Anschaffung weiterer Peripherie.
 
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Fazit: 
 
 
Rabbids Land hat einige nette Ideen aufzuweisen, vor allem in Verbindung mit dem neuartigen Wii U GamePad und Liebhaber des abgedrehten Hasen-Humors und entsprechender Präsentation in Grafik und Sound kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Im Vergleich zu früheren Minispielsammlungen der Rabbids gibt es aber weitaus weniger Minispiele und weniger Highlights. Auch fällt es schwer, das Spiel als Partyspiel schlechthin bezeichnen zu können, wenn keine richtige Stimmung aufzukommen weiß, was besonders auf das nicht vorhandene Spieltempo zurückzuführen ist. Anderen beim Spielen zu zusehen, macht ebenso wenig Spaß wie das Spielen allein, sodass man die Sammlung letztlich nur bedingt empfehlen kann. Wenn man es im Nintendo Land nicht mehr aushalten kann und ohnehin großer Rabbids-Fan ist, kann man einen Blick in den neuen Freizeitpark Rabbids Land riskieren.
 
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!
 
Spielverweis: 

Screenshots:

Pro & Contra

+ witzige Minispiele
+ abgedrehter Hasen-Humor
+ gut genutztes GamePad
- … doch nur wenige Highlights
- nur zwei Spieler im Minispiel
- langweiliges Spielbrett
- Spielgeschwindigkeit fehlt
- kein Onlinemodus

Wertung

Grafik:

hübsche Rabbids-Animationen
Sound:

gewohnte Geräuschkulisse
Multiplayer:

kein Spieltempo, kein Partyspaß
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 3 (2 Stimmen)

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