Resident Evil Revelations (3DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US) Boxart (JAP)
Entwickler: Capcom
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 27/01/2012
ab 16
Spieleranzahl: 1-2
Genre: Horror

Wenngleich eigentlich das Jahr 2011 das 15 Jährige Bestehen von Resident Evil feierte, so bekommen wir jedoch erst in diesem ein Resident Evil Spiel nach dem anderen präsentiert. Ein Hattrick sozusagen. Doch leider wissen wir bisher nur bei einem dieser Titel, dass er für eine Nintendo Konsole zu haben ist. Und das ist Resident Evil Revelations für den Nintendo 3DS. Im folgenden Review erfahrt ihr, ob wir bei der Action von Resident Evil 5 geblieben sind, oder wieder zurück zum Survival Horror kehren.

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Spielinhalt: 

Und wieder haben sie die Welt des Horrors betreten… Ein kleiner Satz, doch alten Survival-Horror Veteranen läuft es dabei sofort eiskalt den Rücken runter, denn man weiß genau, dass eben genau das auf einen wartet - Horror. Doch wie ist das bei Resident Evil Revelations? Nach Resident Evil 5 sehnt sich die Fangemeinde wieder nach einem Biohazard (japanischer Titel), wie wir ihn aus dem Jahre 1996 kennen. Bevor wir jedoch darauf weiter eingehen, erst mal ein Blick auf die Story.

Jill ist mit ihrem neuen Partner Parker Luciani auf der Queen Zenobia, einem verlassenen Schiff mitten im Ozean. Ein Hinweis führte sie dorthin, denn sie suchen nach Chris und seiner Partnerin Jessica, die eigentlich in den Bergen sein sollten, um dort nach Veltro, einer Terrororganisation, zu suchen. Doch eben wegen diesem Hinweis verschlug es sie auf die Zenobia. Und so beginnt das Katz- und Maus-Spiel.
 
Eure Aufgabe ist es also nicht nur Jill, Chris und Co. wieder zu vereinen, sondern auch die Machenschaften von Veltro aufzudecken, von denen man meinte, dass es sie nicht mehr gibt.
 
Dabei wechselt ihr in den Episoden immer mal wieder das Setting und die Darsteller. So seid ihr mal mit Chris und Jessica, sowie Jill und Parker und anderen Charakteren unterwegs. Doch nicht immer zur aktuellen Zeit, denn manchmal ist es nötig, in die Vergangenheit zu reisen, um noch mehr Geheimnisse zu entdecken. 
Aber apropos Partner, Resident Evil Revelations ist komplett darauf ausgelegt, dass wir immer einen Partner an der Seite haben, daher ist es völlig unverständlich, warum man nicht auch die Kampagnen im Co-Op spielen kann. Denn die KI ist, mit Verlaub, auch nicht viel intelligenter als Sheva aus Resident Evil 5. So kann es schon mal vorkommen, dass man von einem schleimigen Monster am Hals hochgehalten wird und euer Partner seelenruhig daneben steht und zusieht. Da kann man weiß Gott froh sein, dass man dank des immer roter werdenden Screens sofort weiß was Sache ist und sich mit einer kleinen Fingerbewegung sofort heilen kann. 
 
 
Sei es nun auf der Queen Zenobia, auf Terragrigia oder in den Bergen, Resident Evil Revelations balanciert auf einem schmalen Grad zwischen Resident Evil 4 und den Anfängen der Serie. In den Bergen wird mehr Action geboten, wobei die Queen wiederum mehr das Flair eines Herrenhauses bietet und somit auch schaurig schöne Schockmomente. So kann es vorkommen, dass man gerade noch am ertrinken ist und im nächsten Moment sich die Füße in den Bergen abfriert. Dies sorgt für eine gewisse Dynamik im Spiel, wenngleich man sich manchmal aus dem Geschehen rausgerissen fühlt und es etwas Zeit braucht, sich in die neue Situation hineinzuversetzen.
 
Nach jeder Episode wird abgerechnet, denn dann seht ihr, wie gut eure Trefferquote war, wie oft ihr gestorben seid und wie schnell ihr wart. Dies zusammen gerechnet ergibt euren Rang, für den ihr wiederum BP bekommt. Gegen diese Punkte und Spielmünzen könnt ihr euch dann im Shop neue Zubehörteile oder Waffen kaufen. Die man allerdings nur im Kampagnenmodus benutzen kann.
 
Die von Jedermann gewünschten Rätsel oder allgemeines Kopfzerbrechen (wo zum Teufel muss ich jetzt hin?!), bleibt leider aus. Zwar gibt es einige Schieberätsel an ein paar wenigen Türen, jedoch sind diese nicht mal für Kleinkinder eine Herausforderung. Resident Evil Revelations ist für sich linear und bietet daher “nur” in Sachen Schwierigkeitsgrad eine Herausforderung.
 
Während euren Expeditionen an den verschiedenen Orten habt ihr einen ständigen Begleiter an eurer Seite: Genesis. Klingt wie ein neuer Tyrant, ist aber vielmehr ein Scanner. Scannt ihr damit die Gegend, können sich so Gegenstände finden lassen, auch welche, die man unbedingt braucht, um weiter zu kommen. Befindet man sich in der Nähe eines Items, blinkt ein gelbes Licht am Genesis. Allerdings nur, wenn ihr den Scanner auch gerade im Anschlag habt. Doch auch das Scannen von Gegner kann helfen. So bekommt man dafür eine gewisse Prozentzahl, umso lebendiger, desto besser. Schafft man es auf 100% erhält man ein Heilkraut. Eine nette Spielerei, vor allem in Hinblick darauf, mysteriöse Handabdrücke zu finden, für die es ein Achievement gibt. Ob ihr den Scanner einsetzt bleibt, bis auf wenige Ausnahmen, euch überlassen, da ihr wie gesagt höchstens einige Items verpasst, oder ein paar Achievments nicht erhaltet. 
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Grafik: 

Resident Evil Revelations ist nicht nur 3D, sondern 3D in Vollendung. Der Titel hat ohne eingeschaltetem 3D Effekt bereits einen schönen Glanz und klare Farben, stellt man den 3D Effekt an, kommt dies noch mehr zur Geltung. Schaut man sich jedoch die Optionen mal genauer an, wird man feststellen, dass man diesen Effekt noch weiter ausweiten kann. So dass man wirklich das Gefühl hat, als würde man noch meterweit in den Raum blicken können. Und trotz der aufkommenden Tearing-Probleme und pixeligen Schatten, ist die Grafikleistung mehr als beeindruckend.

Sound: 

Erstmals in der Geschichte von Resident Evil, werden unsere jahrelang bekannten Charaktere nicht nur mit ihrer englischen Stimme uns ihre Gedanken mitteilen, bei Revelations, machen sie das für uns sogar auf Deutsch. Und ja, es ist gewöhnungsbedürftig. Seit nun über 15 Jahre kennen wir Chris und Jill nur mit ihren englischen Stimmen und dann, plötzlich und unerwartet, überraschen sie uns mir ihrem Können in der deutschen Sprache. Dennoch, es ist befremdlich und wer es absolut nicht ertragen möchte, kann sich Sprache und Untertitel aussuchen, wie er es am liebsten hätte. Jedoch sei zu erwähnen, dass die Qualität der Synchronisation eine sehr gute ist und und weiter sollte man auch wissen, dass Morgan von keinem Geringeren als Christian Brückner gesprochen wird. Dessen Name wohl kaum einem was sagt, jedoch wenn man ihn hört, sogleich das schneidige Gesicht von Robert de Niro vor Augen hat, den Brückner schon viele Male synchronisiert hat.

Musik sagt oft mehr als tausend Worte, daher will ich dieses Mal, etwas untypisch, ein paar Links für den Soundtrack sprechen lassen. Deswegen bitte ich euch, um es besser zu verstehen, sich folgenden OST anzuhören und dabei die Augen zu schließen: Ungewissheit, Angst, Schrecken, Gefahr. Diese Gefühle kommen während Resident Evil Revelations in einem auf und genau das übermittelt der Soundtrack in Perfektion. Noch nicht überzeugt? Dann vielleicht mit dem nächsten adrenalinsteigernden Musikstück und geschlossenen Augen:
 
Übermächtiger Gegner, Panik, Hilflosigkeit. Das “Verdammt-der-Gegner-ist-viel-zu-mächtig-für-mich-wie-zum-Teufel-erledige-ich-ihn”-Gefühl wird durch diese Melodien noch weiter angetrieben. Zucker!
Steuerung: 

Als Resident Evil Revelations auf den Markt kam, war dies auch gleich die Einführung des sogenannten Circle Pad Pro. Dank dieses kleinen Aufsatzes ist es nun möglich, das Spiel wie einen echten Shooter zu spielen. Schießen, Laufen, Zielen und das alles gleichzeitig, was für Resident Evil ein absoluter Meilenstein bedeutet. Denn bisher standen die Protagonisten fest auf ihrem Platz, egal wie viel Horden an Untoten da auf sie zu kamen. Vergleicht man nun die Circle Pad Pro (CPP)- Steuerung mit der Standard-Einstellung, wird man schnell merken, dass durch das CPP sich die Chars so weich wie Butter durch die Areale führen lassen.

Einen kleinen Designfehler hat das CPP jedoch, denn einmal angelegt, muss man es erst wieder entfernen, um an den Stylus zu gelangen, denn dieser ist dann verdeckt.
Das Circle Pad Pro funktioniert via Infarot, die dabei liegenden AAA Batterie soll, nach Hersteller-Angaben, über 200 Stunden für Spielspaß sorgen.
 
Neben dieser Möglichkeit, hat man jedoch aber auch noch die Wahl, mit dem Bewegungssensor zu zielen, was auch überraschend gut funktioniert und von der hand geht. Dabei bewegt man dann den 3DS in die gewünschte Richtung und  der Sensor folgt dieser sogleich.
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Multiplayer: 

Schaut man sich nach dem ersten Einschalten von Resident Evil Revelations im Menü um, merkt man ganz schnell - da fehlt doch was?! Ja, der Raubzugmodus. Dieser steht einem nämlich erst komplett zur Verfügung, wenn man bestimmte Abschnitte im Kampagnenmodus erfolgreich absolviert hat. Dies soll einem nicht dazu verleiten, sich nur auf den MP zu konzentrieren und den Story-Mode links liegen zu lassen, was bei manchen Shootern ja trauriger Alltag ist. Im Raubzugmodus wählt ihr zwischen verschiedenen Charakteren, ob Off- oder Online-Spiel und welches Setting. Dann geht es los in die bereits bekannten Orte, am Ende wird wieder abgerechnet und je nach Leistung werdet ihr mit BP belohnt. Die ihr wiederum in Zuberhörteile, Gimmicks oder Waffen eintauschen könnt. 

Zwar kann man den Raubzugmodus auch solo spielen, doch bei den höheren Stufen werdet ihr sehr schnell merken, dass man da allein nicht sehr weit kommt. Ausserdem ist es ein Multiplayer-Modus und als solchen sollte man ihn auch im Team spielen.
 
Via eingeschaltetem StreetPass erhält man weitere Missionsziele, wie zum Beispiele “Finde Spieler XY”. Fündig gewesen? Dann gibt es ein Achievement.
Fazit: 

Nun zum schweren Teil. Ist es ein Resident Evil wie man es kennt und schätzt? Die eindeutig klare Antwort lautet: Jein! Zwar gibt es viele Momente, bei denen man wieder in Nostalgie verfallen kann, jedoch auch noch einige Punkte, an denen man feilen müsste. Wie zum Beispiel die wenige Rätsel und die fehlende Herausforderung in Sachen Kopfzerbrechen. Schön ist auch, dass man mal wieder ein paar alte Bekannte BOW treffen darf, wenngleich diese wohl auch mit den nervigsten aller Zeiten gleichzusetzen sind. Lange Rede kurzer Sinn, Resident Evil Revelations ist ein sehr gutes Horror-Spiel geworden, auch, wenn der Survival-Part noch etwas zu wünschen übrig lässt.


Pro & Contra

+ 3D-Effekt verstärkbar
+ Musik, die das aktuelle Geschehen sehr gut untermalt
+ beklemmende Enge
+ Achievements
+ sehr schöne Grafik
+ gute Steuerung dank Circle Pad Pro
 

- kein Story Co-Op
- Gegnerdesign eintönig
- keine wirklichen Rätsel
- zu linear
- kein Voice-Chat

Wertung

Grafik:

Ein wahrer Augenschmaus
Sound:

Balsam für die Ohren
3D Faktor:

Noch mehr Tiefe geht nicht!
Multiplayer:

Mercenaries in beklemmender Atmosphäre und daher ein Stück besser
Spielspass:
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