Runner 2: Future Legend of Rhythm Alien (Wii U Download)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Gaijin Games
Publisher: Gaijin Games
Releasedatum: 11/04/2013
ohne Altersbeschränkung Im Nintendo eShop als Download verfu
Spieleranzahl: 1
Genre: Jump'n'Run
Gaijin Games hat mit der Bit. Trip-Reihe den Nerv vieler Spieler getroffen und veröffentlichte daher eine ganze Menge Spiele in dieser Reihe. Stets geht es dabei um das Gefühl für den Rhythmus und die Musik – jeweils gepaart mit einem jeweiligen Genre. Bei Bit. Trip Runner war es das Genre der Jump `n Runs und das ist auch beim zweiten Teil, der auch als Download-Titel für die Wii U erhältlich ist, nicht anders. Ob Commander Video auf Nintendos neuer Heimkonsole eine gute Figur macht, lest ihr in unserem Review!
 
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Spielinhalt: 
Wie bereits erwähnt ist Runner 2: Future Legend of Rhythm Alien im Kern ein Jump `n Run. Es gilt, vom Start aus – von links nach rechts rennend – die Ziellinie zu überqueren und sich dabei möglichst von den Feinden fernzuhalten und Hindernisse, dazu können Treppen und Mauern oder Loopings gehören, gekonnt zu überwinden. Es wäre allerdings zusätzlich kein Rhythmus- und Musikspiel, wenn eure ausgeführten Aktionen nicht stets im Takt der Musik vollführt würden. Egal ob ihr springt, gleitet, schlagt oder rutscht – jede Aktion fügt dem aktuellen Musikstück einen Beat hinzu, sodass es sich bis zum Ziel hin immer mitreißender und ansprechender gestaltet.
 
Das Spielprinzip ist also denkbar einfach, zumindest in der Theorie. Denn um Commander Video, der in eine andere Dimension gesaugt wurde und es hier nun mit dem Bösen aufnehmen muss, zu helfen, müssen 100 Level durchlaufen werden, unterteilt in 5 Welten mit jeweils anderem Setting und musikalischem Grundthema. Die auszuführenden Aktionen lernt ihr nach und nach und der Schwierigkeitsgrad der Level steigert sich im Verlaufe des Spiels, wobei die Balance ab und an nicht stimmt und ein eher leichteres Level nach einer echt harten Nuss folgt. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, immerhin könnt ihr jedes Level in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielen, von einfach über normal bis schwer. Die Level an sich bleiben hier identisch, nur die Dichte der Gegner und Hindernisse verändert sich entsprechend. Auch ist es im einfachen Schwierigkeitsgrad nicht ganz so oft der Fall, dass ihr Aktionen kombinieren müsst. Denn während es anfangs noch reicht, über einen Gegner zu springen, kann es sehr bald sein, dass ihr im Sprung noch eine andere Aktion ausführen müsst – zum Beispiel einen Schlag, um einen in der Luft befindlichen Gegner unschädlich zu machen.  Oder aber ihr rutscht unter einem Hindernis hindurch und müsst direkt am Ende in die Luft springen, um noch einen der wertvollen Goldbarren zu ergattern. Die Lernkurve gestaltet sich angemessen, neue Aktionen werden so eingeführt, dass sie leicht erlernt werden können und Kombinationen dürfen ebenso geübt werden, bevor ihr einem richtigen Stresstest unterzogen werdet.
 
Es wäre ja nicht schon Ansporn genug, überhaupt das Ende eines jeden Levels zu sehen – nein, zusätzlich motiviert wird man durch das Sammeln von Goldbarren. Findet ihr alle Goldbarren und zusätzlich 4 rote Kreuze in einem Level, schließt ihr es mit deiner perfekten Wertung ab und habt dann zum Schluss sogar noch die Möglichkeit, euch mithilfe einer Kanone auf eine Zielscheibe schießen zu lassen, um Bonuspunkte abzusahnen. Trefft ihr hier die Mitte, also das Bullseye, winken nicht nur besonders viele Punkte sondern auch der „Perfekt+“-Abschluss. Jedes Level kann und muss für einen 100%-Run auf allen Schwierigkeitsstufen mit einer solchen Note abgeschlossen werden – eine waschechte Herausforderung selbst für die größten Profis der Bit. Trip-Reihe. Auf der Weltkarte wird der Fortschritt eines Levels jeweils angezeigt, Statistiken über die Anzahl der abgeschlossenen Level, überwundenen Hindernisse, ins Jenseits beförderten Gegner und viele weitere, teils kuriose Daten, sorgen zunehmend für neuen Anreiz. Nicht zu vergessen auch die zu sammelnden Achievements.
 
 
Den größten Anreiz und die größte Motivation schaffen aber natürlich die Bestenlisten. Ihr könnt euch dabei nicht nur mit Spielern aus der Welt vergleichen was den Highscore in einzelnen Leveln, Welten oder gar dem ganzen Spiel angeht, sondern dies natürlich auch mit euren Freunden tun. Die Highscores eurer Freunde werden vor und nach jedem Level eingeblendet – hier die Spitze der freundesinternen Bestenliste zu erklimmen ist wohl die schönste Motivation und am Ende vielleicht auch der befriedigendste Erfolg. Erfolg in den Leveln hingegen zu haben bedeutet auch, diverse Extras einzusammeln. Neben den Goldbarren warten in manchen Leveln nämlich auch Schatztruhen, die neue Kostüme für die insgesamt 8 verschiedenen Charaktere freischalten. Diese findet ihr meist, wenn ihr an einer Weggabelung, sprich zwei verschiedenen Routen, die schwerere, gekennzeichnet mit einem roten Pfeil, nehmt. Mit etwas Glück findet ihr auf diesem Weg auch eine Retro-Challenge – ein Modul saugt euch hier in ein 8-Bit-Level, die zwar genau so aufgebaut sind, wie die herkömmlichen, dafür aber mit einem unverwechselbaren Charme daher kommen und euch 25 Mal verzaubern können, seien sie auch noch so schwer. In einigen Leveln kann man sogar geheime Routen entdecken und damit die angesprochenen Charaktere freischalten – unter Umständen benötigt ihr für eine solche Route einen Schlüssel, da euch ansonsten der Weg versperrt bleibt. Schlüssel in Leveln aufsammeln könnt ihr erst, wenn ihr ein bestimmtes Key-Level absolviert habt und dann wieder dahin zurückkehrt.
 
Dieses Backtracking hätte nicht unbedingt sein müssen, da man die diversen Level in den meisten Fällen, wenn einen die Motivation gepackt hat, aber ohnehin etliche Male probiert, kann man damit gut leben. Allerdings natürlich auch nur, wenn man damit leben kann, die immer gleichen Level immer und immer wieder zu spielen – sich Stück für Stück voranzutasten und knifflige Stellen auswendig zu lernen, um sie zu meistern. Zwar gibt es im Gegensatz zum ersten Teil in der Mitte eines Levels einen Checkpoint, doch das ändert nichts daran, dass ihr bei der kleinsten Berührung eines Gegners oder Hindernisses zu eben jedem Checkpoint, oder wenn ihr diesen noch nicht erreicht bzw. mit Absicht für Extrapunkte übersprungen habt, wieder zum Anfang des Levels zurückkatapultiert werdet. Das geschieht in Sekundenschnelle und ohne Ladezeiten, sodass der Spielfluss stets gewährt bleibt. Das Spiel legt es darauf an und wird euch zur Weißglut treiben, Frusttoleranz muss den geneigten Spieler auszeichnen, der hier Spaß haben will, ohne Gefühl für Rhythmus und Musik geht es aber natürlich auch nicht. Doch wer sich dafür begeistert, viel übt und zudem empfänglich für den nahezu unendlichen Sammeltrieb und das Abschließen eines jeden Levels mit „Perfekt+“ ist, dem wird das Herz aufgehen. Eigenes Versagen kann man auch immer nur auf sich selber zurückführen, die Steuerung beispielsweise steht einem hier in keinster Weise im Wege. Es ist schön zu sehen, dass man sich in diesem Spiel seine Herausforderungen selber suchen kann - in den Leveln, auf dem Schwierigkeitsgrad und dem individuellen Ziel seiner Wahl.
 
Allerdings bleibt auch dieses Spiel nicht von Kritikpunkten verschont: Auf der einen Seite müssen die sich doch sehr ähnelnden Hintergründe in den Leveln angesprochen werden. Die 5 unterschiedlichen Welten an sich, sei es die Welt mit dem Waldhintergrund, die am Strand oder die Lavawelt, sind schön designt und sprechen einen auf Anhieb an, in den jeweiligen Leveln an sich tut sich dann aber nicht mehr besonders viel. Der Hintergrund spielt bei all der Konzentration auf den Charakter keine übergeordnete Rolle, etwas mehr Abwechslung wäre aber hier wünschenswert gewesen. Ansonsten lässt sich grafisch aber nicht viel meckern, es ist ein mit vielen kleinen Details und schönen Kulissen gespicktes Spiel, dessen Look sitzt wie angegossen. Apropos Abwechslung, für ein Musikspiel hätte man auch hier wiederum noch etwas mehr herauskitzeln können, gleiche Musikgrundthemen werden immer wieder verwendet, durch die verschiedenen Arrangements der auszuführenden Aktionen und dem Einsammeln von Objekten kommt zwar immer ein klasse und wirklich mitreißender Beat bei rum, man merkt aber recht schnell, wie der Hase läuft und entdeckt zu viele Ähnlichkeiten.  Das trübt das Spiel nicht in Gänze, denn gemeckert wird hier auf hohem Niveau. Denn letztlich bleibt die Kombination von Musik und Gameplay fabelhaft und die Entwickler von Gaijin Games zeigen wieder, was ihr Steckenpferd ist. Wenn man die Geschichte, sowie erfundene Werbespots dann auch noch von Charles Martinet, der Stimme von Super Mario, sprechen lässt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
 
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Fazit: 
Wer Bit. Trip Runner mochte, wird diesen zweiten Teil lieben! In nahezu jeder Hinsicht hat man sich gesteigert und verbessert und somit ein Erlebnis geschaffen, welches für Fans der Reihe, aber auch alle Liebhaber von Rhythmus- und Musikspielen in Jump `n Run-Manier und jene, die es noch werden wollen, ein absolutes Must-Have ist. Mehr Abwechslung in Sachen Levelhintergründe und Musikstücke wären noch wünschenswert gewesen, ansonsten kann man sich jedoch kaum beschweren. Gameplay und Soundtrack so gut miteinander zu kombinieren ist keine einfache Aufgabe, doch Gaijin Games hat sie wieder einmal gemeistert und mit vielen Anreizen, seien es die Statistiken, Achievements, Bestenlisten für die ganze Welt und die Freunde und nicht zuletzt die Tatsache, für einen 100%-Run wirklich alles holen und perfekt meistern zu müssen, dafür gesorgt, dass man das Wii U GamePad so schnell nicht mehr aus den Händen legt.
 
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Download-Codes!
 

Pro & Contra

+ perfekte Kombination von Gameplay und Sound
+ kreative Level mit Geheimnissen und Alternativrouten
+ enorm hoher Motivationsfaktor
+ Online-Bestenlisten
+ viele Extras/Freizuschaltendes
- noch mehr Abwechslung bei Grafik und Sound wünschenswert
- hoher Frustfaktor kann abschrecken

Wertung

Grafik:

passender Look, detailreich aber abwechslungsarm
Sound:

Top! Mehr Variation der Grundthemen wünschenswert
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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