Spyborgs (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (US)
Entwickler: Bionic Games
Releasedatum: 25/09/2009
ab 12
Publisher: Capcom
Genre: Action

Wir schreiben das Wii-Jahr 2008, im laufe dieses Jahres kündigte Puplisher Capcom auf einem Hausinternen Event das Action Spiel Spyborgs an. Diese erste Vorführung verlief jedoch nicht wie erhofft und der Spyborgs Trailer fiel beim Publikum gnadenlos durch. Daraufhin entschloss man sich das Spiel von Grund auf neu zu gestalten und dem Spiel einen erwachseneren Touch zu verleihen. Ob dieser Kurswechsel aus Spyborgs nun wirklich ein tolles Spiel gezaubert hat, werden wir in den folgenden Zeilen unseres Reviews klären.
 

Spielinhalt: 

Für gewöhnlich halte ich es in meinen Rezensionen zwar so, dass ich am Anfang der Rubrik Spielinhalt relativ ausführlich auf die Story eingehe, bei Spyborgs muss ich mangels erwähnenswerter Story jedoch etwas abkürzen. Denn im Grunde taugt die Geschichte rund um die Syborgs-Initiative genauso viel für eine „Nachrichtenmeldung“, wie die Meldung, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist. Der Vollständigkeit halber dennoch eine sehr sehr Grobe Erläuterung: Die Spyborgs sind Agenten welche mit Kybernetik in Superkrieger verwandelt werden. Mit der Spyborg-Initiative hat die Nation eine gut gerüstete Einheit, welche gegen allerlei Bedrohungen zu kämpfen im stande ist. Der Grund des Abenteuers, in welches ihr euch in Spyborgs begebt, ist der Umstand, dass seit einiger Zeit allerhand Spyborgs quasi vom Erdboden verschluckt wurden.

Im Laufe des Abenteuers erfahrt ihr natürlich was mit den verschwunden Spyborgs passiert ist und natürlich,, wer hinter den ganzen Problemen steckt. Apropos Probleme, in diese geratet ihr gleich zu Beginn des Spiels als ihr unvermittelter Dinge urplötzlich von Robotern angegriffen werdet. Was die Aggressoren wollen? Das weiß man zu diesem Zeitpunkt nicht, aber ihr müsst sie deftigst vertrimmen! Damit sind wir auch schon im eigentlichen Spielgeschehen gelandet. Ihr trabt lineare Level entlang und schlagt in einem zweier Team - im Sekunden Takt - Gegner zu Brei. Wählen könnt ihr zwischen insgesamt 3 Charakteren. Entweder ihr wählt die Ninja Kriegerin Clandestine, den „Sarge-Verschnitt“ Stinger oder den Roboter Bouncer. Jeder Charakter hat natürlich seine verschiedenen Stärken und schwächen. Was besonders in deren Kraft, Geschicklichkeit und Kampfstil herauskristallisiert.

Da ihr immer zu zweit in den Abschnitten unterwegs seid, könnt ihr durch Knopfdruck zwischen zwei Charakteren wechseln. Ausserdem kann jederzeit ein Mitspieler die Kontrolle des zweiten Charakters übernehmen. Habt ihr einen Level-Abschnitt erfolgreich bewältigt, könnt ihr überdies einen der Charaktere durch den pausierenden dritten im Bunde austauschen. Im großen und ganzen ist somit alles wissenswerte über Spyborgs gesagt. Das gesamte Spiel über prügelt ihr euch mit den  den Roboter Gegnern und könnt alle Naselang euren Charakter aufleveln. Nett anzusehen, sind die ausführbaren Combo-Angriffe, welche besonders in Szene gesetzt sind. Die sehr linearen Level bieten neben den Gegnerhorden nur kleine Schalterrätsel, welche allerdings kaum der Rede wert sind. Leider bleiben die Charaktere während der Spielsessions erstaunlich blass, somit kommt kein rechtes Spielgefühl auf, auch wenn die Metzellei kurzzeitig zu begeistern weiß. Da Spyborgs aber nicht gerade mit Abwechslung glänzt, ist aus den Kampfeinlagen recht schnell die Luft raus. Wirklich interessant werden dann nur noch die Kämpfe gegen die Endbosse, welche wirklich gut in Szene gesetzt sind. Leider finden sich viel zu wenige dieser Fights in Spyborgs wieder.
 

Grafik: 

Spyborgs sieht gemessen an bisherigen Wii Spielen, erstaunlich gut aus. Die klare und kräftige Grafik mit den verschiedensten Lichteffekten kann sich durchaus sehen lassen und vermittelt eine gute Atmosphäre. Allerorts fliegen die Funken oder es werden ansehnliche Explosionen auf euch los gelassen. Dabei geht, selbst bei viel Action auf dem Screen, die Framerate nie merklich in die Knie. Spyborgs kann sich ohne Probleme zu den hübschesten Wii Spielen zählen. Am Ende zählt natürlich auch der persönliche Geschmack und ob einem der dargebotene Grafikstil auch zusagt. Von der nüchternen technischen Seite aus betrachtet, kann man Spyborgs jedoch Grafik ohne Fehl und Tadel attestieren.
 

Sound: 

Müsste man Sound und Musik mit einem Wort umschreiben, so würde vermutlich vielerorts das Wörtchen „unauffälig“ Gebrauch finden. Legt man Spyborgs ein paar Tage zur Seite, ist es schwer sich überhaupt an die dargebotenen Musikstücke zu erinnern. Dabei sind diese durchaus hörenswert und treibend. Damit passt die Musik perfekt zur Action, die auf dem Screen geboten wird und unterstützt diese ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Die Soundeffekte können sich auch wirklich hören lassen,  zu jederzeit kracht und hämmert es aus den Boxen. Die englische Sprachausgabe geht auch vollkommen in Ordnung, auch wenn eine deutsche Sprachausgabe nett gewesen wäre.
 

Steuerung: 

Die Steurung geht gut von der Hand und benötigt nur wenig Einarbeitungszeit, um die ersten spektakulären Fights bestehen zu können. Wer nicht viel Lust darauf verspürt, Kombo-Listen auswendig zu lernen, kommt – zumindest auf den leichten Schwierigkeitsstufen – auch mit wilden Knöpfchen drücken weiter. Aber auch gezielte Manöver sind schnell verinnerlicht und führen so zum erhofften Erfolg. Wie bereits im Spielinhalt erwähnt, sind besonders die Combo-Attacken sehenswert, um diese zu bewältigen müsst ihr einige Quicktime-Events bestehen. In aller Regel müsst ihr dazu einfach die WiiMote in die vorgegebene Richtung schwingen. Ansonsten wird größtenteils auf den Einsatz der Bewegungssteuerung verzichtet, was dem Spiel nicht wirklich geschadet hat.
 

Multiplayer: 

Singleplayer Modus = Multiplayer Modus, nur eben zu zweit, so lautet die einfache Regel. Zu jederzeit kann ein Mitspieler in den Singleplayer mit einsteigen, um den Freund oder die Freundin beim Kybernetik Krieg zu unterstützen. Und wie so oft gilt die Regel: „Was alleine spaßig ist, macht zu zweit gleich doppelt Spaß“. Natürlich muss man diese Aussage ein klein wenig revidieren. Eher würde natürlich passen: „Was alleine nur eine kurze Zeit unterhält, kann zu zweit endlich den erhofften Spielspaß bescheren.“ Auch wenn man sich zu zweit ebenso hirnlos durch Gegner-Horden  prügelt, macht sich dennoch um einiges mehr Spielspaß breit. Da man sich zu zweit besser absprechen kann, als mit dem CPU Kollegen, kommt mehr Taktik ins Spiel. Und sich Gegner regelrecht zurecht zu legen, um diesen dann mit einer fetten Coop-Attacke in seine Einzelheiten zu zerlegen, macht um einiges mehr Laune, als dies alleine der Fall ist. Der Multiplayermodus, stellt somit das eigentliche Highlight des Spiels dar.
 

Fazit: 

Ein Überflieger ist Spyborgs leider nicht geworden. Es ist ein grundsolides Hack and Slay Abenteuer geworden, welches mit seinen eher „farblosen“ Hauptcharakteren zu kämpfen hat. Ausserdem ist der Umfang des Spiels mit 4 – 6 Stunden sehr sehr gering. Andererseits wäre die Wertung des Spiels auch nicht deutlich in die Höhe geschnellt, wenn man sich noch 10 Stunden länger die ewig gleichen Massenkämpfe hätte geben können. Die geringe Abwechslung und die viel zu wenigen, dafür aber tollen Endbosskämpfe, sind der Hauptgrund für den mangelnden Spielspaß. Spyborgs ist beileibe kein schlechtes Spiel, wer jedoch Abwechslung und Innovationen in einem Spiel sucht, der wird mit diesem Hack and Slay bitter enttäuscht werden. Wer gerne mal die Hirnwindungen entlasten möchte und sich einem recht stumpfen Spiel hingeben möchte, der ist bei Spyborgs genau richtig. Empfehlung des Hauses: Für ein Wochenende ausleihen und mit einem Kumpel durchzocken, oder bei einem Schnäppchen-Preis zugreifen!
 

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Pressemusters

Pro & Contra:

+ Leichter Einstieg

+ Schicke Grafik

+ Zu zweit machts Spaß

- Zu kurz

- Eintöniges Gameplay

- Singleplayermodus schnell langweilig

Wertung:

Grafik:

Hübsche Effekte und Farbgebung
Sound:

Nicht aufdringlich aber jederzeit passend
Multiplayer:

Zu zweit besser als allein!
Spielspass:

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