Um die Welt in 80 Tagen (DS)
Wohl kaum Werke anderer Schriftsteller wurden so oft als Vorlage verwendet wie die Jules Vernes'. Unzählige Comics, Trickfilme oder Verfilmungen sind nach Vorbild der Abenteuerromane "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde", "20.000 Meilen unter dem Meer" oder "In 80 Tagen um die Welt" publiziert worden. Dem zuletzt genannten hat sich nun auch Purple Hills gewidmet und erzählt in Um die Welt in 80 Tagen ihre eigene kurze Version des klassischen Romans. Die Geschichte soll dem Spieler in einem Match-3 Puzzlespiel alá Jewel Match näher gebracht werden. Doch passt das zusammen?
Nun um ehrlich zu sein steht die Geschichte mehr im Hintergrund des Spiels. Zwischen den einzelnen Levels bekommt Ihr je ein paar neue Romanseiten zu lesen in denen die Abenteuer rund um den Engländer Phileas Fogg und dessen, zu Reisebeginn gerade neu eingestellten, Diener Passepartout erzählt wird. Hierbei bereisen sie England, Paris, Afrika oder Asien. Dem aufmerksamen Leser wird hierbei auffallen das die Geschichte sich wie eine Kurzgeschichte liest, denn den gesamten Roman in das Spiel zu integrieren hätte wohl auch wenig Sinn gemacht. Entweder man möchte Spielen oder ein Buch lesen.
Wie Eingangs bereits erwähnt, greift das Spielprinzip von Match-3-Titeln: Drei oder mehr Steine gleicher Farbe müssen in eine Reihe gebracht werden, damit diese verschwinden. Um ein Level erfolgreich abzuschließen müssen Souvenirs, die als Beweis der Reise um die Welt dienen sollen, eingesammelt werden. Um diese Souvenirsteine zu erhalten müssen alle darunter liegenden Steine des Spielfeldes verbannt werden. Sobald der Beweis eurer Reise den unteren Spielfeldrand berührt wird er eingesammelt.
Doch dabei solltet Ihr die Zeit stets im Auge behalten: Ein ablaufendes Zeitlimit, sowie im weiteren Spielverlauf hinzukommende Hindernisse werfen euch Steine in den Weg zum Sieg. So müssen beispielsweise vereiste Steine entfernt werden. Diese sind an der Stelle fest gefroren und verhindern den Steinenachschub in den unteren Reihen. Mit Spielsteinen welche mit einem Vorhängeschloss abgeschlossen sind, müssen 2x Kombinationen gebildet werden, damit sie im Nirwana verschwinden. Um diesen Hindernissen zu trotzen habt ihr Spezialfähigkeiten. Um diese einzusetzen müssen sie allerdings erst einmal aufgeladen werden, indem Reihen mit mindestens 4 Steinen gebildet werden. So könnt ihr Hammer oder Bomben verwenden, um festgesetzten Souvenirs den Weg nach unten zu ermöglichen.
Wider aller Erwartungen kommt das Spiel mit einer recht soliden Grafik daher. Die Steine bieten eine mehr oder minder optische Vielfalt, die der entsprechenden Lokalität angepasst ist. Genretypisch kann man keine großen Grafikeffekte erwarten, welche in einem Puzzlespiel allerdings auch nicht unbedingt von Nöten sind.
Die Hintergrundmusik bietet recht wenig Abwechslung und wird auf die Dauer ein wenig eintönig. Obwohl sie, je nach Örtlichkeit wechselt.
Der DS wird, ähnlich diversen anderen Puzzlespielen auf dem Handheld, wie ein Buch gehalten. Unter den Optionen gibt es wieder eine Einstellmöglichkeit für Links- oder Rechtshänder. Die Touchscreensteuerung ist selten ein wenig ungenau, sodass ein Stein neben dem gewollten angewählt wird, da dies aber eher ein Ausnahmefall ist, fällt dies nicht weiter ins Gewicht. Die Spezialattacken sollten nur von sportlichen Spielern mit großem Lungenvolumen eingesetzt werden. Um sie zu verwenden muss der Spieler eine gefühlte Ewigkeit in das Mikrofon pusten, für starke Raucher definitiv nicht zu empfehlen. Und wem dabei schon mal schwindelig wird, muss sich nicht alleine fühlen. Der Schreiber dieser Zeilen ist nach einer Spezialfähigkeit selbst schon fast vom Stuhl gefallen.
Der umfangreiche Multiplayer kann auch nach bereits abgeschlossener Kampagne in einem Multikartenspiel für Spielspaß sorgen. In einem Spiel auf Zeit wird ein Level gespielt. der Spieler welcher dieses als erstes gewinnt hat auch die Multiplayerpartie gewonnen. Im Wettkampfmodus werden alle Level des gewählten Kapitels gespielt, wer am meisten Level in der vorgegebenen Zeit schafft, ist der Sieger. Zu guter Letzt könnt Ihr in einem gemeinsamen Spiel auch die Levels zusammen spielen.
Um die Welt in 80 Tagen ist ein solider Match-3 Titel. Der Spielspaß wehrt allerdings nur kurz, da ein Endlosmodus leider fehlt. Die Hintergrundgeschichte ist eine nette Zugabe für all jene, die die Romanvorlage noch nicht kennen, trägt im Spiel aber lediglich zu verschiedenen Grafiksettings bei. Den Storymodus haben erfahrene Knobelspieler schon in wenigen Stunden gemeistert. Der Multiplayermodus hingegen, weiß die Spieler hin und wieder für wenige Stunden vor den DS zu fesseln. Alles in allem eine gelungene - wenn auch kurzweilige - Knobelunterhaltung.
Pro & Contra:
+ Einsteigerfreundlich
+ Über 80 Level
+ Steigender Schwierigkeitsgrad
- Wenig Langzeitmotivation
- Für Genrefans keine Herausforderung
Wertung:







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