Xenoblade Chronicles (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US) Boxart (JAP)
Entwickler: Monolith Software
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 19/08/2011
ab 12
Spieleranzahl: 1
Bildformat: 16:9, 576i, 480i, 480p
Genre: Rollenspiel

Rollenspiele auf der Wii ist ein leider sehr stiefmütterlich behandeltes Genre. Gerade bei uns im Westen sogar noch stiefmütterlicher als in Japan, da hier einige Titel, wie zum Beispiel Tales of Graces nicht erschienen sind. Wenn dann mal ein RPG erschienen ist, war es oft nur von mittlerer Qualität. Die Entwicklerschmiede Monolith Soft, welche Nintendo Jünger am ehesten durch Spiele wie Disaster: Day of Crisis oder Baten Kaitos bekannt sein dürften, präsentieren nun ihr jüngstes Werk, welches in Deutschland auf den Namen Xenoblade: Chronicles hört. Und eins können wir schon jetzt versprechen, das Warten auf den Titel hat sich gelohnt. Mehr Infos zum Spiel erhaltet ihr in folgendem Test zu Xenoblade Chronicles.

 
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Spielinhalt: 

In Xenoblade Chronicles beginnt alles mit der Entstehungsgeschichte der Welt, in der das Spiel stattfindet. Zu Beginn existiert nur der weite Ozean, sowie die riesigen Titanen Bionis und Machonis. Der Titan Bionis ist ein organisches Wesen, während Machonis – ihr erahnt es vermutlich schon, ein gigantisches Maschinen-Wesen zu sein scheint. Diese beiden Urgewalten liefern sich einen verbitterten, scheinbar ewig andauernden Kampf. Eines Tages jedoch passiert das scheinbar Unmögliche, beide Giganten holen zum finalen Schlag aus und töten sich so gegenseitig…

Nach diesem vielleicht gigantischsten „double K.O“ der Videospielhistorie geschieht erst einmal lange nichts. Doch da dies ein reichlich schnelles Ende für den Titel Xenoblade Chronicles wäre, geht die Geschichte doch noch etwas weiter. Nach einiger Zeit nämlich, fängt auf den beiden Leichnamen Leben an zu entstehen... biologisches Leben breitet sich auf Bionis Leichnam aus. Tiere, Insekten, Pflanzen bis hin zu den Humanoiden, welche sich selbst als Homs bezeichnen und uns Menschen recht ähnlich zu sein scheinen. Auch auf Machonis entsteht neues Leben, welches vor allem aus mechanischen Lebensformen besteht – den Mechons. Die Homs leben auf „ihrem“ Leichnam Bionis etliche Zeit in Frieden und haben sich auf verschiedensten Ebenen des Körpers angesiedelt und Kolonien gegründet. Und wenn man Legenden vertrauen darf, dann könnte auch noch gänzlich anderes Leben durch den Tod der Giganten entstanden sein...

Eines Tages jedoch greifen die Mechons wie aus heiterem Himmel die Homs an, welche sich vorallem anfänglich kaum gegen die Übermacht der Mechons erwehren können. Einzig das mysteriöse Schwert Monado scheint wirklich effektiv gegen die mechanischen Gegner zu wirken. Hier steigen die Spieler nun in den Prolog des Spiels ein und übernehmen die Kontrolle über Held Dunban, welcher sich gerade auf dem Schlachtfeld befindet. In diesem Prolog kämpft ihr nun das erste Mal mit dem Monado und könnt euch ein wenig mit der Steuerung und dem Kampfsystem vertraut machen. Schneller als man denkt ist jedoch schon wieder Schluß, die Schlacht ist gewonnen, doch um welchen Preis…? 

Es vergeht nun ein virtuelles Spieljahr, die Welt und das Leben in Kolonie 9 auf Bionis hat sich wieder beruhigt, einzig dass der Held Dunban noch immer extrem geschwächt ist und nicht imstande scheint, dass Monado führen zu können bietet Grund zur Sorge. Hier übernehmt ihr die Steuerung des jungen Shulk. Er ist ein junger und begabter Bastler und zudem ein guter Bekannter von Dunban, welcher das Geheimnis des Monados ergründen möchte. Wir verraten wohl nicht zuviel, wenn wir sagen, dass Shulk im Laufe der Geschichte der neue Träger des Monados wird, und spätestens als die Mechons wieder aktiv werden und Kolonie 9 angreifen überschlagen sich die Ereignisse und ein spannendes Abenteuer nimmt seinen Lauf…

Rundenbasiert, actionorientiert, Zufallskämpfe oder doch eher ganz anders? 

Ein Rollenspiel steht und fällt mit seinem Gameplay bzw. mit seinem Kampfsystem. Dabei kommt es natürlich einmal auf den persönlichen Geschmack an, denn der eine Spieler liebt klassische rundenbasierte Rollenspielkost, der nächste bevorzugt die actionreiche RPG Variante und der übernächste vielleicht das sogenannte Strategie-RPG in dem es stellenweise mehr um Planung und Analyse, als um ein flottes Spielchen geht. 

Bei Xenoblade Chronicles handelt es sich auf den ersten Blick um ein typisches JRPG. Doch der Ersteindruck mag in erster Linie durch die rein äußerliche Wirkung entstehen, wie die typischen Anime-Kulleraugen oder recht üppiger Stachelbehaarung. Die Kämpfe finden derweil nicht in rundenbasierten Schlachten statt, sondern in Echtzeit. Auch Zufallskämpfe sucht ihr (glücklicherweise) vergebens. Alle Gegner könnt ihr schon aus der Ferne erspähen und euch entscheiden, ob ihr einem Kampf aus dem Weg geht, oder eher auf Konfrontationskurs gehen möchtet. Dieses Abwägen ist auch wirklich wichtig, denn auch zu Beginn des Spiels kommt es nicht selten vor, dass teils Monster in der Welt unterwegs sind, die euch mühelos besiegen. Wer also schlau ist, schaut sich seine Gegner an und umläuft zu starke Gegner – zumindest solange, bis ihr irgendwann mächtig genug seid, die Konfrontation doch noch angehen zu können. 

Mitunter kann es zwar vorkommen, dass der ein oder andere Gegner (als auch andere Charaktere) auch mal relativ plötzlich vor euch aufploppt, doch dies ist eher selten der Fall und dürfte der ansonsten riesigen Weitsicht geschuldet sein. Die Kämpfe geht ihr dabei immer zu dritt an, wobei eure beiden Kameraden von der KI gesteuert werden. Die KI macht glücklicherweise einen sehr guten Job und reagiert immer gut auf die Situationen, die im Spiel stattfinden. Zwischen den Kämpfen könnt ihr aber natürlich auch zu jederzeit den aktiv gesteuerten Charakter wechseln. Auf Items müsst ihr während der Kämpfe jedoch komplett verzichten, daher ist es besonders wichtig, ein ausgewogenes Dreiergespann zu bilden. Denn wo keine Heil-Items verfügbar sind, dort sollte zumindest ein Charakter mit Heilfähigkeiten nicht weit sein. 

Das Fehlen von solch gearteten Item-Einsätzen kommt derweil in keinster Weise störend rüber, sondern eher befreiend. Ihr müsst euch nicht mit dem Kaufen und Verwalten von Medikits usw. beschäftigen, sondern könnt euch voll und ganz auf die Kämpfe und auf das Ausrüsten bzw. Aufleveln eurer Recken konzentrieren. Da ihr euch nach den Kämpfen automatisch heilt, fällt das Fehlen der Kits ohnehin nicht wirklich ins Gewicht. Der Verzicht auf einen Multiplayer-Modus ist ein wenig schade, denn zumindest als Option wäre es doch gar nicht so schlecht gewesen, wenn in den Kämpfen ein weiterer Spieler die Steuerung hätte übernehmen können. Da das Kampfsystem im späteren Verlauf jedoch recht komplex wird, wäre es eventuell für Spieler, die nur mal eben mitspielen wollen, ohnehin eher uninteressant.

Die Kämpfe gehen in den Grundzügen im Übrigen automatisch von statten. Dies erinnert sehr an die diversen Massive Multiplayer Online Games und bietet einen frischen Ansatz für ein „typisches“ Singleplayer-Offline-Rollenspiel aus Japan. Der von euch gesteuerte Charakter führt also Standard-Angriffe vollkommen automatisch aus, ihr müsst euch nur zum Feind bewegen, so könnt ihr den Charakter hinter einen Gegner positionieren, um zum einen nicht getroffen zu werden, zum anderen, um eventuell mehr Schaden auszurichten. Natürlich hat jeder Charakter noch weitere Angriffe und Techniken parat, die der Spieler individuell starten kann. Diese „Spezial“-Techniken brauchen jedoch immer ein wenig Zeit, bis sie wieder eingesetzt werden können. Die Angriffe und Techniken sind derweil extrem vielseitig und müssen taktisch klug eingesetzt werden, was im Spielverlauf zur bereits angekündigten Komplexität führt. Da der Spieler jedoch überaus behutsam auf diese Anforderungen vorbereitet wird, fällt die Komplexität des Kampfsystems nicht negativ ins Gewicht, sondern erweist sich als absolute Stärke von Xenoblade Chronicles.

Ein bestimmter Angriff beispielsweise ist nur effektiv, wenn er den Gegner von hinten trifft. Diese Art der Angriffe werden im Laufe des Spiels immer wichtiger, wo bei Kämpfen gegen normale Monster noch jeder Schlag irgendwie hilfreich ist, wird es spätestens gegen die Mechons anstrengender. Diese müssen mit speziellen Techniken erst zum Schwanken gebracht werden, mit einem weiteren Spezialschlag muss man den mechanischen Krieger dann komplett von den Füßen holen. Erst dann können die Kameraden auf die Eisenkrieger einschlagen, damit es diesen dann auch wirklich schadet. Einzig das Monado kann unabhängig von diesen Ereignissen Schaden gegen die meisten Mechon ausrichten.

Neben der Kämpfe und Kampftechniken gibt es aber auch weitere Möglichkeiten, auf die Kämpfe zu wirken. Zum Beispiel in dem ihr eure Techniken, als auch die Fähigkeiten eurer Charaktere, verbessert. Dabei bietet Xenoblade Chronicles einige Möglichkeiten um abseits des normalen Gekloppes positiven Einfluss auf die Kämpfe zu nehmen. Zum einen erhaltet ihr ganz gewöhnliche Erfahrungspunkte, um Standard-Attribute aufzuleven, aber auch sogenannte Talent- und Technikpunkte. So könnt ihr beispielsweise einzelne Techniken und Angriffe verbessern und im sogenannten Talentbaum mit der Zeit neue Talente erlernen. Diese Talente ermöglichen es euch zum Beispiel bessere Rüstungen tragen zu lassen. Aber auch viele andere Talente können mit der Zeit erlangt werden. Im Verlauf des Spiels ist es dann sogar möglich, die Talente von einem Charakter mit denen eines anderen zu verknüpfen.

Und nicht nur im Talentbaum ist das Verhältnis von Spielfigur zu Spielfigur wichtig. Das gesamte Spiel greift immer wieder die Idee der Partnerschaften, Harmonie unter Freunden und sogar von sozialen Netzwerken auf. Innerhalb eurer Party zum Beispiel spielt die Harmonie einer Gruppe eine wichtige Rolle. Durch spezielle Aktionen könnt ihr die Harmonie der Gruppe verbessern, was dann letztendlich dazu führen kann, dass ihr verheerende Kombo-Angriffe starten könnt. Die Harmonie wird zum Beispiel direkt im Kampf beeinflusst, indem ihr euren Kameraden Mut zusprecht, was mittels Quicktime-Event von statten geht, auch könnt ihr ihnen während des Kampfes auf die Beine Helfen oder abseits des Kampfgetümmels Harmonie-Gespräche führen. Umso besser die Harmonie der Charaktere untereinander, umso stärker agieren sie zusammen im Kampf.

Eine interessante Fähigkeit im Kampf, welche nach einigen Stunden Spielzeit zur Verfügung steht, sind Shulks hellseherische Fähigkeiten. Befindet ihr euch im Kampf und der Gegner führt eine besonders schwere Attacke aus, welche einem Gruppenmitglied niederringen würde, so kann Shulk genau diese Aktion voraussehen. Dem Spieler wird dementsprechend gezeigt was passieren wird, eure Aufgabe ist nun die Zukunft zu ändern und richtig zu reagieren. Beispielsweise in dem ihr den Gegner mit passenden Angriffen eindeckt, diesen dadurch zu Fall bringt und dieser den tödlichen Stoß somit nicht mehr ausführen kann. Auch kann zum Beispiel ein einfacher Schutzzauber vor dem vorzeitigen Bildschirmtod retten oder ihr warnt euren Kameraden schlicht und ergreifend, was euch in die Lage versetzt, eine seiner Techniken einzusetzen. Es ist dabei wichtig zu versehen, wie der Feind euch ans Leder will, damit ihr eine passende Lösung findet. Doch muss beachtet werden, dass eine solche Aktion auch Tribut zollt. In diesem Fall kostet das Warnen oder Wiederbeleben des Charakters einen Balken der Harmonie-Leiste, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine verheerende Gruppenattacke erst später ausgeführt werden kann.

Wie bereits erwähnt, gestaltet sich das Kampfsystem zunehmend komplexer, was jedoch nicht störend wirkt. Störend am Kampfsystem ist am ehesten, dass nicht immer glückliche Kämpfen gegen Gegnermassen. Das Auswählen eines einzelnen Gegners geht gut von der Hand, jedoch fällt es nicht immer leicht, mehrere Gegner in einen aktiven Kampf zu ziehen um beispielsweise Zeit zu sparen. Habt ihr es geschafft, mehrere Gegner in den Kampf zu bringen, wird das Ganze dann zusätzlich noch reichlich unübersichtlich. Gerne visiert man einmal den falschen Gegner an oder verliert die Übersicht im Getümmel. Es ist zwar möglich, die Kameraden auf bestimmte Ziele zu lenken, oder den „freien Kampf“ zu eröffnen, doch insgesamt kann es wie gesagt doch mal etwas konfus werden. Insgesamt bietet Xenoblade Chronicles jedoch ein variantenreiches, dynamisches und dabei extrem umfangreiches Kampfsystem, welches dank guter Einführung und hervorragender Lernkurve nie frustig wird.

 Der Weg ist das Ziel, aber kleine Umwege erfreuen das Herz

Die gigantische Welt um Xenoblade Chronicles lädt immer wieder zum Innehalten und Staunen ein, aber auch zum Erforschen. Dieser Umstand wird durch das Questsystem von Xenoblade Chronicles nochmal fokussiert. Denn als gäbe es nicht eh schon sehr sehr viel zu sehen, bietet das Spiel neben den Hauptquests noch jede Menge Sidequests, die zum erfolgreichen Beenden des Spiels nicht zwingend notwendig sind, aber durchaus spaßig sind und den Spieler so noch viel mehr von der Welt sehen lassen. Denn Forscherdrang wird belohnt. 

Wenn ihr neue Plätze, Höhlen, Steppen usw. entdeckt, werdet ihr sogar mit Erfahrungspunkten belohnt. Aber natürlich werdet ihr auch für das Erfüllen von Sidequests belohnt. Diese Entlohnung kann zum Beispiel in Form von Ausrüstungsgegenständen, Erfahrungspunkten oder hartem Baren geschehen. Allein mit den Sidquests kann man sich gefühlte Jahre auseinandersetzen und fordern viele Stunden Spielzeit. Dabei variieren die Sidequests glücklicherweise stark, auch wenn sich mit der Zeit natürlich auch Wiederholungen einschleichen. Standard Sidquests bestehen zum Beispiel darin Monster zu töten, verschiedene Gegenstände zu finden usw., diese Sidequests erledigt ihr im besten Fall quasi im Vorbeigehen, da ihr bei diesen auch nicht nochmals zum Auftraggeber zurückkehren müsst und direkt nach Erfüllung entlohnt werdet, spart ihr euch auch einige Laufwege.

Aber es gibt auch Sidquests die etwas mehr Arbeit erfordern, da möchte eine ältere Dame, dass ihr ihrem Jungen etwa etwas zu Futtern vorbeibringt. Also müsst ihr diesen ersteinmal suchen. Doch da dieser nur zu bestimmten Uhrzeiten anzutreffen ist, muss man genau überlegen, wann man auf die Suche geht. Das bringt uns natürlich zum nächsten Punkt, Xenboblade verfügt über einen dynamischen Tag/Nachtwechsel. Wartezeiten müsst ihr allerdings nicht zwingend hinnehmen, denn ihr könnt zu jederzeit die Uhrzeit einstellen. Für ungeduldige Spieler also ein Segen, wer es realistischer mag, lässt dagegen einfach die Finger von der Uhr. Habt ihr nun den jungen Mann ausgemacht und die Kekse überbracht, schickt euch dieser direkt wieder zum edlen Spender, damit ihr euch bedankt. 

Eine weitere Sidequest besteht darin, eine Taschenuhr zu reparieren, ihr müsst also zu euch in die Werkstatt, diese reparieren und danach zum Auftraggeber, welcher ebenfalls nur an bestimmten Zeiten anzutreffen ist. Diese Art der Sidequests sind vom Prinzip etwas nerviger, da man sich an die Vorgaben halten muss, und diese eben nicht im „Vorbeigehen erledigen kann“, zumindest nicht, wenn man seine Belohnung erhalten will, allerdings wirken diese Quests intensiver, da man eben auch mehr mit den Auftraggebern zu tun hat. Wenn man etwa einem jungen verliebten Mann helfen will, der Schulden begleichen muss, und sich im Laufe der Sidequest herausstellt, dass dieser Mann von seiner Geliebten als auch seinem Geldverleiher extrem über den Tisch gezogen wird, zieht einen das eher in das Leben der Mitmenschen, da man auch viel öfter mit den Personen interagieren muss und eben nicht nur eine Quest annimmt, Monster tötet und ansonsten nie mehr bei dem Bittsteller vorsprechen muss. 

Dieser Mix aus umfangreicheren Sidequests, die dem Spiel ein wenig mehr Tiefe verleiht und den unzähligen Mini-Sidequests, die man grade nebenher erledigen kann, kann sich wirklich sehen lassen. Im Prinzip ist dies zwar alles nichts Besonderes und dennoch geht eine Faszination davon aus, man will allen Menschen helfen und Items sammeln und möchte nicht aufhören, bis man auch die letzte Quest erledigt hat. Dies zeichnet am Ende doch ein gutes Questsystem aus! Und da ihr durch diese Quests auch die ein oder andere schöne Ecke der Spielwelt entdeckt und dort gerne mal beim Sonnenauf- oder Untergang die Seele baumeln lassen könnt, gleich doppelt!

Diamonds are RPGler´s best Friends!

Xenoblade Chronicles bietet eine weitere Besonderheit, Ausrüstungsgegenstände und Kleidung werden immer live im Spiel dargestellt. Solltet ihr eure Figur also mit neuen Handschuhen, Waffen, Kopfbedeckungen etc. ausrüsten, so werden diese im Spiel auch so dargestellt. Dies sogar in den Zwischensequenzen, was zwar zur Folge hat, dass man auf beeindruckende Rendersequenzen verzichten muss, dafür aber auch alles wie einem Guß wirkt.

Die Ausrüstungsgegenstände wirken sich natürlich auf die allgemeinen Attribute der Charaktere aus, also Werte wie physische Stärke, Abwehr etc. können durch bessere Ausrüstung aufgewertet werden. Dabei gibt es im Groben drei Arten von Ausrüstung. Normale Ausrüstung mit freien Slots und Ausrüstung mit bereits gefüllten Slots, welche aber quasi fest installiert sind. Diese Slots können durch Juwelen gefüllt werden. Diese werten die Ausrüstungsgegenstände nochmals gehörig auf, je nach Stärke des Juwels und deren Eigenschaften natürlich. So können bestimmte Attribute verstärkt werden oder die Steine verleihen dem Charakter eine spezielle Fähigkeit, wie Resistenzen oder Ähnliches. Diese Edelsteine könnt ihr unter anderem finden, oder selbst schmieden.

Das Wandern ist des Gamers Lust

Zu guter Letzt wollen wir noch zwei praktische Dinge erwähnen, zum einen gibt es im gesamten Spiel feste Reisepunkte, diese sind großzügig verteilt und werden in einer Weltkarte aufgeführt, sobald ihr diese Reisepunkte das erste Mal erreicht habt. Von nun an könnt ihr euch direkt an diese Reisepunkte „beamen“ lassen. Somit könnt ihr langwierige Fußmärsche umgehen, wenn ihr dies denn wollt. Zum anderen sei noch erwähnt, dass Xenoblade Chronicles auf antiquierte Speicherpunkte setzt. Es ist euch möglich zu jederzeit und frei im Spiel zu speichern. Zudem ist Xenoblade Chronicles sehr gnädig was Rücksetzpunkte nach einem plötzlichen Bildschirmtod anbelangt. Vorallem auch darum, da ihr alle Erfahrung, Gegenstände etc. die ihr bis zum Tod erhalten habt, auch behalten dürft. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, falls ihr sterbt, euer Hab und Gut bleibt bei euch. Dies ist auf der einen Seite natürlich sehr positiv, auf der anderen Seite nimmt es natürlich ein wenig die Spannung und den Reiz, da man sich weniger Gedanken machen muss und man ohne große Angst ein Gefecht starten kann.

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Grafik: 

Grafisch gehört Xenoblade Chronicles auf der einen Seite zum Besten, was man auf der Wii bisher gesehen hat, auf der anderen Seite gibt es auch einige Dinge, die man bemängeln kann. Die gigantische Kulisse, die hervorragende Weitsicht gepaart mit dem fantasievollen und schön designten Setting, samt interessanter und vielfältiger Charaktere, Monster und Gegner bringt den Wii-Spieler geradezu in Ekstase. Wenn man dann noch bedenkt, dass man in dieser riesigen Welt zu fast keinem Zeitpunkt mit nervigen Ladebildschirmen gestört wird, bringt einem das fertige Ergebnis dazu ein freudiges „Cheapau“ nach Japan zu richten.

Wer sich an zum Beispiel Monster Hunter Tri erinnert, welches zwar ebenso mit einer schönen Kulisse aufwarten konnte, einen aber alle Nase lang mit Ladepausen nervte, um von einem (kleinen) Abschnitt in den nächsten zu wechseln, weiß wie störend es sein kann, wenn man ständig aus der magischen Spielewelt herausgerissen wird. Bei Xenoblade Chronicles könnt ihr komplett in diese Welt eintauchen und euren Forscherdrang freien Lauf lassen.  

Im Übrigen ist zu jederzeit auch optisch ersichtlich, was für Ausrüstung ihr mit euch rumtragt. Kopfbedeckungen, Schuhe, Waffen etc. werden immer live auf euren Charakter angezeigt, und dies macht auch nicht vor den Zwischensequenzen halt. 

Wo viel Licht ist, ist desöfteren auch viel Schatten und die Entwickler von Monolithsoft mussten den einen oder anderen Kompromiss bei der technischen Umsetzung eingehen. Aufgrund der bereits genannten Güte und der quasi nicht vorhandenen Ladezeiten muss sich der Spieler mit stellenweisen sehr groben und niedrig aufgelösten Texturen rumschlagen. Auch ploppt ab und an etwas unschön kurz vor euch auf, ob nun Gegner oder andere Figuren. Dies alles drückt natürlich auf die ansonsten wirklich tolle Optik.

Doch sind wir insgesamt trotzdem mehr als begeistert, Xenoblade Chronicles zeigt, dass tolle Kulissen, Weitsicht, Leveldesign und Co. wichtiger sein können, als ein hoher Polygon-Count und HD-Optik. In Gänze sieht Xenoblade Chronicles einfach atemberaubend aus, und die zwar vorhandenen technischen Kompromisslösungen können wir in Anbetracht der Gesamtwirkung, die der Titel erzielt, getrost beiseite schieben! 

Sound: 

Ich denke es ist ein gutes Zeichen, wenn man den Startbildschirm eines Spiels stundenlang unberührt lassen kann, nur um der dort präsentieren Musik zu lauschen. Genau dies kann man bei Xenoblade Chronicles tun. Im gesamten Spiel werdet ihr immer wieder durch passende Musikuntermalung verzaubert. Dies können sanfte Töne klassischer Herkunft sein, aber auch treibende Melodien, welche die gefährlichen oder aussichtslosen Situationen bestens untermalen. Auch Soundeffekte und Co. befinden sich auf einem hohen Niveau! Zu erwähnen ist vielleicht, dass unter anderem Yasunori Mitsuda an dem Soundtrack beteiligt war, welcher sein Können unter anderem bereits mit Titeln wie Chrono Trigger gezeigt hat, dass er sein musikalisches Handwerk bestens versteht. Insgesamt lädt der Soundtrack desöfteren auch zum Träumen ein, wenn in einer Sumpflandschaft eine leise ruhige Klavier-Melodie erklingt, zu der Manami Kiyota (bekannt aus vielen Final Fantasy Songs) ein traumhaftes Lied anstimmt. Dies in Kombination mit einem Sonnenauf- oder Untergang erzeugt Gänsehaut und unterscheidet Xenoblade Chronicles vom Einheitsbrei.

Neben der tollen und sehr atmosphärischen Musik gibt es auch eine nicht minder schlechte englische Sprachausgabe, welche mit einem sehr englischen (nicht amerikanischen) Einschlag daher kommt. Wer allerdings keine Lust auf „very british“ hat, kann zu jederzeit auf die originale, japanische Synchro umswitchen.

Steuerung: 

Wir empfehlen euch die Steuerung per ClassicController Pro, mit dem auch die meiste Zeit während der Testphase gespielt wurde. Es ist derweil auch kein wirkliches Problem mit der Kombination aus Nunchuk und WiiMote zu spielen, da aber die Kamera-Steuerung mit WiiMote nicht so komfortabel ist und das Spiel ansonsten auf jegliche Integration von Bewegungssteuerung verzichtetet, entgeht einem auch nichts, wenn man auf ganz klassische Weise spielt. Und was könnte klassischer sein als der ClassicController.

Mit diesem geht die Steuerung zu jederzeit sehr gut von der Hand. Die Kamera macht von Hause aus bereits eine gute Arbeit, möchte man jedoch selbst als Kameramann aktiv werden, erlaubt der rechte Analogstick dynamische Kameraschwenks und auch sonst sind per einfachen Druck auf einen der Schulter-Buttons weitere Kamera-Einstellungen möglich.

Die weitere Gestaltung der Steuerung ist soweit recht klassisch und jeder der bereits das ein oder andere 3D-Action-Adventure oder ähnliches gespielt hat, wird sich sehr schnell wie zu Hause fühlen. Natürlich gibt es auch Besonderheiten in der Steuerung, welche sich aber in erster Linie auf den Umgang innerhalb verschiedener Menüs oder auf das Kampfverhalten beziehen und somit eher wichtig für das Gameplay sind, weswegen wir darauf bereits im Spielinhalt näher eingegangen sind. 

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Fazit: 

Xenoblade Chronicles ist ein gigantisches Rollenspiel, welches klassische japanische Rollenspiel-Kost mit einigen typischen westlichen Rollenspiel-Eigenschaften vermischt, samt MMO-Einschlag. Die technische Leistung ist zum Großteil beeindruckend, wenn man bedenkt, was für eine riesige Welt ohne Ladezeiten auf den Bildschirm gezaubert werden, bringt einen das zum Staunen. Das Gameplay ist interessant und dank der verschiedenen Einflüsse aus dem Westen erfrischend neu. Dabei ist der Einstieg durch gute Tutorials und Erklärungen schön gemacht und mit wachsender Erfahrung wird der Spieler zum echten Profi „gezüchtet“. Auch der Umfang des Spiels lässt keine Wünsche offen, bei einer Spielzeit von 40-50 Stunden für das Hauptabenteuer, seid ihr lange unterwegs. Wenn ihr euch dann noch auf die unzähligen Sidequests einlasst, werdet ihr das Spiel vermutlich erst nach über 100 Stunden beendet haben. Wer so lange an ein Spiel gefesselt ist, will auch eine interessante, wendungsreiche Geschichte erleben, auch mit dieser kann Xenoblade Chronicles aufwarten. Dabei bietet schon allein der Grundaspekt der Spielwelt eine Besonderheit, welche sich durch das gesamte Spiel zieht und für eine interessante Story sorgt. Denn immer, wenn man als kleine Spielfigur große Abenteuer auf den zwei Giganten erlebt, dann ist das einfach eine enorm atmosphärische Erfahrung. Wenn ihr den Sonnenuntergang auf einer Klippe genießt und in der Ferne einen Teil des Giganten begutachten könnt, dann ist das einfach ein Gänsehaut-Garant. Da die Geschichte auch ansonsten viele spannende und gut erzählte Momente beinhaltet, muss man auch hier mit der Stecknadel nach negativen Aspekten suchen. Vielleicht sind dem ein oder anderen die einzelnen Charaktere zu austauschbar, vielleicht hat man manche Stereotypen schon zu oft gesehen… Wir sagen: Was solls?! Sie passen perfekt in dieses Spiel und tragen zu einer guten Geschichte ihren Teil bei. Insgesamt sind alle negativen Punkte in Xenoblade in Anbetracht der Gesamtleistung eher als vernachlässigbar zu bezeichnen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Xenoblade Chronicles ist vermutlich das beste Rollenspiel auf der Wii und auch die Kollegen 360 und PS3 dürften arge Mühe haben, bessere Rollenspiele aus Japan zu präsentieren. Xenoblade bietet alles, was ein sehr gutes Rollenspiel mitbringen sollte und noch mehr! Jeder Wii Besitzer, der auch nur ein wenig Symphatie für das Genre erübrigen kann, sollte dieses Spiel besitzen.

Ein Dank geht an die Presseabteilung von Nintendo, welche uns freundlicherweise ein Rezensionsmuster zur Verfügung gestellt haben! 


Pro & Contra

+ riesiger Umfang

+ unverbrauchtes Kampfsystem

+ kollossaler Soundtrack

+ tolle Weitsicht mit tollem Panoramablick

+ fast keine Ladezeiten

- matschige Texturen

- Sprachausgabe nicht immer Lippensynchron

- Kämpfe manchmal überladen 

Wertung

Grafik:

Tolle Weitsicht und Lanschaften, teilweise matschige Texturen
Sound:

Verwöhnt das Ohr mit tollen Musikstücken
Spielspass:
Deine Wertung: Nichts Userwertung: 8 (8 Stimmen)

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Kommentare

O.O soviel Text

Zitat:
Zitat von DeadlyInstinct Beitrag anzeigen
O.O soviel Text
Der is doch net ganz dich wenn mich fragst Oo

lool^^
10 zeichen

Malte: Kannste mal schnell meinen "kleinen" Test lesen?"
Ich: Na klar

*Malte schickt Test kurz vor Feierabend*

Ich: O_________________________________O
Aehm, ich mach das dann daheim -.-

hihi, ich werds mir später mal durchlesen, wollts heut nachmittag machen, aber als ich den text sah, genau wie du O_________________________O

Ihr tut ja so, als ob der lange Text was Schlechtes wäre. Ich find' das klasse, so erfährt man wenigstens mal was vom Spiel^^ - Wird wohl so leicht nicht zu toppen sein. Hab den Test aber auch noch nicht ganz gelesen^^

Vllt liegts auch nur am Spiel selbst und an der Begeisterung^^
Klar hab ich nichts dagegen, so wird schön ins Detail erklärt

Nein Chris, ich finds toll, bei meiner "Beschwerde" is auch ein mit bei.

Naja es liegt ja auch in der Natur der Sache.. ein rollenspiel per se gibt ja schon mehr her um drüber zu schreiben als ein simples jump and run, oder andere simplere Genres.

Dann hat das Spiel auch für ein Rollenspiel einen nicht gerade kleinen Umfang.

Dann kommt noch dazu, dass ich etwas gemacht habe, was wir gerne mal vergessen.. man kann auch über Sound, Grafik und Steuerung mehr schreiben als zwei Sätze.

Aber auch da muss man natürlich sagen, dass Xenoblade ein dankbares "opfer" war, denn es gab auch in all diesen Bereichen viel Stoff zu berichten. Ein Simples, die grafik ist geil, war da halt nicht genug.

Will heißen.. es gibt einfach Spiele da kann man in allen Bereichen mehr schreiben, als bei anderen Spielen.

Ich hatte mir auch Xenoblade vor 10 Tagen geholt.
Bin bis jetzt noch nicht so viel gekommen es zu spielen und bin noch ziemlich am Anfang,
aber ich finde es klasse.
Die Grafik finde ich sehr gut und auch die riesige Welt in Xenoblade.