Club Nintendo 02 / 1993

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Inhalt:

SNES: Super Mario Kart, Zelda 3, Magical Quest, Addams Family, The Simpsons- Bart Nightmare
NES: Mega Man 4, Ice Hockey, Mario Bros, Pinball
Gameboy: Mystic Quest, Mario Land 2, Kirby´s Dreamland
Special: Der FX- Chip, Die Synchronsprecher von der Mario Bros. TV- Serie
Comic: Coole Klänge
Poster: Super Mario Kart

Der FX-Chip:
"FX", das amerikanische Kürzel für "spezielle Effekte" steht für die neue Sensation auf dem Videospiel-Sektor. "FX" ist die Typenbezeichnung eines neuen Chip, der bald in neue Nintendo Spiele eingebaut werden kann und deren Geschwindigkeit sehr stark erhöhen wird. Nachfolgend werden wir versuchen, einen kleinen Einblick in die Welt der Bits & Bytes zu geben, um die Funktionen und die Leistungsfähigkeit des FX-Chips erklären zu können. Voranschicken können wir aber jetzt schon Folgendes: Mit dem FX-Chip werden für unglaublich gehaltene Geschwindigkeitsträume wahr!

Was also macht den FX-Chip so besonders?
Jede Videospiel-Konsole ist im Grunde genommen ein Computer, der darauf spezialisiert ist, Spiele zu berechnen. Berechnen heißt in diesem Sinne, dass Computer nicht denken, sondern nur mit Zahlen umgehen können. Wenn man es ganz genau nimmt, kann ein Computer nur addieren und subtrahieren. Alles andere, jede besondere Aktion, muss dem Computer erst beigebracht werden.


Die Bilder entsamten aus dem Spiel Starwing. Es ist das erste Spiel das mit den sogenannten Polygonen aufgebaut ist.
Der Ansprechpartner hierfür ist die sogenannte CPU (= Central Processor Unit), also der Hauptrechner. Die CPU ist in der Video-Konsole fest installiert, man kann den Hauptrechner also sehen und anfassen. Man nennt darum diese Teile nach dem Englischen auch "Hardware". Im Super Nintendo arbeiten jedoch nicht nur eine CPU, sondern noch andere Assistenten, die Custom-Chips genannt werden. Einer von diesen Chips ist zum Beispiel für Mode 7 zuständig. Man denke nur an die tollen Effekte in Super Mario Kart oder in Super Mario World.

Spiele werden jedoch programmiert, also von vielen Menschen erdacht und dann mittels einer speziellen Programmiersprache dem Rechner erklärt. Diese Programme nennt man Software. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, ein Spiel, in dem es auf Geschwindigkeit ankommt, zu beschleunigen. Es muss die Software oder die Hardware verbessert werden. Für die Software gibt es aber Grenzen: sie kann maximal nur so gut sein, wie es die Hardware zulässt. Man kann dies mit dem Autofahren vergleichen: der beste Rennfahrer (seine Erfahrung ist die Software) kann aus einem normalen Auto (Hardware) keine Geschwindigkeitsrekorde wie aus einem Rennwagen herausholen. Und nach dem Motto, Gutes kann noch besser werden, hat Nintendo einen tollen Einfall realisiert: der FX-Chip wurde entwickelt um in die Spiele direkt eingebaut werden zu können. Dieser Custom-Chip befähigt das Super Nintendo, dreidimensionale Graphik-Objekte in atemberaubender Geschwindigkeit in der Größe zu verändern und beliebig im Raum zu drehen.

Auf dieser Doppelseite sind ein paar Beispiele abgedruckt. Das Sensationelle daran ist die besondere Geschwindigkeit, mit der es nun möglich ist, zum Beispiel Flugsimulationen in Echtzeit zu berechnen. Berechnung in Echtzeit bedeutet, dass erst im Moment des Spielens das Spielfeld berechnet wird und nicht wie bei anderen Games im Speicher des Moduls schon vorliegt. So ist jede Spielsekunde einmalig. Das bedeutet Für den Spieler eine neue Stufe beeindruckender Wirklichkeitstreue. Jede Steuerbewegung Führt zu einer neuen Perspektive, die nur vom Spieler bestimmt wird. Man glaubt, direkt im Geschehen zu sein. Effekte, die einen schwindelig machen können, müssen nun gemeistert werden. Eine echte Herausforderung, die Videospielen zu einem absolutneuen Erlebnismachen.

Mit dem FX-Chip ist die Zukunft schon programmiert. Viel Spaß!

Die Synchronsprecher der Mario Bros. TV- Serie:

Ein schmuckloses Gewerbegebiet vor den Toren Münchens. Bürogebäude, Großmärkte, Kleinindustrie und ein unscheinbarer Beton- Flachbau. Im letzteren schlagen Mario und seine Freunde mehrmals im Jahr ihre Zelte auf. Hier befindet sich ein Synchronstudio. Da Mario mittlerweile auf der ganzen Welt als Zeichentrick-Filmstar eine Hauptrolle spielt, muss er viele Sprachen sprechen. Und dazu leiht er sich einheimische Stimmen. In Deutschland bedient er sich der Sprechkunst von Reinhard Brock, Luigi hat sich Gudo Hoegels Stimme verschrieben, Prinzessin Toadstool ist Alexandra Ludwig-Halm und Yoshi Bernd Simon. Allesamt erfahrene Schauspieler die die Mario-Clique kennen wie kaum jemand anders.



Morgens kurz vor 9 Uhr versammelt sich die Truppe um Regisseur Hendrik Wiethase im Aufenthaltsraum. Nach einer gemütlichen Tasse Kaffee und ein wenig Kollegentratsch begeben sich Wiethase und der Tonmeister in den Regieraum. Hunderte von Reglern und Knöpfen befinden sich auf dem Pult, von dem aus alles dirigiert wird. Schon Monate vorher hat Wiethase, der seit über 20 Jahren Zeichentrickfilme synchronisiert und mit Walt Disney-Filmen zum Zeichentrick- Genre kam, die Drehbücher für die neue Staffel der Super Mario-Zeichentrickserie geschrieben. Die Stimmung ist gelöst, es wird gewitzelt. "Damit es eine wirklich gute Arbeit wird, muss alles ganz locker zugehen, sonst ist auch das Endprodukt viel zu verkrampft:' erklärt Wiethase. Durch eine Glasscheibe beobachtet er die Schauspieler im Studio und gibt knappe Anweisungen durch die Sprechanlage. Viel muss nicht erklärt werden, denn alle sind Vollprofis und wissen, was zu tun ist. Mehrere Folgen der Mario-Serie sind in kurze Sequenzen zerschnippelt und heute stehen alle Szenen mit Mario, Luigi, Prinzessin und Yoshi auf dem Programm. "Achtung, Aufnahme" ruft Wiethase über Mikrophon und schon flimmert der Filmschnipsel über den großen Monitor Durch den Lautsprecher hört man nicht nur Mario reden, sondern sieht dazu Reinhard Brock im Studio agieren. Mario ist film im sauer und Brock wir die Arme in die Luft, stampft mit dem Fuß auf und schaut ganz stinkig. "Ich muss schon mit dem ganzen Körper voll mitmachen, sonst treffe ich nicht den richtigen Ton" erklärt der sonst so ruhig , wirkende Brock. "Ich kann nicht steif dastehen und meine Stimme wütend klingen lassen!“

Die Arbeit ist anstrengend, denn es verlangt den Schauspielern und dem Regisseur volle Konzentration ab. In wenigen Tagen müssen sie eine ganze Serienstaffel fertig machen. Und damit nicht alle Schauspieler die ganze Zeit da sein brauchen, werden alle Mario-Szenen aus mehreren Folgen an einem Tag synchronisiert. Da springt man nicht nur von Laune zu Laune, sondern auch von Geschichte zu Geschichte. Bei dieser professionellen Konzentration sind Entspannungspausen unerlässlich. Im Aufenthaltsraum wird dann über alles geredet, nur nicht über die Arbeit - was steht in der Zeitung, wie ist der Kaffee heute, wie geht es der Familie und die Brötchen waren auch mal üppiger belegt. Das Team um Regisseur Wiethase arbeitet schon seit Jahren zusammen und auch privat versteht man sich glänzend.

Wieder zurück im Studio kriegt Wiethase schon nach der ersten Szene schlechte Laune: Der Text im Drehbuch passt nicht auf Marios Lippenbewegungen. Nun zeigen die Profis, dass sie ihr Handwerk verstehen. Innerhalb von wenigen Minuten schüttelt der Regisseur einen neuen Text aus dem Ärmel. Brock versucht es, aber es passt immer noch nicht. Er versucht es etwas schneller und noch etwas schneller zu sprechen - jetzt passt es. Na bitte, Mario spricht perfekt Deutsch. Ungewöhnlich für einen Klempner aus Brooklyn mit italienischen Eltern? Wiethase: "In der amerikanischen Originalfassung der Serie ist Mario viel italienischer als in Deutschland. Dort weiß man aber auch, dass in dem New Yorker Stadtteil Brooklyn sehr viele Italiener wohnen. Hier in Deutschland können sich die meisten Kinder darunter aber nicht viel vorstellen, deshalb machen wir es weniger italienisch." Auch sind die amerikanischen Klempner-Brüder Mario und Luigi sehr viel deftiger als die deutschen. "Das passt aber nicht ins deutsche Kinderprogramm, erklärt Wiethase und flugs wird aus „wütend“ „stinksauer“ weil es nicht so hart klingt. Hoppla, da spricht ja auch eine Piranha-Pflanze. Die hatte man vorher ganz übersehen. Wiethase stürmt ins Studio, räuspert sich und mit einer Stimme, die so gar nicht zu diesem coolen Typen passen will, werden der fleischfressenden Pflanze mal eben improvisiert ein paar Worte in das Riesenmaul gelegt.

Zurück am Schaltpult, lächelt Wiethase entschuldigend: "Na ja, kann ja mal passieren, dass man ein Pflänzchen übersieht". Noch eine Szene und schon ist alles vorbei. Ein Vormittag aus dem Alltag von Mario, Luigi und seinen Freunden. Und die Schauspieler die ihnen die Stimme leihen, sind schon lange ganz dicke Freunde von Mario.

SNES Leser-Charts: SNES Profi-Charts:
1. Super Mario World 1. Zelda 3
2. Zelda 3 2. Super Mario World
3. Mario Paint 3. Pilotwings
4. F-Zero 4. Castlevania 4
5. Pilotwings 5. Super Mario Kart
6. Sim City 6. Super Ghouls´n Ghosts
7. Super Probotector 7. F-Zero
8. Super Tennis 8. Mario Paint
9. Super Ghouls´n Ghosts 9. Super R-Type
10. Super Soccer 10. Super Probotector

 

NES Leser-Charts: NES Profi-Charts:
1. Super Mario Bros. 3 1. The Legend of Zelda
2. The Legend of Zelda 2. Star Tropics
3. The Legend of Link 3. Super Mario Bros. 3
4. Super Mario Bros. 2 4. Dr. Mario
5. Mega Man 3 5. Maniac Mansion
6. Super Mario Bros. 1 6. Super Mario Bros. 1
7. Mega Man 2 7. The Battle of Olympus
8. Chip und Chap 8. Pinbot
9. The Battle of Olympus 9. Crack out
10. Startropics 10. Kickle Cubicle

 

Gameboy Leser-Charts: Gameboy Profi-Charts:
1. Super Mario Land 1. Super Mario Land
2. Mega Man 2. Super Mario Land 2
3. Gargoyle's Quest 3. Tetris
4. Duck Tales 4. Tiny Toons
5. Tetris 5. Dr. Mario
6. Fortress of Fear 6.  Kwirk
7. Super R.C. Pro AM 7. Mickey´s Dangerous Chase
8. WWF Superstars 8. F1-Race
9. F1-Race 9. Pinball - Revenge of the Gator
10. Blades of Steel 10. Gargoyle´s Quest